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Liebe zu dritt und weitere neue Streamingserien

Drei neue Serien bei Streaminganbietern: Eine sympathische "Poly-Romantic Comedy" mit viel lesbischem Prickeln, ein australisches Frauenknastdrama mit charismatischer Lesbe und eine Sitcom, die das Coming Out einer Teenagerin erzählt.

Audience Network Emma (Rachel Blanchard), Izzy (Priscilla Faia) und Jack (Greg Poehler)

Von Karin Schupp, l-mag.de - 12.2.2017

You Me Her: Kann Liebe zu dritt funktionieren?

Zugegeben: Eine Serie über eine Dreier-Beziehung zwischen einem Hetero-Ehepaar und einem Callgirl stand auf meiner Wunschliste nun wirklich nicht weit oben. Dass die „erste polyamore Romantic Comedy“ aber keine peinliche Männerfantasie, sondern erfrischend sympathisch und sexy wurde, liegt auch an der lesbischen Regisseurin Nisha Ganatra (Chutney Popcorn, 1999), die alle Folgen mit ihrem “weiblichem Blick” drehte – noch mehr aber an der Chemie zwischen den zwei Hauptdarstellerinnen.

Emma (Rachel Blanchard) und Jack Greg Poehler, der Bruder von Amy Poehler) sind ein glückliches Ehepaar mit eingerostetem Sexleben. Als sie die Studentin Izzy (Priscilla Faia), die als Callgirl jobbt, kennen lernen, fühlen sich alle drei in einem Maße, das weit über das angepeilte geschäftliche Arrangement hinausgeht, voneinander angezogen. Dabei müssen sie nicht nur ihr Gefühlschaos – Liebe, Panik, Eifersucht –, organisatorische (wer trifft wen wann?) und technische Fragen (wie geht eigentlich ein Dreier?) in den Griff kriegen, sondern sich auch vor ihrem Umfeld verstecken, da selbst ihre liberalsten Freunde verständnislos reagieren.

Vor allem zwischen Izzy und Emma prickelt es

.Jack geht das Ganz am zögerlichsten an, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass es vor allem zwischen Izzy und Emma (die lesbentechnisch einige Erfahrungen hat) erotisch prickelt (siehe Clip), während zwischen ihm und Izzy wenig passiert. “Normalerweise würde man denken: ‘Oh, der Kerl ist mit zwei Mädels zusammen’, und hier ist es das Gegenteil”, sagte Priscilla Faia in einem Interview. “Bei uns hängen sich die Mädels ein bisschen mehr rein, und Jack ist eher so ‘Okay, was ist denn hier los?’”

Nach Staffel 1, die über den Zeitraum von nur einer Woche spielt, ist die Frage, ob und wie das funktionieren kann, natürlich noch längst nicht beantwortet. In den USA startet nächste Woche die zweite Staffel, Staffel 3 ist bereits in Planung.

You, Me, Her (USA, 2016), 1 Staffel, 10 Folgen à ca. 30 min., Netflix

 

Wentworth: Frauenknastserie mit lesbischem Publikumsliebling

Bea (Danielle Cormack) kommt nach einem Mordversuch an ihrem gewalttätigen Ehemann ins Gefängnis und gerät direkt zwischen die Fronten um die Krone des "Top Dog", den ihre lesbische Zellenblocknachbarin Franky (Nicole da Silva) und die gefährliche Jacs (Kris McQuade) austragen. Dem unangefochtenen Publikumliebling Franky verdankt die australische Frauenknastserie einen großen Teil ihres enormen Erfolgs, und ihr Flirt mit der neuen Direktorin Erica (Leeanna Walsman) war eine der beliebtesten Storylines in Staffel 1.

Wem die Story bekannt vorkommt: Die RTL-Serie Block B – Unter Arrest (2015) war ein Remake von Wentworth - allerdings mit einer weit weniger charismatischen Knastlesbe. 

Wentworth ist düsterer als Orange is the New Black - vor allem in Staffel 2, wenn eine psychopathische (und irgendwie lesbische) Figur ihr Unwesen treibt -, aber eine gute “Ersatzdroge” für die Wartezeit auf die neuen OITNB-Folgen (am 9. Juni bei Netflix). Bleibt nur zu hoffen, dass auch die weiteren Staffeln nach Deutschland kommen, denn in Staffel 3 und 4 kommen weitere lesbische Hauptfiguren dazu, und *** Achtung, Spoiler *** auch Bea darf ihre lesbische Seite erkunden (in diesem Zusammenhang outete sich Danielle Cormack übrigens als bisexuell).

Wentworth (Australien, seit 2013), 2 Staffeln, 22 Folgen à ca. 45 min., Sky Ticket/ Sky Go

Bea (Mitte), Franky (4.v.l.) und Erica (3.v.r.): Mehr Gesichter muss man sich fürs erste nicht merken...

One Day at a Time: Coming Out-Story von lesbischer Drehbuchautorin

Die Sitcom über eine kubanisch-amerikanische Familie in L.A. - die Arzthelferin Penelope (Justina Machado), ihre distanzlose Mutter (Rita Moreno) und ihre zwei Teenagerkids - ist ein Remake aus den 1970ern, das mit modernen Themen angereichert wurde. Und hier wird’s interessant: Tochter Elena (Isabella Gomez) ist Feministin, Vegetarierin und – Nachtigall, ick hör dir schon längst trapsen – erlebt ihr lesbisches Coming Out

Ihre Storyline basiert auf den Erfahrungen einer lesbischen Autorin im Drehbuchteam - inklusive der zum Scheitern verurteilten Idee, es doch einmal mit einem Jungen zu versuchen. "Ich weiß, dass das ein Klischee ist, das Lesben hassen, aber dieses Klischee war mein Leben”, erklärte Michelle Badillo (24) dazu. “Ich habe so verzweifelt versucht, nicht lesbisch zu sein, dass ich unbedingt physische Erfahrungen mit Männern haben wollte.”

Elenas Coming Out in der zweiten Hälfte der Staffel nimmt eine große Rolle ein und ist auch für ihre Mutter ein Prozess: Penelope nimmt nämlich zu ihrer eigenen Überraschung die Sache nicht ganz so locker, wie sie es gerne würde. Wobei ihre lesbische Freundin Ramona (Judy Reyes, die in Scrubs Schwester Carla spielte) keine große Hilfe ist: Anstatt Penelope zu beraten, reißt sie bei ihrem Treffen in einer Homo-Bar lieber eine Frau auf…

Auch wenn hier das Fernsehen wahrlich nicht neu erfunden wird: One Day at a Time ist eine warme Familien-Comedy – und in der zweiten (noch nicht beauftragten) Staffel kriegt Elena dann hoffentlich auch eine Freundin!

One Day at a Time (USA 2017), 13 Folgen à ca. 30 min., Netflix

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