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K-Word #386: Neues aus der Lesbenwelt

Verlobt: Brasiliens Fußballstar Marta und das Tennis-Paar Alison van Uytvanck und Greet Minnen, Tamy Glauser & Dominique Rinderknecht über ihre Trennung, Alexandra Maria Lara als coole Lesbe, Kerstin Ott, Nicola Adams, Serien- und Filmtipps – und mehr!

Von Karin Schupp

8.1.2021 - Die erste Verlobung des Jahres: In Orlando/ Florida verlobten sich der brasilianische Fußballstar Marta, sechsfache Weltfußballerin des Jahres, und ihre Teamkollegin Toni Pressley. Die beiden, die sich 2017 beim Erstliga-Club Orlando Pride kennen lernten, werden das zweite Ehepaar in ihrem Team sein: Ali Krieger und Ashlyn Harris heirateten Ende 2019 (K-Word #333).

T. Pressley/ InstagramDas offizielle Verlobungsfoto von Marta (l.) und Toni Pressley

An Weihnachten verlobte sich auch das einzige bekannte Paar im Frauentennis: Alison van Uytvanck (Weltranglistenplatz 64) und Greet Minnen (Platz 110). Die Belgierinnen machten 2018 öffentlich, dass sie - inzwischen seit seit fünf Jahren - zusammen sind (K-Word #242).

Kurz vor Weihnachten wurden US-Basketballstar Layshia Clarendon und ihre Frau Jessica Eltern. Das Geschlecht des Babys verrieten sie konsequenterweise nicht: Die Weltmeisterin 2018 hatte sich im Dezember mit den Worten „Es gibt tatsächlich nicht nur eine Art, trans zu sein“ als trans und nichtbinär geoutet (Word #382; akzeptiert aber auch das weibliche Pronomen). Anstatt Familienfotos zu posten, freute sich Clarendon in dieser Woche auf Twitter über die Abwahl der republikanischen US-Senatorin Kelly Loeffler in Georgia - die Miteigentümerin des Basketball-Clubs Atlanta Dream hatte im Sommer gegen das antirassistische Engagement der Frauenliga WNBA (K-Word #363) protestiert.

Alle Promi-Hochzeiten, Verlobungen, Babys, Trennungen und Todesfälle 2020 stehen hier.

Instagram Verlobt: Alison van Uytvanck und Greet Minnen (l.), Eltern: Jessica und Layshia Clarendon mit ihrem Baby

Topmodel Tamy Glauser und TV-Moderatorin Dominique Rinderknecht, vier Jahre lang das bekannteste Frauenpaar der Schweiz, sprachen in der Weltwoche erstmals über ihre Trennung, die sie Anfang November öffentlich gemacht hatten (K-Word #377). „An der Liebe sind wir nicht gescheitert“, erklärte Dominique in dem gemeinsamen Interview, und Tamy sagte: „Wir waren zusammen traurig, weil etwas zu Ende ging, aber wir wussten auch, es war nicht das Ende.“ Sie seien aber „Partner, immer noch. Einfach nicht mehr in einer gesellschaftlich definierten Beziehung.“ Für beide ist nun (trotz Corona) Reisen angesagt: Tamy nimmt sich derzeit eine Auszeit auf Bali und denkt über einen Abstecher nach Südafrika nach – wohin es Dominique zieht: „Ich werde wahrscheinlich ein paar Monate nach Südafrika gehen, den Segelkurs machen, den ich seit Jahren machen will“, sagte sie.

Tamynique/ InstagramVor einem Jahr noch gemeinsam auf Reisen: Tamy Glauser (l.) und Dominique Rinderknecht

Die Dreispringerin Yulimar Rojas (Venezuela) wurde am Samstag zur Welt-Leichtathletikin des Jahres gekürt, eine Ehrung „Female Athlete of the Year“, die seit 1988 vom Leichtathletik-Weltverband World Athletics vergeben wird. Rojas ist zweifache Weltmeisterin (2017, 2019), Silbermedaillengewinnerin in Rio 2016 und  Weltrekordhalterin (15,43 m): im vergangenen Februar übertraf sie den seit sechzehn Jahren bestehenden Hallenweltrekord um sieben Zentimeter. Und: Seit ihrem öffentlichen Coming Out 2016 ist die 25-Jährige eine der wenigen offen lesbischen Promis ihres Landes.

Screenshot World Athlete„Yes!!!“ - Yulimar Rojas freut sich über ihre Auszeichnung

Nicola Adams (K-Word #355) hätte das Zeug gehabt, die Lesben-Ehre bei Promi-Tanzwettbewerben zu retten, aber leider musste die lesbische Doppel-Olympiasiegerin im Boxen nach nur drei Shows der britischen Let’s Dance-Version Strictly Come Dancing  aussteigen, nachdem ihre Profi-Partnerin Katya Jones coronapositiv getestet worden war (K-Word #379). Die Engländerin, die auf eine zweite Chance in der nächsten Staffel hofft (bisher hat der Sender das aber wegen ihres Trainingsvorsprungs ausgeschlossen), durfte im Finale wenigstens noch einmal außer Konkurrenz auftreten.

 

Serientipps: Seit gestern zeigt Syfy Deutschland Staffel 4 der queeren Dämonenjagdserie Wynonna Earp - zunächst nur die ersten sechs Folgen, der Rest kommt wegen einer coronabedingten Drehpause auch in den USA erst im Laufe des Jahres. Lest hier mehr über die Serie und unser Interview mit Katherine Barrell, die die lesbische Polizistin Nicole Haught spielt.

Bei Apple+ startet heute die zweite Staffel von Dickinson (K-Word #328) über die jungen Jahre der (in der USA) berühmten Dichterin Emily Dickinson (Hailee Steinfeld), deren – mutmaßliche - Beziehung mit ihrer besten Freundin und Schwägerin Sue (Ella Hunt) zumindest in Staffel 1 nicht unter den Tisch fiel.

Bei Netflix steht ab 10. Januar die sechste Staffel der Comedyserie Brooklyn Nine-Nine (K-Word #229), in der nach Gina Rodriguez (Staffel 5) nun Comedian Cameron Esposito die neue Loverin der bisexuellen Polizistin Rosa Diaz (Stephanie Beatriz) spielt. Zu sehen ist sie leider nur in den Folgen 11 und 14.

NBC Rosa (Stephanie Beatriz, l.) und Jocelyn (Cameron Esposito)

In den neuen Folgen der ZDF-Serie Soko Potsdam (K-Word #327) scheint die bisexuelle Kommissarin Luna Kunaths (Caroline Erikson) - noch - Single zu sein, und von ihrer Ex Lydia (Kristin Suckow), die sie in der letzten Staffel verließ, ist keine Rede mehr (Mo, 18 Uhr).

Alexandra Maria Lara als toughe, lesbische Rennfahrerin - das hört sich leider besser an, als es ist. Als Robin in der Actionkomödie Asphalt Burning (jetzt bei Netflix, Trailer) versucht sie, Hauptfigur Roy die Frau auszuspannen - an ihrem Hochzeitstag. Der Film spart sich zwar dümmlich-homophobe Gags, spielt Robins Absichten aber derart runter, dass man auch glauben kann, sie wolle ihre Ex Sylvia (Kathrine Torborg Johansen) lediglich vor dem Fehler bewahren, Roy zu heiraten. Und wer am Ende gewinnt, ist eh von Anfang an klar. Der dritte Teil der norwegischen Fast and Furious-meets-Manta Manta-Reihe wurde in Deutschland und mit vielen bekannten deutschen Gesichtern gedreht – und einen Kurzauftritt von Wencke Myhre gibt’s auch.

Matti Bernitz/ Netflix Alexandra Maria Lara (r.) und Kathrine Thorborg Johansen

Weil die Kinos immer noch geschlossen sind, findet die monatliche Queerfilmnacht jetzt im Netz statt: Im Januar können zwei Filme online hier, im Salzgeber Club oder auf den Webseiten der lokalen Partnerkinos gestreamt werden: Moffie (Südafrika, 2019), eine schwule Lovestory zur Zeit der Apartheid 1981, und - erstmals (außerhalb von Filmfestivals) in Deutschland zu sehen - Sister, My Sister (GB, 1994). Der Lesbenklassiker basiert auf einer wahren Geschichte aus dem Jahr 1933: Zwei Hausmädchen und Schwestern (Joely Richardson und Jodhi May), ermordeten ihre Arbeitsgeberin und deren Tochter - und sollen eine inzestuöse Liebesbeziehung miteinander gehabt haben.

Im Salzgeber Club könnt ihr euch dort auch gleich noch Ulrike Ottinger – Die Nomadin vom See, ein Porträt der lesbischen Regisseurin (unser Porträt) anschauen.

Und Martin Scorsese drehte über die lesbische Autorin und Satirikerin Fran Lebowitz gleich eine ganze Dokuserie – kein Wunder: die bissige New Yorkerin (70) hat zu allem und jedem eine dezidierte Meinung: über ihre Stadt, Verkehr, Sport Geld, Bücher, Internet... Pretend It’s a City (7 Folgen) steht seit heute bei Netflix.

Kerstin Ott hat genug davon, dass ihr Name für Clickbait-Überschriften missbraucht wird, die fälschlicherweise die Trennung von ihrer Frau Karolina insinuieren und im Artikel dann lediglich harmlose Zitate in einen verzerrten Kontext setzen. Schon im März 2020 dementierte sie dieses Gerücht, das daraus konstruiert wurde, dass sie in einem Podcast freimütig von gelegentlichem, beziehungstypischen Zoff erzählt hatte. „Ich habe es satt angegriffen zu werden. Ich habe es satt, dass meine Familie angegriffen wird“, schimpfte die Sängerin Ende Dezember wütend auf Instagram und kündigte an, „jeder Zeitung und jedem gelogenen Artikel den Kampf an[zu]sagen.“ Die Medien könnten gerne ihren „schlechten Tanzstil in einer TV-Show“ beurteilen oder „von mir aus jedes einzelne Lied auf meinen Alben“ kritisieren – „aber hört verdammt nochmal damit auf, Lügen über meine Familie zu verbreiten.“ Der Erfolg ihrer Wutrede lässt noch auf sich warten: Nachdem eine der angesprochenen Internet-Postillen heuchlerisch darüber berichtet hatte, postete sie in dieser Woche wieder „Ehekrach bei Kerstin Ott und Karolina? Sie schlafen in getrennten Betten“. Da hilft nur eins: Klickt einfach NICHT auf diese Überschriften!

Wilhelmine gibt heute Abend ihr erstes Livekonzert des Jahres – natürlich (und leider nur) per Livestream bei TV Noir (8. Jan., 21 Uhr). Wer die Berliner Musikerin noch nicht kennt: Sie ging 2020 mit der Coming Out-Song „Meine Liebe“ an den Start, in dessen Video auch ihre Freundin Ronja mitspielt:

 

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