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K-Word #149: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Lesbische Mütter in "Findet Nemo 2"? Wird Gillian Anderson der nächste James Bond? Wieder Single: Amber Heard, wieder eine weniger: Callie verlässt "Grey's Anatomy", "Orange is the New Black", TV-, Film- und DVD-Tipps.

Von Karin Schupp

l-mag.de, 27.5.2016 - Sind das etwa die ersten Lesben in einem Pixar-Film? Diese zwei Frauen, zwar nur für eine Sekunde im neuen US-Trailer von Findet Nemo 2 – Findet Dorie zu sehen (Min. 1:07; Ellen DeGeneres spricht übrigens den vergesslichen Doktorfisch)  und womöglich einfach nur befreundete Mütter ohne weitere Funktion im Film, bekamen in dieser Woche für Applaus im Internet. Man nimmt halt, was man kriegt: Immerhin wurde das Pixar-Mutterstudio Disney gerade dafür kritisiert, dass in seinen elf Filmen 2015 keine einzige LGBT-Rolle vorkam (wir berichteten). War das vielleicht ein Zeichen an die Fans, die fordern, Elsa in Die Eiskönigin 2 lesbisch werden zu lassen (K-Word #146)? Offiziell geäußert hat sich der Konzern noch nicht. Findet Dorie startet bei uns am 29. Sept.

Huch, Lesben in der Disney-Welt?! - Foto: Screenshot Trailer

Wer vor dem Start der vierten Staffel von Orange is the New Black (17. Juni auf Netflix) noch was nachzuholen hat oder in Erinnerungen schwelgen will: Am 2. Juni erscheint Staffel 3 auf DVD. Zu den Extras gehören ein Audiokommentar der Drehbuchautorin Lauren Morelli (die mit Poussey-Darstellerin Samira Wiley zusammen ist), eine Frage-und-Antwort-Runde mit dem Cast und ein Gag Reel. Und wem das noch nicht reicht: Wir haben von unserem Setbesuch in New York (Bericht im aktuellen L-MAG) zwei von Laura Prepon (Alex) und Lea DeLaria (Big Boo) signierte L-MAG-Cover mitgebracht, die wir hier verlosen.

Amber Heard ist wieder zu haben. Nach vier Jahren Beziehungen und 15 Monaten Ehe mit Johnny Depp hat die Schauspielerin (The Danish Girl, Magic Mike XXL) die Scheidung eingereiht. Amber, die ihren 30. Geburtstag im April in Palm Springs mit Freundinnen – aber ohne Johnny – feierte, outete sich 2010 bei einem LGBT-Event als bi. Damals war sie mit der Fotografin Tasya van Ree zusammen, später kurz mit dem französischen Model Marie de Villepin. Mit der queeren Fotograf_in io Tillett Wright (K-Word #111) ist sie gut befreundet, was im letzten Jahr für Affären-Gerüchte sorgte. Von einem Trennungsgrund in Form einer dritten (oder vierten) Person ist nichts bekannt.

Es wäre doch wirklich mal Zeit für einen weiblichen James Bond! Kaum hatte Daniel Craig letzte Woche seinen Ausstieg als 007 bekräftigt, diskutierte das Internet über seinen Nachfolger, und neben den üblichen männlichen #NextBond- Verdächtigen wurden auch Emily Blunt, Tilda Swinton, Angelina Jolie, Helen Mirren, Stana Katic (Castle) und Lena Headey (Games of Thrones) vorgeschlagen. Ganz oben auf der Liste aber steht Gillian Anderson, die auch direkt interessiert reagierte, uns aber am Montag auf Tumblr den Wind aus den Segeln nahm: "Wird das in der echten Welt passieren? Das ist mehr als unwahrscheinlich."

DVD-Tipp: Was am Ende zählt (2007) von Julia von Heinz (Ich bin dann mal weg) erzählt von einer Freundschaft und vorsichtigen Liebe zwischen zwei unterschiedlichen jungen Frauen: Carla (Paula Kalenberg) ist schwanger, hat kein Geld mehr und will doch eigentlich auf eine Modeschule in Lyon. Straßenmädchen Lucie (Marie-Luise Schramm), bei der sie unterkommt, bietet ihr an, das Baby unter ihrem Namen zu bekommen und ihr dann zu überlassen. Ihre Kleinfamilie nach der Geburt ist allerdings nicht von langer Dauer, da Lucies kleinkrimineller Bruder dazwischenfunkt… Der Film bekam unter anderem den Deutschen Filmpreis und den Spezialpreis beim Torino International Gay & Lesbian Film Festival.

Da war’s dann wohl für “Calzona”! Die Hoffnungen vieler Fans, dass das Ex-Traumpaar in Grey’s Anatomy wieder zusammenfindet, wurden letzte Woche jäh zerstört: Sara Ramirez, die seit Staffel 2 (2005) die bisexuelle Callie spielt und zurzeit mit Penny (Samantha Sloyan) zusammen ist, verkündete ihren Ausstieg nach der 12. Staffel (bei ProSieben gerade in Sommerpause). Hoffnungsvolle halten daran fest, dass sie ja am Ende der Serie (in zwanzig bis dreißig Jahren?!) in Arizonas Arme zurückkehren könnte – ihr unspektakulärer Abgang im Staffelfinale, das in den USA letzte Woche lief, stünde dem jedenfalls nicht entgegen. Aber wer will denn so lange warten? Freuen wir uns jetzt erst mal darauf, dass die lesbische Arizona (Jessica Capshaw, die ihre TV-Ex auf Twitter freundlich verabschiedete) endlich eine neue Liebe erleben darf!

 

TV-Tipps: Bei Sixx startet die zweite Staffel der witzig-überdrehten Telenovela-Satire Jane the Virgin (Do, 21:10 Uhr, ab 2. Juni). Wieder dabei: die lesbische Ärztin Luisa (Yara Martinez), ihre - ein Doppelleben führende - Ex-Loverin Rose (Bridget Regan) und ab Folge 4 die Mordkommissarin Susanna (Megan Ketch), auf die Luisa im Laufe der Staffel ein Auge wirft.

"Hat das Bild an deiner Wand eigentlich eine sexuelle Bedeutung?" - "Ähm... wie war noch mal die Frage?" - Susanna und Luisa in "Jane the Virgin" - Foto: Screenshot

Ebenfalls ab 2. Juni: Die zweite Staffel von Empire bei ProSieben Fun (Do, 22:25 Uhr). Die Hip Hop-Soap, 2015 der TV-Hit in den USA, enttäuschte in den neuen Folgen mit schwachen Stories und schwachen Charakteren. Die lesbische (oder doch eher bisexuelle) Milliardärin Mimi Whiteman (Marisa Tomei) etwa hätte das Zeug zur Top-Bösewichtin, bleibt aber flach, ihre Ehefrau ist wohl eher eine betrügerische Hete ist (und war schon mit zwei der männlichen Hauptfiguren zusammen!), und beide sind vor Staffelende schon wieder weg. Der bisexuelle Popstar Tiana (Serayah McNeill) kommt kaum mehr vor, und Newcomer-Rapperin Freda (Bre-Z) ist zwar ein Tomboy, bleibt aber asexuell. Kaum zu glauben, dass die Serie von einer Lesbe, der The L Word-Schöpferin Ilene Chaiken, produziert wird... Dabei ging's saftig los: In dieser Szene aus Folge 1 schubst Matriarchin Cookie (Taraji P. Henson) die Ex (Grace Gealey) ihres Ex-Manns  in Mimis Arme, um die potenzielle Investorin wohlgesonnen zu stimmen...

Und wer eine echte queere Serie sehen will: Unterstützt das Kölner Projekt Lezz-A-Faire über eine überwiegend lesbische Clique (wir berichteten)! Das Crowdfunding läuft noch bis zum 30. Mai. 

Die Queer Palm bei den Filmfestspielen in Cannes gewann Les Vies de Thérèse. Die französische Dokumentation porträtiert die lesbische Feministin und LGBT-Aktivistin Thérèse Clerc (1927-2016), die sich erst mit Anfang 40 radikalisierte und ihr bürgerliches Leben als Hausfrau, Ehefrau und Mutter verließ. Die Queer Palm ist – wie der Berlinale-Teddy – der LGBT-Preis des Festivals und wird von einer unabhängigen Jury vergeben.

Foto: Agat Films
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