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K-Word #331: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Zwei österreichische Fußballnationalspielerinnen outen sich, Ex-"The L Word"-Stars melden sich zu Wort, Kerstin Ott, Nadine Angerer, Charlize Theron, Cara Delevingne & Ashley Benson, Lesbenkuss in "Star Wars", drei Promi-Hochzeiten und mehr!

Von Karin Schupp

20.12.2019 - Küssende Kickerinnen: „Love always wins“, betitelte Viktoria Schnaderbeck (Ex-Bayern München, seit 2018 Arsenal London), das Kussfoto mit ihrer Freundin Anna, das sie am Mittwoch in den Sozialen Medien teilte. Und gegenüber der Zeitung Krone, die offenbar ihren Augen nicht trauen wollte und vorsichtshalber nachfragte, bestätigte die Kapitänin des österreichischen Nationalteams ihr Coming Out: „Es stimmt, wie es hier interpretiert wird.“

Das wollte ihre Nationalteam-Kollegin Sarah Puntigam doch längst schon erledigt haben und legte drei Stunden später nach: Sie postete ein ebenso eindeutiges Foto, das sie mit der Ex-Fußballerin Genessee Daughetee zeigt. Die frühere SC Freiburg-Spielerin spielt seit 2018 bei Montpellier und damit – uuuuiiiiiiii! - im selben Team wird Genessees Ex, die holländische Nationalspielerin Anouk Dekker. Schade nur, dass keine deutschen Spielerinnen ihrem Beispiel folgten!

Instagram Links küssen sich Viktoria Schnaderbeck und ihre Freundin Anna, rechts Genessee Daughetee und Sarah Puntigam

Nachdem sie kürzlich noch Trennungsgerüchte dementiert hatte (K-Word #330), bekam Ashley Benson (Pretty Little Liars) zu ihrem 30. Geburtstag am Mittwoch einen öffentlichen Liebesbrief von ihrer Freundin Cara Delevingne (Carnival Row). Beide Frauen posteten in dieser Woche auch Aufmunterungsbotschaften an die LGBTQ-Community: Ashley wählte ein Zitat ihres lesbischen Pretty Little Liars-Bosses I. Marlene King (und bekam von ihr ein „Ich bin stolz auf dich“ zurück), Cara garnierte ihren Post mit den Worten: „Die Welt hat größere Probleme als Jungs, die Jungs küssen, und Mädchen, die Mädchen küssen. Kommt darauf klar!“

InstagramUnd wer hat fotografiert?!? Cara Delevingne (l.) und Ashley Benson

In einem Interview mit Ex-The L Word-Star Rachel Shelley für die britische Lesbenzeitschrift DIVA machte uns Serienschöpferin Ilene Chaiken Hoffnungen, dass die Schauspielerin ins Reboot der Serie (das in den USA Anfang Dezember startete - wir berichteten) zurückkehrt: „Um die Frage zu beantworten: Wer kommt zurück? Ich hoffe auf jeden Fall auf Helena Peabody.“ Allerdings trifft Chaiken nicht mehr die Entscheidungen: Sie überließ das Ruder der neuen Showrunnerin Marja-Lewis Ryan, und die scheint – abgesehen von Alice, Bette und Shane - nicht sehr daran interessiert zu sein, bekannte Gesichter zurückzuholen.

Das bestätigte indirekt auch Sarah Shahi: „Ich würde sehr gerne. Sie müssen nur fragen!!“, twitterte sie letzte Woche. Shahi hatte ihre Rückkehr als Carmen schon früh in Aussicht gestellt (K-Word #288), ohne dass etwas daraus wurde. Möglicherweise wurde ihr zum Verhängnis, dass sie eine Latina-Figur spielte, ohne selbst hispanische Wurzeln zu haben – solche Castings würde es im Hollywood von heute eher nicht mehr geben.

Auch Jenny-Darstellerin Mia Kirshner wehrte sich gegen eine von Ryans Entscheidungen: Nachdem in der zweiten Folge von The L Word: Generation Q  Jennys Tod (in Staffel 6) in einem kurzen Satz aufgelöst worden war (*** Spoiler ***: Es war Selbstmord), twitterte sie: „Jenny ist nicht tot. So eine Geschichte sollte nicht über eine Überlebende von sexueller Gewalt erzählt werden.“

In der Webshow Couchsurfing lässt The L Word-Star Jennifer Beals ihre wichtigsten Rollen Revue passieren und verspricht (ab Min. 10‘), dass The L Word: Generation Q keine einmalige Sache bleiben soll - jetzt muss nur noch der Sender eine zweite Staffel bestellen!

„Ich hatte mit 17 mein Coming Out, und ich kannte niemanden, die lesbisch war, das war für mich damals ne große Katastrophe, weil ich mit niemandem darüber sprechen konnte. Das hat mich in viele Abgründe gestürzt. Heute möchte ich nicht mehr versteckt leben, das finde ich nicht lebenswert“, sagte Popstar Kerstin Ott im Gespräch mit L-MAG-Chefredakteurin Manuela Kay und verriet, dass Homosexualität hinter den Kulissen der Schlagerbranche „überhaupt kein Thema“ sei. „Da gibt es – leider immer noch hinter vorgehaltener Hand – sehr, sehr viele lesbische und schwule Künstlerinnen und Künstler.“ Das komplette Interview steht in der neuen Ausgabe der L-MAG, ab heute an jedem Bahnhofskiosk.

Claudia López, die neue Bürgermeisterin von Kolumbiens Hauptstadt Bogotá, hat am Montag ihre Lebensgefährtin Angélica Lozano geheiratet. „Ich heirate die Liebe meines Lebens!“, schrieb López auf Twitter. „Ich liebe dich, göttliche Angélica. Vielen Dank, dass es dich gibt und dass du mich liebst.“ Die 49-Jährige saß wie ihre Frau für die Partei Grüne Allianz im Parlament, bis sie Ende Oktober ins zweitwichtigste Amt ihres Landes gewählt wurde – eine kleine Sensation (wir berichteten). Ihren Posten tritt sie am 1. Januar an.

Eine große Nachricht in afrikanischen Medien war die Hochzeit des südssudanesischen Topmodels Aweng Chuol mit ihrer Verlobten Alexis, über die sie am letzten Freitag twitterte: „Ich habe heute meine beste Freundin geheiratet.“ Die 21-Jährige, die in einem kenianischen Flüchtlingscamp geboren wurde und heute in New York lebt, ist zurzeit in der Herbstkampagne von Puma zu sehen.

Claudia López und Angélica Lozano (links), Aweng Chuol und ihre Frau Alexis (rechts)

Am 28. Dezember heiraten auch die US-Fußballweltmeisterinnen Ashlyn Harris und Ali Krieger – und Megan Rapinoe wird eine ihrer Brautjungfern sein. Das Paar outete sich im März mit der Verkündung ihrer Verlobung (K-Word #293).

Ex-Fußballstar Nadine Angerer, die in Dancing on Ice als „untalentiertester erotischer Adler, verkleidet als deutsche Eiche“ (Selbstbezeichnung) die Herzen des Publikums eroberte (K-Word #329), ist heute Abend zum letzten Mal in der Promi-Eistanz-Show zu sehen, im Finale steht sie allerdings verdientermaßen nicht (SAT.1, 20:15 Uhr). Dass sie sich selbst nicht so ernst nimmt, zeigt auch dieser Clip aus ihrem Training (das herzhafte Lachen kommt von ihrer Frau Magda, die das Geschehen filmte):

Die ersten acht Folgen von Batwoman mit Ruby Rose als lesbische Fledermaus und The Lost Girl-Star Rachel Skarsten als Bösewichtin stehen ab heute bei Amazon Prime (unsere Serienkritik). Die Serie, die der Superheldin auch ein Liebesleben gönnt, dürfte die Comic-Fans nicht enttäuschen (und schon gar nicht die lesbischen Comic-Fans!) - das Gerücht, dass sie ein Flop sei, hat sie hauptsächlich einem „Review-Bombing“, also dem gezielten Herunterziehen von Publikumsbewertungen durch männliche Trolle (K-Word #321), zu verdanken. Weil es keinen deutschen Trailer gibt, poste ich die Vorschau des Originalsenders - die Folgen gibt’s aber auch auf deutsch. Bei The CW starten die restlichen 14 Folgen Mitte Januar; wann sie zu uns kommen, ist noch nicht bekannt.

In einem Interview erklärte Charlize Theron, wieso sie im April öffentlich machte, dass das ältere ihrer zwei Adoptivkinder trans ist (K-Word #299): „Als ihre Mutter fand ich es wichtig, die Welt wissen zu lassen, dass man die richtigen Pronomen für sie verwenden sollte“, sagte sie der LGBTQ-Webseite Pride Source. „Auch ich habe in der Presse immer noch das falsche Pronomen benutzt. Das hat ihre Gefühle verletzt.“ Künftig wolle sie aber nicht mehr über das Thema sprechen: „Das ist ihre Geschichte, und wenn sie sie eines Tages erzählen will, wird sie das tun.“ Stattdessen teilte sie eine Anekdote über ihre jüngere Tochter August (4): „Sie ist davon überzeugt, dass sie fünf Mal heiraten wird und zwar drei Jungs und zwei Mädchen. Ich finde es toll, dass sie die Freiheit hat, so zu denken.“

InstagramCharlize Theron (r.) mit der lesbischen Schauspielerin Kate McKinnon, die in ihrem neuen Film „Bombshell“ (D-Start: 13.2.20) eine lesbische Rolle spielt

In der Stuttgarter Inszenierung von Mozarts „Le Nozze di Figaro“ landet die Gräfin mit ihrer Zofe Susanna im Bett und wendet sich im Finale nicht ihrem Gatten, sondern einer Frau zu. Für ihre queere Inszenierung, die in der Bettenabteilung eines Möbelhauses angesiedelt ist, bekam Regisseurin Christiane Pohle auch viele Buhrufe – am 21. Dezember könnt ihr euch selbst ein Bild machen: Da stellt die Stuttgarter Staatsoper die Oper nämlich als kostenlosen Livestream ins Netz.

Martin Sigmund Gräfin (Sarah-Jane Brandon, links) mit Susanna (Esther Dierkes), links der Figaro (Michael Nagl) an der Stuttgarter Staatsoper

Revolution im Weltall: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers, jetzt im Kino, zeigt erstmals in der Geschichte der Science Fiction-Saga einen gleichgeschlechtlichen Kuss: zwei Widerstandskämpferinnen feiern damit ihren Sieg. So richtig ein Grund zum Jubeln ist das aber nicht: Es sind zwei namenlose Charaktere am Rand, ihr Kuss ist so kurz, dass er selbst den Zensoren in China entging, die sonst jeden Funken Homosexualität aus Filmen schneiden, und ihn am Ende des neunten und allerletzten Teils noch reinzuschieben, wirkt so, als hätten sie’s noch schnell erledigen wollen, um im Jahr 2019 nicht allzu blöd dazustehen… 

Wusstet ihr schon, dass hinter dem Verlag, in dem L-MAG und das queere Berliner Stadtmagazin Siegessäule erscheinen, zwei Lesben stecken? Der Berliner Regionalsender TV Berlin stellt in seiner neuen Ausgabe von Success in Berlin – Das Magazin der BürgschaftsBank den Special Media SDL-Verlag und seine beiden Verlegerinnen Manuela Kay und Gudrun Fertig vor:

Diese K-Word-Ausgabe hat mit Österreich begonnen und endet mit Österreich: Amy Wald, die mit ihrem Coming Out-Song „Liebesleben“ (2018) erstmals auf sich aufmerksam machte, tourt im Februar 2020 mit ihrer Band durch Österreich und Deutschland (Termine). Im Video zu ihrem aktuellen Song „F.A.L.S.“ ist sie zusammen mit ihrer Freundin, der Youtuberin Valentina Vale, zu sehen - wie auch schon im Frühjahr im Hochzeitsvideo The Wedding of Siri & Alexa, das das Paar für den EuroPride Wien drehte (K-Word #299).

 

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