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K-Word #348: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Demi Lovato denkt über Familiengründung mit einer Frau an ihrer Seite nach, Shitstorm gegen Ellen DeGeneres, Staffel 2 von „The L Word: Generation Q“ in Arbeit, Ruby Rose, Charlotte Würdig, Wanda Sykes, Butches - und mehr!

Von Karin Schupp

17.4.2020 - Popstar und Schauspielerin Demi Lovato, seit drei Jahren Single, könnte sich vorstellen, mit einer Frau an ihrer Seite alt zu werden – aber einen Kinderwunsch sollte diejenige schon haben. „Wenn ich mir mein Leben in der Zukunft vorstellen, sage ich nicht: ‚Ich suche nach einem Mann, mit dem ich zwei oder drei Kinder haben will‘“, erklärte sie in Harper’s Bazaar. „Ich denke, es könnte viel Spaß machen, Kinder mit einer Frau zu teilen. Ich weiß nicht, wie meine Zukunft aussehen wird und bin offen für alles.“ Die 27-Jährige, die 2017 wohl eine Affäre mit der lesbischen Musikproduzentin Lauren Abedini hatte (K-Word #217) und sich wenig später als bisexuell outete (K-Word #222), ist nach einem Drogenentzug erst in den letzten Monaten wieder auf die Bühne zurückgekehrt. Derzeit spielt sie in der laufenden Staffel von Will & Grace mit (Maxdome, in OV), noch in diesem Jahr soll ihr neues Album kommen.

Lovato/ InstagramLiebe Demi Lovato, es gibt noch mehr, was mit einer Frau Spaß machen kann, als nur „Kinder mit ihr zu teilen“

Ist eigentlich Ruby Rose gerade zu haben? Die Schauspielerin (Batwoman) hält sich - anders als früher - seit geraumer Zeit bedeckt, was ihr Liebesleben angeht, Gerüchten zufolge soll sie aber frisch getrennt sein. 2015 dementierte Demi Lovato noch Rubys Tweet, sie sei „die einzige Person, mit der Demi geschlafen hat, die keine Nacktfotos von ihr verkauft hat…“ (K-Word #118) – aber jetzt sieht die Sache vielleicht anders aus?! Und falls jemand noch daran zweifeln sollte, dass die Australierin lesbisch ist: Hier hakt sie alle Klischees ab: kurze Haare (wenn auch mit Quarantäne-Frisur), Veganerin, Beanie, Flanellhemden …

Wann Amazon den Rest der ersten Staffel von Batwoman - nur unwesentlich weniger lesbisch als The L Word! – online stellt, ist leider noch nicht bekannt; bisher gibt's bei den Streamingdiensten nur die ersten acht Folgen. In den USA pausieren coronabedingt die Dreharbeiten für die letzten der insgesamt 22 Episoden, wodurch sich vermutlich die zweite Staffel bis ins nächste Jahr verschiebt.

Charlotte Würdig verriet in der SAT.1-Show Ranking the Stars , dass sie schon mal was mit einer Frau hatte: „Da müssen wir doch kein Thema draus machen, oder? Also schon, weil es lustig ist. Das muss man doch mal ausprobieren“, sagte die frisch von Rapper Sido getrennte TV-Moderatorin.

Würdig/ InstagramDa hatte sie mal was zu lachen: Charlotte Würdig findet es „lustig“, es mal mit einer Frau „auszuprobieren“

Am Mittwoch liefen die ersten beiden Folgen von The L Word: Generation Q, und eurem Feedback entnehme ich, dass sie den meisten von euch gefallen hat, euch bisher aber vor allem die „Alten“, also Bette, Shane und Alice, überzeugt haben. Aber es ist ja noch früh: Wir haben noch sechs Folgen vor uns, jeweils in Doppelfolgen (Mi, 20:15 Uhr) bei Sky Atlantic und beim Streamingdienst Sky Ticket (passt genau ins 1-monatige Probeabo für 4,99!). Lest hier die Zusammenfassung der Episode 1 und Episode 2, eine Vorschau auf die Staffel geben wir hier, und die Charaktere stellen wir hier vor. Noch viel mehr zum Serien-Reboot steht in der neuen L-MAG (ab 24. April im Handel), darunter auch ein Interview mit Kate Moennig!

Wie Showrunnerin Marja-Lewis Ryan auf Instagram dokumentierte, arbeitet ihr Autor:innenteam bereits an den Büchern für Staffel 2 – natürlich per Videokonferenz. Ob sich die Dreharbeiten, die vermutlich für Sommer geplant waren, wegen der Coronakrise verschieben, ist noch nicht bekannt. Währenddessen vertreiben sich die Schauspielerinnen in der Selbstquarantäne die Zeit: Kate Moennig schaut Game of Thrones... 

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A deep GOT binge with my direwolf. #stayhome

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Jennifer Beals wagt sich an ein 1000-Teile-Puzzle, und Finley-Darstellerin Jacqueline Toboni (ganz rechts im Bild) und ihre Lebensgefährtin Kassandra Clementi waren vermutlich unterwegs, um Ostereier zu verstecken…

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Ellen statt Ellen? Eine Petition in den USA sammelte schon über 8000 Unterschriften für die Forderung, Ellen DeGeneres (K-Word #334) als Moderatorin der The Ellen Show abzusetzen und den Job der Schauspielerin Ellen Page (K-Word #317) zu geben, „weil sie viel lesbischer ist“. Diese wohl nicht ganz ernst gemeinte Aktion schließt sich an einen Backlash gegen Amerikas Darling Nr.1 an: Kevin T. Porter, ein Ex-Mitarbeiter ihrer Show, hatte DeGeneres auf Twitter als einen „der fiesesten Menschen der Welt“ bezeichnet und um Storys gebeten, die seine Behauptung bestätigen. Nach zwei Tagen und 300 Anekdoten beendete er die Aktion, weil auch ihm klar wurde, dass hier echte Erfahrungen, Hörensagen und komplett Ausgedachtes durcheinander gingen. Neben Anschuldigungen des Mobbings von Angestellten und Servicepersonal wurde ihr auch vorgeworfen, zu Fans unfreundlich zu sein – ein wohl eher kleines Vergehen, ebenso wie der Vorwurf, der den Shitstorms auslöste: Die trans Youtuberin Nikkie Tutorials hatte sich nach einem Auftritt in The Ellen Show beklagt, dass Ellen sie vorher nicht persönlich begrüßt habe.

Instagram Wer ist lesbischer? Ellen Page (l.) oder Ellen DeGeneres?

Für Butches und alle, die Butches mögen: Die New York Times widmet sich in ihrer Magazinbeilage T den sichtbarsten aller Lesben und trommelte die bekanntesten Butches der USA für ein Gruppenfoto zusammen, darunter die Schauspielerinnen Lea DeLaria (Orange is the New Black) und Roberta Colindrez (Vida), die Musikerinnen JD Samson (L-Beach 2010) und Meshell Ndegeocello, Ex-Model Jenny Shimizu (L-Beach-Moderatorin 2010 und Ex-Loverin von Angelina Jolie, K-Word #166), Regisseurin Kimberly Peirce (Boys Don’t Cry) und Comiczeichnerin Alison Bechdel. Ein schöner Artikel und eine sehenswerte 15-minütige Doku hinter den Kulissen des Fototermins.

„Der Antrieb, mich öffentlich zu outen, kam, als es politisch wurde“, schreibt Wanda Sykes (K-Word #221), die sich 2008 als Rednerin auf einer Demo für die Ehe-Öffnung in Las Vegas geoutet hatte, in einem Artikel für Oprah Winfreys Magazin O. „Ich hatte das Gefühl, etwas zu sagen zu haben. (…) Außerdem wollte ich mit meinem Gesicht zeigen, dass nicht nur weiße Schwule davon betroffen sind. Es gibt Frauen, es gibt Mütter.“ Die Schauspielerin (Bad Moms, Mädelstrip) und Comedienne, die ihre lesbische Identität lange unterdrückte – bis 1998 war sie mit dem Musikproduzenten Dave Hall verheiratet -, gehört zu den Produzentinnen von Visible: Out on Television, einer Dokuserie über die LGBTQ-Geschichte im US-Fernsehen (bei Apple+). Auf Netflix steht ihr Comedy-Special Not Normal, in dem sie auch über ihre Ehe mit der Französin Alex und ihre Zwillinge (10) spricht.

Instagram/ A. SykesWanda Sykes (l.) mit ihrer Frau Alex

Jason Derulos Song „Get Ugly“ inspirierte eine schöne Coming Out-Challenge auf TikTok, dem neuen Spielplatz der Teenies: Es braucht dafür nur zwei Personen – eine queer, die andere hetero und nichtsahnend - und die Songzeile “Oh my, oh my, oh my god. This girl’s straight and this girl’s not“. Auch wenn die Coming Out-Überraschung wohl manchmal nur gespielt ist: die Clips machen gute Laune! Und dann gibt’s natürlich noch die Mutter, an der das TikTok-Coming Out ihrer Tochter völlig vorbeigeht

Wenn wir nicht zu Konzerten gehen können, kommt das Konzert eben zu uns: Unter der Schirmherrschaft von Lady Gaga findet am 18. April das Online-Festival „One World: Together at Home“zugunsten der Weltgesundheitsorganisation WHO statt. Neben Gaga treten etliche Stars auf, darunter auch queere und LGBTQ-freundliche Musiker:innen wie Elton John, Rita Ora, Christine and the Queens, Jessie J, Sam Smith, Lizzo, Taylor Swift, Annie Lennox und Alicia Keys, aber auch Promis aus anderen Branchen wie Megan Rapinoe, Ellen DeGeneres, Lily Tomlin und Lupita Nyong’o (K-Word #301). Das Vorprogramm beginnt um 21 Uhr (deutsche Zeit) auf etlichen Onlineplattformen (hier stehen sie), die Hauptshow läuft von 2 bis 4 Uhr nachts und wird auch von MTV und Comedy Central live übertragen. Das Konzert ist kostenlos, aber die Stars werden zu Spenden aufrufen, und auch die Regierungen und großen Unternehmen sollen aufgefordert werden, mehr Geld in den Solidaritätsfonds der WHO einzuzahlen.

 

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Jetzt im Handel: Die neue Ausgabe der L-MAG mit Interviews mit La Roux und Marla Glen, Sorgerechtsentzug bei lesbischen Müttern, Vorschau auf „The L Word: Generation Q“ und vielen weiteren TV-, Film-, Musik- und Buchtipps. An jedem Bahnhofskiosk, im Abo, als e-Paper und bei Readly erhältlich.

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