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K-Word #330: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Kate Moennig, Leisha Hailey und „The L Word: Generation Q“, Nadine Angerer, Wilhelmine, Megan Rapinoe, Ashley Benson & Cara Delevingne, Kristen Stewart, lesbische Miss Universe-Kandidatin, Steffi List, Cyndi Lauper, Beanie Feldstein - und mehr!

Von Karin Schupp

13.12.2019 - Am letzten Sonntag hatte in den USA das Serien-Reboot The L Word: Generation Q Premiere (wir berichteten – und nein, für Deutschland gibt‘s noch keinen offiziellen Ausstrahlungstermin), in den ersten zehn Minuten gab's schon zwei Sexszenen, und die ersten Probleme kündigen sich auch bereits an: Bette (Jennifer Beals) wird in ihrem Wahlkampf zur Bürgermeisterin von L.A. ein Stein in den Weg gepfeffert, Alice (Leisha Hailey) ist frischgebackene Ko-Mutter und kriegt es mit der Ex ihrer Freundin zu tun, und Shane (Kate Moennig) lebt offenbar in Scheidung (waaaas, sie ist verheiratet???).

Instagram Leisha Hailey und Kate Moennig in T-Shirts von Haileys neuer Kollektion „Vintage Gay“ (Link zur Webseite bei Klick aufs Bild). 15 Prozent des Erlöses gehen übrigens an das LGBTQ-Projekt „Human Rights Day“

Private Eheprobleme hat Kate Moennig hingegen nicht. „Sie unterstützt mich total und hängt sich vor allem nicht daran auf, dass ich Liebesszenen spielen muss. Sie vertraut mir“, sagte sie der Webseite Vulture über ihre Frau, die brasilianische Musikerin Ana Rezende. „Sie sagt: ‚Ich weiß, was dir fehlen wird, wenn ich gehen würde.‘ Und sie hat vollkommen Recht.“ In dem Interview erwähnt die Schauspielerin, die sich im September (endlich) als lesbisch outete (K-Word #317), nochmals, dass sie ihr Coming Out erst während der The L Word-Dreharbeiten erlebte. „Leisha Hailey hat’s sofort gewusst, aber ich habe noch eine Sekunde länger gebraucht. Leisha ist ein sehr scharfsinniger Mensch.“ Nicht nur Leisha, liebe Kate, sondern ALLE außer dir!

Bei Dancing On Ice ist heute Abend Halbfinale (SAT.1, Fr, 20:15 Uhr) – und Nadine Angerer hofft auf eure Anrufe. „Ich bin zwar der untalentierteste erotische Adler, verkleidet als deutsche Eiche, aber ich liebe Eiskunstlaufen“, schrieb die Ex-Weltfußballerin des Jahres auf Instagram, und ihr Partner David Vincour verspricht, im Falle des Finaleinzugs im Tanga aufzutreten (ist von mir aus nicht nötig...).

SAT.1/ Willi Weber Nadine Angerer und David Vincour tanzten letzte Woche zu „Last Christmas“

Sanna Marin (34), seit Dienstag die neue Regierungschefin Finnlands und damit das jüngste Staatsoberhaupt weltweit, wuchs in einer Regenbogenfamilie auf, „bevor es diesen Ausdruck überhaupt gab“, wie sie 2015 der Zeitung Menaiset sagte: Ihre Mutter lebte seit der frühen Trennung von Sannas Vater mit einer Frau zusammen. Als Kind habe sie darüber nicht offen sprechen können, sagte die Politikerin der finnischen Sozialdemokraten. „Die Stille war das Schlimmste. Unsichtbarkeit führte zu einem Gefühl der Inkompetenz. Wir wurden nicht als echte und gleichberechtigte Familie anerkannt. Erst jetzt im 21. Jahrhundert wird die Debatte um Regenbogenfamilien offener geführt.“

Marin/ InstagramSanna Marin (3.v.r.) mit einem Banner ihrer Partei SDP beim Turku Pride

Nein, Ashley Benson und Cara Delevingne (K-Word #317) haben sich nicht getrennt. Mit einem simplen “Nö” beantwortete Benson am Mittwoch die Nachfrage eines Fans auf Instagram. Die Nachricht der Trennung hatte sich schnell verbreitet, nachdem Cara sie auf Instagram verkündet hatte. Dass der Post zwanzig Minuten später wieder verschwand und kurz auch der Satz “Ich glaube, ich werde wieder hetero” aufpoppte, lässt aber vermuten, dass ihr Konto gehackt wurde. Ashley schickte ihr Dementi übrigens aus Berlin, zuvor war sie mit anderen Stars ihrer früheren Serie Pretty Little Liars, darunter Troian Bellisario (Spencer) und Janel Parrish (Mona), auf der German Comic Con in Dortmund aufgetreten.

Benson/ Instagram„I love Christmas. Berlin. Gluhwein. And these two“: Ashley Benson (M.) und zwei Freundinnen auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin

Karen-Susan Fessel erhält im Februar das Bundesverdienstkreuz am Bande. „Ich freue mich sehr über die Ehrung und bin immer noch ein bisschen sprachlos“, schrieb die Berliner Autorin, die sowohl Lesbenromane als auch Kinderbücher veröffentlicht, auf ihrer Webseite.

„Die Leute, die mich schon länger begleiten, wissen, wie viel mir das bedeutet: ALLES“, freut sich Wilhelmine auf Instagram: Nachdem ihre Debütsingle, der Coming Out-Song „Meine Liebe“ (K-Word #321), der Sprung in die YouTube Music Hotlist gelungen war, kündigte die Berliner Musikerin jetzt ihre „Komm wie du bist“-Tour 2020 an, im März spielt sie außerdem im Support für Selig. Alle Termine stehen hier.

ScreenshotWilhelmine in ihrem Video zu „Meine Liebe“

Dass es die Miss Universe-Wahlen noch gibt, hört sich irgendwie wie aus der Zeit gefallen an, aber immerhin gab es erstmals im 67-jährigen Bestehen dieses Schönheitswettbewerbs (der viele Jahre Donald Trump gehörte) eine lesbische Bewerberin: Swe Zin Htet alias Miss Myanmar sprach vor dem Finale am Sonntag offen darüber, dass sie lesbisch ist. „Ich wusste schon 2015, dass ich ‚eine von denen‘ war“, sagte das Model dem Beauty Blog Missosology auf die Nachfrage, wieso sie sich so für LGBTQ-Belange stark mache und sogar eine Stiftung zu diesem Zweck gründen wolle. „Ich möchte, dass die Welt die LGBTQ+-Community und ihr Recht, den eigenen Weg zum Glück zu wählen, akzeptiert.“ Unter die Top 20 der 90 Kandidatinnen kam Swe Zin Het leider nicht, Siegerin wurde Miss Südafrika.

Swe Zin Het/ InstagramIhre Fans nennen sie „Superman“: Swe Zin Htet

Früher setzten sie Frauen in Bikinis auf Kühlerhauben, aber seit einigen Jahren hat der Pirelli-Kalender einen künstlerischen Anspruch und ließ für die 2020-er Ausgabe den Fotografen Paolo Roversi und seine Models, darunter trans Model Indya Moore, Emma Watson, Claire Foy und Kristen Stewart, eine von Shakespeare inspirierte Hommage an Julia (ohne Romeo) erschaffen (Fotos). Den Kalender kann man nicht kaufen, die limitierte Auflage verschenkt der Reifenhersteller an „ausgewählte KundInnen“. Wer einen übrig hat: Wir von der L-MAG-Redaktion würden uns über dieses Weihnachtsgeschenk freuen!

Pirelli„… is the strongest thing someone can possibly do“ - Kristen Stewart im Hinter-den-Kulissen-Clip des Fotoshootings

Mit acht Preisen war The Favourite (unsere Filmkritik) der große Gewinner beim Europäischen Filmpreis, der am letzten Samstag in Berlin verliehen wurde. Die lesbische Historienkomödie wurde unter anderem „Europäischer Spielfilm 2019“ und „Europäische Komödie 2019“, und Olivia Colman, die für ihre Rolle bereits den Oscar gewann, wurde zur besten Hauptdarstellerin gekürt. Sie nahm den Preis leider nicht persönlich entgegen, ebenso wenig wie die lesbische Filmemacherin Céline Sciamma, die für das Drehbuch ihres Lesbendramas Porträt einer jungen Frau in Flammen (unsere Filmkritik) ausgezeichnet wurde.

20th Century Fox Rachel Weisz (l.) und Olivia Colman in „The Favourite“

Die lesbische Schauspielerin Beanie Feldstein bekam gleich für ihre erste Hauptrolle - in Booksmart - eine Golden Globe-Nominierung. Ihre Ko-Hauptdarstellerin Kaitlyn Dever wurde für ihre lesbische Rolle zwar nicht nominiert, bekam aber eine Nominierung für den Netflix-Mehrteiler Unbelievable. Auf der Liste des Film- und TV-Preises (Verleihung am 5. Jan.) stehen auch der lesbische Liebesfilm Porträt einer jungen Frau in Flammen, die pansexuelle Netflix-Serie The Politician, Killing Eve und Hauptdarstellerin Jodie Comer, die darin eine queere Auftragsmörderin spielt. Und Ellen DeGeneres kann das Regal bereits freiräumen: Sie wird mit dem Carol Burnett Award geehrt.

Feldstein/ InstagramBeanie Feldstein (r.) mit ihrer Lebensgefährtin Bonnie Chance Roberts

Nach etlichen Ehrungen, darunter die FIFA-Trophäe The Best (K-Word #319) und dem Ballon d’Or für (K-Word #329), wurde US-Fußballweltmeisterin Megan Rapinoe am Montag in New York auch national zur „Sportsperson of the Year“ gekürt. Und wer Rapinoe ehrt, muss sich natürlich auch von der lesbisch-feministisch-antirasissistischen Aktivistin rügen lassen – in diesem Fall war es die größte Sportzeitschrift der USA Sports Illustrated, die den Preis vergibt. „Bin ich wirklich erst die vierte Frau, der diese Ehre in 60 Jahren gebührt?“, sagte sie in ihrer Dankesrede. „Ich denke nicht. Verdienen es wirklich nur so wenige People of Color, in dieser Publikation schreiben zu dürfen? Nein. Verdienen es wirklich nur so wenige Frauenstimmen, in dieser Publikation gehört und gelesen zu werden? Ich denke nicht.“

Cyndi Lauper („Girls Just Wanna Have Fun“) ist die erste Preisträgerin des „High Note Global Prize“ der Vereinten Nationen. Der neue Preis, der ihr Engagement für obdachlose LGBTQ-Jugendliche würdigt, wurde ihr am Dienstag im Rahmen ihres „Home for the Holidays“-Konzerts in L.A. verliehen. Mit diesem jährlichen Event sammelt sie seit 2011 Geld für ihre Stiftung True Colors United. Neben der Musikerin standen auch LGBT-KollegInnen wie King Princess, Kesha, Billy Porter und Lily Tomlin sowie solidarische Heteros wie Marilyn Manson und Henry Rollins auf der Bühne, Cher gratulierte per Video.

Billboard/ ScreenshotCyndi Lauper auf dem Roten Teppich des „Home for the Holidays“-Events

„Revolution ist wieder aktueller denn je“, sagt Steffi List (L-Beach 2010/ 2014/ 2019) und erweckt Tracy Chapmans Klassiker „Talking about a revolution“ mit ihrem Remix  zu neuem Leben. Regenbogenfahnen dürfen in ihrem Video natürlich auch nicht fehlen, denn, so schrieb uns die Musikerin, die 2008 in Stefan Raabs TV Total-Castingshow Dritte wurde, „für mich ist es unbegreiflich, dass unsere Communitiy in der heutigen Zeit immer noch für Gleichberechtigtung und Anerkennung kämpfen muss.“

 

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