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K-Word #25: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: von Foster bis Wambach - ein Rückblick auf 25 Promi-Coming Outs 2013! Und für die Vorfreude auf nächste Woche: fünf TV-Serien-Tipps!

Von Karin Schupp

l-mag.de, 3.1. - 2013 war das Jahr des Promi-Coming Outs: nie zuvor haben sich so viele Frauen geoutet – vier Mal so viele wie 2012! – und damit bewiesen, dass das Coming Out seinen Schrecken verliert, wenn es genügend andere auch tun!

Und das ging bis zum letzten Tag des Jahres so: seit dieser Woche wissen wir durch einen Nebensatz in der Rheinischen Post, dass die neue Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) unsere erste offen lesbische Bundesministerin ist (l-mag.de berichtete), und die Diskuswerferin Nadine Müller heiratete an Silvester ihre Lebensgefährtin Sabine und erklärte in der Welt: „Das bisherige Versteckspiel war vor allem von meiner Seite ein Selbstschutz. Jetzt sollen auch die Presse und meine Fans erfahren, wen ich liebe.“ Die Vize-Weltmeisterin (2011) und Olympia- und EM-Zweite (2012) und ihre Frau sind seit drei Jahren ein Paar, als nächstes stehen Kinder auf dem Plan: „Wir sind auch schon dabei, das in Angriff zu nehmen, also auf der Suche nach passenden Samenspendern.“

Und hiermit erkläre ich euch zu Frau und Frau und Hummer! - Nadine Müller (rechts) und Braut Sabine - Bild: Facebook N. Müller

Das Jahr hat ja auch schon gut mit zwei - wenn auch wenig überraschenden - Paukenschlägen begonnen: Jodie Foster, deren verquaste Coming Out-Rede (hier nachzulesen) bei den Golden Globes nur deswegen funktionierte, weil alle ja längst wussten, worüber sie eigentlich lieber nicht reden wollte, und Ex-Fußballweltmeisterin Steffi Jones, die beim Ball des Sports erstmals öffentlich mit ihrer Freundin (und mittlerweile Verlobten, s. K#20) Nicole Parma auftrat.

Jodie Foster (links, Bild: quicheisinsane, CC-BY-NC-ND), Steffi Jones (Bild: Heinrich Böll-Stiftung, CC-BY-SA)

Im Sport gab’s besonders viele L-Bekenntnisse, unter anderem ausgelöst durch die Olympischen Winterspiele 2014 im homophoben Russland, die damit also doch zu etwas gut zu sein scheinen: im Wintersport outeten sich die kanadische Eisschnellläuferin und Olympiateilnehmerin Anastasia Bucsis (s. K#8), die australische Snowboarderin Belle Brockhoff (s. K#7), die noch um die Qualifikation für Sotschi bangen muss, und die Ex-Eis-hockeyspielerin Caitlin Cahow (Silber 2010 in Vancouver), die zu den offiziellen US-Vertretern in Sotschi gehören wird (s. l-mag.de).

Im Tennis sprach die Australierin Casey Dellacqua, derzeit auf Platz 15 der Doppel-Weltrangliste, in einem Interview über Frau und Kind (s. K#7). Abby Wambach, die Kapitänin des US-Fußballnationalteams, wählte wie Nadine Müller ein Coming Out per Hochzeit (s. K#13): sie heiratete im Oktober ihre Teamkollegin Sarah Huffman, die bereits im Sommer aus dem Schrank purzelte und gerne niedliche Pärchen-Fotos tweetet.

Sarah Huffman (links) und Abby Wambach - Bild: Twitter/ S. Huffman

Im US-Basketball outeten sich Sharnee Zoll-Norman (Chicago Sky) in der lesbisch-schwulen Zeitschrift Windy City Times, Laysha Clarendon (Indiana Fever), die sich für die Kampagne Br{ache the Silence gegen Homophobie im Frauensport engagiert, und Brittney Griner (Phoenix Mercury), der begehrteste Rookie 2013, in der Zeitschrift Sports Illustrated. Hier ein Interview von Griner mit der Sport- (und Frühstücksfernsehens-)Moderatorin Robin Roberts, die sich letzte Woche ebenfalls - per Facebook - outete:

Auch in Film und Fernsehen ist die Liste länger geworden: Michelle Rodriguez (Avatar, Machete Kills) öffnete endlich die Schranktür und outete sich (zumindest) als bi (k#12), auch Ex-Kinderstar Raven-Symoné (Bill Cosby Show) bestätigte die langjährigen L-Gerüchte (k#4), und die zweifache Golden Globe-Nominierte Maria Bello schrieb in einem New York Times-Essay über ihre Lebensgefährtin Clare Munn und ihre Identifikation als „was auch immer“ (k#21). In Deutschland sagte Let’s Dance-Kandidatin Manuela Wisbeck (Böse Mädchen, Schlussmacher) in BILD: „Meine Freundin ist die Liebe meines Lebens. Aber ich sehe mich nicht als Lesbe, weil ich sie als Menschen liebe und nicht als Geschlecht.“ Und in der italienischen Vanity Fair zeigten sich im Dezember die Schauspielerinnen Rosalinda Celentano (Tochter der Schlagerstars Adriano Celentano und Claudia Mori) und Simona Borrioni erstmals offen als Paar, sprachen im Fernsehen über ihr Sexualleben und kündigten ihre Hochzeit an. 

Rosalinda Celentano (rechts) und Simona Borrioni - Bild: Screenshot www.youtube.com/watch

In der Popmusik gab's mit Ex-Spice Girl Melanie Brown (s. K#11) und The Voice of Germany-Finalistin Sharron Levy (s. K#15) zwei Bi-Coming Outs. Die US-Singer-Songwriterin Mary Lambert nutzte den gemeinsamen Song „Same Love“ mit Macklemore & Ryan Lewis für ihr lesbisches Coming Out und gewann mit der Homo-Hymne einen MTV-Video-Award (s. K#7). Per Instagram outete sich  Daniela Mercury, einer der größten Popstars Brasiliens. Die langjährige Aids-Aktivistin, die zwei erwachsene Kinder aus einer lange geschiedenen Hetero-Ehe hat, heiratete im Oktober die Journalistin Malu Verçosa.

Und auf den Philippinen machte Teenie-Star Charice mit ihrem lesbischen Coming Out Schlagzeilen. Die 21-Jährige ist auch in USA bekannt und spielte – damals noch im Girlie-Style - in der TV-Serie Glee mit (hier eine Szene mit Lea Michele). Ihre Freundin Alyssa Quijano, mit der sie gelegentlich auftritt, lernte Charice als Kandidatin der Castingshow X Factor kennen, bei der sie Jurorin war.

Und 2014? Drücken wir alle die Daumen, dass die Aufwärtskurve anhält!

2014 steht uns auch ein gutes Fernsehjahr bevor, wobei die interessantesten Serien leider neuerdings bei den Digital- und Pay TV-Sendern laufen. Aber immerhin setzt ProSieben ab 8. Jan. endlich Grey's Anatomy fort (Calzona-Vorschau: K#19), bei GZSZ muss Anni mal wieder ihre Gefühle für Hete Jasmin verstecken (ab 6. Jan.), und ebenfalls ab Montag kriselt es beim Verbotene Liebe-Paar Marbecca: Rebecca plant über Marlenes Kopf hinweg eine gemeinsame Zukunft in New York.

GZSZ: „Wir liegen zwar im Bett, aber es läuft nix…“ – VL: „Bei uns läuft schon lange was, aber wir liegen nie im Bett…“ - Bilder: GZSZ, F. 5406 (RTL/ Rolf Baumgartner), Verbotene Liebe, F.4429 (ARD/ Anja Glitsch)

Am Sonntag (20:15 Uhr) startet beim Bezahlsender 13th Street die 4. Staffel von Rookie Blue, eine Art Grey’s Anatomy bei der Polizei. Wieso sich das Einsteigen noch lohnt: in Folge 7 beginnt Gail (Charlotte Sullivan), bisher hetero und die „Christina Yang“ der Serie (um beim Grey’s-Vergleich zu bleiben), eine Freundschaft mit der lesbischen Forensikerin Holly (Aliyah O’Brien), die bald zu mehr wird...

Und Sixx versendet ab So (5. Jan.) morgens gegen 5 Uhr die dritte Staffel von The Secret Life of the American Teenager, eine schlecht geschriebene Teenie-Soap, die nur deshalb erwähnenswert ist, weil ab Folge 7 die lesbische Mutter einer der Hauptfiguren auftritt, gespielt von Anne Ramsay (die in The L Word als Trapezkünstlerin Robin mit Jenny techtelte). In der vierten Staffel hat auch Molly Ringwald, ebenfalls in einer Mutterrolle, ihr lesbisches Coming Out. Die beiden kommen aber – eigentlich untypisch für so eine Soap – nicht zusammen und haben - schon typischer - auch ansonsten kein nennenswertes Liebesleben…

"Wie, du bist jetzt auch lesbisch? Wird das hier 'The L Word', oder was?" - "Keine Sorge, wir reden einfach nie wieder drüber, dann merkt's keiner..." - Anne Ramsay, Molly Ringwald - Bild: ABC Family

Da zeige ich euch zum Ausklang doch lieber einen The L Word-Clip mit Robin und Jenny…

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