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K-Word #323: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: „The L Word: Generation Q“, Miley Cyrus, King Princess, Lesben in deutschen Serien, Ashlyn Harris & Ali Krieger, Megan Rapinoe, italienische Nationalspielerin outet sich, Trauer um Olympiasiegerin Marieke Vervoort, Brandi Carlile, Filmtipps & mehr

Showtime/ Trailer Haben sich offenbar - wie auch wir - zehn Jahre lang nicht gesehen: Shane (Kate Moennig), Alice (Leisha Hailey) und Bette (Jennifer Beals)

Von Karin Schupp

25.10.2019 - Ein neuer Trailer von The L Word: Generation Q ist da, und wenn das so weitergeht, haben wir bald die ganze erste Folge gesehen – aber ich will mich nicht beschweren! (Weitere Trailer stellten wir hier, hier und hier vor). In den USA startet das Serien-Reboot am 8. Dezember, bei uns voraussichtlich im April 2020 bei Sky – offiziell ist das aber noch nicht.

„Wir hatten solche Angst, dass wir Sponsoren verlieren würden“, erklärte US-Fußballweltmeisterin Ali Krieger im LGBT-Magazin Out, weshalb sie und Teamkollegin Ashlyn Harris vom US-Club Orlando Pride sich erst nach fast neun Jahren Beziehung trauten, sich als Paar zu outen (K-Word #293). Aber siehe da: Seit sie es getan haben, „wollen Firmen noch lieber mit uns arbeiten, was ein tolles Gefühl ist.“ Um so besser, wenn sie damit auch die lesbische Sichtbarkeit erhöhen: „Viele gleichgeschlechtliche Paare, Männer und Frauen, die zu unseren Spielen kommen, fühlen sich nicht nur vom Team, sondern speziell von uns inspiriert“, sagte Krieger und freute sich, das „die jüngere Generation sieht, dass ein Paar wie wir normal ist. Ich wünschte, ich wäre auch so aufgewachsen.“ Im Dezember heiraten die beiden.

Ihre Kollegin Megan Rapinoe sammelt derweil eine Ehrung nach der anderen ein. Die frisch gebackene Weltfußballerin des Jahres (K-Word #319) wurde in die „BBC 100 Women 2019“-Liste der wichtigsten Frauen des Jahres gewählt und von Glamour zu einer ihrer acht  „Frauen des Jahres“ ernannt. „Ich möchte als neues Angebot angesehen werden, wie eine Frau aussehen sollte – wie eine Frau wirklich ist“, sagte die 34-Jährige, die mit Basketball-Star Sue Bird zusammen ist, der Zeitschrift. „Oft heißt es, ‚Oh, sie ist eine echt bestimmerische Frau‘ oder ‚Sie ist eine mächtige Frau‘, aber eigentlich müsste es heißen: ‚Nein. Sie ist einfach eine Frau.“

In der ARD-Krankenhausserie In aller Freundschaft geht nächste Woche die slowburning Liebesgeschichte zwischen Schwester Miriam (Christina Petersen) und der Sportlehrerin Rieke (Liza Tzschirner) weiter: Seit ihrer letzten Begegnung im September (K-Word #316) hoffte Miriam vergeblich auf ein Zeichen von Rieke, doch als die nach einem Sportunfall in die Sachsenklinik kommt, flirten die beiden weiter - und es kommt fast zum Kuss. Schade nur, dass Rieke schon eine Freundin hat… (Di, 29. Okt., 21 Uhr).

MDR/ Saxonia Media/ Sebastian Kiss Das dauert noch, bis sie näher zusammenrücken: Rieke (l.) und Miriam

Auch die ZDF-Reihe Gipfelstürmer – Das Berginternat, neu seit April, überraschte uns mit einer lesbischen Hauptfigur: In Folge 3 wurde Schulleiterin Gitta Engel (Katja Weitzenböck) fälschlicherweise verdächtigt, ein Verhältnis mit einer Kollegin zu haben, in Folge 4 stellte sich heraus, dass sie tatsächlich lesbisch ist und eine Lebensgefährtin hat: Ruth Limke (Julia Bremermann). Die Folgen stehen in der ZDF-Mediathek (dort als Folgen 1+2 der 2. Staffel bezeichnet). Wenn’s im nächsten Jahr weitergeht - die Dreharbeiten laufen aktuell – ergattert Ruths Tochter einen der Plätze im Sportinternat, ohne etwas von der Beziehung ihrer Mutter zu ahnen...

ZDF/ Screenshot Wir sind hier ja nicht bei „The L Word“ - zum Kuss kommt's dann doch nicht: Schulleiterin Gitta (r.) mit Ruth im Direktorinnenzimmer

Oh je, Miley Cyrus! Frauen werden lesbisch, weil sie keinen Mann finden? So etwas in dieser Richtung plapperte die Popsängerin, die sich als „pansexuell“ (K-Word #112) und „gender-neutral“ (K-Word #109) bezeichnet, am letzten Samstag in einem Instagram-Live-Video. „Es gibt gute Männer da draußen, gebt nicht auf“, sprach sie ihre weiblichen Fans an. „Ihr müsst nicht gay sein, es gibt gute Menschen mit Schwänzen, ihr müsst sie nur finden. Ich dachte immer, ich müsste lesbisch sein, weil ich alle Kerle für schlecht hielt, aber das stimmt nicht.“ Woraufhin ihr neuer Lover Cody Simpson im Bild auftauchte, den sie als einzigen guten Mensch mit Schwanz, den sie je traf, vorstellte. Nachdem sie erwartungsgemäß mit Kritik überrollt worden war, ruderte sie am Montag zurück: „IHR ENTSCHEIDET euch nicht für eure Sexualität“, schrieb sie in ihrer Insta-Story. „Ihr werdet so geboren, wie ihr seid. Es war immer meine Priorität, die LGBTQ-Community zu schützen. Der ich angehöre.“ Die 26-Jährige war zuletzt im August in den Schlagzeilen, weil sie sich nach dem Ende ihrer Kurzehe mit Liam Hemsworth im Urlaub mit einer Freundin tröstete (K-Word #314).

Jetzt im Kino und noch in einigen Städten in der queerfilmnacht: Der deutsche Spielfilm Bonnie & Bonnie erzählt von der verbotenen Liebe zwischen der 17-jährigen Yara (Emma Drogunova), der eine Zwangsheirat droht, und der kleinkriminellen Kiki (Sarah Mahita) – lest hier unsere Filmkritik.

Unbedingt anschauen: In Porträt einer jungen Frau in Flammen, ab 31. Oktober im Kino, erzählt die französische Regisseurin Céline Sciamma (Water Lilies, Tomboy) die Liebesgeschichte zwischen einer Malerin (Noémie Merlant) und ihrem - unfreiwilligen - Modell (gespielt von Sciammas Lebensgefährtin Adèle Haenel) im 18. Jahrhundert. Lest unsere Filmkritik nächste Woche hier auf l-mag.de oder jetzt gleich in der aktuellen L-MAG - ab heute am Bahnhofskiosk (oder bei diesen Händlern).

„Entspannter Synthie-Pop-Vibe voller Charme und Selbstbewusstsein“, schreibt die L-MAG-Musikkritikerin im aktuellen Heft über King Princess‘ Debütalbum „Cheap Queen“ (heute erschienen). Die queere Musikerin schrieb die Songs letztes Jahr in chronologischer Reihenfolge, und so kommt auch die Trennung von ihrer damaligen Freundin Amandla Stenberg (K-Word #262) vor, etwa in dem Song „Watching My Phone“. „Sie ist nicht gerade die Königin des Subtilen“, sagte die 20-Jährige augenzwinkernd über sich selbst. „Glaubst du etwas, dass fucking Fiona Apple über so etwas nachdachte, wenn sie sowas sagte wie 'Ich zerstöre diesen Mann mit einem Satz'? Das ist meine Therapie. Worüber soll ich denn sonst schreiben? Wie ich in einen Club gehe? Nein. Ich schreibe darüber, wie mein Herz zerschmettert wird.“

Wilson/ InstagramKing Princess (l.) und ihre neue Freundin, Lizzos Kreativdirektorin Quinn Wilson

Wir trauern um die belgische Olympiasiegerin Marieke Vervoort: Die Handbikerin, die bei den Paralympics in Rio 2016 und London 2012 vier Medaillen, darunter Gold über 100 Meter, holte, stieß noch einmal mit Sekt mit ihrer Familie und Freund_innen an und beendete dann ihr Leben durch Sterbehilfe. Die 40-Jährige litt seit ihrem 14. Lebensjahr an einer unheilbaren und sehr schmerzhaften Muskelerkrankung, war zunehmend gelähmt und hatte seit Jahren zudem mit epileptischen Anfällen und Depressionen zu kämpfen. Dass sie selbstbestimmt sterben wird, hatte die lesbische Spitzensportlerin bereits vor zwei Jahren angekündigt (K-Word #232). Die Genehmigung dafür – in Belgien ist Sterbehilfe legal – hatte sie bereits seit 2008.

Vervoort/ InstagramMarieke Vervoort (10.5.1979 - 22.10.2019) im April 2019

Die lesbische Musikerin Brandi Carlile gehörte wie auch Hillary Clinton zu den Promi-Frauen, die ihre Teilnahme am „Fortune Most Powerful Woman Summit“ absagten. Grund: Zu der Frauenkonferenz, die Anfang der Woche in Washington stattfand, kam auch die Ex-Ministerin für Innere Sicherheit Kirstjen Nielsen, die dafür verantwortlich war, dass Kindern von Einwandererfamilien an der Grenze zu Mexiko von ihren Eltern getrennt und interniert wurden. Wer Menschenrechte verletze, verdiene keine Plattform, um sich neu zu erfinden, schrieb die dreifache Grammy-Gewinnerin 2019 (K-Word #289)  auf Twitter. In die Offensive ging hingegen Eva Longoria (Desperate Housewives): „Ich wollte nicht, dass sie [Nielsen] die einzige Stimme im Raum ist. Ich erlaube ihr nicht, mir die Bühne zu nehmen“, rief die Schauspielerin in den Saal und bekräftigte: „Ich bin 100% Mexikanerin und 100% Amerikanerin.“

Carlile/ InstagramBrandi Carlile

Die italienische Fußball-Nationalspielerin Elena Linari (Atlético Madrid) outete sich am letzten Samstag im italienischen Fernsehen. In der Fußballsendung Dribbling sagte die 25-Jährige, dass sie in Spanien längst offen lesbisch lebe, „Italien aber noch nicht so weit“ sei. „In Madrid habe ich kein Problem damit, im Gegenteil. Aber in Italien habe ich Angst davor, über das Thema zu sprechen, weil ich nicht weiß, wie die Leute reagieren. Ich habe Angst davor, verurteilt zu werden.“ Dabei seien die wahren Probleme des Lebens doch andere: „Es gibt Menschen, die leiden, und wir beklagen uns, weil ein Sohn homosexuell ist? Da läuft doch was falsch.“ Linari gehört seit 2013 dem Nationalteam ihres Landes an und spielte bei der WM 2019 (was die Zahl der lesbischen/ bisexuellen WM-Spielerinnen auf 52 erhöht).

Elena Linari

Lesbischer Text, bisexuelle Story - das ist das Video zum neuen Song „Sommernacht“ der Berliner Singer-Songwriterin LiLA, die in diesem Jahr auch bei den CSD-Paraden in Leipzig und Stuttgart auftrat.

 

Jetzt im Handel: Die neue Ausgabe der L-MAG mit Film-, TV-, Musik- und Buchtipps, Interviews mit Ricarda vom Podcast "Busenfreundin", Musikerin Wallis Bird und der lesbischen Bundestagsabgeordneten Ulle Schauws, Reisetipp Washington DC und natürlich dem Titelthema Sex. An jedem Bahnhofskiosk, bei Readly, im Abo oder als e-Paper-Abo erhältlich.

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