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K-Word #187: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Nadine Angerer wird Reality-Star, Susan Sarandon ist "offen" (und Kate Winslet steht schon in der ersten Reihe), Meryl Streep, Angelina Maccarone, Ruby Rose, Lea DeLaria, "Person of Interest", "Black Sails", Filmtipps und mehr!

Von Karin Schupp

l-mag.de, 17.2.2017 - Nadine Angerer wird Kandidatin in der neuen "Survival-Show" Global Gladiator (ProSieben). Darin müssen acht Promis in einem umgebauten LKW quer durch Namibia fahren und „Challenges“ bestehen. Neben der zweifachen Fußballweltmeisterin, die sich im November mit ihrer Frau Magda verpartnerte (K-Word 175), sind Ex-Fußballprofi Ulf Kirsten, Oliver Pocher, Model Mario Galla und die Reality-Profis Pietro Lombardi, Lilly Becker, Larissa Marolt und Raúl Richter (Ex-GZSZ) dabei. Die Dreharbeiten starten in Kürze, Sendestart soll im Frühjahr sein.

Instagram Angerer Nadine Angerer im Dezember in Namibia, wo sie ihre Flitterwochen mit ihrer Frau Magda verbrachte (oder war's ein heimliches Trainingscamp?)

Im Vampirklassiker Begierde (1983) küsste sie Catherine Deneuve, und in Alle Farben des Lebens (2016) spielte sie die lesbische Großmutter eines Transteens (unsere Filmkritik) – privat hielten wir Susan Sarandon bislang aber für hetero. Fälschlicherweise: „Ja, ich bin offen dafür“, sagte die 70-Jährige dem LGBT-Magazin Pride Source. „Meine sexuelle Orientierung steht zur Disposition, könnte man sagen.“ Ob sie lesbische Erfahrungen hat, verriet sie nicht – aber spätestens jetzt wäre der Moment gekommen: Die Oscar-Gewinnerin ist derzeit nämlich Single. Aber beeilt euch: Kate Winslet drängelte sich bei den SAG Awards schon mal in die erste Reihe und „befummelte Susan Sarandons Titten“ (ihre Worte, nicht meine!):

Herzlich Glückwunsch: Die lesbische Regisseurin und Autorin Angelina Maccarone wurde mit dem Deutschen Drehbuchpreis für ihr (noch nicht verfilmtes) Drehbuch Klandestin ausgezeichnet. Die „Goldene Lola“ (verbunden mit einem Geldpreis von 10.000 Euro) überreichte ihr die Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Maccarone drehte mehrere Lesbenfilme, darunter Kommt Mausi raus?! (1995) und Fremde Haut (2005), und mit Carolin Emcke die LGBT-Clips Tolerant? Sind wir selber (K-Word #41).

DOC NYC, CC-BY-NC-ND Angelina Maccarone (r.) mit Charlotte Rampling, über die sie 2011 den Dokumentarfilm "The Look" drehte

Am Sonntag geht die Berlinale zu Ende, und heute Abend werden die Teddys verliehen - unter anderem an die lesbische Filmemacherin Monika Treut, die einen Special Teddy für ihr Lebenswerk bekommt (wir berichteten). Beim einzigen LGBT-Filmpreis eines A-List-Festivals standen leider mal wieder nur wenige lesbische Filme zur Auswahl (K-Word #186), einen aber habe ich letzte Woche vergessen:

The Party von Sally Potter (Orlando) ist ein sehr vergnügliches Kammerspiel um sieben Freunde, die Janets (Kristin Scott Thomas) Ernennung zur Ministerin feiern wollen - und sich heillos zerstreiten. Mittendrin: Martha, gespielt von der lesbischen Schauspielerin Cherry Jones(Transparent), und ihre Lebensgefährtin Jinny (Emily Mortimer), die – sehr zum Missmut der zynischen April (Patricia Clarkson) - verkünden, dass sie Drillinge erwarten (siehe Clip). Der Film soll noch 2017 in unsere Kinos kommen.

Jetzt im Kino: Mit John Wick 2 endet die Ruby Rose-Action-Trilogie 2017, die mit xXx: The Return of Xander Cage (K-Word #183) und Resident Evil 6 (K-Word #184) begann. In dem Thriller mit Keanu Reeves spielt der Ex-Orange is the New Black-Star eine gehörlose Killerin und Handlangerin des Oberschurken D'Antonio. „Ich fand es toll, dass sie nicht ihre Sexualität benutzen musste“, sagte Ruby über ihre Rolle und freute sich darüber, dass sie „wie alle anderen“ einen Anzug tragen durfte. „Wenn ich ihn im Kleid und High Heels gejagt hätte, hätte ich auch keine Chance gehabt.“

Niko Tavernise/ Metropolitan FilmExport Ruby Rose in "John Wick 2"

Am 23. Feb. startet die 3. Staffel der Piratenserie  Black Sails (ProSieben FUN, Do, 20:15 Uhr), in der die drei weiblichen Hauptfiguren Eleanor (Hannah New), Max (Jessica Parker Kennedy) und Anne Bonny (Clara Paget) bi/ lesbisch sind (K-Word #95). Leider wurde in den neuen Folgen die Homosexualität fast auf Null zurückgefahren – wer die Serie also nicht auch aus anderen Gründen schaut (Intrigen, Gemetzel etc.), wird sich langweilen.

Bei RTL läuft gerade die fünfte und letzte Staffel des Thrillers Person of Interest (K-Word #184), und am nächsten Dienstag (23:10 Uhr) kommt die Folge, auf die wir alle gewartet haben: Shaw (Sarah Shahi, The L Word) flieht aus der Gefangenschaft der Samaritans – in Roots (Amy Acker) Arme. Wieso viele „Shoot“-Fans am Ende doch nicht ganz glücklich waren, können wir dann nächste Woche besprechen… Aber keine Sorge: Die Lovestory zwischen den beiden toughen Ladies ist damit nicht abgehakt!

Auch wenn ihre zahlreichen Pärchen-Fotos auf Instagram aussehen, als seien sie für Hetero-Augen inszeniert worden: Ihre Liebe sei kein Fake - darauf bestehen die australischen Ex-Bachelor-Kandidatinnen Megan Marx und Tiffany Scanlon, die sich während der Show fanden und ihre Beziehung im Oktober outeten (K-Word #171). „Megan und ich sind ein Paar (Schock, Horror, ich weiß!)“, so Scanlon in Daily Mail Australia, „und offen gesagt stinkt es mir, dass ich mich gegenüber ignoranten und engstirnigen Menschen dafür rechtfertigen muss!“ Marx kritisierte außerdem in einem offenen Brief in Popsugar, dass wildfremde Männer sie ständig zu einem „Dreier“ einladen würden. Wenn sie ablehne, „verstehe ich offensichtlich keinen Spaß und bin ‚verklemmt‘, aber ich habe beschlossen, total unlustig zu sein und sexuelle Avancen von Fremden abzulehnen. Sorry not sorry, Arschloch.“

Ich habe 50 Shades of Grey 2 nicht gesehen (und hab’s auch nicht vor), aber meine Chronistinnenpflicht verlangt es, euch darüber zu informieren, dass es darin eine lesbische Figur gibt: Ros Bailey (Robinne Lee), Vizeboss der Grey Enterprises. Dass sie das Ruder rumreißt und Anastasia (Dakota Johnson) verführt, ist aber wohl eher nicht zu vermuten…

Jetzt auf DVD: Into The Forest von Patricia Rozema (When Night Is Falling, 1995) mit Ellen Page (die den Film auch produzierte) und Evan Rachel Wood (K-Word #186) – zwei Lesben und eine bisexuelle Frau also, aber leider kein Lesbenfilm. Page und Wood spielen Schwestern, die nach einem globalen Stromausfall den Untergang der Zivilisation erleben. Nicht Horror und Zombies sind hier die Bedrohung, sondern Existenzangst und Isolation, was die wenigen brutalen Momente umso schockierender wirken lässt. Völlig unter geht allerdings, dass die Romanverfilmung den Beginn einer neuen weiblichen Ära andeuten will – diese hoffnungsvolle Vision müssen wir dem Drama dann einfach glauben.

„Ich bin der lesbische Jack Nicholson“, sagte Orange is the New Black-Star Lea DeLaria schon bei den SAG Awards (K-Word #185), in der Late Night Show Conan erklärte sie die Parallele so: „Er war ungefähr 60, als er innerhalb von einem Jahr Babys mit zwei Frauen Anfang 20 bekam.“ – Conan O’Brien: „Du willst viele Partnerinnen und viel Spaß haben?“ - „Nein, ich will nur zwei Frauen schwängern.“ In dem Gespräch, in dem das Wort "lesbisch" häufiger fällt als in einem ganzen Sendejahr des ZDF, erklärt DeLaria auch, weshalb sie sich mit 58 so gut gehalten hat: „Das ist so ein lesbisches Ding. Klar, unsere Freunde, Familie und die Gesellschaft grenzen und aus, und wir werden auf der Straße oft umgebracht, aber wenigstens sehen wir zehn Jahre jünger aus, als wir sind!"

Am letzten Samstag wurde Meryl Streep in New York mit dem „Ally for Equality Award“ der Human Rights Campaign ausgezeichnet. Mit diesem Preis ehrt der LGBT-Verband Hetero-Stars, die sich für unsere Rechte einsetzen. In ihrer Dankesrede (hier zum Nachlesen) erinnerte sich die „überschätzte Schauspielerin“ (Zitat Donald Trump) an ihre lesbischen Rollen („Alles, was ich in The Hours tun musste, war immer wieder Allison Janney zu küssen… das war nicht schwer…“), an ihren transgender Musiklehrer und ihren schwulen Klavierlehrer. Und obwohl sie „lieber zu Hause bleiben“ würde, wiederholte sie ihre Kritik am US-Präsidenten, die sie bereits in ihrer Golden Globes-Rede äußerte. „Es ist beängstigend, eine Zielscheibe auf der Stirn zu haben, und legt die Grundlage für Troll-Attacken und Armeen von Braunhemden, Bots und Schlimmerem. Aber man muss es tun. Man hat keine Wahl als den Mund aufzumachen und zu handeln.“

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