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Beatrix von Storch rettet die heterosexuelle Familie

Dass die Telekom mit einer lesbischen Regenbogenfamilie wirbt, bringt die Homo-Hasser auf die Palme - da darf die homophobe AfD-Politikerin Beatrix von Storch natürlich nicht fehlen.

Von Karin Schupp

l-mag.de, 15.2.2017 - Eigentlich will die Telekom nur ihre neue „Family Card“ an möglichst viele Haushalte verkaufen und wirbt daher in ihrer aktuellen Kampagne unter dem Motto „Familie kann heute so ziemlich alles sein“ auch mit einem Frauenpaar mit Baby (wir berichteten). Dieses liberale Familienbild stößt den stets empörungsbereiten Homo-Hassern natürlich übel auf, wie auf den Social Media-Seiten des Konzerns nachzulesen ist. Da ist dann die Rede davon, dass im Werbespot "nur noch die Pädophilen" fehlten, „Querfeldficker und kinderlose Lesben“ das Sagen hätten, und – immer beliebt - der „Gender-Schwachsinn“ regiere.

"Das ist Familie. Gut ist."

Die Telekom hält auf Twitter bisher entspannt dagegen. „Das ist eine Familie. Wer das Kind gezeugt hat, ist für eine Familie irrelevant“, schrieb sie einem Kritiker des Motivs (siehe oben), und einem anderen Pöbler antwortete sie: „Das ist Familie. Gut ist. Die Werbefamilien der letzten Jahre sind jedenfalls unrealistischer und seltener.“

Dass sich die Telekom von der homophoben Fraktion so gar nicht beeindrucken lässt, brachte nun auch Beatrix von Storch in Rage. „Väter sind irrelevant. Sagt die Telekom. Das ist ebenso wahnsinnig modern wie wahnsinnig blödsinnig“, ereiferte sich die stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD gestern auf Twitter und teilte den Tweet eines Berliner Parteifreundes, von dem sie das Thema offenbar aufgeschnappt hatte.

Passt nichts ins Storch'sche Familienbild - und nicht in das der AfD

Da ist die rechtskonservative Politikerin, die doch sonst immer vorneweg ist, wenn’s um Homophobie geht, aber ein bisschen spät dran: Die Kampagne, die auch eine WG, eine FKK-Clique und eine Rocker-Cew zeigt (dass die auch als „Familie“ gelten, störte sie offenbar nicht), startete immerhin schon vor zwei Wochen. Alles in allem wirkt ihr Protest ein wenig pflichtbewusst und ohne echte Leidenschaft – da haben wir nun wirklich schon mehr Rauch aus ihrer Nase kommen sehen... Aber von Storch hat halt im Moment noch mehr Empörungsbaustellen: In den letzten Tagen unterstellte sie Ralf Stegner (SPD) auf Twitter ein Drogenproblem und beschimpfte die Stars des Kölner Karnevals als „erbärmliche antidemokratische Gutmenschenfanatiker“, weil sie sich gegen einen AfD-Parteitag im dortigen Hotel Maritim wehren.

Von Storch kämpft seit Jahren für eine traditionelle Familien- und Geschlechtspolitik und gegen die Öffnung der Ehe und LGBT-Akzeptanz-Erziehung in Schulen. 2013 fand sie ihre politische Heimat in der AfD, die in ihrem Wahlprogramm betont: „Die Ehe zwischen Mann und Frau ist familienpolitisch wünschenswert“.

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