Caster Semenya unter Verdacht
Ab welcher sportlichen Leistung ist die Frau ein Mann?
lmag 1.9.09 – Caster Semenya würde in keiner Lesbenbar auffallen. Doch die südafrikanische 800-Meter-Läuferin arbeitet leider nicht in irgendeinem Homoclub, sondern im Leichtathletik-Stadion. Und hier läuft sie neuerdings der Konkurrenz einfach davon, wie jüngst in Berlin, als sie bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft souverän den Titel gewann. Während andere ihre sportlichen Leistungen feiern dürfen, wird bei Caster Semenya jetzt gemutmaßt, sie müsse ein Mann sein.
Sicher, die burschikose Läuferin stellt nicht unbedingt das gängige Schönheitsideal einer femininen Frau dar. Doch tut dies Speerwurfweltmeisterin Steffi Nerius? Die hat plötzlich auch besser geworfen denn je – bei ihr mutmaßt niemand, ob sie wohl ein Mann sei. In Semenyas Heimat Südafrika werden gar rassistische Hintergründe für die Anschuldigungen vermutet. Aber ob nun rassistisch, sexistisch oder rundum unwissend – die ganze Welt der Klischees wie Frauen und Männer zu sein haben offenbart sich in der absurden Debatte um Caster Semenyas Geschlechtszugehörigkeit. (kay)
Interview zum Fall von Caster Semenya mit dem Biologen Heinz-Jürgen Voß der sich mit „Dekonstruktion von Geschlecht aus biologisch-medizinisch Perspektive“ befasst hier auf siegessaeule.de



