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Behind the scenes ...

Security Chefin Garcia-Patricia Walters (Zweite von rechts) mit Mitarbeitern auf dem Red Carpet von L-Beach, Foto: Krizzi with the k!

„Wir sind keine Hau-Drauf-Truppe!“

L-MAG sprach mit der Security Chefin Gracia Patricia Walters, 35, die mit dem Team ihrer Firma Lloyd Security bei L-Beach jederzeit souverän und freundlich auftrat – nicht von ungefähr ...

L-MAG: Wie ist das, als junge Frau im Sicherheitsbereich Chefin zu sein? Gibt es da besondere Schwierigkeiten mit männlichen oder älteren Angestellten?
Es ist natürlich als Frau schwer, seinen Mann zu stehen. In der Sicherheitsbranche kann ich nur bestätigen, dass es irgendwo immer einen Typ gibt, der einen belächelt. Und dann fängt dieses typische kleine Gerangel an. Aber ich muss gestehen, ich bin jetzt seit 10 Jahren dabei und ich habe von Anfang an das große Glück gehabt, dass ich mir den Respekt durch gute Arbeit verdient habe. Die Leute, die mich kennen, wissen was ich kann. Und ich verlange nichts von meinem Team, dass ich nicht selber machen würde. Ich stehe überall mit und ich stand auch hier bei L-Beach mit. Die Jungs wissen, dass sie sich auf mich verlassen können und ich weiß, dass ich mich auf meine Jungs und Mädels verlassen kann. Ich habe auch bei der WM gearbeitet und ich bin so happy gewesen, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, dieses Event hier zu machen – das ist einfach atemberaubend. Ich habe echt schon einiges mitgemacht, aber das hier ist echt irre!

Wie viele Leute hattest du bei L-Beach im Einsatz?
Ich hatte 47 Leute gebucht. Wovon wir aber nicht immer alle zur gleichen Zeit bedient haben. Ich plädiere dafür, dass immer frische Kräfte da sind und keiner bis aufs Blut ausgesaugt wird. Ich will, dass die Leute auch bis in die Haarspitzen motiviert bleiben. Also 47 Leute und davon waren 40 immer on tour.

Die Securitys, die hier unterwegs waren, wirkten alle total offen und freundlich.
Das ist schön, dass dies zu spüren ist. Das ist mein äußerstes Gebot! Ihr als Kunden oder Gäste sollt euch sicher fühlen, ohne das Gefühl zu haben, eingesperrt zu sein. Wir versuchen, euch nur freundlich auf die Gefahren hinzuweisen, die da sind. Denn wir sind ja im Grunde nur dafür da, wenn eine Gefahr da ist, einzuschreiten. Wichtig ist hier vor allem die Arbeit im Vorfeld. Und hier muss ich noch mal erwähnen, dass der Veranstalter vom Weissenhäuser Strand, Claudia Kiesel, Antje Kühn und alle um sie herum, die Stagemanager und ihr als Presse euch toll verhalten habt. Denn auch ihr habt uns die Arbeit erleichtert, weil ihr sehr kommunikativ wart! Und vorhin am Parkplatz, das war ein Händeschütteln und in die Arme nehmen. Alle meinten, schade, dass es vorbei ist. Meine Leute wären gerne noch bei euch geblieben und hätten gern weiter gearbeitet. Weil ihr echt ein tolles Publikum wart.

Und wie war das für euch, auf einem Lesben-Event zu arbeiten? Gab es da im Vorfeld Vorbehalte?
Die Leute, die du hier gesehen hast, kenne ich seit mindestens 10 Jahren. Meine drei Haupteinsatzleiter haben vorher alle Mitarbeiter gebrieft. Und meine Leute sind einfach Profis. Da kommt kein Semi-Mann ran. Wir sind eben keine Hau-Drauf-Truppe, sondern wenn man uns bucht, dann denken wir auch mit. Wir sind uns auch nicht zu schade, mal ein paar Flaschen aufzuräumen.

Es kommt natürlich noch hinzu, dass ich permanent 25 Frauen zu einer bestimmten Uhrzeit bieten kann und das ist für so ein tolles Event für Frauen gut. Und davon sind acht Frauen auch gay. So kennen wir das auch innerhalb des Teams. Die Jungs glotzen die Frauen nicht an, wie das andere Männer vielleicht machen. Die wissen, das sind zwei Frauen, die haben sich lieb und tauschen Zärtlichkeiten aus wie jedes Heteropaar. Für die ist das völlig normal. Weil die das auch mit uns erleben.

Das heißt, du bist auch offen lesbisch?
Ich bin mit einer tollen Frau fest liiert, die mich vor drei Jahren auf einen Schlag erwischt hat. Ich war vorher 32 Jahre lang stock-hetero und dann hat es mich einfach getroffen. Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte. Ich war schon verheiratet und bin glücklich geschieden. Ich hatte bis dahin ein tolles Leben und habe auch die Ehe genossen. Aber irgendwie habe ich gemerkt, als die Ehe auseinander gegangen ist, da ist noch mehr in mir. Und ich habe dann immer L-MAG gelesen und überlegt: Wie kannst ich mich da rantasten? Es war für mich sehr schwer. Dann bin ich auf der Langen Reihe immer mal hoch- und runtergefahren. Ich habe bei Gayparship geschaut. Aber ich war zu feige, ein Gespräch anzufangen, weil ich es unfair fand, Frauen gegenüberzutreten, die sich schon gefunden haben, ohne selber zu wissen, ob ich so weit bin. Und dann hat der Zufall mir eben gezeigt, dass es so ist.

Nach vielen Jahren Heterosexualität zu sagen: „Ich bin jetzt lesbisch“, das war doch sicher ein schwerer Schritt, oder?
(... lacht
) Da triffst du den Nagel auf den Kopf! Es war für mich natürlich extrem, aber Nina hat mir sehr viel Zeit gegeben. Natürlich war es für mich schwer, es meiner besten Freundin zu sagen oder meinen Mitarbeitern, mit denen ich mir ein Zimmer teile. Weil jeder natürlich denkt: Hat die mich jetzt in der Dusche anders angeschaut? Weil es diese typischen Klischees gibt, die Frauen in einem Mannschaftssport erdulden müssen. Aber wir sind wie jeder Hetero auch, wir hängen ja nicht plötzlich jeder Frau am Latz. Und meine Freunde haben mir sehr geholfen. Die fanden das super und wollten Nina gleich kennenlernen. Es war gleich, als ob es nie anders gewesen wäre. Ich weiß nicht warum ich so ein Glück habe, aber ich bin sehr dankbar, dass ich das so genießen darf und ich würde mir wünschen, dass das weiterhin so ist.

Interview: Dana Müller

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