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K-Word #186: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Kate Moennig, Leisha Hailey, Evan Rachel Wood, Dakota Johnson, Kristen Stewart, Tennis: Outing einer Top 15-Spielerin, lesbische Berlinale-Filme, queeres Goldfrapp-Video, der Starttermin von Staffel 5 von "Orange is the New Black" - und mehr!

Von Karin Schupp

l-mag.de, 10.2.2017 - Nein, leider kein The L Word-Revival: Leisha Hailey und Kate Moennig trafen sich nur auf demselben Studiogelände: Kate dreht dort die neue Staffel von Ray Donovan, wo sie eine lesbische - und leider viel zu kleine - Rolle  spielt, und Leisha, deren Band Uh Huh Her sich ja gerade eine längere Auszeit nimmt (K-Word #178), gastiert in der Comedyserie Silicon Valley. Was die Fans aber wirklich aufgeregt werden lässt: Trägt Kate da etwa einen Ehering? Und wen könnte sie geheiratet haben? Im letzten Jahr hieß es, dass sie mit Ana Rezende von der brasilianischen Frauenband CSS zusammen sei, aber das ist bisher nur ein Gerücht.

Instagram Leisha Hailey, Kate Moennig und - ein Ehering an Kates Hand??? Ich bin sehschwach und kenne mich da nicht so aus...

Ist Fifty Shades of Grey-Star Dakota Johnson bisexuell? „Ich bin in einer Phase meines Lebens, in der ich von jungen Frauen fasziniert bin, die ihre Sexualität verstehen“, wird sie von deutschen Webseiten zitiert. „Können wir ganz ehrlich sein? Können wir sagen, dass ich diese Zeit nutze, um meine Bisexualität zu erkunden?“ Wer allerdings ihr Original-Interview in der US-Vogue liest, erkennt: Das hat sie anders gesagt - und klar ironisch gemeint: „Können wir das richtig saftig machen? Können wir sagen, dass ich diese Zeit nutze, meine Bisexualität zu erkunden? Oder dass ich mich nach meiner sexuell expliziten Film-Trilogie ganz dem Herrn verschrieben habe?“ Naaa? Der 27-Jährigen wurden 2016 - neben diversen Hetero-Affären - nichtsdestotrotz auch Techtelmechtel mit Cara Delevingne und Rita Ora (die in Fifty Shades mitspielt) nachgesagt (K-Word #172).

Universal Pictures Wenn's "Fifty Shades of Gay" hieße, würde ich reingehen... Dakota Johnson in Teil 2 der Hausfrauen-SM-Trilogie, seit 9.2. im Kino

Jetzt ist es offiziell: Die fünfte Staffel von Orange is the New Black steht ab 9. Juni online. Wie kürzlich schon bekannt wurde, spielen alle Folgen innerhalb von nur drei Tagen und schließen vermutlich direkt an die letzte Staffel der Netflix-Serie an, die mit einer Pistole in Dayas Hand endete.

Wer's verpasst hat: Kristen Stewart nahm am letzten Samstag in der Comedyshow Saturday Night Live nicht nur das erste Mal für sich das Wort „gay“ in den Mund („I’m soo gay, dude!“), sondern knutschte auch in einem Sketch mit einer Frau (hier unser Bericht mit den Clips). Und wer war natürlich mit in New York, wo die Show aufgezeichnet wird? Richtig: Ihre Freundin Stella Maxwell

Rosalind O'Connor/ NBC Millionen Frauen beneiden Comedian Vanessa Bayer, die in dieser Werbefilm-Parodie von Kristen Stewart verführt wurde...

Die Schauspielerin Saffron Burrows (Boston Legal) und ihre Frau Alison Balian, Autorin der The Ellen DeGeneres Show, wurden Ende Januar Eltern einer Tochter. Das Paar ist seit 2011 verheiratet und hat zusammen bereits einen Sohn (6). Burrows ist bisexuell und war zuvor unter anderem mit Fiona Shaw (Tante Petunia in Harry Potter) und dem ebenfalls bisexuellen Alan Cumming (The L Word, The Good Wife) liiert. Aktuell spielt sie in der Amazon-Serie Mozart in the Jungle (K-Word #129) eine Cellistin, die in Staffel 2 eine Loverin hat (in der aktuellen Staffel 3 allerdings nicht mehr).

Instagram Hochschwanger ging sie im November Hillary wählen: Saffron Burrows

Für die neue Single "Anymore" drehte das britische Elektro-Duo Goldfrapp auf Fuerteventura ihr bisher queerstes Video. Auch einige Songs auf ihrem neuen Album "Silver Eye" (erscheint am 31. Mrz.) haben einen LGBT-Bezug, erzählte Sängerin Alison Goldfrapp (im Clip in knallrotem Kleid), die mit der Filmemacherin Lisa Gunning zusammenlebt. So habe sie ein Trans*Kind zu "Become the One" inspiriert. Das ist nicht das erste Mal: Auch ihr Song "Annabel" auf ihrem Album "Tales of Us" (2013) erzählt von einem Transmädchen, "Clay" von der schwulen Liebe zwischen zwei Soldaten.

Die Beziehung zwischen Virginia Woolf und Vita Sackville-West, einem der berühmtesten Frauenpaare der Geschichte, wird mit Gemma Arterton (Prince of Persia) und Eva Green (Sin City 2) verfilmt. Und ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass das ein Kriterium für die Besetzung von zwei Schriftstellerinnen in den 20er Jahren war: Aber beide wurden als Bond-Girl bekannt, Arterton in Ein Quantum Trost und Green in Casino Royale.

Eva Rinaldi/ CC-BY-SA, Caroline Bonarde Ucci/ CC-BY In "Vita & Virginia" wahrscheinlich ein bisschen weniger aufgerüscht: Gemma Arterton (l., wird Vita Sackville-West spielen) und Eva Green (Virginia Woolf)

Dass es auch im Profitennis Lesben gibt, ist allseits bekannt – erst letzte Woche schrieb ich über das Coming Out von Schwedens Nr.1, Johanna Larsson (K-Word #185) – und Homophobie und Outing gibt es dort leider auch (noch): Die Russin Jekaterina Bytschkowa (höchste Platzierung in der Weltrangliste: 66), die seit kurzem für Eurosport arbeitet, sagte in einem Interview mit ihrem neuen Arbeitgeber, dass sie sich bei all den Lesben auf der WTA-Tour „ein wenig unwohl gefühlt“ habe: „Ich konnte mich nicht frei bewegen, weil sie mich die ganze Zeit beobachteten.“ Ja, schon klar. Drei Kolleginnen nannte sie beim Namen: Die Australierin Casey Dellacqua, eine der besten Doppelspielerinnen der Welt, die Ex-Top 15-Spielerin Lisa Raymond (USA) - beide seit Jahren offen lesbisch – und Carla Suárez Navarro, aktuell auf Platz 14 der Weltrangliste. Die Spanierin war bisher nicht out, soweit ich weiß – oder wissen die Tennis-Fans unter euch mehr?!

Twitter Gewann letztes Jahr in Birmingham gegen Angelique Kerber und Andrea Petkovic: Carla Suárez Navarro

Während der Berlinale, die gestern in Berlin begann, konkurrieren auch über 30 Filme um den LGBT-Filmpreis Teddy Award. Aber abgesehen davon, dass die lesbische Filmemacherin Monika Treut den Special Teddy bekommt (wir berichteten) und ihr Klassiker Die Jungfrauenmaschine gezeigt wird, ist die lesbische Ausbeute in diesem Jahr mal wieder arg dünn: Nur ein Spielfilm und drei Dokus sind erwähnenswert. The Misandrists des schwulen Undergroundfilmemachers Bruce LaBruce erzählt von einer lesbischen Terrorzelle, die hinter der Fassade eines ländlichen Internats Pornos dreht und die queer-feministische Revolution plant. Die in Brandenburg gedrehte Satire entstand mit Hilfe von Crowdfunding (wir berichteten). 

Salzgeber The Misandrists

Chavela von Catherine Gund und Daresha Kyi ist eine Hommage an die lesbische, mexikanische Sängerin Chavela Vargas (1919-2012), die unter anderem eine Geliebte von Frida Kahlo war. US-Regisseurin Andrea Weiss geht in Bones of Contention der Unterdrückung von Lesben und Schwulen während des Franco-Regimes in Spanien – der schwule Dichter Federico García Lorca gehörte zu den Todesopfern – und der bis heute fehlenden Aufarbeitung nach. Und in der taiwanesischen Doku Ri Chang Dui Hua (Small Talk) versucht die Filmemacherin Hui-chen Huang mehr über ihre Mutter, eine sehr schweigsame Butch mit zahlreichen (Ex-)Loverinnen, zu erfahren und ihre verkorkste Mutter-Tochter-Beziehung aufzuarbeiten. Alle queeren Berlinale-Filme: Hier auf unserer Schwesterseite Siegessäule.

Small Talk Productions "Small Talk" - oder im Falle der Mutter von Filmemacherin Hui-chen Huang am liebsten "No Talk"...

Evan Rachel Wood, die gerade für ihre Serie Westworld (Sky) gefeiert wird (K-Word #182), bekam am Dienstag den Visibility Award der "Human Rights Campaign". Damit zeichnete der LGBT-Verband ihr Engagement für die Sichtbarkeit von Bisexuellen aus. „Sichtbarkeit schafft Hoffnung“, sagte die 29-Jährige in ihrer Dankesrede und erzählte, dass sie als Teenager ihre Gefühle nicht einordnen konnte, weil ihr die Vorbilder fehlten. Das änderte sich erst, als sie eine Schauspielerin zum ersten Mal das Wort „bisexuell“ sagen hörte: „Durch das Wort fühlte ich mich nicht ausgegrenzt. Ich fühlte mich dadurch weniger verrückt. Ich fühlte mich dadurch weniger allein.“ Wood, die sich 2011 als bi outete, hat mit ihrem Ex-Mann Jamie Bell einen Sohn und ist seit kurzem mit Zach Villa verlobt, mit dem sie letztes Jahr die Band Rebel and a Basketcase gründete. Ihre einzige öffentlich bekannte Frauenaffäre hatte sie 2014 mit Kate Moennig (K-Word #68).

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