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K-Word #189: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Lena Odenthals lesbischer "Tatort"-Kuss, Soko, Jodie Foster, Kristen Stewart, Maren Kroymann, Debbie Harry ist nicht mehr bi, der lesbische TV-Serienhit "Wynonna Earp", Ariana Grande lässt Frauen knutschen, Lesben bei Award Shows - und mehr!

Von Karin Schupp

l-mag.de, 3.3.2017 - Der improvisierte SWR-Tatort am letzten Sonntag (K-Word #188) war - für Tatort-Verhältnisse! - ein Quoten-Flop, schenkte uns aber den ersten lesbischen TV-Kuss von Ulrike Folkerts  (Korrektur: K-Word-Leserin Jasmin wies uns sehr richtig darauf hin, dass sie bereits 2001 in der Folge "Fette Krieger" eine Frau küsste!): Lena Odenthal wurde von der lesbischen Tochter der Toten geküsst . Wie’s dazu kam, erzählte Darstellerin Petra Mott in Bild: „Dieser Kuss war eigentlich gar nicht geplant. Als die Szene kam, in der sich die Kommissarin von den einzelnen verabschiedet, habe ich sie einfach geküsst. Das war wirklich ganz spontan. Ulrike Folkerts war auch völlig überrascht.“ (Anschauen: ARD-Mediathek)

Screenshot Alles improvisiert: Ulrike Folkerts (r.) als Black Queen und Petra Mott im "Tatort"

Nach Meryl Streep (K-Word #187), nahm sich nun mit Jodie Foster eine weitere zweifache Oscar-Gewinnerin den US-Präsidenten zur Brust. „Ich gehöre nicht zu denen, die sich wohl fühlen, ihr Gesicht für politische Zwecke einzusetzen“, rief sie am letzten Freitag bei einer Kundgebung gegen die Trump-Politik in Hollywood. „Aber in diesem Jahr ist alles anders. Es ist Zeit, sich zu zeigen!“ Die Schauspielerin und Regisseurin, die mit Alexandra Hedison (K-Word #178) verheiratet ist, hat sich – auch wenn man das ihrer feurigen Rede nicht anhört - zuvor noch nie öffentlich politisch geäußert.

Durch die peinliche Umschlagverwechslung bei der Oscar-Verleihung ging die Sensation ein wenig unter: Mit Moonlight bekam zum ersten Mal eine Produktion mit einer homosexuellen Hauptfigur (und einem schwarzen Cast!) den Oscar als „Bester Film“ – das war zuvor weder Carol (2015), Philadelphia (1993) noch Brokeback Mountain (2005) oder Milk (2008) gelungen (erstere beiden waren in dieser Kategorie nicht mal nominiert). Das Drama über einen schwulen Schwarzen aus einem armen Viertel in Miami läuft bei uns am 9. März an. Der einzige lesbische Moment der Award Show: Kate McKinnon (Ghostbusters) übergab die Oscars für Make-up und Kostümdesign.

Screenshot Kate McKinnon (mit Jason Bateman), Star der TV-Comedyshow "Saturday Night Live", wird schon als Moderatorin der Oscars 2018 gehandelt. Die erste Lesbe in diesem Job wäre sie aber nicht: Das war Ellen DeGeneres (2014)!

Einziger lesbischer Moment bei den Césars, der französischen Oscar-Verleihung, am 24. Feb.: Céline Sciamma wurde für das Drehbuch des Animationsfilms Mein Leben als Zucchini (seit 16. Feb. im Kino) ausgezeichnet. Die Regisseurin/ Autorin, die mit Adèle Haenel (Die Blumen von gestern, K-Word #181) zusammen ist, drehte die queeren Filme Water Lilies und Tomboy und schrieb auch das Drehbuch für André Téchinés schwulen Coming Out-Film Mit Siebzehn  (Kino-Start: 16. März).

Screenshot Céline Sciamma bei den Césars 2017

Soko, Lily-Rose Depp und Mélanie Thierry, die bei den Césars ebenso wie Regisseurin Stéphanie Di Giusto für Die Tänzerin nominiert waren, gingen leer aus. Das - leider arg enthomosexualiserte Biopic - über die Tanz-Pionierin Loïe Fuller erscheint am 9. März auf DVD (unsere Filmkritik)

Soko, die im August von Los Angeles nach New York zog, um dort ihr drittes Album aufzunehmen, veröffentlichte jetzt ihren ersten neuen Song: “Sweet Sound of Ignorance”. Das Video, das die kreative Französin mit ihrem alten Sony Camcorder drehte, zeigt sie als “Emo Rainbow Goth Girl“, wie sie in einem “Liebesbrief an all die seltsamen, kreativen Kids da draußen” schreibt.

Sokos Ex Kristen Stewart ließ sich für die US-Zeitschrift V Magazine oben ohne fotografieren (aber nur von hinten…) und von Kollegin Chloe Sevigny interviewen.

Debbie Harry ist wieder hetero: „Meine bisexuellen Tage sind vorbei“, sagte die 71-Jährige. „Ich habe eine große Zuneigung zu meinen Freundinnen, aber ich glaube, dass bei mir vielleicht früher die Hormone eine etwas größere Rolle spielten, und unsere Hormone verändern sich.“ Hmm, ich glaube ja nicht, das der Stoffwechsel etwas damit zu tun hat… Die Sängerin von Blondie, die im Mai ihr elftes Studioalbum veröffentlichen, erwähnte 2014, dass sie bi sei, aber überwiegend Hetero-Beziehungen gehabt habe. In L-MAG (K-Word #50) stellte sie damals wenig später klar: „Das habe ich doch schon vor vielen Jahren gesagt. Eigentlich wollte ich damit sagen, dass niemand Angst haben sollte, zu lieben, wen man will.“

Dena Flows, CC-BY-NC-ND Debbie Harry - wurde sie durch Hormone bisexuell?

Jetzt (und nur) bei Netflix: Wynonna Earp - der lesbische Serien-Hit 2016 aus Kanada! In diesem Mix aus modernem Western und Horrorserie schickt Lost Girl-Produzentin Emily Andras die coole Urenkelin von Westernheld Wyatt Earp, Wynonna (Melanie Scrofano, im GIF am Tresen stehend), auf Dämonenjagd. Und die lesbische Polizistin Nicole Haught (Katherine Barrell) lässt das Herz von Wynonnas schlauer Schwester Waverly (Dominique Provost-Chalkley) höher schlagen. Die Lovestory von #wayhaught (ihr Pärchenname lässt sich auch als "way hot" = sehr heiß verstehen...), die sich schon in ihrer ersten Szene in Folge 2 andeutet, ist zwar nur ein Nebenstrang, enttäuscht aber ganz und gar nicht! Die Dreharbeiten für Staffel 2 laufen bereits.

#Wayhaught sind an diesem Wochenende auch bei ClexaCon in Las Vegas, einer Fan-Convention mit Schauspielerinnen, die lesbische Rollen spielen oder lesbisch sind (oder beides!). Darunter auch: Sarah Shahi und Amy Acker von Person of Interest (K-Word #188), Elizabeth Keener (Dawn Denbo in The L Word), die Lost Girl-Stars Zoie Palmer und Rachel Skarsten (Serien mit L-Faktor) und Fringe-Star Jasika Nicole (K-Word #13).

Am 9. März im Ersten (Do, 23:30 Uhr): Die neue Sketch-Comedy Kroymann von und mit Maren Kroymann - einem unserer lesbischen Vorbilder (siehe L-MAG-Ausgabe Jan/ Feb. 2017!). Wir wünschen ihr so viel Erfolg, dass es nicht bei dieser einmaligen Sendung bleibt!

Radio Bremen Maren Kroymann mit Annette Frier in "Kroymann"

In der dritten 3. Staffel von How to Get Away with Murder (RTL Crime, ab 6. Mrz., 20:15 Uhr) mit Oscar-Gewinnerin Viola Davis als knallharte, bisexuelle Anwältin Annalise Keating ist der L-Faktor leider nur mäßig: Famke Janssen, die ihre Ex und Dauer-Flirt Eve spielt, taucht nur in Folge 4 auf (sie ist inzwischen bei einer anderen Serie unter Vertrag), und Annalises unvermittelter Kuss mit ihrer Assistentin Bonnie (Liza Weil) in Folge 9 bleibt danach unerwähnt und folgenlos.

Ariana Grande lässt Lesben knutschen: Das Video zu ihrem neuen Song „Everyday“ zeigt Paare, die sich an den unmöglichsten Stellen nicht beherrschen können, darunter auch zwei Frauen im Waschsalon (Min. 1’00'' - 1'40''!):

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