L-Mag

Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie

Weltweit starten am 17. Mai Aktionen, auch in deutschen Städten

l-mag 13.5.2010 – Am 17. Mai 1990 wurde Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten der Weltgesundheitsorgansation (WHO) gestrichen. Das war zumindest auf dem Gebiet der Medizin ein internationaler Fortschritt. Allerdings ist Homosexualität weltweit immer noch in 80 Ländern verboten. Laut Queer Amnesty (queeramnesty) gibt es in Iran, Mauretanien, Nigeria, Katar, Saudiarabien, Sudan und Jemen die Todesstrafe für homosexuelle Akte. Auch in Deutschland gibt es Vorurteile, Anfeindungen und Gewalttaten. 

Grund genug für friedlichen Protest. Seit fünf Jahren wird mit dem Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie (oben das Video aus dem Jahr 2009) am 17. Mai an Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung von Homosexuellen und Transgender erinnert.

Die größte Aktion dieses Jahr ist das „Great Global Kiss-In“. Überall auf der Welt treffen sich Lesben und Schwule und Transgender auf öffentlichen Plätzen und küssen sich. Daraus soll ein internationales Video zusammenstellt werden, dass auf der Internetseite von IDAHO (International Day against Homophobia and Transphobia) veröffentlicht werden wird. „In Kolumbien, Australien, USA, China und vielen weiteren Ländern wollen sich Menschen küssen und ihre sexuelle Orientierung ausdrücken. Aber es kommt nicht auf die Anzahl der Leute an, sondern auf die Energie, die das Resultat ist. Es sind die gemeinsamen Aktionen auf die es ankommt.“ meint der Franzose Louis-George Tin, der den Tag 2005 ins Leben gerufen hat, gegenüber l-mag.de

Auch das Europäische Parlament macht erstmals mit. Der Präsident Jerzy Buzek wird die Parlamentsession in Straßburg mit einer Erwähnung des Internationalen Tages gegen Homophobie und Transphobie eröffnen. Dies wird in allen 23 Sprachen live auf der website des Europäischen Parlaments zu sehen sein (EU Videoseite).

Rainbow-Flashmobs (rainbowflash.info), also spontane und unangemeldete Menschenansammlungen, die eine möglichst öffentlichkeitswirksame Aktion durchführen, wird es zur gleichen Uhrzeit auch in Dresden (Theaterplatz), Hamburg (Rathausmarkt), Schweinfurt (Schillerplatz), Würzburg (Rathausinnenhof), Berlin (Homomahnmal), sowie diversen russischen und ost-europäischen Städten geben. 

In Berlin startet außerdem um 12.30 Uhr  der Kuss-Marathon gegenüber der Botschaft der Republik Uganda (Axel-Springer-Str. 54a), zu dem von Maneo, dem Berliner schwulen Anti-Gewalt-Projekt, mobilisiert wird. dm/gf


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