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K-Word #230: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Salma Hayek wurde von Harvey Weinstein zu einer lesbischen Sexszene genötigt, Joan Jett in Blondie-Video, Ruby Rose singt, der erste "Sense8"-Clip ist da, Comedian Tahnee, Fußballstar Casey Stoney, lesbische Golden Globes-Nominierungen - und mehr!

Screenshot Diese schöne Szene hinterlässt jetzt einen bitteren Nachgeschmack: Salma Hayek (l.) und Ashley Judd in "Frida"

Von Karin Schupp

15.12.2017 - Jetzt hat uns der eklige Harvey Weinstein auch noch Frida versaut! Salma Hayek, Oscar-nominierte Hauptdarstellerin und Produzentin des Films (2002) über die bisexuelle, mexikanische Malerin Frida Kahlo, enthüllte jetzt Verstörendes von den Dreharbeiten. In einem Artikel für die New York Times schildert sie, wie sie von dem Filmmogul, den sie als Financier an Bord geholt hatte, sexuell bedrängt wurde und wie er die Produktion behinderte, weil sie ihn abwies. Schließlich habe sie den Film nur zu Ende drehen dürfen, weil sie einer lesbischen Sexszene mit Ashley Judd zustimmte. “Er hatte dauernd mehr Haut, mehr Sex gefordert”, schreibt sie, schon zuvor wollte er den Tanz mit Judd (siehe Clip) in eine Liebesszene münden lassen - und ließ sich dann auf einen Kuss runterhandeln. Derart unter Druck gesetzt, habe sie an diesem Tag nur weinen und sich übergeben müssen und den Dreh dieser „sinnloser Szene“ nur mit Beruhigungsmitteln durchgestanden, schreibt Hayek. „Nicht, weil ich mit einer anderen Frau nackt sein würde. Sondern weil ich mit ihr nackt für Harvey Weinstein sein würde.“ Weinstein, dem über 50 Frauen sexuelle Belästigung und Vergewaltigung vorwerfen, hat bisher alle Anschuldigungen – auch diese – dementiert oder die Geschehnisse als „einvernehmlich“ bezeichnet.

“Unsere Familie ist komplett”, textete der englische Fußballstar Casey Stoney (Liverpool L.F.C.) am Dienstag: Ihre Lebensgefährtin Megan Harris brachte eine kleine Tochter zur Welt. Die beiden sind bereits Eltern der Zwillinge Tilly und Teddy (3). Die Verteidigerin, seit 2000 im Nationalteam und zeitweise auch Kapitänin, outete sich Anfang 2014 als “schon ziemlich mein ganzes Leben lang lesbisch” und gehörte im Sommer zu den 11 offen lesbischen Spielerinnen der Fußball-EM (wir berichteten).

Ein neuer Clip zum Finale von Sense8 wirft einen ersten Blick hinter die Kulissen. Neflix hatte die aufwändige queere Serie der Trans*Schwestern Lana und Lilly Wachowski (Matrix, Bound) zunächst nach zwei Staffeln gecancelt (K-Word #206), nach Fanprotesten aber ein 2-stündiges Special angekündigt, das die Geschichte zu Ende erzählen wird. Der Film soll 2018 online gestellt werden. 

“Es war das Beste, das ich hätte tun können”, sagt Comedian Tahnee, unser aktuelles Covergirl, über ihr lesbisches Coming Out auf der Bühne (und bei TV Total, wo sie’s Anfang 2014 einem Millionenpublikum erzählte). “Es war nervig, immer nur von Beziehungen von Freundinnen und Freunden zu erzählen und nie diesen persönlichen Schritt zu machen – zu sagen, wie es bei mir ist.” Im L-MAG-Interview spricht die Kölnerin über ihre lesbischen Fans, ihre Erfahrungen als L-Beach-Moderatorin 2017, Frauen in der Comedy – und Kurzhaarschnitte. Die neue L-MAG gibt’s ab heute zu kaufen (Kiosksuche) und ist auch auf diesen Wegen erhältlich.

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Ab 21. Dezember im Kino: In Pitch Perfect 3 bekommen die Barden Bellas Konkurrenz von einer Band mit Ruby Rose, die (wie im Clip zu sehen) durchaus singen kann. Lesbischer wird’s wohl auch diesmal nicht - zumindest deutet nichts darauf hin, dass Quotenlesbe Cynthia-Rose (Ester Dean) endlich mal stärker in den Vordergrund rückt, und auch aus der von lesbischen Fans erhoffte Romanze zwischen Beca (Anna Kendrick) und Chloe (Brittany Snow) wird nichts. „Ich würde sagen, sie lieben sich heimlich“, wiegelte Kendrick vor Beginn der Dreharbeiten ab. „Wir haben darüber gewitzelt, dass wir im dritten Film eine leidenschaftliche Liebesszene haben. Nur schade halt, dass wir jugendfrei sein müssen.“

Die Golden Globes-Nominierungen sind da, und Emma Stone kann für ihre Rolle als lesbischer Tennisstar Billie Jean King in Battle of the Sexes (wir berichteten) auf den begehrten Preis hoffen. Weitere lesbische Rollen oder Schauspielerinnen sind leider nicht nominiert, aber vier Serien mit lesbischen Nebenfiguren stehen auf der Liste: The Handmaid’s Tale (K-Word #219, bei Videoload), Top of the Lake: China Girl (K-Word #229, aktuell bei Arte), die neue Amazon-Serie The Marvelous Mrs. Maisel, Master of None (K-Word #218, Netflix) und die Comedyserie Black-ish (bei div. Streamingdiensten). Die Verleihung findet am 7. Januar statt, und wie gestern bekannt wurde, sollen viele Schauspielerinnen planen, aus Protest gegen sexuelle Belästigung in der Branche schwarz gekleidet zu kommen. 

Twentieth Century Fox Das ist doch auch so ein Klischee, dass Lesben keinen Sex haben, sondern sich nur gegenseitig die Haare machen...: Emma Stone (r.) und ihre Filmloverin Andrea Riseborough in "Battle of the Sexes"

Taschentuchalarm! Das Melodram Millionen Momente voller Glück, jetzt auf DVD (Pro-Fun), erzählt von Soap-Star Lainey (Crystal Chappell), die sich mit ihrer Partnerin Eva (Jessica Leccia) in ein Strandhaus zurückzieht, um dort das Leben zu genießen – und dann feststellt, dass sie an Alzheimer erkrankt ist. Die Hauptdarstellerinnen, privat beide mit Männern verheiratet, spielen hier zum vierten Mal ein Paar: Nachdem ihre Lovestory in der US-Soap Springfield Story lesbischen Kultstatus erlangt hatte, machten sie nach ihrem Ausstieg 2009 aus ihrem Erfolg ein Geschäftsmodell und drehten für unsere Zielgruppe bereits die Webserie Venice the Series  (5 Staffeln) und The Grove (Pilotfilm für eine Serie).

Wenn heute die neue Staffel der ZDF-Krankenhausserie Bettys Diagnose startet (Fr, 19:25 Uhr), schauen wir gespannt darauf, wie die Geschichte mit Ärztin Mira (Lore Richter) weitergeht. Im Frühjahr hatte sie nämlich Schwester Lizzy (Theresa Underberg) ihre Liebe gestanden und sie geküsst, was prompt ihre Freundschaft zerstörte. Ob es zur Versöhnung kommt? In der ersten Folge scheint Mira jedenfalls nur in Zusammenhang mit einer dubiosen Patientenstory aufzutauchen.

ZDF/ Willi Weber Waren beste Freundinnen, bis Lizzy (r.) nicht mit damit klar kam, dass Mira (l.) sich in sie verliebt hatte

In Blondies neuem Video „Doom or Destiny“ über das politische Klima und die Endzeitstimmung in den USA spielt neben Debbie Harry (K-Word #189) niemand Geringeres als Joan Jett mit. Die - halboffen lesbische - Rock-Ikone, die mit The Runaways in den Siebzigern berühmt wurde (die Geschichte der Frauenband wurde 2010 mit Kristen Stewart als Jett verfilmt), steht auch im Mittelpunkt der Dokumentation Bad Reputation, die beim Sundance Film Festival im Januar Weltpremiere feiern wird.

Und wieso eigentlich nur EINE Kerstin Ott? Tatsächlich hat der lesbische Schlagerstar (K-Word #205) ein Double: Kathleen Oppat trägt nicht nur dieselben Initialen (und ist ebenfalls verpartnert) – ihre Ähnlichkeit bestätigte ihr „Die immer lacht“-Sängerin bei einer Begegnung sogar höchstpersönlich. Wie man hört, trat Kathleen schon vor größerem Publikum auf, bisher aber nur aus Spaß an der Freude. Vielleicht fällt ihr aber auch mal ein eigener Hit ein – eine zweite Butch könnten die Charts ruhig noch vertragen!

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