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K-Word #220: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Tegan and Sara, Leisha Hailey, Evan Rachel Wood, Ulrike Folkerts, Bettina Böttinger, Cara Delevingne, ZDF-Serie "Zarah" kommt zur Sache (Foto), Kristen Stewart als "Charlies Engel"? Wird "Wonder Woman" bisexuell - und mehr!

Von Karin Schupp

6.10.2017 - Die unterhaltsame Serie Zarah – Wilde Jahre über eine feministische Journalistin in den 70er Jahren (wir berichteten online und im aktuellen Heft) wird ja vom ZDF sehr lieblos versendet – wegen mäßiger Einschaltquoten wurde sie zu ZDFneo geschoben (Do, 21 Uhr) und läuft im Hauptsender nur noch nachts, aber zum Glück gibt’s ja die Mediathek. In der gestrigen Folge 4 landeten Zarah (Claudia Eisinger) und Volontärin Jenny (Svenja Jung) endlich im Bett, was deren Vater, der zugleich Zarahs Boss ist, gar nicht gefallen wird... Wie's ausgeht, könnt ihr euch auch gleich anschauen: Die beiden letzten Folgen der Staffel stehen auch schon online.

ZDF/Screenshot Zarah (Claudia Eisinger) und Jenny (Svenja Jung, vorne) - so eine Szene hätte dem ZDF auch mal gut zu Gesicht gestanden, lief dann aber doch nur auf ZDFneo

Da hatten die homophoben Proteste im Vorfeld keinen Erfolg (K-Word #219): In der Halbzeitpause des australischen Rugby League Finales in Sydney wurden Macklemore und Mary Lambert für ihren Pro-Homo-Song „Same Love“ bejubelt, den der Rapper mit einem Ruf nach „Gleichheit für alle“ beendete. „Der Abend war ein Traum“, schwärmte die lesbische Sängerin anschließend auf Instagram und richtete ihre Worte an alle „Mitglieder der LGBTQIA-Familie in Australien, die diskriminiert und bedroht werden oder sich alleine fühlen in dieser bizarren und erschreckenden Verbreitung von Hass dieser ‚Vote No‘-Kampagne, der sich als ‚traditionelle Werte‘ verkleidet: Ich sehe euch. Ich liebe euch. Bleibt stark.“ Down Under läuft gerade eine Volksbefragung zur Ehe-Öffnung, mit der sich eine lautstarke Minderheit nicht abfinden möchte (wir berichteten).

Tegan and Sara hoffen auf eine Zukunft, in der die Geschlechterrollen nicht mehr so festgemeißelt sind und die Menschen nicht automatisch davon ausgehen, „dass alle hetero sind, weil sie es nicht sein werden.“ Dieser Hoffnung könnt ihr euch anschließen, indem ihre ihre „The future is fluid“-Kollektion beim Tomboy-Modelabel Wildfang kauft und damit Gutes tut: Der Erlös geht zu 100% an die Tegan and Sara-Foundation, die sich für LGBTQ Mädchen und Frauen einsetzt (K-Word #183). Und die kanadischen Zwillinge sammeln noch weiter: Auch die Einnahmen aus dem Album „The Con X: Covers“ (erscheint am 20. Okt.), auf dem unter anderem Cyndi Lauper, Ryan Adams und CHVRCHES die Songs ihres ersten Mainstream-Erfolgs „The Con“ (2007) covern, kommen komplett ihrer Stiftung zu.

Wildfang Alles fließt: Tegan and Sara

A propos Kleidung und Gender: Evan Rachel Wood (die auch schon für Wildfang modelte, K-Word #89) will bei Preisverleihungen nur noch Anzüge tragen. „Das hört sich sehr trivial an, aber es hat Wellen geschlagen“, sagte sie am Montag bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Gender und fließende Sexualität in der Popkultur“ in Boston. „Eine Frau, die Hosen trägt, ist immer noch ein großes Ding, was bedeutet, dass wir es weiterhin tun müssen. Ich habe nichts gegen Kleider, sondern ich sage: ‚Lasst den Leuten die Wahl.‘“ Die bisexuelle Schauspielerin, die kürzlich ihre Verlobung mit dem Schauspieler Zach Villa löste, war für ihre Rolle in Westworld unter anderem für den Golden Globe und den Emmy nominiert. Gerade dreht sie die zweite Staffel, die im Frühjahr 2018 laufen soll.

We made it. #emmys2017

Ein Beitrag geteilt von Evan Rachel Wood (@evanrachelwood) am

Bettina Böttinger  sprach mit der Kölnischen Rundschau darüber, wie sie ihre Lebenskrise bewältigte, in die sie nach den Tod dreier ihr nahestehenden Menschen geriet. Heute begrüßt sie in ihrem Kölner Treff (WDR, 22:00 Uhr) Talkshow-Dauergäste wie Maite Kelly und Eckart von Hirschhausen.

Beim "Screamfest Horror Film Festival" in Hollywood feiert am nächsten Donnerstag der neue Film von The L Word-Star Leisha Hailey (K-Word #219), Premiere. In Dead Ant, einem fröhlichen B-Movie-Schocker, trifft eine abgehalfterte Glam Metal-Band auf dem Weg zu einem Open Air-Festival auf riesige Killer-Ameisen. Einen deutschen Kinostart-Termin gibt es noch nicht.

Ulrike Folkerts mal ganz anders: In dem Theaterstück „Für immer schön“ von Noah Haidle spielt sie bis Ende November eine unermüdliche Kosmetik-Vertreterin, die allmählich ihre Kräfte einbüßt, aber partout nicht aufgeben will. „Ich zeige eine komische und eine harte Seite sowie eine dramatische und eine abgefuckte Seite“, sagte die Tatort-Kommissarin der Volksstimme. Der „groteske Abgesang auf den amerikanischen Way of Life“ (Pressetect) wird morgen am Mannheimer Nationaltheater uraufgeführt und läuft dort bis Ende November.

Nationaltheater Mannheim/ Hans Jörg Michel Mal auf der anderen Seite des Verbrechens? Ulrike Folkerts mit Celina Rongen in "Für immer schön"

Kristen Stewart und Oscar-Gewinnerin Lupita Nyong’o (12 Years a Slave) sind für die nächste Inkarnation von Drei Engel für Charlie im Gespräch. Die drei Detektivinnen, deren Auftraggeber Charlie nie in Erscheinung tritt, waren schon als TV-Serie (1976-1981, s. GIF) ein Junglesben-Traum und entzückten die nächste Generation in zwei Remakes (2000, 2003) mit Cameron Diaz, Drew Barrymore und Lucy Liu - die heute offenbar als zu alt für den Job gelten. Und wenn schon Reboot, dann aber bitte mit einem lesbischen Engel!

Neu in den Buchhandlungen: „Mirror, Mirror: Wen siehst du“, der erste Roman von Cara Delevingne, die wir bisher nur als Supermodel, Schauspielerin und zuletzt auch Sängerin (in ihrem Film Valerian und auf der neuen Platte ihrer Ex St. Vincent, K-Word #214) kennen. In dem Buch, das zeitgleich auf Englisch und Deutsch erschien, kreisen vier Teenager um Themen wie Identität, Sexualität und Depression. Auch wenn Cara den Roman nicht (ganz) selbst geschrieben hat, schöpfte sie aus eigenen Erfahrungen: Sie sei mit 15 depressiv gewesen, erzählte sie in The Edit, ihre Mutter war – wie die Mutter einer ihrer Roman-Figuren – Alkoholikerin, und irgendwie queer ist es wohl auch (wir haben's aber auch noch nicht gelesen!). Im Interview verriet die Britin auch, dass seit über einem Jahr Single ist: „Ich habe mich zu sehr auf die Liebe verlassen. Zu sehr darauf, dass mich andere glücklich machen, und ich musste lernen, aus mir selbst heraus glücklich zu sein.“ In ihrem neuen Film Life in a Year (Kinostart: 2018) wird sie als Jaden Smiths todkranke Freundin zu sehen sein.

In Hawaii heiratete die 91-jährige Prinzessin und Multimillionärin Abigail Kawananakoa ihre Lebensgefährtin Veronica Gail Worth, mit der sie seit 21 Jahren zusammen ist.

In den Comics ist Wonder Woman bisexuell – warum also nicht auch im Film? Eine Petition auf Change.org fordert nun vom Studio Warner Bros., dass die Amazonen-Prinzessin mit Superkräften in der Forstsetzung des Sommer-Blockbusters Wonder Woman (für Ende 2019 geplant) sein darf, „wer sie ist, was sie schon immer war (unabhängig von ihrem aktuellen Love Interest)“.

Warner Bros. Gal Gadot in "Wonder Woman"
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