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K-Word #377: Neues aus der Lesbenwelt

Megan Rapinoe & Sue Bird verlobt, Tamynique getrennt, Nicola Adams, Kristen Stewart, Janelle Monáe und Tessa Thompson, Musik von Tegan and Sara, Alicia Keys & Brandi Carlile und Tracy Chapman, „Alles was zählt“ und weitere TV- und Film-News.

Von Karin Schupp

6.11.2020 - US-Fußballstar Megan Rapinoe und US-Basketballstar Sue Bird haben seit März keinen Tag getrennt voneinander verbracht - und verlobten sich nach diesem erfolgreich überstandenen Härtetest! Die beiden lernten sich bei den Olympischen Spielen 2016 kennen und wurden kurz nach ihrer Rückkehr ein Paar. Bird, die beim amtierenden US-Meister (K-Word #373) spielt, gewann damals mit dem US-Basketballteam ihr viertes Olympia-Gold, 2017 outete sie sich (K-Word #209). Die zweifache Fußballweltmeisterin Rapinoe (OL Reign) gehörte zu den ersten Fußballprofis, die sich – 2012 war’s – als lesbisch outeten. Am 9. November erscheint ihre Autobiografie „One Life“ im Goldmann Verlag.

Rapinoe/ InstagramSue Bird (l.) und Megan Rapinoe

Beziehungs-Aus bei Tamynique: Vor vier Jahren gaben sie per Video bekannt, ein Paar zu sein (K-Word #171) – jetzt verkündeten sie ebenfalls in einem Video ihre Trennung: Topmodel Tamy Glauser und TV-Moderatorin Dominique Rinderknecht, das bekannteste Frauenpaar der Schweiz erklärten bei einem Gläschen Sekt auf Instagram, „dass wir als beste Freundinnen und nicht mehr als Paar durchs Leben gehen.“ Es sei jetzt ein „bitzeli andersch“, aber „wir sind privat und beruflich immer noch ein Team“: als DJ-Duo und in „verschiedenen anderen Projekten“ wollen sie uns erhalten bleiben. Erst im September hatten Dominique im Youtube-Kanal SRF Virus ausführlich ihre Kennenlern-Story erzählt (K-Word #371). Tamy postete schon vor zwei Wochen, dass sie ausgezogen ist.

Sie rettet die Ehre der lesbischen Kandidatinnen bei Promi-Tanzshows: In der zweiten Runde von Strictly Come Dancing, der britischen Mutter-Show von Let’s Dance, landete die zweifache Box-Olympiasiegerin Nicola Adams (K-Word #375) mit ihrer Profi-Tanzpartnerin Katya Jones auf Platz (mit zwei anderen Paaren).

Dass es nach der schwulen Datingshow Prince Charming (Staffel 2 zurzeit bei Vox und TVNOW) jetzt auch die bisexuelle Version Princess Charming geben soll (K-Word #375), stieß (wenig überraschend) auf Kritik, denn hier sollen Heteromänner, lesbische und bisexuelle Frauen um das Herz einer bisexuellen „Princess“ kämpfen - eine Sendung ganz ohne Männer ist offensichtlich nicht vorstellbar. Nichts gegen die Sichtbarmachung von Bisexuellen hat Jenny Luca Renner, die für den Lesben- und Schwulenverband LSVD im ZDF-Fernsehrat sitzt, aber: „Man hätte auch einfach 20 bisexuelle Frauen casten können“, sagte sie dem Berliner Kurier. Der Sender begründete das Konzept gegenüber der Boulevardzeitung damit, so „divers wie möglich sein“ zu wollen. Das fand selbst das sicherlich nicht kampflesbische Blatt lächerlich und wies darauf hin, dass sich viele „unterdrückte Gruppen (…) in Sachen Sichtbarkeit oder auch beim Werben um Fördergelder um Brotkrumen streiten müssen, die ihnen die Mehrheitsgesellschaft hinwirft, anstatt ein ganzes Stück vom Kuchen abzubekommen.“

Instagram... oder auch nicht

Jetzt als Video-on-Demand beim LGBT-Filmverleih Salzgeber (4,90 Euro): In Adam (USA 2019) verbringt der brave Teenager Adam (Nicholas Alexander) die Ferien bei seiner coolen, queeren Schwester Casey in New York und taucht dort in die queerfeministische Szene ein. Als er sich in Gillian (Bobbi Salvör Menuez) verliebt, hält die ihn für trans – ein Missverständnis, das Adam nicht rechtzeitig auflöst... Trans Schauspieler Leo Sheng (The L Word: Generation Q) spielt hier übrigens seine allererste Rolle als Caseys Mitbewohner. Der Film von trans Regisseur Rhys Ernst (Transparent) basiert auf dem Debütroman der lesbischen Comiczeichnerin und Ex-The L Word-Autorin Ariel Schrag, der in Teilen als transphob kritisiert wurde, was vor dem US-Starts zu Boykottaufrufen des Films führte. Als Adam in die Kinos kam, wurde allerdings klar, dass Schrag in ihrem Drehbuch viele umstrittene Punkte überarbeitet hat. 

Ab 11. November zeigt Syfy alle vier Staffeln der queeren Kultserie Wynonna Earp von Emily Andras (zuvor Showrunnerin von Lost Girl). In der Comicverfilmung voller Frauenpower, witzigen Sprüchen und skurrilen Fantasiewesen jagt Wynonna (Melanie Scrofano), die Urenkelin von Westernheld Wyatt Earp, Dämonen und wird dabei von ihrer Schwester Waverly (Dominique Provost-Chalkley, die sich im März als queer outete) unterstützt. Waverly kommt – das sei schon verraten – mit der lesbischen Polizistin Nicole Haught (Katherine Barrell) zusammen, die ab Staffel 2 festes Mitglied von Wynonnas Teams wird, später kommt noch eine schwule Hauptfigur dazu. Die ersten zwei Staffeln standen bereits bei Netflix (jetzt leider nicht mehr), Staffel 3 feiert am 9. Dezember Deutschland-Premiere, und im Januar folgt Staffel 4, die auch in den USA noch nicht komplett ausgestrahlt wurde. Syfy ist ein digitaler Pay-TV-Sender, der unter anderem via Sky, Magenta und Vodafone empfangbar ist.

Syfy/ Screenshot Den Pärchennamen #Wayhaught bekamen sie schon vor ihrem ersten Kuss: Waverly (Dominique Provost-Chalkley, l.) und Nicole (Katherine Barrell) in „Wynonna Earp“

Kostenlos: Bei Sixx läuft seit gestern Batwoman mit Ruby Rose als lesbischer Superheldin (Do, 20:15 Uhr), die ersten beiden Folgen könnt ihr euch auch auf der Sender-Webseite kostenlos ansehen.

Bei „Chiana“ in der RTL-Soap Alles was zählt kriselt es bald schon wieder: Seit ihrem öffentlichen Coming Out (K-Word #375) musste sich die Eiskunstläuferin Chiara mit einem übergriffigen homophoben Trainer und einem aufdringlichen Klatschreporter rumschlagen, und jetzt bekam sie auch noch für ihre Kür eine schlechte Bewertung - aus homophoben Gründen? All das belastet zunehmend ihre Beziehung mit Ina… (Mo-Fr, 19:05 Uhr).

Und dann auch noch der blöde Mindestabstand: Chiara (Alexandra Fonsatti, l.) und Ina (Franziska van der Heide) in „Alles was zählt“

„You're the only girl I've got on my list / I want your name, I know it's foolish / But I chase the feeling, ’cause you keep me dreaming / That I could make you mine“, singen Tegan & Sara in ihrem neuen Weihnachtssong „Make You Mine This Season“, den sie für die lesbische Liebeskomödie Happiest Season (K-Word #375) schrieben. Der Soundtrack des Films mit Kristen Stewart und Mackenzie Davis wurde komplett von LGBTQ-Musiker:innen wie Sia, Anne-Marie und Brandy Clark bestückt. Happiest Season startet am 25. November beim US-Streamingdienst Hulu, einen Termin für Deutschland gibt’s noch nicht.

Vor der US-Wahl am Dienstag (deren Sieger noch nicht feststeht) warfen sich auch viele Promis ins Zeug, um zur Stimmabgabe und – mehr oder weniger deutlich – zur Abwahl von Präsident Trump aufzurufen. So teilte Kristen Stewarts Lebensgefährtin Dylan Meyer auf Instagram ein seltenes Pärchen-Foto und schrieb dazu: „Auf eurem Wahlzettel stehen neben der Präsidentschaftschaft viele andere wichtige Themen, und eure Stimme macht wirklich den Unterschied.“ Kristen selbst (die in den sozialen Medien nicht öffentlich aktiv ist) hatte bereits im September auf dem Instagram-Account ihrer Freundin zur Registrierung für die Wahl aufgerufen (K-Word #371).

Alicia Keys (K-Word #326) und der lesbische Country-Star Brandi Carlile (K-Word #289) haben sich für ein Duett zusammengetan und stellten in der TV-Show Every Vote Counts: A Celebration of Democracy ihren Song „A Beautiful Noise“ vor. Geschrieben und produziert wurde die Ballade, die zu „Female Empowerment“ aufruft, von einem rein weiblichen Team, darunter auch den lesbischen Musikerinnen Linda Perry (K-Word #334) unddie oben bereits erwähnte Brandy Clark (K-Word #69).

Die pansexuelle Musikerin/ Schauspielerin Janelle Monáe (Homecoming, K-Word #249) und die bisexuelle Schauspielerin Tessa Thompson (Westworld, K-Word #257), die vielleicht-oder-vielleicht-auch-nicht mal ein Paar waren, auf jeden Fall aber eng befreundet sind, spielten auf Instagram Live „Wahrheit oder Pflicht für die Demokratie“. Janelle verrät, dass ihr Song „Dirty Computer“ auf persönlichen Erfahrungen basiert, legt einen Freestyle-Rap hin und beißt in eine rohe Zwiebel, während Tessa vor ihrem Haus wie eine Ziege meckern, ein peinliches Highschoolfoto von sich posten und Jeff Goldblum anrufen muss. Und: wie ihre Stripper-Namen lauten würden, erfahren wir auch.

Monáe/ InstagramJanelle Monáe (oben) und Tessa Thompson

Und am Vorabend der US-Wahl gab sich Tracy Chapman nach jahrelanger TV-Abstinenz die Ehre und performte ihren Superhit „Talkin‘ Bout a Revolution“ aus dem Jahr 1988. In einem knappen Statement schrieb die Singer-Songwriter-Ikone (die in den 90er Jahren mit der Die Farbe Lila-Autorin Alice Walker zusammen war): „Das ist die wichtigste Wahl unseres Lebens. Es ist zwingend, dass alle wählen, um unsere Demokratie wieder herzustellen.“

 

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