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K-Word #347: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Kristen Stewart, „The L Word: Generation Q“ startet in Deutschland, Christina Hecke, „Navy CIS“-Star Maria Bello, Tegan and Sara, Lea Mirzanli, Sue Bird & Megan Rapinoe, Ella Masar, Anna Calvi, Lilly Becker: „Frauen küssen besser“ - und mehr!

Von Karin Schupp

10.4.2020 - Kristen Stewart, die gestern ihren 30. Geburtstag feierte, sprach in Style über ihre Entscheidung, sich zu outen (was bekanntlich ein längerer Prozess war, der 2015 begann, K-Word #158). Sie habe zwar nicht über ihr Privatleben sprechen, aber auch „kein Fake” sein wollen, sagte sie. Und weil „es etwas anderes war zu verstecken, dass man mit einem Girl zusammen ist als zu verstecken, dass man mit einem Kerl zusammen ist, habe ich beschlossen, offen darüber zu sprechen.” Für „die heutige Generation” sei das aber ohnehin nicht mehr so wichtig: „Genderrollen haben nicht mehr so eine große Bedeutung. Wir glauben nicht an diese großen Unterschiede und reduzieren nicht alle auf eine bestimmte Identität.” Seit letztem Jahr ist Kristen mit der Drehbuchautorin Dylan Meyer liiert (der sie gerne einen Heiratsantrag machen möchte, wie sie im November sagte). Voraussichtlich Ende des Jahres wird sie in der lesbischen Liebeskomödie Happiest Season zu sehen sein (K-Word #337).

Meyer/ InstagramVielleicht schon längst verlobt: Kristen Stewart (l.) und Dylan Meyer

Am 15. April ist es endlich soweit: The L Word: Generation Q startet mit acht Folgen bei Sky Atlantic HD (Mi, 20:15 Uhr) und – das ist die kostengünstigere Variante - beim Streamingdienst Sky Ticket. In der kommenden Woche versorgen wir euch auf L-MAG Online mit Informationen über das heiß ersehnte Reboot!

Und freut euch schon auf die nächste Ausgabe der L-MAG mit noch viel mehr The L Word-Stoff, darunter ein Interview mit Kate Moennig – ab 22. April bei den Abonnentinnen und ab 24. April im freien Verkauf. Übrigens: mit einem Abo oder E-Paper-Abo könnt ihr L-MAG aktiv unterstützen, damit’s uns auch nach der Coronakrise noch gibt, denn wegen eines massiven Einbruchs der Werbeanzeigen und der Schließungen vieler Verkaufsstellen ist die Existenz der L-MAG leider gefährdet!

Seit gestern in der Druckerei: Die Mai/ Juni-Ausgabe der L-MAG mit Covermodel Kate Moennig

A propos Coronakrise überstehen: Tegan and Sara unterstützen mit ihrer „Tegan and Sara Foundation“ Projekte und Initiativen für von Covid-19 betroffene LGBTQ. Wer eine Finanzspritze von bis zu 2000 Dollar bekommt, geben sie nächste Woche bekannt. Die Stiftung, die das lesbische Pop-Duo 2017 gründete, engagiert sich  für die Sichtbarkeit, Gesundheit und ökonomische Gleichstellung von queeren Mädchen und Frauen.

Tegan and Sara/ InstagramTegan and Sara (oder Sara und Tegan? Sorry, aber ohne ihre Tattoos kann ich sie leider nicht auseinander halten)

„Ich denke schon, dass Frauen die besseren Küsser sind. Wir sind liebevoll, sanft, emotional und können uns besser in den Moment verlieben und uns fallen lassen“, sagte Lilly Becker, Promi-Show-Kandidatin und Ex-Frau von Boris Becker, in Bild. Was sie zur Expertin macht? Sie spielte in der bayerischen Mundart-Soap Dahoam is dahoam die lesbische Holländerin Linda, die ihre alte Freundin, die „Brunnerwirt“-Köchin Fanny (Katrin Lux), besuchte - und küsste, was sie „komisch, spannend und aufregend zugleich“ fand. Der Beginn eines Lesbenplots war das allerdings nicht: Beckers Auftritt bleibt ein einmaliges Gastspiel (hier in der BR-Mediathek).

BR/ Marco Orlando Pichler Linda de Hoog (Lily Becker, l.) und Fanny Brucker (Katrin Lux) in „Dahoam is dahoam“

Im Februar outete sich Christina Hecke (K-Word #339) in ihrer Autobiografie „Mal ehrlich“ und einem Bild-Interview, und jetzt sprach die Schauspielerin (Der letzte Bulle, Isi & Ossi), ebenfalls in Bild, über die Reaktionen: „Es gab ein paar Leute, die haben es sich nicht nehmen lassen, im Internet ziemlich hässliche Sachen zu schreiben“, sagte sie, freute sich aber aber auch über „so viele liebevolle und positive Zuschriften wie nie zuvor.“ Unterm Strich sei „das Leben jetzt definitiv entspannter, aber nicht unbedingt leichter“, resümierte sie. „Aber in dem Moment, wo ich entschieden hatte, meine Ehe [mit der Fotografin Stefanie Henn] öffentlich zu machen, hatte ich mich innerlich schon aufgestellt zu sagen: Whatever! (...) Es ist schön, wenn Menschen mir was Schönes schreiben wollen. Aber meine Welt geht auch nicht unter, wenn es nicht oder negativ kommentiert wird.“ Gerade lief im ZDF eine neue Folge ihrer Krimireihe In Wahrheithier in der Mediathek.

ZDF/ Martin Valentin Menke Christina Hecke als Kommissarin in „In Wahrheit - Still ruht der See“

Für lesbische Sichtbarkeit im (Schweizer) Sport sorgt das Buch „Vorbild und Vorurteil: Lesbische Spitzensportlerinnen erzählen“, das ab jetzt bestellt werden kann. Für ihr Projekt, das dank Crowdfunding zustande kam, porträtierten die Autorinnen 26 lesbische Schweizerinnen, darunter die Fußballnationalspielerinnen Lara Dickenmann (K-Word #267) und Ramona Bachmann (K-Word #101), die Marathonläuferin Maja Neuenschwander (Olympiateilnehmerin 2012 und 2016), Mountainbaikerin Emilie Siegenthaler (WM-Fünfte 2019 im Downhill), die frühere Triathletin Renata Bucher (Europameisterin 2009, 2011 und 2015 im Crosstriathlon), die Ex-Snowboarderin Simona Meiler (Olympiateilnehmerin 2010 und 2014) und Katharina Sutter,  Weltmeisterin im Zweier-Bob 2001. Fraglich, ob sich für so ein Buchprojekt in Deutschland (mit seinen fast zehn Mal so vielen Einwohner:innen!) auch so viele Sportlerinnen finden ließen!

Blitzlichter aus der Corona-Selbstisolation: Mit „Lean On Me“ erinnert das Basketball-Fußball-Powercouple Sue Bird (K-Word #345) und Megan Rapinoe an den Songwriter Bill Withers, der am 30. März im Alter von 81 Jahren starb:

Die Ex-Fußballerin Ella Masar (VfL Wolfsburg) tanzt und zeigt dabei stolz ihren Babybauch: Im August werden sie und ihre Lebensgefährtin, der deutsche Fußballstar Babett Peter, Eltern (K-Word #341).

Ein bisschen Tanzen geht auch im Auto! Navy CIS-Star Maria Bello (K-Word #21) und ihre Verlobte, die 3-Sterne-Köchin Dominique Crenn (K-Word #339), hatten Grund zur guten Laune: Nachdem sie wegen Corona getrennt waren – Bello lebt in L.A., Crenn in San Francisco – gab’s offensichtlich ein Wiedersehen. Noch drei Tage zuvor hatte Bello in einem Instagram-Video geklagt: „Wir leben in unterschiedlichen Städten, wie funktioniert das? (….) Wie geht man damit um, wenn man total verliebt ist? Lasst es mich wissen, wenn ihr eine Antwort darauf hat.“ Die Antwort haben sie dann selbst gefunden...

Und Beanie Feldstein, Golden Globe-nominiert und in unserer Top 25 der queeren Schauspielerinnen unter 30, wurde von ihrer besten Freundin in ihren zerrissenen Leggings erwischt - „da muss man einfach weitertanzen“, schrieb sie zu den Fotos. Feldsteins Highschoolkomödie Booksmart, in der die zweite Hauptfigur, gespielt von Kaitlyn Dever, lesbisch ist, gibt's jetzt auf DVD und bei Streamingdiensten (unsere Filmkritik).

Bald gibt’s Musik von Lea Mirzanli – das kündigte die Schauspielerin, bekannt aus der Jugendserie Spotlight (Nickelodeon) und dem Kinofilm Kartoffelsalat 3, auf Instagram an. Mehr über die lesbische Berlinerin, die mit 15 ihre erste Freundin hatte und eine echte LGBTQ-Influencerin ist – auf TikTok hat sie 381.000 Follower! -, erfahrt ihr im Podcast Busenfreundin, wo sie am letzten Sonntag zu Gast war.

Phyllis Lyon, eine der bekanntesten lesbischen Aktivistinnen der USA, ist gestern im Alter von 95 Jahren gestorben. Sie starb in ihrem Haus in San Francisco eines natürlichen Todes. Lyon und ihre Frau Del Martin gründeten schon 1955 die „Daughters of Bilitis”, die erste lesbische Bürgerrechtsorganisation der USA, und waren 2005 in San Francisco das erste Lesbenpaar, das in den USA heiratete. Als 2008 die Ehe für Lesben und Schwule offiziell im ganzen Land geöffnet wurde, gaben sie sich noch ein zweites Mal das Ja-Wort. Bis zu Martins Tod 2008 waren sie 56 Jahre lang ein Paar gewesen.

Blaise Freeman/ CC-BY-NC-ND Phyllis Lyon (l.) und Del Martin bei ihrer Hochzeit 2004 im Rathaus von San Francisco

Auf ihrem Album „Hunter“ (2018) beschäftigte sich Anna Calvi (K-Word #318) mit Genderthemen und ihrer queeren Identität, jetzt nahm sie sieben Songs unter dem Titel „Hunted“ noch einmal neu auf, größtenteils mit Kolleg:innen wie etwa die lesbische Sängerin Courtney Barnett (K-Word #224), die sie für „Don’t Beat the Girl out of my Boy“ ins Boot holte.

Calvi/ InstagramAnna Calvi im Home Office

Heute in unserer Reihe „Corona-Konzerte aus dem Wohnzimmer“: Steffi List. Die Musikerin, die 2008 in Stefan Raabs Castingshow bekannt wurde und einen L-Beach-Hattrick hinlegte - sie trat 2010, 2014 und 2019 dort auf -, findet ihr auch in unseren „10 queeren Videos von queeren Musikerinnen“.

 

ACHTUNG: Wir schenken euch jeden Samstag eine E-Paper-Ausgabe der L-MAG! Hier geht's zum kostenlosen Download der drei letzten Hefte - Jan/ Feb 2020, Nov/Dez 2019, Sept/Okt 2019 - für den Desktop und für mobile Geräte.

 

Jetzt im Handel: Die neue Ausgabe der L-MAG mit Interviews mit La Roux und Marla Glen, Sorgerechtsentzug bei lesbischen Müttern, Vorschau auf „The L Word: Generation Q“ und vielen weiteren TV-, Film-, Musik- und Buchtipps. An jedem Bahnhofskiosk, im Abo, als e-Paper und bei Readly erhältlich.


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