L-Mag

Coming-out Monat von Selbstmorden überschattet

Selbsttötungen homosexueller Teenager bewegen die USA

l-mag 10.10.2010 – Eine ganze Reihe von Selbstmorden unter Teenagern lässt derzeit in den USA die Gemüter hochkochen. Allein im September nahmen sich nach Medienberichten zehn Jungen zwischen 13 und 19 Jahren, die für ihr tatsächliches oder vermeintliches Schwulsein gemobbt wurden, das Leben. Selbstmorde unter schwulen, lesbischen, bi- oder transsexuellen (LGBT) Jugendlichen sind keine Seltenheit. US-amerikanische Studien zeigen schon lange eine viermal höhere Gefährdung für LGBT-Teenager. Doch die enorme Häufung just mit Wiederbeginn des Schuljahres schlug Wellen in liberalen US-Medien und in der Gay Community. Passend zum „National Coming-out Month“Oktober sprießen nun Projekte und Kampagnen, um das Bewusstsein der Öffentlichkeit und vor allem das Selbstbewusstsein von der Teenager zu stärken.
Allen voran der schwule Journalist und Aktivist Dan Savage und sein „It Gets Better“-Projekt: Über seine Ratgeber-Kolumne „Savage Love“ in der in Seattle erscheinenden alternativen Wochenzeitung The Stranger rief er dazu auf, Videoclips mit positiven Botschaften auf seinem Youtube-Kanal hochzuladen. Bis heute ist allein die initiale Videobotschaft von Savage und seinem Lebensgefährten mehr als eine halbe Million Mal angeschaut worden. Inzwischen sind hunderte Videos hinzugekommenen und in der ganzen Welt mehr als 1,2 Millionen Mal angeschaut worden.
Unterstützung erfährt Savage auch von prominenter Seite: So twitterten Tegan and Sara sehr früh über das Projekt, und Ellen DeGeneres oder Promi-Blogger Perez Hilton folgten. Sängerin Kesha und Chaz Bono steuerten sogar eigene Clips bei.
Amerikas größte LGBT-Menschenrechtsorganisation, die Human Rights Campaign mit gut 750.000 Mitgliedern, sammelt indes Unterschriften für eine an die Erziehungsministerin gerichtete Petition, in der die Einbeziehung der sexuellen Orientierung und Identität in Anti-Mobbing-Programme gefordert wird.
In der Nacht von Freitag auf Samstag blockierten einige hundert Menschen für mehrere Minuten den Verkehr an New York Citys Hauptbahnhof. Rund 300 Demonstrierende legten sich auf den Boden, während die Namen der zehn Toten laut verlesen wurden. Wenn Amerikas LGBT-Community am kommenden Montag den „National Coming-out Day“begeht, dürften weitere Aktionen zu erwarten sein.
cl

Hier zum Youtube-Kanal vom „It gets better"-Projekt

 


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