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K-Word #207: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Nilla Fischer und ihre Frau erwarten Nachwuchs, Barbara Hendricks, "The L Word"-Star Laurel Holloman, Helene Hegemann, Jay-Z und seine lesbische Mutter, wen besingt St. Vincent in ihrem neuen Song? Cara Delevingne will nicht "gay" sein - und mehr!

Von Karin Schupp

l-mag.de, 7.7.2017 - Fußballstar Nilla Fischer (VfL Wolfsburg) und ihre Frau Mika werden im Herbst Mütter. Das verriet sie dem schwedischen SportExpressen und erzählte, wie schwer ihr Weg zur Elternschaft war: Nach vier Inseminationen und vier IVF-Behandlungen, die mit zwei Fehlgeburten endeten, nahm das Paar die Sache – wie auch immer - selbst in die Hand und hatte Erfolg: Mika ist schwanger. „Fragen Sie mich nicht, wie es möglich ist, aber es fühlt sich absolut erstaunlich an“, sagte Nilla. Bei der EM in den Niederlanden (ab 16. Juli) tritt die 151-fache Nationalspielerin für Schweden an, danach bleibt sie dem VfL Wolfsburg erhalten, für den sie seit März mit einer Regenbogenkapitänsbinde antritt (wir berichteten).

Instagram/ Fischer Nilla Fischer (l.) und Mika, seit Dezember 2013 verheiratet, ab Herbst zu dritt

Noch vor einem Jahr hatte Model/ Schauspielerin Cara Delevingne nichts gegen das Label „lesbisch“ bzw. „gay“: „Wenn mich die Leute als gay bezeichnen wollen, ist das wunderbar“, sagte sie der britischen Vogue (K-Word #159). Das nahm sie jetzt aber wieder zurück. In einem Interview mit ihrer Model-Freundin Adwoa Aboah für Glamour sagte sie: „Kaum hatte ich über meine flexible Sexualität gesprochen, sagten die Leute: ‚Du bist also gay.‘ Und ich so: ‚Nein, bin ich nicht.‘ (…) Ich will nicht in eine Schublade gesteckt werden. Stell dir mal vor, ich würde einen Mann heiraten. Die Leute würden (…) sagen: ‚Sie hat uns belogen.‘“ Seit sich Cara im letzten Spätsommer von ihrer Freundin St. Vincent trennte (oder die sich von ihr), hörte man weder etwas von einem Lover noch einer Loverin. Am 20. Juli startet die Comicverfilmung Valerian – Die Stadt der tausend Planeten von Luc Besson, in der sie neben Dane DeHaan die weibliche Hauptrolle spielt.

Und über wen schrieb wohl St. Vincent ihren neuen Song „New York“? Darin heißt es: „New York isn’t New York without you, love / (…) Where you’re the only motherfucker in the city who can handle me.“ Dass es um ihre Trennung von Cara Delevingne wegen ihrer Affäre mit Kristen Stewart (K-Word #168) gehen könnte, liegt vor allem bei diesen Zeilen nahe: „New love wasn’t true love / (...) So if I trade our ’hood for some Hollywood / (…) Where you’re the only motherfucker in the city who’d forgive me.“ Gegen diese schöne Theorie spricht allerdings die Tatsache, dass die Musikerin den Song bereits im Juni 2016, also vor ihrer Trennung, live performte... St. Vincent gibt übrigens am 26. Oktober in Berlin ihr einziges Konzert in Deutschland.

Nicht viel von Schubladen hält auch Autorin und Regisseurin Helene Hegemann, deren Film Axolotl Overkill  seit Ende Juni im Kino läuft (K-Word #205). “Ich bin glücklicherweise, seit ich vierzehn Jahre alt war, in einem Umfeld aufgewachsen, in dem es keine Rolle spielte, in wen man sich verliebt. Wirklich nie. In dem man sich nie als irgendwas bezeichnen musste“, sagte sie der Berliner Zeitung. „Das könnte der Grund dafür sein, dass ich nie die Notwendigkeit verspürt habe, mich einer Szene zugehörig zu fühlen. Was nicht bedeutet, dass man sich davon distanziert.“ Anders sieht sie das bei Axolotl Overkill, den die Interviewerin nicht als „wirklichen Lesbenfilm“ bezeichnete: „Vielleicht ist er das doch. Natürlich hat die Protagonistin auch etwas mit Männern. Aber ihr Love Interest ist eine Frau. Warum soll man dann nicht sagen, dass es ein Lesbenfilm ist? Warum sagt man so etwas nicht? Weil es den Film irgendwie stigmatisiert.“

Helene Hegemann (vorne) mit ihrer damaligen Freundin, der Journalistin Andrea Hanna Hünniger, als EMMA-Cover-Girls ("Da wird man im Übrigen nicht vorher gefragt, ob man das will") im Juli 2015

Seit der Ehe-Öffnung vor einer Woche (wir berichteten) wurde noch keine Promi-Hochzeit bekannt, aber Umweltministerin Barbara Hendricks hat schon mal angekündigt, ihre Frau, mit der sie seit 2010 verpartnert ist (nicht seit 17 Jahren, wie der DW-Tweet fälschlicherweise schreibt), zu heiraten: „Davon gehe ich aus“, sagte sie am letzten Freitag bei einer Veranstaltung am Brandenburger Tor, „Ich muss sie erst noch fragen, aber um ehrlich zu sein: Sie hat mir gesagt: ‚Letztes Mal habe ich dir den Antrag gemacht, diesmal bist du dran.‘ Also, ich glaube, ich kriege da ‚Ja‘, wenn ich frage.“

Die US-Schauspielerin Natalie Morales hat sich als queer geoutet. Auf der Smart Girls-Webseite ihres Parks and Recreation-Ko-Stars Amy Poehler schrieb sie: „Queer bedeutet für mich einfach, dass ich nicht hetero bin. Das ist alles.“ Heutzutage sei so ein Coming Out zwar „keine große Sache“ mehr, aber: „Für Leute wie mich sieht es immer noch ziemlich schlecht aus. In Tschetschenien gibt es schwule Konzentrationslager, in denen Menschen genau in dieser Sekunde gefoltert werden. Und in unserem eigenen Land wurden 49 Menschen getötet und 58 Menschen verletzt, nur weil sie in einem LGBT-Club tanzen waren.“ Die 32-Jährige mit kubanischen Wurzeln war zuletzt in der Drew Barrymore-Serie Santa Clarita Diet zu sehen.

NBC/ Ben Cohen Natalie Morales als Toms (Aziz Ansari) Verlobte Lucy in "Parks and Recreation"

„Ich glaube, Tina und Bette sind glücklich verheiratet! Ich bin Romantikerin", spekulierte Laurel Holloman, Tina in The L Word, im britischen Lesbenmagazin DIVA über den aktuellen Beziehungsstatus des L Word-Paars und verriet ihre Lieblingsfolgen: Der (nie ausgestrahlte) erste Pilot der Lesbenserie - „Ich hatte einfach das Gefühl, dass etwas Magisches passierte“ - und die Episode, in der sie nackt und schwanger auf dem Bett lag: „Der Fuß meiner Tochter ist in dieser Szene zu sehen, und sie kam am nächsten Tag zur Welt. Das war surreal.“ Heute ist Laurel lieber als Malerin unterwegs: „Das gefällt mir besser, als an einem Filmset zu sein“. Ob sie sich dennoch zu einem The L Word-Relaunch überreden lassen würde (K-Word #204)? Laurels Bilder sind aktuell in der Londoner Bankside Gallery zu sehen (bis 16. Juli).

Facebook/ Holloman

Rapper Jay-Z singt in seinem neuen Song „Smile“ über seine lesbische Mutter - „Momma had 4 kids but she’s a lesbian/ Had to pretend so long that she’s a thesbian/ Had to hide in the closet, so she medicate. Society shame and the pain was too much to take/ Cried tears of joy when you fell in love/ Don’t matter to me if it’s a him or her“ - und lässt Gloria Carter am Ende des Tracks mit einem Spoken Word-Outro selbst zu Wort kommen. Geoutet hat Mr. Beyoncé seine Mutter damit allerdings – anders als überall zu lesen ist – nicht. Dass sie lesbisch und mit der New Yorker Pädagogin Dania Diaz zusammen ist, ist schon lange bekannt. Beide arbeiten zusmmen in der Shawn Carter Foundation, die Mutter und Sohn 2003 gründeten.

Neu auf Netflix: In Gypsy, produziert von der 50 Shades of Grey-Regisseurin Sam Taylor-Johnson, verliebt sich Naomi Watts (Mulholland Drive) als Jean, eine New Yorker Psychotherapeutin, Ehefrau und Mutter, in die Musikerin Sidney (Sophie Cookson) und ignoriert dabei unprofessionellerweise, dass es sich dabei um die Verflossene eines ihrer Patienten handelt. Interessanter Nebenplot: Jeans kleine Tochter Dolly (Maren Heary) identifiziert sich weder als Junge noch als Mädchen. Die Hetero-TV-Kritiker urteilten zum Teil vernichtend – das lesbische Publikum ist angesichts des sexy Paars milder gestimmt…

Der philippinische Popstar Charice, bekannt aus der TV-Serie Glee, hatte sein Coming Out als trans. 2013 hatte sich der heute 25-Jährige, der sich den Namen Jake Zyrus gab, als lesbisch geoutet (K-Word #25), noch 2014 sagte er in einem Interview mit Oprah Winfrey: „Meine Seele ist männlich, aber ich werde nicht dieses Stadium durchmachen, in dem ich alles ändere. Ich werde meine Haare schneiden und Jungsklamotten tragen und so, aber das ist alles.“ In einem Video-Interview erzählt Jake mehr über seine Transition.

Screenshots: Glee, Inquirer.net Jake Zyrus spielte in "Glee", damals noch als Charice Pempengco, die Austauschschülerin Sunshine (l.) und war 2010 der erste asiatische Popstar, dessen Album in den Top 10 der US-Charts landete
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