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K-Word #234: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Bestseller-Autorin Elizabeth Gilbert verliert ihre Frau an Krebs, Gillian Anderson und Kate McKinnon, Sarah Paulson, Bella Thorne, die Golden Globes, zwei lesbische Musikvideos, TV-Tipp und mehr

Von Karin Schupp

12.1.2018 - Traurig: Wie die US-Schriftstellerin Elizabeth Gilbert (deren Bestseller “Eat, Pray, Love” 2010 mit Julia Roberts verfilmt wurde) bekannt gab, starb am 4. Januar ihre Frau Rayya Elias. Die syrischstämmige Musikerin und Filmemacherin, die seit Jahren an Krebs litt, wurde 57 Jahre alt. “Ich liebte dich so sehr, Rayya”, schrieb Gilbert auf Facebook. “Sie war meine Liebe, mein Herz, meine beste Freundin, meine Lehrerin, meine Rebellin, mein Engel, meine Beschützerin (…). Ich würde ja sagen, dass du in Frieden ruhen sollst, aber ich weiß, dass du Frieden immer langweilig fandest. Ruhe also in Aufregung.” Gilbert und Elias waren schon fünfzehn Jahre lang enge Freundinnen, als sie sich 2016 ineinander verliebten und Gilbert für sie ihren Mann verließ (K-Word #164); im Juni 2017 heirateten sie (K-Word #203).

Gilbert/ Facebook Rayya Elias (1960-2018, l.) und Elizabeth Gilbert

Eine tragische Nachricht auch von dem belgischen Künstlerinnenpaar Fleur Pierets (43) und Julian P. Boom (40), das seit September einmal um die Welt reisen wollte, um in jedem Land, in dem das möglich ist, zu heiraten (wir berichteten). “Meine schöne Frau, die Liebe meines Lebens, stribt”, schrieb Pierets Mitte Dezember auf Facebook: Boom habe nur noch drei Monate zu leben, nachdem mehrere Tumore bei ihr gefunden wurden. Letzte Woche ergänzte Pierets, dass Boom inzwischen ihr Gedächtnis verloren habe und sich nicht mehr bewegen könne. „Das Einzige, was wir tun können, ist zu warten und es ihr so angenehm wie möglich zu machen.“ Noch am 9. Dez., ihrem Kennenlerntag, hatte sie ihrer Frau eine Liebeserklärung gemacht und sich auf „50 weitere Jahre“ gefreut. Das Paar ist seit sieben Jahren zusammen und seit 2012 verheiratet. In Paris, wo sie jetzt gestrandet sind, hatten sie gerade ihre vierte Hochzeit gefeiert.

Pierets/ Facebook Julian P. Boom (r.) und Fleur Pierets

Gillian Anderson wurde in den 90er Jahren durch Akte X zum Lesbenschwarm – und dass auch Kate McKinnon (K-Word #218) ihr verfallen war, hat die lesbische Schauspielerin (Ghostbusters) schon in einigen Interviews erzählt. Und jetzt ist es auch bei Anderson angekommen: In der Late Late Show verriet sie, dass sie, als sie am Abend vor gemeinsamen Dreharbeiten McKinnon googelte und ein Video fand, in dem sie ihr eine Liebeserklärung machte und sie dringlich bat, sie anzurufen, sobald sie ihre Haare wieder rot gefärbt habe (diesen Clip von 2008 meinte sie). Die Dreharbeiten – für The Spy Who Dumped Me ab (Kinostart: 30. Aug.) – liefen wohl gut: Sie erwidere ihre Liebe, schrieb Anderson am Mittwoch zurück. Einen Wallfahrtsort für die bisexuelle 49-Jährige (K-Word #145) gibt’s jetzt übrigens auch: Am Montag bekam sie einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Ab heute bei Amazon Video: Die neue Science Fiction-Serie Philip K. Dick's Electric Dreams, die in jeder Folge eine abgeschlossene Geschichte erzählt. Für uns interessant: In Folge 1 („Das wahre Leben“) spielt die bisexuelle Schauspielerin Anna Paquin (True Blood) die traumatisierte Polizistin Sarah mit „einer großartigen Frau, die dauernd Sex haben will“ (O-Ton Sarah), die feststellt, dass sie mit einem genialen Tech-Milliardär (Terrence Howard) telepathisch verbunden ist, der – wie sie - gefährliche Mörder jagt und - in seiner Realität - ebenfalls mit Katie (Rachelle Lefevre, Under the Dome, Twilight) verheiratet war („seine“ Katie wurde allerdings ermordet ). Produzentin der Reihe ist übrigens Dicks lesbische Tochter Isa Hackett, die im Oktober öffentlich machte, vom Chef der Amazon Studios sexuell belästigt worden zu sein, der daraufhin von seinem Job zurücktrat.

Amazon Prime Video Sind das diese elektrischen Träume? Anna Paquin, Rachelle Lefevre und Jacob Vargas (v.r.n.l.) in "Philip K. Dick's Electric Dreams"

Im Zuge der #timesup-Initiative (K-Word #233) hat Ex-Disney-Star Bella Thorne (Shake It Up! – Tanzen ist alles) öffentlich gemacht, dass sie als Kind sexuell missbraucht wurde. “Ich wurde, solange ich mich erinnern kann, sexuell und körperlich missbraucht” , schrieb sie Anfang der Woche auf Instagram. Erst mit 14 hatte sie “endlich den Mut, nachts meine Tür abzuschließen. (…) Aber einige von uns haben nicht das Glück, lebend zu entkommen. Bitte setzt euch für jede Seele ein, die misshandelt wird.” Die 20-Jährige outete sich 2016 als bisexuell (K-Word #162) und sagte im letzten Jahr, dass sie zwar schon “Sachen mit Mädchen gemacht” und für Kristen Stewart und Demi Lovato schwärme, aber noch nie eine Frauenbeziehung gehabt habe. "Ich weiß nie, ob ein Mädchen nur mit mit befreundet sein will oder ob sie mit mir zusammen sein oder nur mehr Social Media-Follower haben will", sagte sie in einem Interview.

Thorne/ InstagramErreicht mit ihren 17 Millonen Instragram-Abonnent_innen eine ganze andere Zielgruppe als die älteren Stars: Bella Thorne

Frauen trugen Schwarz, Männer bekamen (nach wie vor) die Preise – so lassen sich die Golden Globes am letzten Sonntag in Hollywood zusammenfassen. Und während keiner der Männer auf der Bühne etwas zur #MeToo-Debatte sagte (nur hier und da trugen sie einen "Time’s Up"-Anstecker am Revers), nutzten alle Frauen ihre wertvolle Redezeit, um gegen sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz zu protestieren und gleiche Bezahlung für Frauen in Hollywood und anderswo einzufordern. Und einige von ihnen - Michelle Williams, Emma Watson, Susan Sarandon, Meryl Streep, Laura Dern, Shailene Woodley, Amy Poehler und Emma Stone - brachten statt eines Dates eine Frauenaktivistin mit und überließen ihr auf dem Roten Teppich das Mikrofon. Stone, die für ihre lesbische Rolle in Battle of the Sexes nominiert war und mit Tennisikone und LGBT-Aktivistin Billie Jean King kam, ging bei der Verleihung leider leer aus.

Die bisexuelle Schauspielerin Sarah Paulson (Carol, American Horror Story) sträubt sich ein wenig gegen das öffentliche Interesse an ihrer Beziehung mit Holland Taylor (Two and a Half Men), die 32 Jahre älter als sie ist. “Ich will nicht darüber definiert werden, mit wem ich mein Bett, mein Zuhause und meine Seele teile. Meine Lebensentscheidungen waren unkonventionell, und das ist meine Sache. Aber ich will verantwortungsbewusst und wahrhaftig leben, ohne mich zu verstecken”, sagte die Golden Globe- und Emmy-Gewinnerin (43) in Town & Country. “Unsere Beziehung zeigt ein gewisses Ausmaß an Hoffnung und Risiko. Vielleicht ermutigt sie andere dazu, mutige Entscheidungen zu treffen. Was soll ich dazu sagen? Wir lieben uns.”

Paulson/ Instagram Auch Sarah Paulson unterstützt "Time's Up"

Hayley Kiyoko, lesbischer Ex-Disney-Kinderstar, erzählt in ihren Musikvideos konsequent lesbische Stories, so auch in der ersten Single ihres Debütalbums „Expectations“ (das Ende März erscheint). In „Curious“ geht es „um Selbstachtung und darum zu wissen, wann man gehen sollte, wenn jemand, der einem etwas bedeutet, Spielchen spielt“, erklärte die 26-Jährige: Sie begegnet auf einer Party einer Ex, die mit einem neuen Lover aufkreuzt, und landet dann doch mit ihr knutschend auf dem Clo…

Und noch ein lesbisches Video: Der schwule Sänger und Schauspieler Jussie Smollett zeigt im Clip zu seinem neuen Song “Freedom” ein glückliches Frauenpaar, gespielt von Tika Sumpter und Cynthia Erivo. “Es geht um Liebe”, erklärte Smollett, der in der Serie Empire (ProSieben) eine schwule Hauptrolle spielt. "Ich wollte zwei Menschen zeigen, die Alltagsdinge tun, die jedes Paar tut. Liebe ist Freiheit. Freiheit ist Liebe.”

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