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K-Word #358: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Selma Blair & Sarah Michelle Gellar, Megan Rapinoe & Sue Bird, Nadine Angerer, Laverne Cox, Kristen Stewart, Clea DuVall, Dunja Hayali, Kate Moennig, Leisha Hailey & Rachel Shelley, Serien- und Filmtipps und mehr!

Von Karin Schupp

25.6.2020 - Wer küsst sich denn da?!? Das sind Sarah Michelle Gellar und (die inzwischen kurzhaarige) Selma Blair, deren Kuss in Eiskalte Engel (1999) legendär wurde (obwohl oder gerade weil beide Charaktere hetero waren) und ihnen den MTV Movie Award als „Bester Kuss“ einbrachte. Darauf spielte Gellar an, als sie Blair gestern zum 48. Geburtstag gratulierte, ihr aber wegen der Coronagefahr den Kuss verwehren musste. Aber irgendwie hat's dann doch geklappt! Ein Pärchen-Coming Out ist das allerdings nicht, die beiden sind nur gute Freundinnen.

Gellar/ InstagramSarah Michelle Gellar (r.) und Selma Blair: „Ich hab meinen Kuss gekriegt“

Am Sonntag moderierte das Promi-Sportlerinnen-Paar Megan Rapinoe (K-Word #350) und Sue Bird zusammen mit Football-Star Russell Wilson die US-Sportpreisverleihung ESPY Awards – coronabedingt natürlich online. Dabei rückten sie erfolgreiche schwarze Athlet:innen, die sich gegen Rassismus engagieren bzw. engagiert haben, in den Fokus und richteten den eindringlichen Appell an ihre weißen Kolleg:innen, sich den Black Lives Matter-Protesten anzuschließen. „Ich habe mich früher auch vor Momenten wie diesen gescheut, weil es bequem ist, nichts zu sagen“ sagte Bird und Rapinoe erklärte: „Diesmal müssen wir hinter euch stehen!“ Die Fußballweltmeisterin war die erste weiße Sportlerin, die vor einem Spiel niederkniete, wie es vorher der Footballer Colin Kaepernick getan hatte (und seitdem arbeitslos blieb). Für die harte Reaktion des Fußballverbands entschuldigte sich erst vor zwei Wochen die neue Präsidentin der US Soccer Federation, Cindy Parlow Cone, persönlich bei ihr: Er hatte das Niederknien untersagt und dieses Verbot erst jetzt aufgehoben.

ESPY Awards/ ScreenshotMegan Rapinoe, Russell Wilson und Sue Bird (v.l.n.r.)

In den USA wird der Rest der Liga ab Samstag als Turnier ausgetragen, allerdings ohne ihre größten Stars: Wegen des Corona-Risikos sagten die Nationalspielerinnen Megan Rapinoe, Carli Lloyd, Christen Press, Tobin Heath, Mallory Pugh und das gesamte Team von Orlando Pride ab: In dem Club, bei dem Ali Krieger & Ashlyn Harris (K-Word #350), Erin McLeod (K-Word #294) und Alanna Kennedy (K-Word #346) spielen, wurden zehn Personen, darunter sechs Spielerinnen, positiv getestet.

„Fuck Racism“ heißt Nadine Angerers neue Kollektion beim Modelabel Zopfball, die sie dort auch höchstpersönlich mit ihrer Frau Magdalena vorführt. Die Ex-Weltfußballerin entwarf für die Firma, die Sportkleidung für Frauen verkauft, schon 2015 ein T-Shirt, das Geflüchtete willkommen hieß (K-Word #123). Auch T-Shirts von Anja Mittag (K-Word #353) sind dort zu haben.

ZopfballNadine (r.) und Magdalena Angerer modeln gegen Rassismus und für Natzes Modekollektion

Die neue Netflix-Dokumentation Disclosure – Hollywoods Bild von Transgender zeigt, wie trans Menschen im US-Kino und -Fernsehen dargestellt wurden und werden, und lässt kreative Köpfe der trans Community zu Wort kommen, darunter Orange is the New Black-Star Laverne Cox (die den Film produziert hat), Lilly Wachowski (Sense8, Bound, Matrix), Jamie Clayton (Sense8, The L Word: Generation Q) und Chers Sohn Chaz Bono.

Auf dem Youtube-Kanal von Netflix läuft in der Nacht zum 1. Juli ein Pride-Live-Event mit Laverne Cox, Hannah Gadsby (K-Word #353), Dolly Parton, Chaka Khan und vielen mehr (ab 1 Uhr), und am 30. Juni stellt der Streamingdienst das Corona-Special Homemade (Trailer) online: 17 Kurzfilmen von Filmemacher:innen aus aller Welt, darunter auch Kristen Stewart (die ins Regiefach strebt und an ihrem ersten Spielfilm arbeitet, K-Word #266). Die fünf- bis siebenminütigen Werke entstanden während des Lockdowns ohne Budget und Crew in nur jeweils zwei Wochen. „Es war ein großartiges Geschenk, ermutigt zu werden, etwas aus diesem seltsamen Nichts zu machen“, sagt Kristen in den Produktionsnotizen. „Ich hoffe, diese Serie inspiriert die Menschen dazu, das auch zu tun.“ Ebenso dabei: die lesbische Oscar-nominierte Kamerafrau/ Regisseurin Rachel Morrison, die zuletzt in der lesbischen Serie Hightown Regie führte.

Netflix/ Screenshot TrailerKristen Stewart scheint sich in ihrem „Homemade“-Beitrag selbst in Szene zu setzen

„Ich steckte tief im Schrank, als wir diesen Film drehten. Unzählige Menschen haben mir im Laufe der Jahre erzählt, wie sehr sie sich durch diesen Film gesehen fühlten und wie er ihnen beim Coming Out half. Ich will sie wissen lassen, dass ihre Worte und ihre Kraft dasselbe für mich taten. Danke“, twitterte Clea DuVall zum 20. Geburtstag von Jamie Babbits Kult-Komödie Weil ich ein Mädchen bin (Originaltitel: But I’m a Cheerleader), in dem sie und Natasha Lyonne (Orange is the New Black) Lesben in einem „Homo-Umerziehungscamp“ gespielt hatten. Zuvor hatten sich die beiden Ko-Stars, die seitdem beste Freundinnen sind, für die Cineastenfilm-Webseite Criterion über ihre Erinnerungen an den Film unterhalten. DuVall outete sich 2016 öffentlich als lesbisch und spielte seitdem in Veep, The Handmaid’s Tale und ihrem Regie-Debüt Bis dass die Freunde euch scheiden lesbische Rollen, in letzterem castete sie Lyonne wieder als ihre Loverin. Ende 2020 soll DuValls lesbische KomödieThe Happiest Season mit Kristen Stewart und Mackenzie Davis Premiere feiern (K-Word #336).

Pro-Fun Media Clea DuVall (r.) und Natasha Lyonne in „Weil ich ein Mädchen bin“

Schon heute erscheint Kristen Stewarts Frauenpower-Komödie 3 Engel für Charlie auf DVD, bei Streamingdiensten steht sie auch schon (unsere Filmkritik), ebenso wie der hervorragende Lesbenfilm Porträt einer jungen Frau in Flammen – den gibt’s ab 30. Juni endlich auch in der Amazon Prime-Flatrate (unsere Filmkritik).

Es ist immer wieder schön, die The L Word-Familie auf privaten Fotos zu sehen - hier sind es Kate Moennig,  Leisha Hailey und Rachel Shelley, die den neuen Podacsts der beiden besten Freundinnen, PANTS (K-Word #357), produziert und in der zweiten Folge - bei Spotify, iTunes und wo‘s sonst noch Podcasts gibt - auch selbst zu hören ist.

Moennig/ InstagramHat hoffentlich eine Helena Peabodys Rückkehr zu „The L Word: Generation Q“ rausverhandelt: Rachel Shelley mit Kate Moennig und Leisha Hailey

Rassisten, legt euch nicht mit Dunja Hayali (K-Word #252) an: Die ZDF-Moderatorin wehrte sich erfolgreich gegen einen Troll, der sich auf Twitter darüber beschwerte, dass „Gnom Halali, die nur in ihre Position gekommen ist, weil sie eine ausländische Frau ist“, im Sportstudio über Rassismus gesprochen hat. Sie repostete den Tweet, worauf dem User Maxx&More offenbar gewaltiger Gegenwind entgegenblies - bis er klein beigab: Er stellte seinen Account auf privat, weil er habe „keine Lust auf die ganzen linken Trollaccount Replies“ habe. Hayalis Kommentar: „Rechtsaußen Blasenbewohner Maxx möchte NICHT aus dem Bällebad abgeholt werden!!! Mein Lieber, ich hab den längeren... Atem!“

Hayali/ Instagram Bundesverdienstkreuzträgerin Dunja Hayali, ist dafür bekannt, die Auseinandersetzung mit Rassisten nicht zu scheuen

Wer Mystery mag, aber Dark zu kompliziert findet: Die italienische Mystery-Horror-Serie Curon (bei Netflix) spielt in einer Kleinstadt in den Bergen, in die eine Frau mit ihren Kindern, den Zwillingen Daria und Mauro, nach vielen Jahren zurückkehrt. Nachdem ihre Mutter spurlos verschwunden ist, kommen die Kids zusammen mit den Geschwistern Micki und Giulio einem gruseligen Geheimnis auf die Spur. Micki (Juju Di Domenico) ist lesbisch und verliebt sich in Daria, ihr Coming Out macht ihr aber leider mehr Ärger als Freude... (Danke an K-Word-Leserin Charlotte für den Tipp!)

Netflix/ Loris R. Zambelli Micki (r.) und Daria (Margherita Morchio)

Die lesbische Folk-Pop-Musikerin SONiA hat eine Compilation ihrer LGBT-Songs veröffentlicht. Ein bisschen Oldschool „irgendwo zwischen Indigo Girls und Melissa Etheridge anno 1992“, wie die L-MAG-Musikkritikerin urteilte, „aber mit den richtigen Themen aus der Community.“

Die queerfeministische Zeitschrift Libertine hat ein Crowdfunding gestartet, um eine kostenlose Pride-Sonderausgabe veröffentlichen und andere queere Projekte unterstützen zu können. Als Dankeschön winken Geschenke.

Jetzt im Handel: die neue Ausgabe der L-MAG mit dem Titelthema „Goldene Zwanziger“. Außerdem: Lesben aus zehn Ländern berichten von ihren Corona-Lockdowns, Porträts von Aktivstinnen aus Russland und Österreich, Interviews mit Barbara Sukowa und der Band Dream Wife, Lara Dickenmann und weitere lesbische Spitzensportlerinnen aus der Schweiz, Lesben in Mangas, ein Paar, das gleichzeitig schwanger wurde, die Geschichte von Miriam und Rieke in der ARD-Serie In aller Freundschaft  (wir berichteten) und vieles mehr! Gibt's an jedem Bahnhofskiosk, im Abo, als e-Paper und bei Readly!

 

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