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K-Word #143: Neues aus der Lesbenwelt

Heute mit Ruby Rose, Kristen Stewart & SoKo, den TV-Serien "Die Chefin" und "Lost Girl", der Miriam-Meckel-Verfilmung "Brief an mein Leben", Fußball-News, 25 Jahre "Thelma & Louise" und mehr

Von Karin Schupp

l-mag.de, 15.4.2016 - Seit der 2. Staffel der ZDF-Krimiserie Die Chefin (Fr, 20:15 Uhr) lamentiere ich darüber, dass die lesbische Gerichtsmedizinerin Dr. Heike Steinbeck (Nicole Marischka) mehr und mehr in den Hintergrund rückte. Wenn aber heute Abend die neue Staffel startet, werde ich vermutlich seufzen: “So hab ich’s nicht gemeint!” In der heutigen Folge wird Steinbeck nämlich Opfer einer Vergewaltigung - und nicht nur das: In Verdacht gerät der Noch-Ehemann ihrer “heimlichen Geliebten” (ZDF-Infotext) Nicole (Kathrin von Steinburg). Tja, man muss wohl schon dankbar sein, wenn keine der beiden sterben muss – das ist in den USA ja gerade ein Trend für lesbische TV-Charaktere…

Kommissarin Vera Lanz (Katharina Böhm) hat Heike Steinbeck (Nicole Marischka, r.) bei sich aufgenommen - Foto: ZDF/ Michael Marhoffer

Dann lieber diesen TV-Film schon mal vormerken: Am 25. April zeigt das ZDF Brief an mein Leben nach dem Buch, das Anne Wills Lebensgefährtin Miriam Meckel über ihre Burnout-Erkrankung schrieb. Das Drehbuch lässt sich viele Freiheiten, aber die Hauptfigur (Marie Bäumer, Das Adlon), bleibt lesbisch und hat eine Lebensgefährtin (Christina Hecke, die letztes Jahr auch in dem ARD-Movie Vier kriegen ein Kind eine Lesbe spielte).

Marie Bäumer (l.) und Christina Hecke in "Brief an mein Leben" - Foto: ZDF/ Conny Klein

Früher war’s Angelina Jolie, für die auch Heten gerne das Ufer gewechselt hätten, heute ist es Ex-Model und Schauspielerin Ruby Rose (Orange is the New Black). Wenn’s doch nur so einfach wäre… “Wenn Leute mir sagen, dass ich sie lesbisch gemacht habe, lache ich nur, denn das geht ja nicht”, sagte Ruby der US-Zeitschrift Galore. “Das klingt, als hätte ich mitten in der Nacht etwas gegen ihren Willen gemacht, als wäre ich in ihr Hirn gekrochen, hätte den Homo-Knopf gedrückt, boshaft gelacht und sie ihrem Schicksal überlassen – plötzlich homo und allein in der Welt.” Andersrum klappt’s ja auch nicht: “Ich erkläre das immer so: Fand ich Channing Tatum in Magic Mike extrem scharf? Ja! Könnte ich wegen ihm hetero werden, ohne vorher den Wunsch gehabt zu haben, mit einem Mann zusammen zu sein? Die Antwort ist nein. Haha.” Die Australierin, die gerade vier Kinofilme hintereinander gedreht hat, geht im Sommer in ihrem Dritt-Job als DJ auf Europa-Tour, die Termine stehen demnächst hier.

Macht seit März auch Werbung für die Kosmetikmarke Urban Decay (Plakat im Hintergrund) - Foto: Instagram/ Ruby Rose

Läuft gut für Kristen Stewart und ihre Freundin SoKo: Sind sind nicht nur glücklich verliebt  (K-Word #141), sondern auch erfolgreich im Job. Beim Filmfestival in Cannes (ab 11. Mai) sind beide mit jeweils zwei Filmen vertreten: SoKo in einer lesbischen Rolle in La Danseuse und als junge Soldatin in Voir du Pays, Kristen in Woody Allens Café Society und in Personal Shopper, eine Mysterystory in der Modewelt von Paris. A propos Modewelt von Paris: Die frisch erblondete Teilzeitmuse von Karl Lagerfeld ist auch das neue Gesicht seines Chanel-Labels “Paris in Rome”, fotografiert vom Meister selbst. 

Kristen Stewart sei "perfekt für das Chanel-Image von heute", sagte Karl Lagerfeld über seine Muse - Foto: Chanel

Die US-Band PVRIS mit der lesbischen Sängerin Lynn Gunnulfsen  tourt gerade durch Europa: am 20. April spielen sie in Berlin, am 21. April in Köln und am 23. April in München. Im letzten Herbst wurde Gunnulfsen eine Affäre mit Kristen Stewart angehängt (K-Word #119) – dagegen spricht aber schon, dass sie sich in einem wichtigen Punkt nicht einig sind: Lynn möchte nämlich, anders als KStew, gerne ein offen lesbisches Vorbild sein: „Ich hatte nie jemanden, zu dem ich aufschauen und sagen konnte: ‘Oh, diese Person ist okay und gay’”, sagte sie der BBC. “Ich finde, dass das etwas ist, was man öffentlich sagen sollte.”

Jetzt neu: die fünfte und finale Staffel von Lost Girl. In der Mysteryserie aus Kanada sind fast alle weiblichen Hauptfiguren lesbisch oder bi – da verzeiht man auch, dass die Handlung mehr als verworren ist. Neueinsteigerinnen sollten sich daher nicht abschrecken lassen: Außer Hardcore-Fans blickt inzwischen niemand mehr durch, und wichtiger ist doch allemal, ob das Paar "Doccubus", Succubus Bo (Anna Silk) und die Ärztin Lauren (Zoie Palmer), endlich für immer zusammen kommt (zumindest solange Lauren lebt – Bo ist ja mit dem ewigen Leben, nun ja, gesegnet), und was aus Tamsin (Rachel Skarsten) wird, die heftig in Bo verliebt ist. Die 16 neuen Folgen gibt’s jetzt auf DVD, außerdem am 15./16. April beim Pay-TV-Sender AXN (jeweils 8 Folgen ab 20:15 Uhr) und danach bei diversen Online-Videotheken.

Fußball: Mit einem 2:0-Sieg gegen Kroatien löste das deutsche Frauen-Nationalteam am Dienstag vorzeitig das Ticket für die EM 2017 in den Niederlanden. Eine machbare Aufgabe sind auch die Gruppengegnerinnen bei den Olympischen Spielen, die am Donnerstag ausgelost wurden: In Rio geht's ab 3. Aug. gegen Asienmeister Australien, WM-Viertelfinalist Kanada und Newcomer Simbabwe.

Sehr bedauerlich: Nadine Keßler gab gestern ihr Karriere-Ende bekannt. Zu diesem Schritt entschloss sich die Welt- und Europafußballerin 2014 nach ihrer elften Knie-Operation. "Es macht einfach keinen Sinn mehr, ich will meinen Körper nicht mehr schinden", sagte sie dem Kicker. Die 28-Jährige wurde 2013 Europameisterin und gewann mit dem VfL Wolfsburg drei Deutsche Meisterschaften, zwei Mal den DFB-Pokal und drei Mal die Champions League. In der Zukunft würde sie gerne im Frauenfußball bleiben, "hundertprozentig sicher" ist sie sich aber noch nicht.

Mit dem VfL Wolfsburg gewann Nadine Keßler 2013 das Triple: Deutsche Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League - Foto: Screenshot tv.dfb.de

Zum 25. Geburtstag von Thelma & Louise setzten sich Susan Sarandon und Geena Davis für Harper’s Bazaar noch einmal in einen Thunderbird (nicht in den Thunderbird – der liegt, wie Sarandon verriet, immer noch am Fuße des Felsens, von dem die beiden Frauen am Ende stürzen). Der Film war ja nur einen Kuss entfernt vom Lesbenklassiker, und das sieht Sarandon genauso: “Der Film ist eine Liebesgeschichte zwischen Frauen. Er ist sehr romantisch”, erzählte sie im Rahmen des Photoshoots. Und wenn sie überlebt hätten? “Louise wäre vielleicht lesbisch geworden”, spekuliert sie über ihre Filmfigur. “Das wäre wunderbar. Vielleicht wäre sie weitergereist und hätte am Ende ein Airbnb aufgemacht.” An ein Happy End mit Thelma glaubt sie allerdings nicht: “Man kann nur hoffen, dass sie Brad Pitt [in einer seiner ersten Rollen] wiedergetroffen hat.”

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