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„Ain’t afraid of no Ghosts“ – Mädchen in Overalls

Vier Geisterjägerinnen retten New York: Der Reboot des Kultfilms „Ghostbusters“ (ab heute im Kino) ist rundum gelungenes Popcornkino, in dem Frauen sich wichtigeren Dingen als Diäten und Liebesbemühungen widmen – und eine queere Figur gibt’s auch.

Sony Pictures Leslie Jones, Melissa McCarthy, Kristen Wiig und Kate McKinnon (v.l.n.r.)

Von Stephanie Kuhnen

l-mag.de, 4.8.2016 - Das hätte schief gehen können: ein Kultfilm von 1984 über eine schräge Männertruppe, die New York vor der großen Geisterinvasion rettet, wird neu gedreht - nur dieses Mal mit einer schrägen Frauentruppe. Was hier wie eine feministisch angestrengte Travestie klingt, ist ganz großes, saukomisches Popcornkino. Bei dem Remake von Ghostbusters gelingt einfach alles!

Vom ersten Augenblick an stimmt die Chemie der vier Geisterjägerinnen Melissa McCarthy, Leslie Jones, Kristen Wiig und Kate McKinnon. Sie spielen jederzeit auf Augenhöhe. Kein Wunder: Alle vier sind erfolgreiche Comediennes, außer McCarthy kennen sich alle bereits aus der Comedy-Show Saturday Night Life.

Und keine der vier entspricht den üblichen Hollywoodnormen. Das tat die ursprüngliche Männer-Combo auch nicht, und das machte sie zu so liebenswerten und erfolgreichen Identifikationsfiguren für große und kleine Jungs. Jetzt sind die Mädchen und Frauen an der Reihe, die ihr eigenes Aus-der-Rolle-fallen abfeiern können und sich wesentlicheren Dingen als Diäten und Liebesbemühungen widmen können.

Faszinierend, wie geschmeidig dem Frauen-Dreamteam aberwitzige Dialoge und Choreographien von der Hand gehen. Das liegt auch daran, dass dem Publikum nicht dauernd Toleranzaufforderungen unter die Nase gerieben werden: eine Dicke, eine Schwarze, eine Streberin und eine Lesbe meistern ihr schweres Leben und retten die Welt! Seht her, Frauen ohne Männer und mit Beeinträchtigungen können auch ganz schön mithelfen! Nichts dergleichen muss ertragen werden – keine herablassenden Pointen, keine Agitation, kein Rumopfern.

Und endlich gibt es eine lesbische Rolle, die von einer lesbischen Schauspielerin – nämlich der umwerfenden Kate McKinnon als Jill Holtzmann – gespielt wird (lest hier, was Regisseur Paul Feig dazu sagte), ohne dass hinter jeder Anspielung oder Geste ein regenbogenfarbenes Ausrufezeichen steht. Völlig egal alles: Holtzmann hat einen ganz normalen Knall, schraubt gerne Plasmawaffen und haut einen Killerspruch nach dem anderen raus.

Ghostbusters ist der entspannteste Gute-Laune-Film des Jahres: für alle! Und jetzt wäre noch ein Jill Holtzmann-Spinoff ganz schön!

P.S. Sigourney Weaver aus dem Original-Ghostbusters hat einen Kurzauftritt. Und: Unbedingt auch den Abspann anschauen - Filmspaß bis zum Schluss!

Ghostbusters (USA 2016), Regie: Paul Feig, Buch: P. Feig/ Katie Dippolid, mit Melissa McCarthy, Leslie Jones, Kate McKinnon, Kristen Wiig, 116 Min., Kinostart: 4. Aug. 2016


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