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K-Word #166: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Sarah Paulson, Kate McKinnon und andere queere Emmy-Gewinnerinnen, GZSZ, Kerstin Ott, neuer Lesbenfilm mit Sarah Shahi und weitere lesbische DVD-Premieren, Angelina Jolie und Paralympics-Medaillen

Screenshot GZSZ: Da geht was...

Von Karin Schupp

l-mag.de, 22.9.2016 - Ein schöner Abend für die Sichtbarkeit von lesbischen und bisexuellen Frauen (heute ist übrigens Bi Visibility Day!) waren die Emmy Awards am Sonntag: Sarah Paulson (Carol) wurde für ihre Rolle in American Crime Story ausgezeichnet und beendete ihre Dankesrede mit: „Holland Taylor, ich liebe dich!“ Das blieb nicht unbeantwortet: Ihre Lebensgefährtin, die wegen Theaterproben in New York bleiben musste, twitterte eine Liebeserklärung nach der anderen gen Hollywood.

Als American Crime Story auch zur "Besten Miniserie" gekürt wurde, versuchte die Film- und TV-Produzentin Nina Jacobson (Die Tribute von Panem), noch schnell ihrer Frau Jen zu danken - die Regie schnitt aber lieber auf die Werbung um.

Kate McKinnon (Ghostbusters) bekam einen Emmy für Saturday Night Live und ist entweder single oder hat jetzt eine mürrische Freundin zu Hause sitzen: Sie dankte nämlich neben KollegInnen und Verwandten nur Ellen DeGeneres und Hillary Clinton, die sie beide in der Sketchcomedy-Show parodiert. Letztere schickt umgehend ihre Glückwünsche. Die (womöglich) künftige Präsidentin der USA als Fan zu haben, kann ja auch nicht schaden.

Die bisexuelle Produzentin Jill Soloway gewann - neben Hauptdarsteller Jeffrey Tambor – einen der begehrten TV-Preise für Transparent und stach nicht nur mit ihrem Anzug und Sneakers, sondern auch mit ihrem Ruf „Nieder mit dem Patriarchat!“ aus der Veranstaltung hervor. Die 3. Staffel der queeren Serie steht ab heute bei Amazon online, lest hier unsere Vorschau.

Mit dem Cast von Veep (siehe „Sommerfernsehen mit L-Faktor“), prämiert als beste Comedyserie, stand auch die lesbische Schauspielerin Clea DuVall auf der Bühne, und Tatiana Maslany bekam endlich einen Emmy für Orphan Black, wo sie schon elf verschiedene Klone spielte, darunter die lesbische Cosima und Transmann Tony.

Und wer diese Woche nicht in GZSZ reingeschaut hat: das hier habt ihr verpasst - siehe Foto ganz oben! Das Happy End für Anni (Linda Marlen Runge) und Rosa (Joana Schümer, K-Word #163) ist das aber noch lange nicht... Weiter geht's erst wieder am 6. Oktober.

Kerstin Ott („Die immer lacht“), gerade mit „Scheißmelodie“ in den Charts, hat für Oktober ihr erstes Album angekündigt, den Titel verrät sie aber noch nicht. Die Musikerin bleibt Deutschlands offenste Promi-Lesbe: „Der glücklichste Moment in meinem Leben war der, als ich meine Frau kennengelernt habe“, sagte sie der Webseite Schlager.de. „Und nach einem halben Jahr ‚Herumbaggern‘ habe ich es dann endlich geschafft, dass sie mich geküsst hat.“

Facebook Erfolgreich gebaggert: Kerstin Ott (l.) und ihre Frau

Ab heute auf DVD: In Guns for Hire (USA, 2015) von Donna Robinson und Katherine Brooks (Loving Annabelle) soll die einsame lesbische Auftragskillerin Beatle (Michele Hicks) eine lebensmüde (und mindestens bisexuelle) Milliardärstochter (Ever Carradine) auf deren Wunsch umbringen und gerät dabei selbst in Lebensgefahr. Das B-Movie im Billiglook hätte ein schönes Trash-Fest werden können, und gegen Sarah Shahi (The L Word, Person of Interest) als Stripperin, die wöchentliche Sex-Dates mit Beatle hat, hat ja nun wirklich niemand etwas. Aber leider verliert sich der Film in einer psychologisierenden Story und endet mit einer absolut enttäuschenden Wendung – lieber vorher auf “Stopp” drücken und noch mal die Sexszene mit Shahi anschauen!

Ebenfalls neu auf DVD: In dem deutschen Film Luma von Silvia Rietsdorff verlieben sich zwei verheiratete Frauen in einem kleinen Dorf ineinander. Raven’s Touch von Dreya Weber (bekannt aus dem Lesbenfilm The Gymnast) und Marina Rice Bader (deren letzter Film Ava’s Impossible Things erst im Juli erschien, hier unsere Kritik) erzählt eine „lesbische Lovestory über Verlust, Natur und Heilung“ (PR-Text) mit Dreyer und Tracie Dinwiddie (Elena Undone) in den Hauptrollen. Lest hier unsere Besprechungen der beiden Filme.

Pro-Fun Media Forbidden Love...: Melanie Isakowitz (u.) und Anja Ressmer in "Luma"

Auch Despite the Falling Snow (K-Word #94) des britischen Paars Shamim Sarif und Hanan Kattan (Die verborgene Welt) gibt’s jetzt auf DVD, bisher aber nur im englischen Original und als UK-Import.

Kaum war die Nachricht raus, dass sich Angelina Jolie und Brad Pitt scheiden lassen, kam auch schon Jolies Bisexualität auf den Tisch. Das Paar hätte deswegen von Anfang an Probleme gehabt, zitierte Radar Online eine anonyme „Quelle“. „Brad akzeptierte nie, dass ihre Bisexualität so einen Einfluss auf ihr Liebesleben haben würde.“ Die Webseite, die gerne mal Gerüchte in die Welt setzt, brachte auch flugs mal wieder Jenny Shimizu, Jolies Affäre in den 90er Jahren, ins Spiel – nur um dann abzuwiegeln, dass sie ja nur eine gute Freundin und zudem glücklich mit Michelle Harper verheiratet sei (K-Word #60)...

Screenshot Angelina Jolie (r.) und Jenny Shimizu als Loverinnen in "Foxfire" (1996) - und beide haben kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie damals auch privat eine Affäre hatten

Am letzten Sonntag gingen in Rio die Paralympics zu Ende, und zu den Medaillengewinnerinnen gehörten auch mindestens 14 offen lesbische/ bisexuelle Sportlerinnen, darunter das deutsch-amerikanische Ehepaar Mareike und Desiree Miller, das sich im Rollstuhlbasketball-Finale gegenüber stand (USA gewann), und Andrea Eskau (die ich auf meiner Liste in K-Word #164 sträflicherweise vergessen habe): Sie holte ihre viertes und fünftes Paralympics-Gold im Handbike.

Heute schließt die US-Webseite After Ellen, die uns vierzehn Jahre lang mit News aus der lesbischen Popkultur versorgte: Sie ist dem Eigentümer, einer großen Webseiten-Firma, nicht profitabel genug (hier berichten wir über die Hintergründe). Wie schade: Wieder ein (virtueller) Lesbenort weniger – ich kann dazu nur sagen: Unterstützt die lesbische Infrastruktur!

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