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Tränengas-Anschlag auf CSD in Helsinki

Großer Protest in Finnland nach Attacke auf Gay Pride

Die Gay Pride Parade in Helsinki - noch fröhlich vor dem Anschlag. Foto: Helmi Korhonen

l-mag 17.7. – Eigentlich war der CSD (Gay Pride) in Helsinki 2010 eine fröhlich-ausgelassene Veranstaltung, die in diesem Jahr mehr als 5.000 Besucherinnen und Besucher, darunter viele Homo-Familien mit Kindern, anlockte. Um so größer der Schock, als in die Mitte des Umzuges Rauchbomben geworfen und Tränengas gesprüht wurde. Dutzende Teilnehmer und einige Zuschauer, unter ihnen
Kleinkinder, erlitten Augenreizungen und Atembeschwerden. Sie wurden
von Rettungskräften in umliegende Krankenhäuser gebracht. Drei junge
Männer konnten von der Polizei festgenommen werden, nach weiteren
Komplizen wird noch gefahndet.
Oberkommissar Kari Aaltio ist von einer sorgfältigen Planung des
Anschlags überzeugt. So hätten die Täter beispielsweise entsprechende
Gasbehälter an der Strecke des Umzugs auf einer belebten
Einkaufsstraße im Zentrum der Stadt deponiert. Weite Teile der
Öffentlichkeit, Politiker aller Parteien sowie zahllose Prominente
zeigten sich schockiert. Der Vorfall löste in dem nordischen Land eine
große Welle der Sympathie aus. „Ich hätte hier eine solche Tat nie für
möglich gehalten,“ sagt Anu Nurminen, Lehrerin in einer Kleinstadt
nahe Helsinki, L-MAG.
Die Festgenommenen müssen sich nun für Hassverbrechen verantworten,
die Staatsanwaltschaft hat inzwischen entsprechende Strafverfahren
eingeleitet.
Die finnische Lesben- und Schwulenorganisation SETA, Veranstalter des
Helsinki Gay Pride, hatte die Attacke scharf verurteilt und eine
gründliche Aufklärung gefordert. Die Welle der Betroffenheit scheint
aber auch einen positiven Effekt zu haben. Seit dem Anschlag sind
allein bei der Regionalgruppe in Helsinki rund 400 neue
Mitgliedsanträge eingegangen. „In den vergangenen Jahren hielt sich
unsere Mitgliederzahl stabil um die 1.150,“ so Pressesprecherin Kerttu
Tarjamo gegenüber L-MAG. „Die Täter haben im Prinzip genau das
Gegenteil erreicht. Der Anstieg unserer Mitglieder um über ein
Drittel, quasi über Nacht, ist überwältigend.“
Sonya Winterberg

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