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Liebe ist Liebe - auch in Kurdistan

Im kurdischen Norden des Iraks hat eine Aktivistengruppe eine LGBT-Akzeptanz-Kampagne gestartet. Die Reaktionen reichen von positiv bis aggressiv.

Rasan Organization/capture group

Von Julius Brockmann

l-mag.de, 9.1.2017 – In Sulaymaniyah im Norden Iraks hat eine Aktivistengruppe eine LGBT-Kampagne gestartet: An drei High Schools in der Autonomen Region Kurdistan schmücken Bilder von Regenbogen-Paaren die Wände.

Die farbenfrohen Malereien brachte die "Rasan Organization" mit Hilfe eines lokalen Künstlers sowie freiwilliger Helfern an. Eins zeigt Symbole für zwei Homo-Paare und ein Hetero-Paar. Darunter ist der Slogan "Love is Love" zu lesen. Für eine andere Mauer nutzte die Gruppe das Wort "Gleichheit". Es wurde in großen Lettern auf Englisch und Kurdisch auf die Wand gemalt.

Die "Rasan Organization" ist eine regierungsunabhängige Organisation, die sich seit ihrer Gründung im Jahre 2004 für die Rechte von Frauen und LGBT im Irak einsetzt. In ihrer Kampagne macht sie auch auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam. So zeigt ein Bild eine Frau mit blauem Auge, die ihre Hand hochhält.

Wände entlang der Hauptstraßen durften sie nicht bemalen

Einer der Aktivisten, Ayaz Shalal, erzählte der LGBT-Zeitung Washington Blade, er habe viele positive Reaktionen auf die Kampagne bekommen und hoffe, sie auch in anderen irakischen Städten fortführen zu können. Jedoch räumte die "Rasan Organization" in einer Pressemitteilung auch ein, teils sehr aggressive Nachrichten erhalten zu haben.

Lokalpolitiker der 1,6-Millionen-Einwohner-Stadt Sulaymaniyah hatten der Gruppe nicht erlaubt, die Malereien auf Wänden entlang der Hauptstraßen anzubringen. Als Grund wurde die Angst vor Reaktionen der örtlichen Bevölkerung genannt. Daraufhin entschieden die Aktivisten sich, auf die High School-Wände auszuweichen.

Mehr Informationen über die "Rasan Organization" stehen auf ihrer Webseite und auf Facebook.

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