L-Mag

K-Word #364: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Ellen Page, Fußballerinnen Babett Peter & Ella Masar, „Promi-Big Brother“, „The L Word“-Stars Leisha Hailey und Kate Moennig, zwei Lesbenfilme im Kino, Ärger wegen eines Frauenkusses im Kinderfernsehen, neue Serienstarts und mehr!

Von Karin Schupp

7.8.2020 - „Es hängt mir zum Hals raus zu sagen: ‚Ich habe so ein Glück, ich selbst zu sein zu können in dieser Welt.‘ Ich sollte so einen Scheiß nicht sagen müssen“, sagte  Ellen Page in einem Interview mit Stylist über ihre Karriere als – seit 2014 – offen lesbische Schauspielerin. „Ich bin froh, an dem Punkt zu sein, an dem ich bin, und ich liebe es, queere Charaktere zu spielen.“ Zum Glück: Nach queeren Rollen in den Filmen Freeheld und My Days of Mery und der Miniserie Stadtgeschichten verliebt sich die Oscar-nominierte Schauspielerin jetzt auch in der zweiten Staffel der Serie The Umbrella Academy (neu bei Netflix) in eine Frau. Privat ist die Kanadierin mit der Tänzerin/ Choreografin Emma Portner verheiratet (K-Word #233), von der sie in einem Online-Interview mit The Kelly Clarkson Show schwärmte: „Meine Frau ist eine der talentiersten Menschen, die ich je kenne. Sie live zu performen sehen – sie ist Tänzerin und Choreografin – ist absolut atemberaubend, und das vermisse ich [während der Corona-Beschränkungen] sehr.“

Netflix Vanyas (Ellen Page, r.) erste Liebe zu Sissy (Marin Ireland) in „The Umbrella Academy“

My Next Chapter nennen die werdenden Eltern Babett Peter (Real Madrid) und Ella Masar ihre neue Webserie, in der sie „einen Blick in unsere letzten Wochen ‚nur zu zweit‘“ gewähren. Die deutsche Ex-Nationalspielerin und die Ex-Fußballerin aus den USA hatten schon im Februar verraten, dass sie im August ihr erstes gemeinsames Kind erwarten (K-Word #341). Produziert wird die Webserie von Masars neu gegründeter Fußballerinnen-Agentur Doyenne Sport, die unter anderem die Fußbaballnationalspielerinnen Pernille Harder (DK), Becky Sauerbrunn (USA), Lieke Martens (NL) und Ali Riley (NZ) betreut. Folge 1 steht auf Youtube.

Aktuell im Kino: Wir beide, eine ergreifende Liebesgeschichte über zwei ältere Frauen (gespielt von Barbara Sukowa und Martine Chevallier), für die es plötzlich zum akuten Problem wird, dass sie ihre jahrelange Beziehung bisher geheim gehalten haben. Lest hier unsere Filmkritik.

Paprika Films Große Liebe: Madeleine (Martine Chevallier) und Nina (Barbara Sukowa) in „Wir beide“

Von alter Liebe zu junger Liebe: Kokon mit Lena Urzendowsky (Dark) und Jella Haase (Fuck Ju Göthe) erzählt vom sexuellen Erwachen, lesbischen Coming Out und der ersten Liebe eines 14-jährigen Mädchens während eines heißen Sommers in Berlin-Kreuzberg. Der Film von Leonie Krippendorf (die auch schon in ihrem Debüt Looping eine lesbische Geschichte erzählte) läuft derzeit bundesweit in der Queerfilmnacht (Orte/ Termine) und ab 13. August im Kino. Lest nächste Woche hier auf L-MAG Online unsere Filmkritik.

Ein TV-Kuss zwischen zwei jungen Frauen sorgte in Großbritannien für Proteste. Weil sich in einer Folge der Teenie-Soap The Next Step zwei Hauptdarstellerinnen geküsst hatten, trudelten über 100 Beschwerden beim ausstrahlenden Kindersender CBBC (quasi der britische KiKa) ein: Die Szene sei für die junge Zielgruppe „unangemessen“ gewesen. Der Muttersender BBC konterte auf seiner Beschwerdeseite, dass CBBC auch „regelmäßig junge Heterosexuelle, die sich daten, verlieben und küssen“ zeige. Man sei der Meinung, dass sich auch junge LGBTQ+ in der Serie wiederfinden sollten und „die Storyline und der Kuss sensibel und ohne Sensationslust behandelt wurden.“

CBBC/ Screenshot Für die kanadische Serie „The Next Step“ über ein professionelles Tanzensemble war es - spät genug! - nach sieben Jahren der erste gleichgeschlechtliche Kuss

Nachdem Kate Moennig und Leisha Hailey in ihrem Podcast PANTS (K-Word #357) schon ihre Ex-The L Word-Kolleginnen Mia Kirshner („Jenny“) und Sarah Shahi („Carmen“) begrüßt haben, ist in der aktuellen Folge die The L Word-Godmother Ilene Chaiken zu Gast und erzählt von ihrer ersten Liebe zu einer Cafébesitzerin - die Blaupause für Jennys und Marinas Lovestory in Staffel 1.  Aber wie dieser Clip zeigt, musste zuerst noch Leishas selbst gebasteltes „PANTS“-Schild weniger schief aufgehängt werden… Die bisher neun Folgen stehen bei Apple, Spotify und anderen Podcast-Plattformen.

Mut in Nigeria: Die queere Regisseurin Uyaiedu Ikpe-Etim und die lesbische Produzentin Pamela Adie haben dort einen lesbischen Liebesfilm gedreht und wollen Ìfé (=Liebe) bei einem Streamingdienst anbieten, um das wahrscheinliche Verbot in dem extrem homophoben Land zu umgehen. „Ich wollte LGBTQ-Charaktere in einem anderen Licht zeigen, als es bisher geschehen ist, und damit ändern, wie Heterosexuelle sie sehen“, erklärte Ikep-Etim dem Sender CNN, und Adie, die in ihrer Dokumentation Under the Rainbow (2019) ihren Kampf als Lesbe in Nigeria zum Thema machte, sagte der Nachrichtenagentur Reuters: „Es wird vielen von uns [Lesben] eine riesige Freude bereiten, zum ersten Mal Menschen wie uns im Mittelpunkt eines nigerianischen Films zu sehen.“ In Nigeria ist Homosexualität verboten, was 75 Prozent der Einwohnerschaft unterstützt. Drücken wir Ìfé die Daumen, dass er eine größere Verbreitung findet als der kenianische Lesbenfilm Rafiki, der nur eine Woche lang in den Kinos seines Heimatlandes zu sehen war (bei uns bei steht Rafiki bei Amazon, Rakuten TV und Videoload).

Ab 13. August neu bei Sixx (Di, 21:10 Uhr): In Pretty Little Liars: The Perfectionists versuchen Alison (Sasha Pieterse) und Mona (Janel Parrish) Morde an einem Elite-College aufzuklären. Die Pretty Little Liars-Fortsetzung brachte es allerdings nur auf eine Staffel, was sicherlich auch mit der Enttäuschung vieler Fans zu tun hatte: Alison war ja am Ende der beliebten Teenie-Serie mit Emily (Shay Mitchell) verheiratet, und um deren Fehlen im Spin Off zu erklären, musste Alison sie kurzerhand verlassen, „um sich selbst zu finden.“ Direkt davor zeigt Sixx die zweite Staffel von Charmed (Di, 20:15 Uhr). Im Reboot von Charmed – Zauberhafte Hexen ist die mittlere Schwester des Hexentrios, Mel (Melonie Diaz), lesbisch und war in Staffel 1 mit der Polizistin Nico (Ellen Tamaki) und danach mit der Hexe Jada (Aleyse Shannon) zusammen.

The CW Mel (r.) und Jada in Staffel 1 von „Charmed“

Bei Amazon Prime stehen endlich die Folgen 9 bis 20 von Batwoman – der Streamingdienst hat die zweite Hälfte der Staffel schon Ende Juli ohne jegliche Vorankündigung online gestellt. Geplant waren ursprünglich 22 Folgen, aber wegen der Corona-Pandemie konnte die Serie mit Ruby Rose als lesbische Batwoman nicht zu Ende gedreht werden. Die Dreharbeiten für Staffel 2 mit Javicia Leslie, die nach Roses überraschendem Ausstieg (K-Word #354) die Titelrolle spielen wird (K-Word #360), haben noch nicht begonnen.

Jetzt auf DVD (und bei Amazon und Sky Ticket): Das fröhlich-trashige Weltraumabenteuer Vagrant Queen hat eine weibliche Hauptfigur (Adriyan Rae), einen lesbischen Sidekick (Alex McGregor), eine schöne „Will-they-or-won’t-they“ Geschichte (und es lohnt sich, bis zum Schluss dranzubleiben!) zwischen den beiden und außerdem Tim Rozon in einer Rolle, die seinem „Doc Holliday“ in Wynonna Earp (K-Word #363) nicht unähnlich ist. Schade nur, dass die Serie wegen schlechter Einschaltquoten nicht fortgesetzt wird.

Syfy/ Screenshot Amae (Alex McGregor, l.) und Elida (Adriyan Rae) in „Vagrant Queen“

Nun doch keine lesbische Promi Big Brother-Kandidatin: Die Ex-Berlin Tag und Nacht-Darstellerin Saskia Beecks (K-Word #39) warf zwei Tage vor dem Start der Containershow (ab 7. Aug. in SAT.1) hin und checkte aus dem Quarantäne-Hotel aus, in dem die Teilnehmenden vor ihrem Einzug einquartiert waren. „Ich habe erst im Hotel gemerkt, dass Promi Big Brother einfach zu viel für mich gewesen wäre“, zitiert SAT.1 die 32-Jährige. Sie habe gespürt, dass sie im Moment Ruhe brauche „statt der Herausforderung, mit unbekannten Menschen vor laufenden Kameras zusammenzuwohnen.“ Gestern tauchte Saskia - nach vierwöchiger Pause – auch wieder in den sozialen Medien auf und schrieb in ihrer Insta-Story: „Meine Lieben, macht euch bitte keine Sorgen. Mir geht's gut. Ich melde mich später nochmal. Und auch, wenn ich es gerade nicht zeige, ich bin euch unfassbar dankbar und werde es immer sein. Danke für all eure Nachrichten, Zusprüche und lieben Worte."

Saskia Beecks: Lebenszeichen in ihrer Insta-Story

Lesbische Fans könnten im C-bis-F-Promi Big Brother-Cast vielleicht noch Ex-GZSZ-Star Jasmin Tawil kennen, die 2008 als bisexuelle Franzi in den Armen ihrer großen Liebe Paula sterben musste, bevor die beiden miteinander glücklich werden durften.

Phoebe Bridgers küsst am Ende ihres dramatischen Videos zu „I Know The End“ eine ältere Frau – dabei küsst sie aber vermutlich ihr zukünftiges Ich, also sozusagen sich selbst. Die bisexuelle US-Indierock-Musikerin veröffentlichte im Juni ihr zweites Album „Punisher“.

 

ACHTUNG: Wir schenken euch jeden Samstag eine E-Paper-Ausgabe der L-MAG! Hier kostenlos runterladen für den Desktop und für mobile Geräte.

 

Jetzt im Handel:Die neue Ausgabe der L-MAG- an jedem Bahnhofskiosk, im Abo, als e-Paper und bei Readly erhältlich.


L-MAG.de finde ich gut!

Wir versorgen dich kostenlos mit K-Word, Filmtipps und internationalen News. Obendrauf schenken wir dir während Corona-Krise jeden Samstag eine L-MAG-Ausgabe als E-Paper.

Doch wir wollen auch nach Corona noch da sein und für lesbische Sichtbarkeit sorgen! Der Verlag Special Media, in dem L-MAG erscheint, finanziert sich überwiegend über das kostenlose queere Berliner Stadtmagazin SIEGESSÄULE. Wegen Veranstaltungsabsagen und Schließungen kam es zu einem massiven Einbruch der Anzeigen, die das Heft und den Verlag finanzieren. Die Umsätze von L-MAG reichen leider nur für einen kleinen Teil der Verlagsinfrastruktur aus.

Deshalb brauchen wir deine Hilfe! Spende ganz einfach online: einmalig 1 Euro oder gleich 10 Euro fürs ganze Jahr.

Vielen Dank! Dein L-MAG-Team

L-MAG.de finde ich gut!

Diese Website verwendet Cookies, Google Analytics und den Adserver Google DFP. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, stimmen Sie dem zu.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK

L-MAG.de finde ich gut!

Wir versorgen dich kostenlos mit K-Word, Filmtipps und internationalen News. Obendrauf schenken wir dir während Corona-Krise jeden Samstag eine L-MAG-Ausgabe als E-Paper.

Doch wir wollen auch nach Corona noch da sein und für lesbische Sichtbarkeit sorgen! Der Verlag Special Media, in dem L-MAG erscheint, finanziert sich überwiegend über das kostenlose queere Berliner Stadtmagazin SIEGESSÄULE. Wegen Veranstaltungsabsagen und Schließungen kam es zu einem massiven Einbruch der Anzeigen, die das Heft und den Verlag finanzieren. Die Umsätze von L-MAG reichen leider nur für einen kleinen Teil der Verlagsinfrastruktur aus.

Deshalb brauchen wir deine Hilfe! Spende ganz einfach online: einmalig 1 Euro oder gleich 10 Euro fürs ganze Jahr.

Vielen Dank! Dein L-MAG-Team

Nein Danke, möchte ich nicht | Hab schon!

L-MAG.de finde ich gut!
x