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K-Word #328: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Nadine Angerer (und ihre Frau Magdalena) bei "Dancing on Ice", "Batwoman" bekommt Starttermin in Deutschland, "The L Word: Generation Q", Scarlett Johansson, Melina Sophie, Film und Serie über die lesbische Dichterin Emily Dickinson - und mehr!

Julia Feldhagen/ SAT.1 Mit einer weiblichem Eistanzpartnerin würde sie vielleicht eine bessere Figur auf dem Eis machen als mit Profi David Vincour, aber wenigstens muss sie keine Kleidchen tragen: Nadine Angerer (r.) mit ihrer Frau Magdalena am Ende ihrer letzten Kür bei „Dancing On Ice“

Von Karin Schupp

29.11.2019 - „Du bist die erste schlittschuhfahrende deutsche Eiche!“, sagte Jurorin Judith Williams letzte Woche in Dancing On Ice über Nadine Angerers  Kür zu „I Kissed a Girl“ (siehe Clip unten), an deren Ende sie ihre Frau Magdalena küsste. „Du bist das Untalentierste, Uneleganteste, was ich je auf dem Eis gesehen habe“, urteilte auch Daniel Weiss über die frühere Welttorhüterin. „Aber: Sie ist eine Rampensau, und sie gehört in diese Show!“ Dem stimmte auch Katarina Witt zu: „Bitte bleib so, wie du bist! Man hat total Spaß, dir zuzuschauen!“ Natze, zurzeit Torwarttrainerin bei den Portland Thorns, kennt ihre Schwächen: „Es fällt mir leicht, Spaß zu haben, und alles andere fällt mir, ehrlich gesagt, schwer.“ Ob sie mit ihrer „fröhlichen, tollen Ausstrahlung“ (Williams) die Jury und das Publikum weiterhin auf ihrer Seite hat, wird sich in der heutigen Show zeigen (SAT.1, Fr, 20:15 Uhr).

Weihnachten kommt in diesem Jahr früher: Ab 20. Dezember stehen bei Amazon Prime acht Folgen der Serie Batwoman (K-Word #324), der weltweit ersten Serie mit einer lesbischen Superheldin, gespielt von Ruby Rose. Der zweite Teil der Staffel (der in den USA auch erst im nächsten Jahr läuft) folgt „später in 2020“, wie der Streamingdienst ankündigte.

Michael Courtney/ The CW Man kann nicht klagen: Mit Julia Pennyworth (Christina Wolfe, r.) taucht in Folge 7 schon die dritte (Ex-)Loverin von Kate Kane/ Batwoman (Ruby Rose) auf

In den USA läuft die PR-Maschinerie auf Hochtouren: Am 8. Dezember starten die neuenThe L Word-Folgen (K-Word #327) beim Pay-TV-Sender Showtime, und hier sprechen Showrunnerin Marja-Lewis Ryan, Ex-The L Word-Boss Ilene Chaiken und die Schauspielerinnen, darunter auch Leisha Hailey, Jennifer Beals und Kate Moennig, über das Reboot und die Unterschiede zur Original-Serie:

Sky Deutschland zeigt The L Word: Generation voraussichtlich erst im April 2020, offiziell bestätigt ist das aber noch nicht.

Youtube-Star Melina Sophie (K-Word #108) hat eine neue Freundin, die sie natürlich ihren 3,7 Millionen Followern mit einem klaren “Mine“ auf Instagram vorstellte. Ob Helga, Fitnessstudio-Besitzerin in Island, Melina von ihrem zwischenzeitlichen Plan, aus ihrer Wahlheimat wieder nach Deutschland zurückzukehren, abgebracht hat?

InstagramMelina Sophie (r.) und Helga

Filmtipp: In Wild Nights with Emily schildert die lesbische Regisseurin Madeleine Olnek (bekannt für schräge Low Budget-Komödien wie Codependent Lesbian Space Alien Seeks Same) die lebenslange Beziehung von Amerikas berühmtester Dichterin Emily Dickinson (Molly Shannon) mit ihrer Jugendfreundin und späteren Schwägerin Susan (Susan Ziegler). Dass es diese Beziehung wirklich gab, wird heute nicht mehr ernsthaft bezweifelt, denn sie wird durch zahlreiche Liebesbriefe belegt - aus denen allerdings jemand zunächst Susans Namen gelöscht hatte. Wild Nights läuft in Berlin ab heute im Kino, ab 8. Dez. kommen noch weitere Städte dazu (Orte/ Termine).

Nicht nur Wild Nights with Emily räumt virtuos mit Dickinsons bisherigem Image als altjüngferliche (und natürlich heterosexuelle) Einsiedlerin auf, auch die neue Serie Dickinson auf der neuen Streamingplattform Apple TV+ tut das. Die Dramedy über die Dichterin als junge Frau (Hailee Steinfeld, Pitch Perfect 2) zeigt schon in der ersten Folge einen leidenschaftlichen Kuss zwischen ihr und Sue (Ella Hunt).

„Im Nachhinein bin ich mit der Situation falsch umgegangen. Meine erste Reaktion war nicht sensibel genug“, bekannte  Scarlett Johansson reuevoll in Vanity Fair und meinte damit ihren Umgang mit der Kritik auf ihre Ankündigung, den Gangsterboss Dante „Tex“ Gill zu spielen (K-Word #257). Gill galt damals zwar als lesbische Butch, nach heutiger Lesart aber eher als trans Mann, und solche Rollen, so die Kritik, sollten trans Schauspieler*innen überlassen werden – allein schon deswegen, weil sie für cis-Rollen nie angefragt werden. Nach einem Shitstorm stieg Johansson aus dem Projekt aus (K-Word #259), beklagte sich aber in Interviews, etwa im Magazin As If, dass es ihr Job sei, „als Schauspielerin jede Person, jeden Baum, jedes Tier spielen zu können“ und „dieser Trend in meiner Branche“ keine „Auswirkungen auf die Kunst haben sollte“. Damals habe sie die Diskussion nicht gekannt und die Situation „falsch eingeschätzt“, sagte sie jetzt in Vanity Fair. „Ich habe dadurch aber so viel gelernt.“ 

Gage Skidmore/ CC-BY-SAIm nächsten Jahr ist Scarlett Johansson neben Rachel Weisz in „Black Widow“ zu sehen (Kinostart: 30. April)

Schon 2013 habe ich im allersten K-Word über Falling Snow – Zwischen Liebe und Verrat von Shamim Sarif und Hanan Kattan (I Can’t Think Straight) geschrieben – damals versprach er uns noch Maria Furtwängler in einer lesbischen Rolle! – 2014 wurde er gedreht, 2016 hatte er Premiere, zu uns kam aber erst jetzt: Ganz leise und ohne jegliche Vorankündigung gibt’s den Kalter-Krieg-Spionage-Liebesdrama endlich auf DVD und bei Streaminganbietern (aber nicht bei Amazon und Netflix). Der Film ist allerdings der bisher heterosexuellste des britischen Ehepaars: Es gibt zwar eine Lovestory zwischen Rebecca Ferguson und Antje Traue (die auch in Dark und dem Lesbenfilm Die Freundin meiner Mutter lesbische Rollen spielte), aber das ist nur ein Nebenstrang in der Rahmenhandlung.

Screenshot Antje Traue (l.) und Rebecca Ferguson in „Falling Snow“

Nach dem Riesenerfolg der Reality-TV-Sendung Queer Eye for the Straight Guy (die Netflix 2018 als Queer Eye neu auflegte) haben wir uns schon lange gewundert, warum alle immer nur die Schwulen und niemand UNS um unseren Rat fragt! Und hier setzt die Schauspielerin Ally Johnson an: Mit vier lesbischen – aber nicht durchweg butchigen - Mitstreiterinnen, darunter Mandahla Rose (All About E), drehte sie Butch Pal for the Straight Gal (=Butch-Kumpel für die Hete), eine „Mockumentary“ (= fiktionale Doku), in der Heterofrauen bestärkt werden sollen, mehr auf ihre innere Stimme zu hören, Gendernormen zu hinterfragen und, nicht zuletzt, mit weniger Makeup und mehr Flanellhemden zu leben. Per Crowdfunding werden noch bis Mittwoch die letzten Euros bzw. Dollars gesammelt, um die Pilotfolge fertigzustellen – der erste Schritt, um danach in Serie gehen zu können. Einen Trailer gibt’s schon, und darin ist auch Dot-Marie Jones, bekannt als Footballcoach in der Highschool-Serie Glee, zu sehen:

 

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