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K-Word #344: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Promis wie Melissa Etheridge, Ellen DeGeneres, Christine and the Queens, Wilhelmine, Babett Peter, Ellen Page, Cara Delevingne, Miley Cyrus & Demi Lovato unterhalten euch von zu Hause aus, Nicola Adams, Caster Semenya, DVD-/ Serientipps - und mehr!

Instagram #Stayathome: Wilhelmine, Christine and the Queens, Charli XCX (unten), Melissa Etheridge (v.l.n.r.)

Von Karin Schupp

20.3.2020 - In den sozialen Medien rufen auch viele lesbische und queere Promis zur freiwilligen Quarantäne zu Hause auf, um die weitere Verbreitung des Coronavirus zu stoppen – und lassen uns daran teilhaben, wie sie sich selbst die Zeit vertreiben.

Die Schweizer Fußballnationalspielerin Ramona Bachmann (K-Word #284) zeigt in ihrer #stayathomechallenge, was man mit dem vielen Clopapier zu Hause so alles anstellen kann:

Ihre Fußball-Kolleginnen Babett Peter (Real Madrid) und Ella Masar, die im August Eltern werden (K-Word #341) und derzeit im spanischen Lockdown sitzen, luden zu einem Live-Workout ein.

US-Weltmeisterin Megan Rapinoe trainiert ihre Finger am Laptop, und Nationalspielerin Anna Blässe (VfL Wolfsburg, K-Word #340) veranstaltet ein Gewinnspiel: Sie verlost ein Trikot und Fußballschuhe für das beste #Zuhausebleiben-Bild: „Zeigt mir und der Welt wie man sich beschäftigen kann und inspiriert“, schreibt sie auf Instagram und bittet um „einigermaßen jugendfreie“ Zusendungen.

Instagram V.l.n.r.: Megan Rapinoe, Anna Blässe und ihre Freundin, die Schweizer Rekordnationalspielerin Lara Dickenmann

Ellen DeGeneres versucht sich (ohne Erfolg) an Kartentricks und Puzzles:

Das Promi-Paar Cara Delevingne und Ashley Benson (K-Word #340) dreht Tik Tok-Clips (hier noch eins):

Und Schauspielerin Ellen Page (Inception, Freeheld) und ihre Frau, die Tänzerin/ Choreografin Emma Portner (K-Word #233), üben sich in Gesang und Ausdruckstanz:

A propos Musik: Ein Gutes haben die vielen Corona-Absagen - es kommt viel mehr Kultur zu uns nach Hause. Hier haben wir Streamingtipps – DJ-Sets, Theater, Kleinkunst, Lesungen etc. – gesammelt, und auch Live-Konzerte können wir vom Sofa aus genießen:

Nach Gianna Nannini (K-Word #343), die gestern ihr drittes Konzert von zu Hause aus spielte, sendet heute Abend auch Wilhelmine „live aus ihrem Wohnzimmer“ (Fr, 20:15 Uhr), ebenso wie LP ab 22 Uhr live auf Facebook, Instagram und Youtube.

Das lesbische Duo Indigo Girls jammte bereits gestern online (ihr neues Album „Look Long“ erscheint am 24. April), Melissa Etheridge gibt seit Montag ein tägliches „Lockdown Concert“, und Charli XCX präsentiert einen täglichen Instagram-Live-Talk und hatte dort am Mittwoch die pansexuelle Musikerin Christine and the Queens  zu Gast. Heute und am Wochenende empfängt sie die bisexuellen Sängerinnen Rita Ora und Clairo und die trans Sängerin Kim Petras (die aus Köln stammt, aber in Los Angeles lebt). Die Termine gibt Charli XCX auf Instagram bekannt.

Auch Miley Cyrus unterhält ihre Fans mit ihrer Instagram-Talkshow „Bright Minded“ und hatte dort etwa Demi Lovato  zu Gast. Die beiden kennen sich seit ihrer Zeit als Disney-Kinderstars und fühlten sich damals auf einer Wellenlänge, wie Demi wortreich erklärte. „Oder wir waren einfach gay as fuck“, feixte Miley und überging mit einem grinsenden „next question!“ die Frage, ob da was zwischen ihnen lief. Keine Bestätigung, aber auch kein Dementi… (im Clip ab ca. Min. 16‘) Beide haben sich inzwischen als pan- bzw. bisexuell geoutet (K-Word #102 + #222). Miley ist zurzeit mit dem Sänger Cody Simpson liiert, Demi scheint single zu sein.

ScreenshotMiley Cyrus (o.) und Demi Lovato

In der analogen Welt sind dem Coronakrise hingegen viele beliebte Events zum Opfer gefallen. Abgesagt wurden das Internationale Frauen Film Festival, das am Dienstag in Köln begonnen hätte (soll im Herbst nachgeholt werden), die L(G)BTQ-Fan Convention ClexaCon in Las Vegas (auf Spätsommer verschoben), das für Pfingsten in Heidelberg geplante Lesbenfrühlingstreffen,der Eurovision Song Contest in Rotterdam und die beiden Fußball-EM-Qualifikationsspiele der Frauen gegen Irland (11. April) und Montenegro (14. April). Und nicht nur das: Weil die Männer-EM von diesem Jahr auf Sommer 2021 verlegt wird und dort mit der Frauen-EM kollidieren würde, wird letztere ebenfalls neu terminiert, ein Datum steht aber noch nicht fest. Aktuelle Frauenfußball-News findet ihr im Blog Cornerkick von L-MAG-Fußballexpertin Uta Zorn.

Und für die Film- und Serienfans unter euch: Jetzt auf DVD (und bei Streamingdiensten): Das lesbische Historiendrama Porträt einer jungen Frau in Flammen von Céline Sciamma mit ihrer Ex-Lebensgefährtin Adèle Haenel (K-Word #342) und Noémie Merlant in den Hauptrollen erzählt eine wunderbare Liebesgeschichte zwischen einer Malerin und ihrem Modell (unsere Filmkritik).

Alamode Film Marianne (Noémie Merlant, l.) und Héloise (Adèle Haenel)

Neu bei Netflix: In der britischen Dramedy Feel Good sind Comedian Mae (Mae Martin) und die – bisher heterosexuelle – Lehrerin George (Charlotte Ritchie, Call the Midwife) ein frisch verliebtes Paar, das sich seinen persönlichen Dämonen und dem Konfliktpotenzial in der Beziehung stellen muss. Die Serie punktet mit schrägen Charakteren (darunter Friends-Star Lisa Kudrow als Maes Mutter) und witzigen Dialoge, kommt mitunter aber auch schmerzlich real rüber (unsere Serienkritik).

Und keine Sorge, der Stoff wird euch nicht ausgehen: wir versorgen euch in den nächsten Wochen mit noch mehr Serien- und Filmtipps!

Netflix George (Charlotte Ritchie, l.) und Mae (Mae Martin) in „Feel Good“

Die bisexuelle Boxerin und Doppel-Olympiasiegerin Nicola Adams schmückt den neuen britischen 20 £-Schein. „Dann weißt du, dass du’s geschafft hast!“, kommentierte die Engländerin auf Instagram und freute sich darüber, dass auch ihr Wahlspruch „Anger is an unnecessary emotion“ (= Wut ist ein unnötiges Gefühl) draufsteht. Die 37-Jährige, die mit der Beautybloggerin Ella Baig liiert ist (K-Word #271), wechselte 2017 ins Profilager und musste ihre Karriere nach sechs Kämpfen (ohne Niederlage) verletzungsbedingt Ende 2019 beenden (K-Word 325). Der neue Geldschein würdigt Prominente aus fünf Städten, Adams repräsentiert ihre Heimatstadt Leeds.

Great British Bank Notes ... und York entschied sich für Judi Dench - ob das bei uns dann Steffi Jones und Maria Furtwängler wären?!

Caster Semenya gibt nicht auf: Die mehrfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin über 800 Meter ist zwar für ihre Paradestrecke gesperrt, weil sie ihren hohen Hormonspiegel nicht medikamentös senken will (K-Word #312), aber jetzt kündigte die Südafrikanerin an, für die Olympischen Spiele 2020 auf die 200-Meter-Strecke zu wechseln. Ob die Spiele in Tokio aber überhaupt stattfinden, wird derzeit immer unwahrscheinlicher.

Semenya/ Instagram „Ich weiß, dass ich wie ein Mann aussehe - na und?“, sagt Caster Semenya (l., mit ihrer Frau Violet). „Ich weiß, wer ich bin. Ich bin ein sehr glücklicher Mensch.“

Schade - ein offen lesbischer Tennisprofi weniger: Die Schwedin Johanna Larsson hat ihre Karriere beendet. „Ich fühle, dass meine Energie nicht mehr ausreicht, um 100 % zu geben, und ich will nur auf dem höchsten Level Tennis spielen“, sagte sie in einem TV-Interview und erklärte, sie sei „extrem froh und stolz auf das, was ich getan habe.“ Die 31-Jährige, die sich Anfang 2017 outete (K-Word #185), schaffte es bis auf Weltranglistenplatz 45 (2016) im Einzel und auf Platz 20 (2017) im Doppel. Die einzigen offen queeren Spielerinnen im Spitzentennis sind jetzt noch das belgische Tennispaar (K-Word #308) Alison van Uytvanck (Weltranglistenplatz 57) und Greet Minnen (Platz 104) und die Niederländerin Richèl Hogenkamp (Platz 212).

Erik Nyqvist/ CC-BY-NC War lange Schwedens Nr. 1: Johanna Larsson

In Die Nacht der hungrigen Schildkröten erzählt Shamila Lengsfeld von einem kriminellen Frauenpaar, dessen letzter Raubzug eine unerwartete Wendung nimmt. Leider blieb es bisher bei einer Folge der geplanten Webserie. Dabei bekam die Kölner Filmemacherin schon für ihren lesbischen Superheldinnen-Film Blake etliche Preise - gebt ihr doch endlich mal Geld für ihre lesbischen Produktionen!

 

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Jetzt im Handel: Die März/April-Ausgabe der L-MAG mit Interviews mit La Roux und Marla Glen, Sorgerechtsentzug bei lesbischen Müttern, Vorschau auf „The L Word: Generation Q“ und vielen weiteren TV-, Film-, Musik- und Buchtipps. An jedem Bahnhofskiosk, im Abo, als e-Paper und bei Readly erhältlich.


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