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K-Word #327: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: „The L Word: Generation Q“-News und neuer Trailer, Lesben in der ZDF-Krimireihe „Soko“, Lizzo, Ellen DeGeneres, Robyn Crawford & Whitney Houston, Caster Semenya, LGBTQ-Preis für Hayley Kiyoko und Cybill Shepherd („The L Word“) und mehr!

Beals/ Instagram Greifen ihre „The L Word“-Rollen zehn Jahre später wieder auf: Leisha Hailey, Jennifer Beals und Kate Moennig (v.l.n.r.)

Von Karin Schupp

22.11.2019 - Letzte Woche endeten die Dreharbeiten zu The L Word: Generation Q - eine gute Gelegenheit, mal wieder einen neuen Trailer rauszuhauen, der neben einigen bereits bekannten Bildern (wie oft steigt Shane eigentlich noch aus diesem Privatjet?) auch neue Szenen zeigt. (Die bisherigen vier Vorschauen stellten wir hier, hier, hier und hier vor.) Kate Moennig (Shane) verspricht im LGBT-Magazin The Advocate, dass im Reboot weitere sexuelle Identitäten als nur ‚lesbisch‘ und ‚bi‘ vertreten sein werden: „Das ist wichtig. Wir müssen so viele Menschen wie möglich repräsentieren.“ Und Jennifer Beals (Bette) ergänzt: „Alle sollten die Möglichkeit haben, ihre Story zu erzählen.“ Dabei werde man aber „nicht moralisierend sein“ oder die trans und queeren Charaktere mit einem demonstrativen „Schaut her, wie vielfältig wir sind!“ präsentieren, sondern einfach nur Geschichten mit ihnen erzählen. In den USA starten die acht neuen Folgen am 8. Dezember, bei uns nach jetzigem Stand der Dinge im April 2020 beim Bezahlsender Sky.

Die USA haben The L Word, wir haben Soko! In Soko Potsdam, einem der zahlreichen Ableger der ZDF-Vorabendkrimis, ließen Kommissarin Luna Kunath (Caroline Erikson) ihre Ex Lydia (Kristin Suckow) Ende November ihre alte Liebe wieder aufleben (K-Word #324). Nächste Woche (ZDF, Mo, 18 Uhr), in der letzten Folge der Staffel, zieht Lydia (bereits) bei Luna ein. Aber deren Freude darüber wird durch die Sorge getrübt, dass die Weltenbummlerin bald weiterziehen könnte.

ZDF/ Bantry Bay/ Gordon Muehle Luna (Caroline Erikson, l.) und Lydia (Kristin Suckow)

Und in Soko Hamburg hatte - nach zarten Andeutungen im Vorfeld - Kommissarin Lena Testorp (Anna von Haeber) in dieser Woche zwar ein Date mit einem Mann, das aber a) zu nichts führte und b) nichts im Vergleich zu dem Date war, das sie am Ende der Folge mit einer Frau hatte: Dasselbe Restaurant, derselbe Tisch, aber Lena diesmal nicht in Jeans, sondern aufgehübscht und mit einem Lächeln auf den Lippen, das gar nicht mehr aufhören wollte (Mediathek). Auch hier läuft nächste Woche das Staffelfinale (ZDF, Di, 18 Uhr), und in beiden Fällen hat das ZDF noch nicht über eine Fortsetzung entschieden, die guten Einschaltquoten machen allerdings Hoffnung. Mehr über neue lesbische Charaktere in deutschen Serien könnt ihr im Blog von Serienexpertin und L-MAG-Autorin Meike Lockhorst lesen.

ZDF/ Screenshot Freut sich über ihr weibliches Blind Date: Lena Testorp (Anna von Haeber)

Die Sängerin Lizzo wird der Star der Grammy-Verleihung 2020: Sie wurde für acht Awards nominiert, darunter „Record of the Year“, „Album of the Year“ und „Best New Artist“. Die 31-Jährige gilt zumindest im weiteren Sinne als queer: 2018 sagte sie: „Wenn es um Sexualität oder Gender geht, fühle ich mich nicht nur einer Seite zugehörig.“ 2019 antwortete sie hingegen auf die Frage, ob sie der LGBTQ-Community angehöre: „Ich bin eine Unterstützerin. (…) Ich neige natürlich der Heterosexualität zu. Ich fnde Penisse wunderbar.“ Die lesbische Countrymusikerin Brandi Carlile, die die Nominierungshitliste 2019 mit 6 Nennungen anführte und drei Trophäen gewann (K-Word #289), ist diesmal „nur“ für zwei Grammys nominiert: für ihren Song „Bring My Flowers Now“ und ihr Duett „Common“ mit Mareen Morris. Zur Wahl stehen auch die lesbische Produzentin Linda Perry (K-Word #114) für den Song „Girl in the Movies“, den sie mit Dolly Parton für den Netflix-Film Dumplin‘ schrieb, und Ellen DeGeneres für ihr Solo-Programm Relatable (Netflix). Die Grammys werden am 26. Januar 2020 verliehen.

Lizzo/ InstagramLizzo ist auch im Kinofilm „Hustlers“ (ab 28. Nov.) neben Jennifer Lopez, Constance Wu und Cardi B zu sehen

Mit einem Hochzeitsgeschenk überraschte Ellen DeGeneres letzte Woche das Frauenpaar Sarah und Kate, die sich vor dem Eiffelturm verlobt hatten. Kate hatte die lebische Moderatorin zuvor via Twitter darum gebeten, sie zum Altar zu führen, weil ihre Eltern ihre Heirat ablehnen.

Zwischen Whitney Houston (1963-2012) und ihrer langjährigen Assistentin und Jugendfreundin Robyn Crawford war mehr als nur eine enge Freundschaft, zumindest vor Beginn ihrer Karriere – das bestätigte Crawford jetzt erstmals in ihrem Enthüllungsbuch A Song For You: My Life with Whitney Houston (K-Word #325). Wieso sie ihr jahrelanges Schweigen brach, erklärte sie in der Zeitschrift O so: „Als ihre Tochter Bobbi Kristina [2015] starb und ich hörte, wie Bobbi, Whitney, unsere Freundschaft behandelt wurden, hatte ich zum ersten Mal das Bedürfnis aufzustehen. Ich hatte das Gefühl, dass das Vermächtnis meiner Freundin darunter begraben wurde. Damals fragte ich Nip [Anm.: Whitney Spitzname], ob ich dieses Buch schreiben sollte. Ich setzte mich tatsächlich hin und fragte sie da oben: ‚Was soll ich tun? Verstehst du, warum jetzt?‘ Ihr Ja zu spüren, war für mich die Erlaubnis.“

ScreenshotRobyn Crawford in „The Wendy Williams Show“

Das Interview mit Crawford führte die lesbische Drehbuchautorin/ Schauspielerin und Produzentin Lena Waithe (K-Word #303), die nicht erst seit ihrem Emmy-Gewinn 2017 zu den Hoffnungsträgerinnen des neuen Hollywoods gehört. In der Ellen DeGeneres Show verriet sie letzte Woche, dass sie und ihre Verlobte Alana Mayo, ebenfalls Produzentin, kürzlich in San Francisco geheiratet haben. „Wir haben es nicht angekündigt“, erzählte sie dem Gastmoderator John Legend. „Wir sind zum Gericht gefahren und heirateten direkt vor Harvey Milks Büste. Es war ihre Idee, wie alle guten Dinge. Sie sah das Gerichtsgebäude und sagte: ‚Hier sollten wir heiraten.‘ Und ich sagte: ‚Cool, ich bin dabei.‘ Im Gericht von San Francisco wurde 2004 die erste gleichgeschlechtliche Ehe der USA geschlossen. Stadtrat Harvey Milk war der erste offen schwule Politiker der USA (er wurde 1978 von einem ehemaligen Stadtrat erschossen).

Waithe/ InstagramLena Waithe (r.) und ihre Frau Alana Mayo

Hayley Kiyoko bekam am letzten Sonntag in L.A. den „Youth Innovator Award“ des Trevor Projects, einer Hotline für selbstmordgefährdete LGBTQ-Jugendliche. In ihrer Dankesrede erinnerte sich die 28-Jährige, die für ihre Vorbildfunktion als offen lesbische Popsängerin und ihr LGBTQ-Engagement geehrt wurde, an ihre Jugen: „Zu wissen, dass ich ‚eine Homosexuelle‘ bin, hatte einen großen Einfluss auf meine Vorstellungen von der Zukunft. Die wenige Repräsentation, die ich in der Popkultur sah und an die ich mich geklammert habe, schien immer irgendwie negativ zu enden, sei es, im Leben alleine zu bleiben, Scham oder, noch schlimmer, nicht lange zu leben.“ Da sie aber inzwischen die Stärke und den Mut habe, sich „ganz offen zu akzeptieren und zu lieben“, sehe sie sich in der Pflicht, denjenigen zu helfen, die „sich im Dunkeln verirrt haben“.

The Trevor Project/ ScreenshotHayley Kiyoko und ihre Laudatorin, Ex-Disneystar Debby Ryan (l.)

Auch Cybill Shepherd wurde auf der Trevor-Gala geehrt. Die Laudatio auf den Ex-The L Word-Star, deren Schwester lesbisch war und die eine lesbische und eine bisexuelle Tochter hat (letztere, Clementine Ford, spielte in The L Word ihre Tochter) hielt Jane Lynch (die letztes Jahr noch einmal ihre erste gemeinsame Sexszene in der Lesbenserie durchlebte, K-Word #269).

The Trevor Project/ ScreenshotCybill Shepherd (r.) und Jane Lynch waren als „Phyllis Kroll“ und „Joyce Wischnia“ Loverinnen in „The L Word“

In ihrer Debütsingle „Meine Liebe“ sang Wilhelmine über ihre Liebe zu Frauen (K-Word #321), in ihrer zweiten Single „Du“, die heute erschienen ist, besingt sie ein weiteres Kapitel ihres Lebens. Im Dezember gibt die Berliner Musikerin vier Konzerte in Stuttgart, Freiburg, Münster und Hamburg, ihre Plattenfirma verlost dafür 2x2 Freikarten.

In Nürnberg gibt‘s zum ersten Mal ein lesbisches Faschings-Prinzenpaar: Marcella I. und ihre Lieblichkeit Senna I., im echten Leben verheiratet, wurden am letzten Samstag feierlich inthronisiert. „Nürnberg ist bunt, die Welt ist bunt, die Zeit ist reif dafür“, verkündete der im Stadtteil Reichelsdorf angesiedelte Fastnachtsverein Crazy Dancers in einer Pressemitteilung und gab mit „So bunt wie ein Regenbogen“ auch gleich das passende Motto für die Saison aus. Das erste gleichgeschlechtliche Prinzenpaar im deutschen Karneval sind die beiden zwar nicht, aber sie sind die ersten aus einer Großstadt.

Fastnachtsgesellschaft Crazy Dancers e.V./ FacebookMarcella I. (r.) und ihre Lieblichkeit Senna bei ihrer Inthronisierung

Südafrikas Leichtathletik-Star Caster Semenya spricht in diesem Kurzfilm von Nike über ihre Anfänge als Sportlerin und erinnert sich daran, dass sie schon mit fünf wusste, „dass ich anders als andere Kinder war. Meine Schwester sagte: ‚Du siehst aus wie ein Junge.‘ Ich weiß, dass ich wie ein Junge aussehe. Na und? Was wollt ihr daran ändern?“ Auch Semenyas kommen in Birthplace of Dreams vor, nicht aber ihre Frau Violet Raseboya, mit der sie seit 2017 verheiratet ist (K-Word #182). Die mehrfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin über 800 Meter spielt zurzeit beim südafrikanischen Fußballclub JVW (K-Word #318). Als Läuferin ist sie zurzeit gesperrt, weil sie ihren hohen Hormonspiegel nicht medikamentös senken will, wie es der Internationalen Leichtathletikverbands IAAF fordert (K-Word #312). Schön, dass sie die Unterstützung ihres Sponsors Nike hat!

 

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