LGBT Jugendliche undercover
Eine Anfrage ergab: über die Situation lesbischer und schwuler Jugendlicher weiß die schwarz/gelbe Regierung nichts
l-mag 25.7. – Die Grünen werfen der schwarz-gelben Bundesregierung ein starkes Desinteresse an lesbischen und schwulen Jugendlichen vor. „Kein Problembewusstsein, krasse Wissenslücken, null Willen zur Veränderung – wenn es um die schwierige Lage lesbischer und schwuler Jugendlicher geht, steckt das Jugendministerium einfach den Kopf in den Sand“, sagt der Grünen-Sprecher für Jugend und Generationen, Kai Gehring.
Die Kritik gründen die Grünen auf eine kleine Anfrage der Fraktion an die Bundesregierung, die L-MAG vorliegt. Im Antwortschreiben heißt es unter anderem, der Regierung lägen keine statistischen Daten zur Rate der Suizidversuche bei lesbischen und schwulen Jugendlichen vor. „Beschämend“ findet dies Gehring – und wenig plausibel, habe doch die Regierung in einer früheren Antwort an die Grünen selbst eine Studie zitiert, wonach das Suizidrisiko bei homosexuellen Jugendlichen viermal höher sei als bei heterosexuellen.
Auch ignoriere die Regierung Erkenntnisse über pseudowissenschaftliche Konversions- und Reparationstherapien („Der Bundesregierung liegen zu
dieser Art von Angeboten keine Informationen vor.“).
Ebenso kritisieren die Grünen, dass der 13. Kinder- und Jugendbericht Angaben zu lesbischen und schwulen Jugendlichen habe vermissen lassen.
Die Grünen fordern deshalb ein Sofortprogramm. Dieses sieht eine breite bundesweite wissenschaftliche Studie zu Lebenslagen homosexueller Jugendlicher vor, eine Präventionsstrategie gegen Mobbing und Gewalt, sowie Aus- und Weiterbildungsprogramme für Lehrkräfte und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe.
(nam)






