Neue Initiative für Adoptionsrecht
Obwohl 61% der deutschen Bevölkerung dafür sind, mauern CDU und CSU beim Adoptionsrecht für Schwule und Lesben
l-mag.de 23.7. – Der Bundestag ringt weiter um ein volles Adoptionsrecht für Schwule und Lesben. Die Grünen-Fraktion hat jüngst einen Gesetzentwurf eingereicht, der das Lebenspartnerschaftsgesetz und andere Gesetze entsprechend ergänzen soll. Weiterhin fordert sie in einem Antrag, dass die revidierte Fassung des Europäischen Übereinkommens über die Adoption von Kindern unterzeichnet wird. Dieses Übereinkommen ermöglicht es den EU-Mitgliedsstaaten, die Adoption durch Schwule und Lesben zu gestatten. Bislang ist es in acht europäischen Staaten gleichgeschlechtlichen Paaren erlaubt, gemeinschaftlich zu adoptieren. Neun weitere haben das Übereinkommen unterschrieben. .„In Europa isoliert sich die Bundesregierung mit ihrer Verweigerungshaltung immer mehr“, sagte deshalb der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, laut Sitzungsprotokoll.
Ute Granold von der Union versuchte dagegen klarzustellen: „Unsere Ablehnung des Volladoptionsrechts ist keineswegs Ausdruck eines nicht mehr zeitgemäßen Gesellschaftsbildes. Wir nehmen gesellschaftliche Veränderungen sehr wohl zur Kenntnis und reagieren hierauf auch im erforderlichen Maße“, sagte sie. Im Sinne einer modernen Gesellschaft müsse aber bei der Adoptionsfrage das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen. „Deshalb lehnen wir das hier geforderte gemeinsame Adoptionsrecht ab.“
Michael Kauch von der FDP versprach, den Dialog mit der Union fortzuführen. „CDU und CSU haben sich in anderen Fragen der Familienpolitik bereits bewegt. Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass das auch hier der Fall sein wird.“ Dem Gesetzentwurf der Grünen könne die FDP – generell pro Adoptionsrecht – dennoch nicht zustimmen, da wechselndes Abstimmungsverhalten ein Bruch des Koalitionsvertrages wäre.
Derweil hat eine Umfrage des Respondi-Instituts ergeben, dass 61 Prozent der deutschen Bevölkerung für ein Adoptionsrecht für Schwule und Lesben sind. Für die Erhebung wurden 1000 repräsentativ ausgewählte Personen online befragt. „Besonders die junge Generation zeigt sich offen und unterstützt den gemeinsamen Kinderwunsch in schwulen und lesbischen Partnerschaften“, heißt es in der Umfrage. Insgesamt lehnten 28 Prozent ein entsprechendes Gesetz ab, 11 Prozent gaben an, dazu keine Meinung zu haben. (nam)






