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K-Word #356: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Wer wird die neue „Batwoman“? Und was macht eigentlich „The L Word: Generation Q“? „Supergirl“-Star Chyler Leigh (Foto, r.) outet sich, „Orange is the New Black“-Cast und andere Promis gegen Rassismus, Soko, „Alles was zählt“, Filmtipps und mehr!

Von Karin Schupp

12.6.2020 - Chyler Leigh, die in Supergirl die lesbische Schwester der Titelheldin spielt, hat sich geoutet. In einem Text auf der Webseite ihrer Organisation „Create Change“ (die sie mit ihrem Ehemann Nathan West gründete) schrieb sie, wie sehr sie das Coming Out ihrer Serienfigur „Alex Danvers“ in Staffel 2 berührte und: „Mir war damals nicht klar, wie sehr die Szene, in der sie endlich ihre Wahrheit offenbart, aus den Drehbuchseiten heraus zu einer Variante meiner eigenen werden würde, im echten Leben.“ Dass Leigh noch vier Jahre zu diesem Schritt benötigte - die Folge drehte sie 2016 -, liegt wohl auch daran, dass sich „gute Freunde“ damals nicht nur von der Serie, sondern auch von ihr und Familie abwendeten. „Es war ein langer und einsamer Weg für meinen Mann und mich, aber ich kann von ganzem Herzen sagen, dass wir beide nach all den Jahren immer noch Tiefen in uns selbst und aneinander entdecken, und dass wir gelernt haben, stolz auf uns zu sein, egal was es kostet.“ Der Brief lässt offen, als WAS Leigh sich nun outete, aber der Instagram-Post, in dem sie sich für den Zuspruch ihrer Fans bedankte, bestätigte mit Regenbogenherzchen und den Hashtags #pride, #equality, #love und #lgbtq wohl, dass sie sich dem LGBTQ-Spektrum zugehörig fühlt. Leigh (38), die durch Grey’s Anatomy bekannt wurde, ist seit 2002 mit ihrem Mann verheiratet und hat drei Kinder.

The CW Chyler Leigh als Alex, hier mit ihrer - seit dem Ende von Staffel 4 - neuen Liebe Kelly (Azie Tesfai). „Supergirl“ steht bei Amazon, Google Play und iTunes, bei Netflix fehlt noch die aktuelle Staffel 5

Neues von der noch lesbischeren Superheldinnen-Serie Batwoman: Nach Ruby Roses überraschendem Ausstieg und der Nachricht, dass ihre Hauptrolle „Kate Kane“ durch eine neue lesbische Figur ersetzt wird (K-Word #354) erklärte die Showrunnerin Caroline Dries in einem Online-Q&A, dass sie auch kurz über einen „Seifenoper-Recast“ – sprich: eine Neubesetzung von Kate/ Batwoman - nachgedacht habe, „weil wir schon ein paar Folgen geschrieben hatten, der Übergang wäre also nahtloser gewesen.“ Doch durch die neue Rolle „Ryan Wilder“ im Fledermaus-Cape müsse das Publikum nun kein neues Gesicht als dieselbe Person akzeptieren. Auf Twitter dementierte Dries außerdem das Gerücht, dass „Kate Kane“ sterben wird. Als lesbische Drehbuchautorin sei ihr das „Bury Your Gays“-Problem (= Homo-Sterben in Filmen/ Serien) wohlbekannt, „und ich habe kein Interesse, mich daran zu beteiligen.“ Sie versprach, dass Kates Verschwinden „eines der Rätsel in Staffel 2 sein wird. Ich will noch keine unserer Überraschungen verraten, aber unsere treuen Fans sollen wissen, dass Gerechtigkeit für LGBTQ das Herzstück von Batwoman ist und wir keine Absichten haben, das über Bord zu werfen.“

Als neue Hauptdarstellerin von Batwoman soll der Sender The CW Amandla Stenberg ins Auge gefasst haben. Die lesbische 21-Jährige (K-Word #257), die durch Tribute von Panem (2012) bekannt wurde, drehte 2018 das Rassismus-Drama The Hate U Give (bei Streamingdiensten) und war zuletzt in der Netflix-Serie The Eddy zu sehen.

Stenberg/ InstagramAmandla Stenberg gehört zu den Unterzeichnerinnen einer Forderung der US-Organisation „Movement for Black Lives“, der Polizei die Gelder zu entziehen

Unter dem Hashtag #ShareTheMicNow (= Jetzt das Mikro teilen) überließen am Mittwoch 48 weiße Promi (darunter Julia Roberts, Hillary Clinton und etliche queere Frauen) ihre Instagram-Reichweiten schwarzen Frauen, um schwarzen Perspektiven mehr Sichtbarkeit zu geben. So übernahm die Aktivistin Dr. Yaba Blay den Account von Ex-Fußballstar Abby Wambach, die #metoo-Initiatorin Tarana Burke schrieb bei der Autorin Glennon Doyle (Wambachs Frau), die Bürgerrechtsaktivistin Fresco Steez bei Megan Rapinoe, die Ex-Olympionikin Dr. Seun Adigun (Zweier-Bob und 100 Meter Hürden!) bei deren Frau Sue Bird, die Black In Corporate-Gründerin Candace Marie Stewart bei Fußballerin Ali Krieger und die Finanzberaterin/ Autorin Tiffany Alice bei Kriegers Frau Ashlyn Harris, die Autorin/ Aktivistin Rachel Cargle bei Sarah Paulson, Miatta Johnson bei Brandi CarlileElle Hearns bei Cameron Esposito, die Autorin Brittney Cooper bei ihrer Kollegin Elizabeth Gilbert („Eat Pray Love“) und die Schauspielerin/ trans Aktivistin Angelica Ross bei Hilary Swank. Mit der Aktion wurden potenziell 300 Millionen Menschen erreicht.

Instagram Oben: Seun Adigun und Sue Bird, unten: Sarah Paulson und Rachel Cargle

Soko hat die Veröffentlichung ihres neuen Albums „Feel Feelings“ von heute auf den 10. Juli verschoben, weil sie im Moment lieber die schwarze Community unterstützen und sich über weiße Privilegien und Rassismus informieren will, anstatt sich selbst zu promoten. „Ich möchte, dass mein Baby in einer Gesellschaft aufwächst, die Unterschiede und Gleichbehandlung wertschätzt und feiert“, schrieb sie auf Instagram. Die französische Musikerin/ Schauspielerin (Die Tänzerin), die in Kalifornien lebt, hat mit ihrer Freundin Stella Leoni einen Sohn (1).

Cast-Mitglieder der Netflix-Serie Orange is the New Black sprachen gestern live auf Youtube über Rassismus und die Opfer von Polizeigewalt und riefen gemeinsam mit Aktivistinnen dazu auf, sich für eine Reform des US-Justizsystems zu engagieren und für den „Poussey Washington Fund“ zu spenden. Der Spendentopf wurde gegründet, nachdem die von Samira Wiley gespielte Knast-Insassin am Ende von Staffel 4 unter ähnlichen Umständen wie kürzlich George Floyd sterben musste.

Netflix/ ScreenshotJeweils v.l.n.r. - obere Reihe: Danielle Brooks, Taylor Schilling, Adrienne C. Moore - zweite Reihe: Kate Mulgrew, Yael Stone, Laverne Cox - untere Reihe: Natasha Lyonne, Selenis Levya, Laura Prepon; nicht abgebildet: Uzo Aduba und Dascha Polanco

Noch kein Happy End und schon gar keinen Kuss für Chiara (Alexandra Fonsatti) und Ina (Franziska van der Heide) in der RTL-Soap Alles was zählt. Nachdem ihr erster Sex coronabedingt im Off stattfand (K-Word #355), begegnete sich das angehende Liebespaar seitdem nicht nur aus Virus-Gründen sehr distanziert: Chiara tut sich schwer mit romantischen Gefühlen – ganz allgemein, aber insbesondere denen zu einer Frau. Die nächsten Folgen werden davon überschattet sein, dass Chiaras Vater Niclas mit dem Tod ringt. Wird ihr Ina Halt geben können? Niclas-Darsteller Ron Holzschuh ist am 27. April im Alter von nur 50 Jahren an einer Magenerkrankung gestorben, seine letzten Szenen wurden mit einem Double gedreht.

RTL/ Screenshot Von diesem „Chiarina“-Kuss zehren die „Alles was zählt“-Fans seit Mai

Letzte Woche verbreiteten der südafrikanische Leichtathletik-Star Caster Semenya und ihre Frau Violet Raseboya auf Instagram Nachwuchs-Gerüchte, und die mehrfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin über 800 Meter legte noch mit weiteren Bildern von Stramplern mit dem Logo ihres Sponsors nach. Während dahinter eine Werbekampagne des Sportartikel-Herstellers vermuten, will die südafrikanische Zeitung Daily Sun wissen, dass die beiden schon seit Monaten Eltern einer kleinen Tochter namens Ora sind. Semenyas Manager Lee-Roy Newton wollte die Baby-News bisher weder bestätigen noch dementieren.

Raseboya/ InstagramCaster Semenya, Violet Raseboya und Baby Ora?

Was macht eigentlich die zweite Staffel von The L Word: Generation Q? Ohne Corona hätten die Dreharbeiten vermutlich im Juli begonnen, ein neuer Termin wurde noch nicht bekanntgegeben. Aber bei Jennifer Beals (K-Word #353) erfuhren wir, dass es zumindest „check in calls“ mit dem Cast gibt! Dieses Foto postete die Ehrenlesbe anlässlich des Pride-Monats Juni zusammen mit Bildern von den Stonewall Riots von 1969, erinnerte an den Protest, den „es vor den Markenartikeln und den Paraden gab“ und schlug einen solidarischen Bogen zum Kampf für Schwarze Bürgerrechte.

Beals/ InstagramJeweils v.l.n.r. - obere Reihe:Sepideh Moafi, Leo Sheng, Rosanny Zayas, Jennifer Beals, zweite Reihe: Stephanie Allynne, Jacqueline Toboni, Kate Moennig, Leisha Hailey, untere Reihe: Jordan Hull und der Hund von Produktionsassistentin Suwannee Wilhelm

Schaut doch am Montag (15. Juni) mal bei uns auf Instagram vorbei: Da übernimmt Wilhelmine unseren L-MAG-Account. Im aktuellen Heft gibt es übrigens ein schönes Porträt über die Berliner Musikerin!

Schon zum dritten Mal präsentiert der Sender RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg) seine sommerliche Filmreihe rbb Queer. Bis August laufen dort am späten Donnerstagabend acht Filme mit LGBTQ-Themen, sieben davon als deutsche Erstausstrahlung. Den Auftakt macht am 18 Juni (0:05 Uhr) der österreichische Film Siebzehn, der eine lesbische Lovestory an einem Internat erzählt (unsere Filmkritik). Am 9. Juli kommt La Belle Saison – Eine Sommerliebe mit Cécile de France und am 6. August der in seiner Heimat Kenia verbotene Liesbesfilm Rafiki (K-Word #350).

Jetzt auf DVD und bei Streaminganbietern: Bombshell – Das Ende des Schweigens (unsere Filmkritik) mit Charlize Theron, Nicole Kidman und Margot Robbie als Fox News-Mitarbeiterinnen, die ihren sexuell übergriffigen Boss Roger Ailes (John Lithgow) zu Fall bringen. Eine wahre Geschichte, nur Robbies Figur ist erfunden und hat gleich zu Beginn eine Affäre mit ihrer lesbischen Kollegin Jess (Kate McKinnon), die im Laufe des Films aber leider keine Rolle mehr spielt.

In Paris Calligrammes reist die lesbische Regisseurin Ulrike Ottinger (unser Porträt) zurück ins Paris ihrer jungen Jahre. Der Dokumentarfilm läuft nach der Corona-Unterbrechung jetzt noch einmal im Kino (Orte/ Termine)

realfictionfilme Ulrike Ottinger 1965 in Paris

Noch bis 17. Juni exklusiv als Video-on-Demand beim LGBT-Filmverleih Salzgeber (4,90 Euro): Bones of Contention ist eine Dokumentation über die vielfach vergessenen und anonym verscharrten LGBT-Opfer der Franco-Diktatur in Spanien (1936-75), darunter auch der schwule Dichter Federico García Lorca. Die US-Regisseurin Andrea Weiss (Paris was a Woman) porträtiert Betroffene und lässt LGBT-Aktivist_innen zu Wort kommen.

Von einer „verbotenen Liebe zwischen zwei Frauen“ erzählen die irischen Musikerinnen Zapho und Tolü Makay und die Spoken Word-Künstlerin Jenny Brown in „Collide“. Brown und Zapho sind selbst queer, alle drei gehören dem neu gegründeten irischen Musik-Bündnis The X Collective an.

 

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