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K-Word #265: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Nilla Fischer und weitere lesbische Fußballerinnen, Tash Sultana, Anna Calvi, Ellen DeGeneres & Portia de Rossi, "Alles was zählt"-Star Maike Johanna Reuter, DVD-Tipp "Disobedience" und ein weiterer Lesbenfilm mit Rachel Weisz - und mehr!

Together #WePlayStrong Nilla (l.) und Mariah-Michaela Fischer und ihr Sohn Neo, der an Weihnachten 2017 zur Welt kam

Von Karin Schupp

31.8.2018 - „Ich weiß, wer ich bin. Ich bin stolz auf mich selbst. Ich bin nicht nur eine Fußballspielerin“, sagt Fußballstar Nilla Fischer (VfL Wolfsburg) in einem Videoporträt der UEFA und spricht über ihr öffentliches Coming Out, wieso sie eine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben trägt (wir berichteten) und so offen und selbstverständlich mit ihrem Lesbischsein umzugehen. Der Clip, in dem auch Nillas Frau Maria-Micaela und die schwedische Ex-Nationaltrainerin Pia Sundhage (die ebenfalls lesbisch ist) zu Wort kommen, ist Teil der UEFA-Kampagne Together #WePlay Strong, die Mädchen für Fußball begeistern will. Zwei weitere Videos mit Fran Kirby (Chelsea FC) und Shanice van de Sanden (Olympique Lyonnais) folgen.

Auch das Wolfsburger Männerteam griff in dieser Saison Nillas Anregung auf, mit einer Kapitänsbinde in Regenbogenfarben ein Zeichen für Akzeptanz zu setzen – und prompt fiel Stürmer Josip Brekalo  dadurch auf, dass er homophobe Instagram-Kommentare zu dieser Aktion mit „Likes“ bedachte. Das erklärte er hinterher als Versehen und machte die Likes rückgängig, sagte aber, dass er „nicht vollständig hinter dieser Aktion stehen kann, denn es widerspricht meiner christlichen Überzeugung.“ Um so notwendiger ist also auch für einige Fußballprofis der „Streetkick gegen Homophobie“, den der VfL Wolfsburg und sein Fanprojekt am 1. September veranstalten (Infos hier). Mit dabei ist auch VfL-Spielerin Ella Masar (K-Word #248 - ihre Frau Erin McLeod spielt nach einer Saison beim FF USV Jena jetzt beim SC Sand).

Und noch eine lesbische Wolfsburg-Meldung: Pernille Harder, Kapitänin von Vizeeuropameister Dänemark und seit 2017 im Kader des Double-Gewinners, wurde gestern zur „UEFA Spielerin des Jahres“ gewählt

Harder/ Instagram Pernille Harder (l.) und ihre Freundin, die schwedische Nationalspielerin Magdalena Eriksson

Leider nicht im Kino, aber wenigstens auf DVD: Am 6. September erscheint das lange erwartete Lesbendrama Ungehorsam mit Rachel Weisz und Rachel McAdams. In der Verfilmung des Romans Disobedience von Naomi Alderman kehrt eine Fotografin (Weisz) in ihre streng jüdisch-orthodoxe Gemeinde in London zurück und trifft dort ihre - inzwischen mit dem Rabbi Dovid (Alessandro Nivola) verheiratete - Jugendliebe (McAdams) wieder, bei der jahrelang unterdrücktes Begehren herausbricht. Nicht nur L-MAG war begeistert (lest unsere Filmkritik nächste Woche auf L-MAG Online!), und vor allem die intensive Sexszene (die allerdings längst nicht sechs Minuten dauert, wie häufig zu lesen ist) erregte Aufsehen. „All diese Feuchtigkeit, das Spucken in den Mund, das Schamhaar, die Vaginas“, gibt uns Weisz, die den Film auch produzierte, schon mal einen Vorgeschmack. „Aber einiges bleibt auch der Vorstellung des Publikums überlassen. Wo ist der Mund der anderen Frau? Ihm [Regisseur Sebastián Lelio] war wichtig, auf unsere Gesichter zu fokussieren, um das Begehren wirklich zu erfassen. Ihr Sex hat etwas sehr Spirituelles. Ich bin sehr stolz darauf.“ Den Trailer gibt's nur in Englisch, die DVD wird aber synchronisiert sein.

Und gleich noch ein Lesbenfilm mit Rachel Weisz: The Favourite  von Yórgos Lánthimos (The Lobster), der in dieser Woche bei den Filmfestspielen in Venedig Premiere hatte, erzählt von der Dreiecksgeschichte zwischen Königin Anne (Olivia Colman, The Crown), die Anfang des 18. Jahrhunderts regierte, ihrer Loverin Sarah Churchill (Weisz) und deren neuen Rivalin am Hofe, Abigail (Emma Stone in ihrer zweiten lesbischen Rolle nach Battle of the Sexes). Die sehr enge Beziehung zu Sarah und ihre Eifersucht auf Abigail sind historisch verbürgt – inwieweit auch Liebe und Sex im Spiel waren, ist allerdings Spekulation (anhand von überlieferten Briefen aber nicht unwahrscheinlich). Der Film startet bei uns am 3. Januar 2019.

Twenthieth Century Fox Rachel Weisz (l.) und Olivia Colman, die schon in "The Crown" Queen Elizabeth II spielte

Die Zeit spricht vom „Pop-Newcomer des Jahres“, der Musikexpress vom „musikalischen Wunderkind“: Tash Sultana aus dem australischen Melbourne schaffte es von der Straßenmusik zur Youtube-Sensation – der Song „Jungle (Live Bedroom Recording)“ bekam seit 2016 über 24 Mio. Klicks – und schließlich zum Rockstar und aktuellen L-MAG-Covermodel (ab heute am Bahnhofskiosk und auch online erhältlich). „Ich hatte nie das Gefühl, ein Coming Out zu haben, weil ich mich schon immer wie ein Junge gefühlt habe“, sagte Tash in unserem Interview, ohne jedoch, „an dem Punkt angelangt“ zu sein, sich als trans zu identifizieren. Heute erscheint Tashs Debütalbum „Flow State“, L-MAG ist Medienpartnerin der – ausverkauften - Deutschland-Tour (Köln: 6.-8. Sept., Berlin: 10./11. Sept.).

Auch Anna Calvi („Jezebel“) veröffentlicht heute ihr neues Album „Hunter“, in dem sie sich mit Genderthemen und ihrer sexuellen Identität beschäftigt. Inspiriert wurde sie dazu von ihrer Freundin, zu der sie nach Frankreich gezogen ist (und die sie uns im Februar zum ersten Mal auf Instagram vorstellte, K-Word #239). „Ich hatte gerade eine achtjährige Beziehung hinter mir“, sagte sie im Deutschlandfunk. „Wenn man irgendwo noch mal neu anfängt, dann muss man sich auch selbst neu aufstellen. Das hat automatisch zu diesen Genderfragen geführt.“

Mitte Juli outete sich Alles was zählt-Star Maike Johanna Reuter (K-Word #258) in ihrem Podcast als bisexuell (wobei sie selbst den Begriff nicht gerne verwendet, jetzt sprach sie mit ihrem Haussender RTL über die Reaktionen darauf: „Meine Kollegen und Freunde wussten alle schon länger Bescheid. Und die Reaktionen der Fans waren durchweg positiv.“ Zwar habe sie „schon öfter Homophobie mitbekommen“, aber nicht von ihrer Familie: „Es gab nie ein richtiges ‚Outing‘. Meine Freunde und Familie wussten irgendwie schon immer Bescheid. Negative Reaktionen kamen da überhaupt nicht.“ Ihr Podcast Busenfreundin, den sie mit einer lesbischen Freundin betreibt, steht auf Itunes, Spotify und Soundcloud.

RTL/ Kai Schulz Maike Johanna Reuter (r.) als Krankenschwester Pauline mit Vanessa (Julia Augustin) in der RTL-Soap "Alles was zählt"

Ein neues Bi-Duo: Die Rapperin Cardi B, letzte Woche bei den MTV Video Awards mit zwei Preisen ausgezeichnet (K-Word #264), duettiert in ihrem Song „Ring“ mit der Sängerin Kehlani (K-Word #254).

Anlässlich ihres zehnten Hochzeitstags mit Portia de Rossi postete Ellen DeGeneres diesen Clip und und erinnerte in einem weiteren Post an die Rede von Wayne Dyer, der die Trauungszeremonie durchführte. „Mit eurem heutigen Gelübde symbolisiert ihr für viele Menschen vor euch, die gezwungen waren, ihr Leben in stiller Verzweiflung zu führen und sich im Schatten zu verstecken, dass wir Menschen uns wirklich gebessert haben", hatte der mittlerweile verstorbene Philosoph gesagt. Ellen und Portia sind seit 2004 ein Paar in kleinem Rahmen mit nur 19 Gästen.

Ten years ago today. This was such a special day for us. ️

Ein Beitrag geteilt von Ellen (@theellenshow) am

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