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K-Word #285: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Rose McGowan & Rain Dove, neue Lesbenrolle für Kate Moennig, Cara Delevingne, Kristen Stewart, lesbisches Promi-Chart aus Hollywood, Kerstin Ott, TV-Tipps - und: was hat ein homophober Song von The Weeknd mit Bella Hadid und Halsey zu tun?

Von Karin Schupp

18.1.2019 - Die Schauspielerin Rose McGowan (Charmed – Zauberhafte Hexen), eine der Wortführerinnen der #Metoo-Bewegung, und das genderqueere Model Rain Dove sprachen mit der LGBT-Webseite Pink News zum ersten Mal über ihre Beziehung, die im letztem Jahr begann (K-Word #261). Sie lernten sich Anfang letzten Jahres kennen, nachdem McGowan als transphob kritisiert worden war, und hatten einige Zeit danach ihr erstes Date und noch am selben Abend ihren ersten Kuss. „Unser erstes Treffen war viel bedeutsamer als unser erster Kuss“, sagt Dove in dem Videointerview, „aber ich küsse dich echt gerne, also ist es jedesmal toll.“ McGowan, die_der sich wie Dove als nonbinär definiert: „Ich date zum ersten Mal eine nonbinäre Person und ja, es ist schön, nicht mit einem Mann liiert zu sein.“

Pink News/ YoutubeDas erste nonbinäre Promi-Paar: Rain Dove (l.) und Rose McGowan

Frauenfeindlich und homophob – oder besser: biphob - ist „Lost in Fire“, der neue Song von The Weeknd und dem französischen DJ Gesaffelstein. Der Kanadier singt darin, wie er mit seiner bisexuellen Loverin einen Dreier haben und sie durch Beischlaf zur Heterosexualität bekehren will: „You said you might be into girls/ You said you’re going through a phase/ Keepin’ your heart safe/ Well, baby, you can bring a friend/ She can ride on top your face/ While I fuck you straight.“ Der Text könnte einen realen Hintergrund haben, denn er ist offenbar an seine Freundin, das Supermodel Bella Hadid (und deren zwischenzeitliche Affäre mit Drake) gerichtet, die wiederum gut mit der bisexuellen Sängerin Halsey befreundet ist.

Von den beiden Frauen könnte The Weeknd ein bisschen was lernen: Halsey (K-Word #281) kritisierte nach ihrem Auftritt bei der Victoria’s Secret-Show im Dezember auf Instagram die fehlende Vielfalt in der Werbung des Labels und solidarisierte sich mit Transpersonen („Völlige Akzeptanz ist die einzige ‚Fantasie‘, die ich unterstütze.“) - und Hadid, einer der Victoria's Secret-"Engeln", teilte den Post in ihrer Instagram-Story.

Neue Lesbenrolle für Kate Moennig. In der zweiten Staffel von  grown-ish, einer Comedyserie über Collegestudierende, wird der Ex-The L Word-Star eine lesbische und feministische Gender Studies-Professorin spielen. Besonders wichtig wird sie für die bisexuelle Nomi (Emily Arlook) werden, die ihre Sexualität am Campus zwar offen auslebt, sich vor ihren Eltern aber noch nicht geoutet hat. Angesichts der jungen Zielgruppe von grown-ish wird jetzt also die nächste Generation "Shane" verfallen (die hier allerdings Paige heißt)… In den USA hat die Staffel gerade begonnen, bei uns steht die Serie noch nirgends.

Showtime Nix gegen Schubladen: Auch in "Ray Donovan" spielt Kate Moennig eine lesbische Rolle (alle 6 Staffeln bei Sky Ticket und Sky Go)

Wer The L Word kennt, kennt auch Alices “Chart”, das Diagramm an ihrer Wohnzimmerwand, auf der sie die Verbindungen zwischen den Lesben in West Hollywood aufzeigte. Anlässlich des 15. Geburtstags der Lesbenserie versuchte sich jetzt die Webseite Slate an einem aktuellen Promi-Chart:

Ich will meiner Chronistinnenpflicht Genüge tun und darauf hinweisen, dass es am letzten Sonntag im Wiener Tatort „Wahre Lügen“ eine lesbische Hauptfigur, gespielt von Emily Cox (jerks) gab. Ein lobenswerter Beitrag zur lesbischen Sichtbarkeit war's aber wohl nicht, wie eine Zuschauerin auf der Webseite der Mediathek (dort steht er noch bis 12. Feb.) kommentierte: „Da kommt einmal ein lesbisches Pärchen in einem Tatort vor, und schon wimmelt es von an den Haaren herbeigezogenen Klischees/ männlichen Wunschvorstellungen und aggressiver Frauen- / Lesben-Abwertung.“

ARD/ Degeto/ ORF/ Cult Film Sybille Wilderings (Emily Cox) Lebengefährtin, eine Journalistin, wurde ermordet - aber wär es nicht ein bisschen einfach, wenn der zwielichtige Waffenschieber (von hinten zu sehen) der Mörder wäre?

Wegen eines Instagram-Posts über R. Kelly verlor Topmodel/ Schauspielerin Cara Delevingne 50.000 Instagram-Fans. Nachdem sie Surviving R. Kelly gesehen hatte, eine Doku-Reihe über die Vorwürfe des Sex mit Minderjährigen und Sexsklaverei, die den Sänger seit Jahrzehnten begleiten, hatte sie „seinen Opfern und ihren Familien“ ihr Mitgefühl ausgesprochen und sich selbst dafür kritisiert, dass sie seine Musik weiter gehört habe, obwohl sie die Vorwürfe kannte. „Immer wenn ich etwas sage, woran ich wirklich glaube, (…) verliere ich Follower“, schrieb sie am nächsten Tag und kündigte an, in diesem Jahr streitfreudiger zu sein: „Konfrontation ist übrigens KEINE GEWALT, sondern Kommunikation. (…) Mir wurde beigebracht, Konfrontationen um jedes Preis zu vermeiden, sodass ich in meinem Leben meistens still geblieben bin. Stille verursacht Verdrängung, und Verdrängung macht krank.“ Die lesbische Britin, die mit der Schauspielerin Ashley Benson zusammen ist (K-Word #284), hat übrigens immer noch 41,2 Mio. Instagram-Follower!

Seit Ende der Dreharbeiten für Drei Engel für Charlie (K-Word #281) in Deutschland hat Kristen Stewart frei und widmet sich - fast täglich von Paparazzi verfolgt - ihrer neuen Beziehung mit der Stylistin Sara Dinkin (K-Word #283).

Letzte Woche wurden Maren Kroymanns Comedyserie Kroymann und das lesbische Regenbogenfamilien-Drama Unser Kind (K-Word #274) bereits für den Deutschen Fernsehpreis nominiert, jetzt bekamen die beiden ARD-Produktionen auch eine Nominierung für den Grimme-Preis (den Kroymann schon 2018 gewann). Außerdem auf der Liste: Die ZDF/funk-Jugendserie DRUCK (hier online), in der eine bisexuelle Schülerin zu den Hauptfiguren gehört - etwas Lesbischeres als der Kuss im Clip passierte aber bisher nicht. Die Preisverleihung findet am 5. April statt.

Jetzt auf DVD: Im Horrorthriller What Keeps You Alive wird aus dem Romantikwochenende eines Frauenpaars ein Horrortrip vor traumhafter Kulisse (unsere Filmkritik).

Die zweite Staffel von Star Trek: Discovery mit einer starken Kapitänin (Sonequa Martin-Green) und weiteren interessanten Frauen, darunter The L Word-Star Mia Kirshner als Mr. Spocks Mutter und der lesbische Comedian Tig Notaro (One Mississippi), schwulem Liebesdrama und der Utopie einer gerechteren Welt: Ab heute jeden Freitag eine neue Folge bei Netflix (unsere TV-Kritik).

CBS/ Jan Thijs Leider nur in einer Folge dabei: Tig Notaro als Chief Engineer Jet Reto

Neu bei Netflix II: In der Dokuserie Aufräumen mit Marie Kondo besucht die japanische Aufräum-Expertin Menschen, um Ordnung in ihr Haus und ihr Leben zu bringen, darunter auch das schwule Paar Matt und Frank (Folge 5) und das frisch verheiratete Lesbenpaar Alishia und Angela (Folge 8). Die Tierärztin und die Flugbegleiterin, denen es ohne Hilfe nicht gelingt, ihren neuen gemeinsamen Haushalt ohne Kabbeleien zu organisieren, avancierten sofort zum Publikumsliebling der Staffel, wie die Twitter-Kommentare zeigen.

Screenshot/ Netflix Alishia (l.) und Angela - und hinter ihnen der Grund, weshalb sie Marie Kondo eingeladen haben

Neu bei Netflix III: In Sex Education wird das sexuell völlig unerfahrene Mauerblümchen Otis (Asa Butterfield) überraschend zum (gar nicht mal so schlechten) Sexberater an seiner Schule, obwohl seine einzige Qualifikation ist, dass seine Mutter (Gillian Anderson!) Sexualtherapeutin ist. Die britische Dramedy ist eher hetero, aber zu Otis‘ Mitschülern gehören drei Schwule, einer davon ist sein bester Freund (von einem erfahren wir’s erst in der letzten Folge), und ein lesbisches Paar, das in Folge 4 Otis‘ Hilfe in Anspruch nimmt (aber leider ansonsten nicht vorkommt), ein Schüler hat lesbische Mütter, und schon allein wegen Gillian Anderson als sexpositive und distanzlose Mutter lohnt sich diese charmante Serie, bei deren angenehm altmodischen 80er-Flair nur Smartphones und Internetpornos daran erinnern, dass sie in der Gegenwart spielt.

Für Kerstin Ott läuft’s prächtig: Bei den Schlagerchampions 2019 (ARD) am letzten Samstag sang die lesbische Sängerin ihren LGBT-Akzeptanz-Song “Regenbogenfarben” – diesmal ohne Helene Fischer (K-Word #283), obwohl die auch da war - und ging reicht beschenkt nach Hause: Florian Silbereisen überreichte ihr die “Goldene EINS” als “Sängerin des Jahres”, Gold für ihre Platten “Mut zur Katastrophe” und “Scheißmelodie” und Platin für “Herzbewohner”. Im Gespräch mit dem Moderator gab sie sich gelassen, unangenehm sei ihr nur, “wenn ich bei Rossmann in der OB-Abteilung stehe und mich da jemand nach einem Autogramm fragt.” Gestern feierte Ott mit ihrer Frau Karolina (im Foto, rechts) und ihren zwei Kindern ihren 37. Geburtag – herzlichen Glückwunsch nachträglich!

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K-Word kommt nächste Woche ausnahmsweise schon am Donnerstag (24. Januar)!

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