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Endlich so sein dürfen, wie man ist

In Atlanta/ Georgia eröffnet eine neue Schule für Kids, die lesbisch, schwul, bisexuell, trans oder sonstwie anders sind. 85% der LGBT-Schüler_innen in den USA werden in ihrer Schulzeit gemobbt, und auch dem Lehrpersonal wird's nicht einfach gemacht.

Foto: Pride School/ Instagram

Von Karin Schupp

l-mag.de, 12.1.2016 – “Wenn du den ganzen Tag nicht auf die Toilette gehen kannst, im Klassenzimmer gemobbt wirst und die Lehrer nicht zu dir halten, gehörst du nicht wirklich dazu!“ Diese Erkenntnis trieb den Lehrer Christian Zsilavetz dazu, in Atlanta/ Georgia die erste LGBT-Privatschule zu gründen. Die Pride School, die im September eröffnen soll, richtet sich in erster Linie an lesbische, schwule, bisexuelle und transgender Kinder, Jugendliche und Lehrer_innen, ist aber auch grundsätzlich offen für alle, die in ihrer Schule nicht akzeptiert werden, weil sie „anders“ sind. „Die Kids haben bei uns die volle Erlaubnis, sie selbst zu sein“, erklärt der Gründer, der selbst trans ist und sich an seiner alten Schule nicht outen durfte, gegenüber Yahoo!.

Auch für Kindergarten-Kids offen

Die Schule, die an eine Kirchengemeinde angeschlossen ist, soll 13.000 $ im Jahr kosten (aber auch kostenlose Stipendien anbieten) und bereits Kleinkinder aufnehmen - was früh erscheint, aber für Trans-Kids, die ihre geschlechtliche Identität zum Teil schon sehr früh in Frage stellen, durchaus Sinn macht. Damit unterscheidet sich die Pride School von den einzigen beiden anderen LGBT-Schulen, die es in den USA gibt.

Die dritte LGBT-Schule weltweit

Die Harvey Milk School, als erste ihrer Art 1985 in New York gegründet, unterrichtet heute über 70 Schüler_innen der Klassen 9-12. Die Alliance School in Milwaukee/ Wisconsin, 2015 auf die Liste der innovativsten Schulen der USA gewählt, bietet 185 Plätze von der Vorschule bis zum Abi an. Beide Schulen sind öffentlich und damit kostenfrei. Die einzige weitere LGBT-Privatschule eröffnete 1997 in Dallas/ Texas, musste aber sieben Jahre später aus finanziellen Gründen schließen.

Trotz Ehe-Öffnung in den USA hat sich für viele LGBTQ-Kids nichts geändert: US-Studien zufolge sind sie doppelt so häufig körperlicher Gewalt ausgesetzt als nicht-queere Kinder und Jugendliche, 85% von ihnen wurden oder werden in der Schule gemobbt, beleidigt und belästigt.

Schule in Manchester geplant

Weltweit gibt es keine weiteren LGBT-Schulen, im englischen Manchester ist jedoch eine solche Einrichtung geplant. Hier kam Kritik von überraschender Seite: "Auch wenn wir mit den Zielen reiner LGBT-Schulen sympathisieren, sehen wir sie nicht als Antwort", sagte eine Sprecherin der britischen LGBT-Organisation Stonewall. Das eigentliche Ziel müsse doch sein, "Homophobie in jeder einzelnen Schule in Großbritannien zu beenden."

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