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Lesbenstrand neben Ballermann – auf Mallorca ist alles möglich!

Nach vier Tagen ging das internationale Lesbenfestival ELLA auf Mallorca am Sonntag zu Ende.

Foto: © krizzi with the k!

Von Manuela Kay

l-mag.de, 9.9.2014 – So lesbisch und zugleich so spanisch wird wohl kaum eine Touristin die liebste Urlaubsinsel der Deutschen je erleben können. Beim zweiten ELLA-Festival, dem ersten in dieser Form, feierten überwiegend Spanierinnen gemeinsam mit Gästen aus aller Welt am Strand, in Clubs, Edel-Discos und im Wasser-Erlebnispark – gefühlt rund um die Uhr. Anders als andere Festivals war ELLA nicht als zentralisiertes „Ferienlager“ konzipiert, sondern bot viele individuell buchbare Events und Aktivitäten. Das war für manche etwas unübersichtlich und vor allem logistisch eine Herausforderung, fand doch alles stets an neuen Orten verstreut über die Stadt Palma und Playa de Palma statt. Dennoch trafen sich laut ersten offiziellen Zahlen 1.700 Frauen zu vier Tagen nächtlicher Partys, Konzerte, Sportaktivitäten und dem ganz besonderen Leckerbissen des Festivals: dem eigenen ELLA-Lesbenstrand mit Bar, Disco mit internationalen DJs, Tanzeinlagen auf eigener Bühne und Sextoy-Strandboutique.

Ein eigener Strand nur für Lesben

Tatsächlich unweit vom unrühmlichen Ballermann-Gebiet prangte das große „ELLA International Lesbian Festival“-Banner, und neugierige männliche Gaffer wurden freundlich vom Sicherheitspersonal abgewiesen. Ein eigener Strand nur für Lesben, bei gutem Wetter, starken Drinks und ausgelassen feiernden Spanierinnen: für viele ein wahr gewordener Traum!

„Es war ein Traum, aber auch ein Alptraum" resümiert die deutsche Veranstalterin Kristin Hansen, die auf Mallorca lebt und das Festival mit einem achtköpfigen Kernteam erstmals in Eigenregie organisierte. „Ich bin insgesamt zufrieden, vieles ist nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe, aber es ist ein ständiger Lernprozess. Sehr froh bin ich über die Unterstützung der Regierung. Bei der Eröffnung waren auch einige Mitglieder der Balearischen Regierung und Präsident der Stiftung für Tourismus, die das Festival auch finanziell sehr unterstützt haben. Die glauben an uns.“

Keine Angst vor dem L-Word auf Malle

Angenehm klar und deutlich bezeichnet sich ELLA als „Lesbenfestival“, groß auf allen Bannern und Postern zu lesen. Das war laut Kristin Hansen nie ein Problem, im Gegenteil: „Wir haben hier eine andere, neue Wichtigkeit bekommen, und es gab jeden Tag Berichte in der Zeitung, im Radio und im nationalen Fernsehen.“ Keine Angst vor dem L-Wort auf Malle also und auch keine unangenehmen Begebenheiten mit den mit schlechtem Ruf behafteten Mallorca-Touris -– ein durchaus positives Resultat des Festivals.

Doch trotz des Erfolges muss sicher an einigen Stellen nachgebessert werden, auch um noch etwas mehr Gäste anzuziehen. Der ELLA-Strand und einige der Partys hätten durchaus noch ein paar mehr Besucherinnen vertragen können.

Schon Pläne für 2015

Das weiß auch Kristin und plant beim nächsten ELLA-Festival, das sie wild entschlossen ist erneut zu organisieren, mehr Inhalt: „Wir wollen eine LGBT-Konferenz und ein Filmfestival angliedern, also Mehrwert mit mehr Inhalt schaffen und den Schwerpunkt nicht nur auf die nächtlichen Partys legen.“

Wenn das gelingt, kann man sich nächstes Jahr vor allem als deutsche Festivalteilnehmerin darauf freuen, ganz in den Bann der vielen fröhlichen Spanierinnen gerissen zu werden, denn das Klischee der reservierten und etwas muffligen Deutschen und der lauten, lustigen Spanierin wurde bei ELLA wirklich perfekt bedient. Doch um aus Rollen zu fallen, ist gerade ein solches Festival doch prädestiniert, und Kristin Hansen weiß schließlich: „In Mallorca ist alles möglich, hier herrschen andere Regeln.“

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