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K-Word #250: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Lesbischer Cannes-Film in seiner Heimat Kenia verboten - er ist zu hoffnungsfroh, Popstar Anne-Marie outet sich, lesbische ESC-Teilnehmerin, Melissa Etheridge, Janelle Monáe, Portia de Rossi, Evan Rachel Wood, GZSZ, TV- und Kino-Tipps – und mehr!

Rafiki/ Screenshot Nicht "reumütig" genug: das Frauenpaar in "Rafiki"

Von Karin Schupp

4.5.2018 - Am Dienstag beginnen die Filmfestspiele in Cannes, und der kenianische Wettbewerbsbeitrag sorgt schon im Vorfeld für Wirbel: Rafiki über die Liebesgeschichte zwischen zwei Töchter rivalisierender Politiker wurde letzte Woche in seiner Heimat verboten, weil er “Lesbianismus promote”. Das Problem seien nicht etwa die "intimen Szenen" gewesen, sagte die Regisseurin Wanuri Kahiu dem Hollywood Reporter, sondern: “Sie verlangten, dass das Ende weniger hoffnungsvoll sein sollte.” Dazu war sie aber nicht bereit: “Ich habe ein trauriges Ende abgelehnt, und ich habe es abgelehnt, die Charaktere reumütiger zu zeigen.” In Cannes feiert Rafiki am 9. Mai Weltpremiere, und ich bin schon gespannt, wie die Jurymitglieder Kristen Stewart, Cate Blanchett und Léa Seydoux (K-Word #248) den Film finden!

Die Sängerin Anne-Marie („Friends“) hat sie als bisexuell geoutet, ohne sich allerdings dieses Label geben zu wollen. „Ich habe mich schon immer nicht nur von Männern angezogen gefühlt. Ich habe mich schon immer nicht nur von Frauen angezogen gefühlt“, sagte die Britin der Webseite The Line of Best Fit. „Ich hatte nie das Bedürfnis, jemanden zu sagen, dass ich bisexuell bin. Ich fühle mich auch nicht so. Ich fühle mich einfach zu denjenigen, die ich mag, hingezogen. Ich glaube ganz ehrlich, dass alle so sind.“ Das Thema kam auf, als sie über ihren neuen Song „Perfect“ sprach, in dem sie singt: „And I'll love who I want to love/ 'Cause this love is gender free.“

Anne-Marie/ InstagramAusdrücklich auf "schwedische Girls" beschränkt hat Anne-Marie ihr Bi-Bekenntnis aber nicht

Saara Aalto könnte als erste (offene) Lesbe den Eurovision Song Contest am 12. Mai gewinnen - dafür muss die Finnin mit ihrem Song „Monsters“ aber erst einmal das Halbfinale am 8. Mai überstehen. Und - ich will nicht unken - aber bisher wurde sie bei Gesangswettbewerben, The Voice of Finland (2012), dem britischen The X Factor (2016, K-Word #178) und zwei früheren finnischen ESC-Vorentscheiden, immer nur Zweite. Aalto, die sich vor zwei Jahren outete und mit ihrer Freundin Meri Sopanen verlobt ist, sagte kürzlich der Webseite Pink News: „Ich bin sehr stolz, lesbisch zu sein, und ich fühle mich total lesbisch.“ Wir wünschen ihr viel Erfolg in Lissabon!

Seit Ende Februar bahnt sich in GZSZ etwas zwischen Anni (Linda Marlen Runge) und Businessfrau Katrin Flemming (Ulrike Frank), Mutter ihrer Ex Jasmin und mittlerweile Annis Chefin, an (K-Word #248), und seit gestern weiß Katrin von Annis Interesse an ihr... Ich würde sagen: Dranbleiben lohnt sich, am 10. Mai geht’s weiter! Linda macht’s (natürlich) spannend: „Ich denke, es gäbe eine echte Chance für die Liebe, wenn die Konstellation nicht von vorneherein, durch besagte Familienkonstellationen, so vorbelastet wäre“, sagte sie im RTL-Interview. „Sollten die beiden wirklich Liebe füreinander empfinden, würde es ein harter Kampf werden, zu sich zu stehen. Aber wir wissen ja alle: Liebe versetzt Berge, also ist alles möglich.“

RTL/ Rolf Baumgartner Jetzt umdrehen oder nicht umdrehen? Das ist hier die Frage...: Anni (vorne) und Katrin in "GZSZ"

Am 2. Mai feierte Melissa Etheridges Debütalbum seinen 30. Geburtstag. „Melissa Etheridge“, 1988 erschienen, wurde über 1,1 Millionen mal verkauft und war der Soundtrack zum Coming Out vieler Lesben. Dass viele der zehn Songs, unter anderem auch die Hits „Bring Me Some Water“ und „Like The Way I Do“, von ihrer nicht-monogamen Fernbeziehung mit ihrer damaligen Freundin Kathleen handeln, kam erst später raus: Melissa outete sich erst 1993 als lesbisch.

Aktuell im Kino: Wer hat eigentlich die Liebe erfunden? mit Corinna Harfouch und Meret Becker, der – in einem Nebenplot - eine lesbische Liebesgeschichte erzählt (unser Interview mit der Regisseurin Kerstin Polte).

Ausgewählte Kinos zeigen (Orte/ Termine) Rara – Meine Eltern sind irgendwie anders über eine pubertäre 13-Jährige, die zu spät realisiert, dass ihr Vater die Spannungen mit ihren zwei Müttern dazu ausnutzt, das Sorgerecht für sie und ihre Schwester einzufordern. Der chilenische Film, der bei der Berlinale 2016 als bester Jugendfilm ausgezeichnet wurde, basiert auf einem echten Fall und zeigt eine so fröhliche und authentische Regenbogenfamilie, dass auch der hartnäckigste Homophobe nicht ernsthaft am Wohlergehen der Kinder zweifeln kann.

Genau drei Jahre nach ihrer Verpartnerung legten die Stabhochspringerin Martina Strutz und ihre Frau Steffi Anfang der Woche noch eine Hochzeit oben drauf. Die dreifache deutsche Meisterin und zweifache Olympia-Teilnehmerin, die 2017 verletzt pausieren musste, nimmt jetzt Kurs auf die Leichtathletik-EM in Berlin (7.-12.8.2018).

Wer am nächsten Mittwoch einen Fernsehabend plant, hat die Qual der Wahl: Im Sony Channel startet die 2. Staffel der Serie Call My Agent! über eine Schauspieleragentur, in der auch eine lesbische Agentin arbeitet. Bei ProSieben Maxx läuft die 3. Staffel der Piratenserie Black Sails an, in der drei weibliche Charaktere bisexuell sind, während Arizona in Grey’s Anatomy (ProSieben) mit der neuen italienischen Ärztin Carina techtelt. Und danach kommen dort noch die neuen Folgen der Schwulen-Sitcom Will & Grace!

Ebenfalls am 9. Mai (21 Uhr) zeigt Syfy die neue Serie Marvel’s Runaways, eine Comicverfilmung mit jugendlichen Superheros, die herausfinden, dass ihre Eltern einer mörderischen Geheimorganisation angehören, und dabei nach und nach ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten entdecken. Und eine von ihnen, Karolina (Virginia Gardner), erlebt zudem ihr Coming Out. Außerdem: Ariela Barer, die die feministische Gert spielt, outete sich im Winter auf Twitter.

Hulu Karolina (Virginia Gardner, 2.v.r.), Gert (Ariela Barer, ganz links) und drei der vier anderen "Runaways"

Letzte Woche veröffentlichte die pansexuelle Musikerin Janelle Monáe (K-Word #249) ihr visuelles Album „Dirty Computer“ (siehe Trailer unten oder in voller Länge hier), eine „queere afrofuturistische Liebesgeschichte über Widerstand“, wie es die Webseite MIC beschrieb. In dem 48-minütigen Film spielt Monáe die queere "Jane 57821", die in ihrer Welt als „dirty computer“ gilt und zu einem „Reinigungsprozess“ gezwungen werden soll.

Im letzten Jahr outete sich Etta Ng, die Tochter von Hongkongs Actionfilmstar Jackie Chan und der früheren Schönheitskönigin Elaine Ng, als lesbisch und präsentierte ihre Freundin Andi Autumn (K-Word #221). Jetzt flehte das Paar per Youtube um Hilfe: „Hi, ich bin Jackie Chans Tochter, und das ist meine Freundin Andi“, sagt die 18-Jährige in dem Video. „Wegen homophober Eltern sind wir seit einem Monat obdachlos.“ Ihre Mutter, die Etta im Oktober wegen Diebstahls anzeigte und im Februar als vermisst meldete, zeigte kein Verständnis. Ihre Tochter leide unter „emotionalen Problemen“ und habe ihre Therapie abgebrochen, sagte sie der Webseite Coconut und warf Etta vor, den Namen ihres Vater – zu dem sie nie Kontakt hatte – auszunutzen. „Sie sollten sich Arbeit suchen. Auf der ganzen Welt arbeiten Menschen hart und verlassen sich nicht auf die Prominenz anderer, um Geld zu kriegen.“ Etta und Andi scheinen sich zurzeit nicht in Hongkong, sondern in Autumns kanadischer Heimat aufzuhalten.

Youtube/ ScreenshotEtta Ng (r.) und Andi Autumn: "Wir haben unter einer Brücke geschlafen und solche Dinge."

Die bisexuelle Schauspielerin Evan Rachel Wood, zurzeit in der 2. Staffel von Westworld zu sehen (bei Sky und Streamingabietern), macht auch als Sängerin eine gute Figur: Bei einem Autritt letzte Woche in L.A. (mit dem Musiker Zane Carney) sang sie Disney-Songs, unter anderem „Kiss the Girl“ aus Arielle, die Meerjungfrau. Ob sich Ruby Rose, die im Publikum saß und ja gerade Single ist (K-Word #246), angesprochen fühlte?

Keine Meldung, sondern einfach nur süüß: Portia de Rossi, Schauspielerin und Ehefrau von Ellen DeGeneres, beim Sport (mit Hunden):

not helping

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