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K-Word #319: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Megan Rapinoe ist Weltfußballerin des Jahres, Hayley Kiyoko, "Transparent"-Finale, Tegan and Sara, Halsey, Kerstin Ott, Billie Jean King, Wallis Bird, die neue Comedyserie "Frau Jordan stellt gleich" - und mehr!

FIFA/ ScreenshotMegan Rapinoe ist „The Best“ 2019!

Von Karin Schupp

27.9.2019 - Megan Rapinoe ist Weltfußballerin des Jaheres! Die US-Weltmeisterin, die während der WM 2019 in Frankreich sowohl spielerisch überzeugte als auch mit politischen Äußerungen und Trump-Kritik Schlagzeilen machte (K-Word #309, #308, #307). Und auch in ihrer Dankesrede in der Mailänder Scala erwähnte sie nicht nur ihre Lebensgefährtin Sue Bird (K-Word #318), die sie nicht begleiten konnte, sondern nutzte die FIFA-Bühne auch, um sich gegen Rassismus und Homophobie auszusprechen: „Wenn wir wirklich eine echte Veränderung haben wollen, müsste Rassismus alle so wütend machen wie Raheem Sterling und Kalidou Koulibaly [Anm.: zwei Spieler, die Rassismus im Fußball anprangerten], müsste Homophobie alle so wütend machen wie die LGBTQ-Profis, müssten nicht nur Frauen, sondern alle über die fehlende Gleichbezahlung im Frauenfußball wütend sein.“

Auch die lesbische US-Nationaltrainerin Jill Ellis (die nach der WM zurücktrat) wurde als „The Best“ ausgezeichnet, die lesbische Torfrau Hedvig Lindahl (VfL Wolfsburg) musste den FIFA-Titel ihrer holländischen Kollegin Sari van Veenendaal überlassen.

Ins erstmals gewählte Team des Jahres „FIFA FIFPro Women’s World11“ wurden neben Rapinoe vier weitere offen lesbische/ bisexuelle Nationalspielerinnen (siehe „Das sind die lesbischen Stars der Fußball-WM“) berufen: Lucy Bronze (England), die auch für „The Best“ nominiert war, Nilla Fischer (Schweden), Marta (Brasilien) und Kelley O’Hara (USA).

FIFA/ ScreenshotV.l.n.r.: Sari van Veenendaal, Wendie Renard, Kelley O'Hara, Julie Ertz, Marta, Rose Lavelle, Alex Morgan, Megan Rapinoe, Amandine Henry, Nilla Fischer, Lucy Bronze

Nach zwei newsreichen Wochen - Kate Moennigs öffentliches Coming Out (K-Word #317) und ein neuer Trailer (K-Word #318) – gibt’s in dieser Woche mal keine Neuigkeiten vom The L Word-Reboot, dafür aber ein paar schöne Bilder vom Cast bei einem Pre-Emmy-Event am letzten Wochenende.

Showtime/ Eric Charbonneau„The L Word: Generation Q“-Showrunnerin Marja-Lewis Ryan (l.) mit Kate Moennig, Leisha Hailey und (mutmaßlich) Ryans Frau Jessie

Ab heute bei Amazon: Die trans-queere Familienserie Transparent endet mit einem Musical in Spielfilmlänge – die ursprünglich geplante fünfte Staffel war nach dem Rauswurf von Hauptdarsteller Jeffrey Tambor (K-Word #239), der die Transfrau Maura spielte, geplatzt. Neben den restlichen Hauptfiguren, darunter Mauras queere Töchter Sarah (Amy Landecker) und Ali (Gaby Hoffmann), kehren auch Alis Ex-Loverin Leslie (Cherry Jones), Sarahs Verflossene Tammy (Melora Hardin) und deren Ex-Frau Barb (Tig Notaro) auf den Bildschirm zurück. Transparent war mit seiner Thematik und etlichen queeren und trans Mitwirkenden in Cast und Crew bahnbrechend - auch Showrunner*in Jill Soloway definiert sich inzwischen als queer und nonbinär -, und gewann acht Emmys.

„Lesbisch zu sein ist meine größte Stärke!“, sagte Hayley Kiyoko (K-Word #314) in der Talkshow ihrer Musiker-Kollegin Kelly Clarkson. Früher sei das ihre größte Schwachstelle gewesen, „weil ich anders als alle anderen war“, erklärte sie. „Ich hatte richtig Angst, älter zu werden, weil ich dachte, dass mein Leben so schwierig werden und die Leute mich nicht verstehen würden.“ Wann sich das änderte? „Als meine Musik-Karriere begann, dachte ich: Wenn ich Angst habe, geht es allen anderen auch so. Also muss ich zu mir stehen, muss ich die Mutige sein, denn wenn ich den ersten Schritt mache, folgen alle anderen.“

Kiyoko/ InstagramNach der Geburt getrennt? Hayley Kiyoko (l.) und Kelly Clarkson

Heute erscheint Hey, I’m Just Like You, das neunte Album von Tegan and Sara, und im Video zu ihrem neuen Song „I’ll be back someday“ kehren die kanadischen Zwillinge in die Neunziger zurück - passend zu ihrer Autobiografie High School, die ebenfalls diese Woche rauskam (bisher nur auf Englisch). Darin schreiben die beiden abwechselnd auch über ihr lesbisches Coming Out und ihre ersten Liebschaften - Erinnerungen, die bei Sara dazu führten, dass sie eine Therapie machte. Sie habe vorher nie über Dinge wie „meine ersten homophoben Erfahrungen oder wie es sich anfühlte, mit 15 eine sexuelle Beziehung zu haben und meine Mutter zu belügen, oder mich zu schämen“, nachgedacht, sagte sie in People. „Ich habe nie ausgesprochen, wie viel Scham ich mit mir herumgetragen habe.“

Trara: In Frau Jordan stellt gleich, der neuen Büro-Comedyserie von Stromberg-Autor Ralf Husmann, gibt es eine lesbische Figur! Yvonne, Mitarbeiterin der titelgebenden Gleichstellungsbeauftragten (Katrin Bauerfeind) einer Kleinstadt, ist vor allem am Frauenaufreißen und Partys interessiert und wird von Natalia Belitski (bekannt aus der ZDF-Serie Parfum und Verlobte von Jürgen Vogel) ein bisschen zu demonstrativ kernig gespielt. Und eine spätere Folge handelt von einer Katholikin, die sich von einer Lesbe provoziert fühlt. Ob das geht – Feminismus und politisch unkorrekter Humor? Und dann auch noch von einem Mann geschrieben? Bauerfeind positioniert sich klar: „Ich stehe voll hinter dem Thema Gleichstellung“, sagte sie. „Und davor. Ich bin für die Quote und für Schiedsrichterinnen in der Bundesliga. Ich bin für Unisex-Toiletten in ICEs und für Sex an der Uni. Ich bin sogar dafür, dass auch Männer Witze machen dürfen.“ In den ersten beiden Folgen ist das Problem allerdings eher, dass es der Serie insgesamt noch an Pointen und Tempo fehlt. Frau Jordan  steht kostenlos beim neuen Streaminganbieter Joyn (wöchentlich neue Folgen) und soll später auf ProSieben laufen.

Joyn/ Pro Sieben/ Christiane Pausch Natalia Belitski (2.v.r.) mit Alexander Khuon, Katrin Bauerfeind und Mira Partecke in „Frau Jordan stellt gleich“

Bisher zeigte Kerstin Ott ihre beiden Töchter Laura (15) und Lilli (10), die ihre Frau Karolina (K-Word #296) mit in die Ehe brachte, nicht in der Öffentlichkeit. Aber für RTL machte sie mal eine Ausnahme. Zusammen mit Laura testete sie in der Nostalgie-Show Comeback oder weg? einen Wäscheklammerbeutel und andere Gegenstände aus früheren Jahrzehnten (hier bei TVNOW).

TVNOW, dibido.tv GmbH Kerstin und Laura Ott in „Comeback oder weg?“

Bei den Emmy Awards am letzten Sonntag kamen leider keine neuen lesbischen Preisträgerinnen dazu (Nomininerungen). Bereits bei den Creative Emmy Awards am vorherigen Wochenende (hier werden die Trophäen in den unwichtigeren Kategorien verliehen) wurden Hannah Gadsby für das Drehbuch ihres Comedy-Specials Nanette und - für ihre Gastrollen - Jane Lynch  The Marvelous Mrs. Maisel) und Cherry Jones (The Handmaid’s Tale) ausgezeichnet. Erwähnenswert sind aber die Emmys für Jodie Comer, die in Killing Eve (unsere Serienkritik) eine bisexuelle Auftragsmörderin spielt, und für Alex Borstein, deren Rolle in The Marvelous Mrs. Maisel definitiv lesbisch ist (was hoffentlich in Staffel 3 - ab 6. Dez. bei Amazon - endlich einmal thematisiert wird), sowie Patricia Arquette (The Act), die in ihrer Dankesrede an ihre trans Schwester Alexis Arquette erinnerte, die 2016 starb, und mehr Trans-Rechte einforderte. Und: Die bisexuelle Musikerin Halsey (K-Word #306) sang „Time After Time“ zu den Bildern der im vergangenen Jahr Verstorbenen:

Tennis-Ikone Billie Jean King (hier mehr über sie und ihr Biopic Battle of the Sexes) wurden am letzten Samstag gleich zwei Ehren zuteil: In ihrer kalifornischen Heimatstadt Long Beach eröffnete sie die neue Bibliothek „The Billie Jean King Main Library“, abends war sie zu Gast beim Baseball-Team Los Angeles Dodgers (sie und ihre Frau Ilana Kloss sind Miteigentümerinnen, das die „Billie Jean King Bobblehead Night“ feierte. Was „Bobbleheads“ sind, fragt ihr? Schaut selbst.

King/ TwitterDouble Date: Billie Jean King (2.v.l.) mit ihrer Frau Ilana Kloss, Ashton Kutcher und Mila Kunis beim Spiel der Los Angeles Dodgers

Erstmals bei einem Streaminganbieter: Kleine Biester (1980) steht jetzt neu bei Amazon. Der Summercamp-Kultklassiker hat zwar eine durch und durch heterosexuelle Story - Tomboy (gespielt vom damaligen Teeniestar Kristy McNichol) und Tussi (Tatum O’Neal, damals schon Oscar-Gewinnerrin) rivalisieren darum, welche als erste ihre Jungfräulichkeit an einen Jungen verliert –, war damals aber auch bei (künftigen) Lesben höchst beliebt. Wieso unser allen Gaydar anschlug, wurde erst Jahrzehnte später klar: McNichol outete sich 2012 als lesbisch, O’Neal folgte ihr 2015 mit dem Bekenntnis, neuerdings Frauen zu daten (K-Word #110), und Cynthia Nixon (Sex and the City; K-Word #267), die seit 2004 mit ihrer heutigen Ehefrau Christine Marinoni zusammen ist, spielt hier ihre erste Kinorolle 

Heute erscheint Woman, das neue und bisher politischste Album von Wallis Bird (K-Word #167). „Ich schockiere nicht gerne Menschen”, sagte die irischstämmige Berlinerin dem Musikmagazin Billboard. „Ich bin als junges, lesbisches Mädchen im katholischen Irland aufgewachsen, und deshalb ist Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, das letzte, was ich will. Aber ich habe das Gefühl, dass ich bei dieser Platte nichts zu verlieren und alles zu gewinnen habe, wenn ich darüber spreche, was 2019 passiert – und zwar aus der Perspektive einer Frau.” In den elf Songs geht’s um #MeToo, Klimawandel, Abtreibung, die Black Lives Matter-Bewegung und die Eheöffnung.

Der Kinostart von 3 Engel für Charlie wurde gerade von Ende November auf den 2. Januar 2020 verschoben, aber in den USA hat die PR bereits begonnen: Kristen Stewart (die neulich die homophoben Ratschläge, die sie aus Hollywood bekam, publik machte: K-Word #316), ihre beiden Ko-Stars Naomi Scott und Ella Balinska und Regisseurin Elizabeth Banks waren in dieser Woche bei Jimmy Kimmels Live! zu Gast.

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