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K-Word #126: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Staffel 2 von "Transparent" steht online, "Carol" startet im Kino, Caster Semenya, Geraldine Chaplin als lesbische Sugarmama, Miss Austria & Miss Russia, Isabel Ment im Finale von "Voice of Germany", "Rote Rosen" und andere Lesben im Fernsehen.

Happy End für Ali (Gaby Hoffman, r.) und Syd (Carrie Brownstein) in "Transparent"? Das sähe dieser Beziehungskatastrophen-Serie aber gar nicht ähnlich... - Foto: Amazon Video

Von Karin Schupp

l-mag.de, 11.12.2015 - Seit heute steht bei Amazon Prime die zweite Staffel der Serie Transparent online und ist lesbischer denn je. Die zehn neuen Folgen der Dramedy um die Familie von Transfrau Maura (Jeffrey Tambor) beginnen mit Sarahs (Amy Landecker) und Tammys (Melora Hardin) Hochzeit, auch Sarahs Schwester Ali (Gaby Hoffman) erforscht ihre lesbische Seite, Maura hat Sex mit Anjelica Houston, die lesbischen Schauspielerinnen Cherry Jones (K-Word #125) und Tig Notaro spielen lesbische Rollen, und das Lesbenduo Indigo Girls ist ebenfalls dabei. Und Serienschöpferin Jill Soloway ist auch privat auf den Geschmack gekommen: Sie lebt inzwischen, wie ein Porträt in The New Yorker verrät, in Scheidung von ihrem Mann und ist mit der Dichterin Eileen Myles zusammen, auf deren Person Jones' Rolle basiert. Die Folgen gibt's zunächst nur in der Originalversion, die Synchronfassung folgt am 29. Januar. Aber einen deutschen Trailer gibt's schon: 

Wirbel um ein Foto: Am Wochenende machte ein Instagram-Bild die Runde, das zwei Miss Universe-Kandidatinnen, Vladislava Evtushenko (Miss Russia) und die russischstämmige Miss Austria Amina Dagi, bei einem braven Küsschen in Las Vegas zeigt. „Ein Protest gegen die Homophobie in Russland“, schrieb Kollegin Miss Mexiko etwa auf Facebook dazu und lobte die „tapferen Frauen, die für Gleichheit und Respekt kämpfen.“ Als das Bild jedoch noch am selben Tag von den Accounts der küssenden Missen gelöscht wurde, begann die Gerüchteküche zu brodeln: Druck aus der russischen Heimat? Von den Miss Universe-Bossen? Was läuft da wirklich zwischen den beiden? Und müssen wir uns jetzt etwa für die Miss Universe-Wahl am 20. Dez. in Las Vegas interessieren? Ich persönlich würde denn doch nicht so weit gehen...

Protest? Knisterne Leidenschaft? Pose? Miss Österreich (l.) küsst Miss Russland - Foto: Facebook/ Miss Mexico

Endlich: Am kommenden Donnerstag startet Carol im Kino, zuvor läuft er bereits in der L-Filmnacht. Die Liebesgeschichte zwischen der schüchternen Therese (Rooney Mara) und der eleganten Carol (Cate Blanchett) basiert auf dem Roman „Carol oder Salz und sein Preis“ von Patricia Highsmith, in dem die lesbische Autorin sich selbst als Therese verewigte. Der Film führt mit fünf Nominierungen zu Recht die Golden Globes-Hitliste an, die am Donnerstag verkündet wurde: Bester Film, beste Regie, bester Soundtrack, und beide Hauptdarstellerinnen wurden ebenfalls nominiert. Lest hier unsere Filmkritik und in der neuen L-MAG Interviews mit Rooney Mara und Regisseur Todd Haynes (ab 18. Dez. am Kiosk).

Hochzeit, Verlobung, Party - oder gar nichts? Die südafrikanische Mittelstreckenläuferin Caster Semenya soll ihre Freundin Violet Raseboya in einer traditionellen Zeremonie geheiratet - oder sich mit ihr verlobt - haben, sogar von einem Brautpreis ist die Rede, den Semenyas Eltern ausgehandelt haben sollen. Das berichteten Klatschblätter des Landes und veröffentlichten dazu Fotos der beiden in traditionellen Outfits. „Es gibt keine Hochzeit. Glaubt nicht den Gerüchten, die ihr lest“, dementierte die 24-Jährige umgehend. Sie konzentriere sich zurzeit auf Uni und Sport - „und sonst läuft da nichts.“ Das - angebliche - Paar wurde 2013 von einer Zeitschrift geoutet, was aber keine der beiden bisher bestätigte. Semenya machte Schlagzeilen, als sie bei der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin Gold im 800m-Lauf gewann und danach zu einem Geschlechtstest gezwungen wurde.

Caster Semenya, hier bei den Olympischen Spielen 2012, wo sie gerade Silber über 800 Meter holte - Foto: Jon Connell, CC-BY-NC

Anfang Oktober begann in der Hotel-Saga Rote Rosen (K-Word #116) ganz laaangsam die Liebesgeschichte zwischen der bis dato heterosexuellen Eliane (Samantha Viana) und der neu eingeführten Figur Isabelle (Charlotte Bohning), und inzwischen wurde - sogar schon zwei Mal - geküsst: bei den Proben für "Romeo und Julia" und - ich sagte ja: laaangsam! - einen Monat später bei der Premiere des Laientheaterstücks gleich noch mal. Und nächste Woche ist ES dann endlich soweit (was immer man davon im Ersten um 14:10 Uhr am Nachmittag zu sehen kriegt…) - oder wie es im Soap-Milieu heißt: "Der Anfang vom Ende".

"Romea, oh Romea...": Isabelle (Charlotte Bohning) und Eliane (Samantha Viana) in "Rote Rosen" - Foto: ARD/ Nicole Manthey

Kaum zu glauben, aber letzte Woche gab’s gleich zwei Lesbenpaare im Fernsehen! Der Münchener Tatort am Sonntag, „Einmal wirklich sterben“, hatte einen - für Kennerinnenblicke nicht ganz überraschenden - lesbischen Twist (hier in der Mediathek). Und das ZDF sammelte am Montag Pluspunkte mit Die Tote aus der Schlucht, weil der Film mit einem küssenden Frauenpaar (Rosalie Thomass und Lavinia Wilson) beginnt und die Hauptfigur einfach so lesbisch ist, ohne dass das etwas mit der Handlung zu tun hätte. Das krude Familiendrama, das sich da im Alpenkaff auftut, ist dann allerdings kein Juwel der TV-Film-Geschichte... (hier in der Mediathek).

Rosalie Thomass (r.) und Lavinia Wilson in "Die Tote in der Schlucht" - Foto: ZDF/ Arvid Uhlig

Isabel Ment, Voice of Germany-Kandidatin und - wie ich höre - Favoritin der lesbischen Fans, zog gestern ins Finale der Castingshow ein (17. Dez., 20:15 Uhr, ProSieben) - vielleicht gibt's da auch ein Duo mit Jess Glynne (K-Word #119), die ebenfalls auftreten wird. Und wenn sie nicht gewinnen sollte, dann “geht’s für mich ja trotzdem weiter, wenn nicht mit Plan A dann mit Plan B oder Plan C“, sagte die 20-Jährige, die in Berlin lebt. Ihre erste Single, "In Reverse", hat sie ja schon veröffentlicht:

Aktuell im Kino: In Sand Dollars verliebt sich eine ältere Französin (Geraldine Chaplin, K-Word #125) in der Dominikanischen Republik in die junge Noeli (Yanet Mojica), die mit ihrem Freund von den Zuwendungen der Urlauber lebt. „Welche Berührung, welche Emotion echt ist und welche gekauft – wer kann das wissen?“, schreibt unsere Schwesterzeitschrift Siegessäule und urteilt: „Ein Film, der das Thema Sextourismus auf denkbar unaufgeregte Weise aufgreift, nicht wertet und nichts künstlich zuspitzt.“

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