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K-Word #400: Neues aus der Lesbenwelt

Golden Globe-Gewinnerin Emma Corrin (Foto), Becky Hill und weitere Neuzugänge in der LGBTQ-Familie, Caster Semenya, Melissa Etheridge, Kristen Stewart, Ex-„GZSZ“-Star Linda Marlen Runge, Ex-„The L Word“-Star Rose Rollins, Ulrike Folkerts - und mehr!

Von Karin Schupp

16.4.2021 - Nachdem letzte Woche noch unklar war, ob Emma Corrin sich mit einem Instagram-Kommentar tatsächlich als queer geoutet hat (K-Word #399), sorgte die frischgebackene Golden Globe-Gewinnerin – für ihre Rolle als Lady Diana in The Crown – jetzt für Klarheit. Während der digitalen „Pre-Oscar-Party“ Vanity Fair Cocktail Hour Live!  hob sie im Trinkspiel „Never Have I Ever“ ihr Glas bei dem Satz „Ich habe noch nie ein Kleidungsstück meines Partners aufgehoben, um daran schnüffeln zu können“, was bedeutet: Ja, das hab ich schon getan! Worauf die ebenfalls mitspielende Jessica Alba neugierig fragte: „Hat er – oder sie – davon gewusst?“ Corrins Antwort: „Ja, sie wusste davon. Ähm, ja, ich bin ein sehr geruchsorientierter Mensch, und ich mache das gerne mit Pullis.“ Außerdem gab sie zu, „Mitglied im Mile High-Club“ zu sein, also schon mal Sex im Flugzeug gehabt zu haben, und in einen ihrer The Crown-Ko-Stars verknallt gewesen zu sein – aber nicht Josh O’Connor (Prinz Charles). Ich tippe auf Maggie Thatcher-Darstellerin Gillian Anderson!

Vanity Fair/ Screenshot Emma Corrin war nach dem „Never have I ever“-Spiel wahrscheinlich am betrunkensten...

Die andere, ebenfalls queere Lady-Diana-Darstellerin Kristen Stewart (K-Word #391) hat keine öffentlichen Social Media-Accounts, aber ihre Freundin Dylan Meyer (K-Word #325) verät auf Instagram ab und zu was über ihre Beziehung. So auch am 31. Geburtstag ihrer Liebsten am letzten Freitag:

Die The L Word-Stars Kate Moennig und Leisha Hailey begrüßten in der aktuellen Folge ihres Podcasts PANTS (bei allen gängigen Podcatchern) einen Wunschgast: Rose Rollins, die ab Staffel 4 Alices Freundin Tasha spielte. Wieso diese Beziehung scheiterte und was aus Tasha wurde, werden wir vorerst leider nicht erfahren - zumindest wird Rose nicht in der zweiten Staffel von The L Word: Generation Q (die noch bis Mai gedreht wird) auftauchen. Immerhin verrät Leisha aber, dass Tasha im seinerzeit geplanten Spinoff The Farm, in der Alice ins Gefängnis gekommen wäre (und aus dem nie etwas wurde), mitgespielt hätte - als Schließerin vielleicht?!? Rose, die mit ihrem Freund Sebastian einen Sohn (3) hat, wird in der für 2021 angekündigten Dramaserie Long Slow Exhale die Trainerin eines College-Basketballteams spielen. Und wenn schon nicht sie, wird darin doch wenigstens eine ihrer Starspielerinnen (die mit einer Newcomerin besetzt wurde) lesbisch sein. 

Metro-Goldwyn-Mayer-Studios Lange ist's her: Tasha (Rose Rollins, l.) und Alice (Leisha Hailey) in „The L Word“

Wir kennen sie als lesbische Tontechnikerin „Anni“ aus GZSZ, als „Dr. Leonie Mertens“ aus Nachtschwestern oder als Sängerin der mexikanischen Band Lejana – und jetzt startet Linda Marlen Runge als Linda Mar mit Deutschpop durch: Heute erschien ihre erste Solo-Single „Irgendwann“. Durch die Zwangspause mit ihrer Band, schreibt Linda auf Instagram, habe sie „relativ schnell gemerkt, dass es a) ohne Mucke nicht geht und b) sich da bei mir in den letzten Jahren dann doch so einiges an Texten angestaut hat, die ich bis dato nie angegangen bin, weil sie uff Deutsch sind und ich irgendwie auch immer eine Muttersprachenhemmung hatte, wenns ums Schreiben ging.“ Mehr Songs sollen folgen!

Die britische Sängerin Becky Hill („Lose Control“) hat das Gerücht bestätigt, queer zu sein. Sie sei sich noch nicht zu 100 Prozent sicher, antwortete sie einem Fan auf Twitter, „aber ich denke, ich bin queer! Ich fühle mich definitiv nicht wohl damit, mich als hetero zu bezeichnen oder als irgendwas anderes, aber queer scheint die passendste Identität für mich zu sein.“ Die 27-Jährige wurde 2012 durch die Castingshow The Voice UK bekannt, wo sie ins Halbfinale kam, ihre Hits  „Gecko“ (2014) und „Lose Control“ (2019) waren auch in den deutschen Charts.

B. Hill/ InstagramIn diesem Jahr erscheint ihr erstes Studioalbum: Becky Hill

„Ich möchte mich nicht verstecken. Ich möchte auch nicht noch einmal gefragt werden, ob ich wieder einen Freund habe, nur weil die Leute nicht wissen, dass ich doch jetzt eine Freundin habe. Würde ich einfach nicht darüber reden, käme mir das vor wie lügen“: So outete sich die Schweizer Ex-Kunstturnerin Ariella Kaeslin (33), Europameisterin und Vize-Weltmeisterin 2009 in Das Magazin. Sie habe nur glückliche Beziehungen mit Männern gehabt, aber auch Frauen „schon immer attraktiv“ gefunden, sagte sie. „Vor einiger Zeit merkte ich dann, dass sich etwas veränderte. Ich verknallte mich.“ In dem Interview kritisierte die dreifache „Sportlerin des Jahres“ ihres Landes auch ihre Sportart, deren „Erwartungen an Weiblichkeit mit Heterosexualität verknüpft sind. Mir war nie ganz wohl in meiner Rolle als Turnerin. Es musste glitzern, obwohl ich keinen Glitzer wollte, ich musste mir die Haare wachsen lassen, obwohl ich sie kurz tragen wollte.“

Tanja Gutmann/ ScreenshotAriella Kaeslin im vergangenen Juni in der Youtube-Sendung „#mental“, in der sie über ihr Burnout mit 23 sprach

Erin Kellyman is gay. We won”, freute sich eine Twitter-Userin gemeinsam mit anderen Fans in dieser Woche - dabei hat die britische Schauspielerin (Solo: A Star Wars Story) eigentlich nie versteckt, dass sie lesbisch ist: ihre Freundin Jordana O’Coy postet auf Instagram schon seit 2019 Pärchenfotos. Entdeckt haben wir alle das aber erst, seit Kellyman als Anarcho-Anführerin „Karli“ in der Disney+-Serie The Falcon and the Winter Soldier bekannter wurde.

O'Coy/ InstagramErin Kellyman (l.) und Jordana O'Coy bei einem CSD in Großbritannien 2019

Um „pflanzenbasierte Medizin zu feiern“, gibt Melissa Etheridge am 20. April, dem inoffiziellen Welttag der Kiffer, ein Online-Konzert. Die Musikerin schwört auf die heilende Wirkung von Cannabis und besitzt eine Firma für Cannabis-Produkte, „Etheridge Botanicals“, die das Event sponsert. It’s Cool to Be Kind wird auf ihrer Plattform EtheridgeTV gestreamt und kostet 10 $, für schlappe 175 $ gibt's ein VIP-Paket für 175 $ mit Backstage-Zugang und „Meet and Greet“.

Caster Semenya, Doppel-Olympiasiegerin über 800 Meter, verpasste die Qualifikation für Tokio 2021. Bei den nationalen Meisterschaften am Donnerstag gewann sie zwar den Lauf über 5000 Meter, verfehlte dabei aber deutlich die Olympia-Norm. Die Südafrikanerin, die für die Distanzen zwischen 400 Metern und einer Meile gesperrt ist, solange sie ihren natürlichen Testosteronwert nicht medikamentös senkt, hatte für einen Start in Tokio zunächst die 200-Meter-Distanz anvisiert, dann aber auf 5000 Meter umgesattelt. Gegen die Sperre des Leichtathletik-Weltverbands reichte sie Ende Februar Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein (K-Word #394). Unterstützt wird Semeny unter anderem von ihrem Landesverband, ihrer Frau Violet („Deine Kinder werden stolz auf dich sein!“, schrieb sie auf Instagram) und der Seifenmarke Lux, die sogar eine Petition für sie startete:

Von Ulrike Folkerts‘ neuer Autobiografie „Ich muss raus!“ berichtete ich schon letzte Woche, aber diesen Werbespot für das Buch will ich euch nicht vorenthalten:

Von wegen „Rentnersender“: In der ZDF-Vorabendserie Kanzlei Berger (Mi, 19:30 Uhr) begann eine der beiden weiblichen Hauptfiguren, Anwältin Niki Berger (Nele Kiper,Hotel Heidelberg), in Folge 10 eine Ménage-à-trois mit einem Ehepaar. Mit dem Mann, Martin, hatte sie schon seit Beginn der Serie im Februar eine Affäre, jetzt kam - auf deren Vorschlag hin - auch seine Frau Isabell (Annika Ernst, Einstein, Beck is Back) dazu (Mediathek). Das Arrangement wird mindestens ein paar Folgen lang halten, und so viel sei schon verraten: Bei allen Beteiligten sind Gefühle im Spiel!

ZDF/ Screenshot Niki und Isabell in Folge 11 von „Kanzlei Berger“ - der Mann ist allerdings nur nicht im Bild...

Ab heute bei Netflix: In der australischen Comedyserie Why Are You Like This geht's um drei junge „woke“ Freund:innen in Melbourne: Mia (Olivia Junkeer) ist bisexuell und hat südasiatische und muslimische Wurzeln, Penny (Naomi Higgins) ist zu ihrem Leidwesen „nur“ weiß und hetero, und Austin (Wil King) ist schwul und möchte in der Dragszene groß rauskommen.

Ab 21. April bei Disney+ Star und Joyn: Staffel 17 von Grey’s Anatomy und Staffel 4 des Grey’s Spinoff Seattle Firefighters, wo Captain Maya Bishop (Danielle Savre) inzwischen mit Dr. Carina Deluca (Stefania Spampinato) zusammen ist. Die bisexuelle Gynäkologin und Orgasmusforscherin wechselte in dieser Staffel komplett aus der Mutterserie zur Feuerwache 19 und lässt sich nur noch gelegentlich im Grey-Sloan-Hospital blicken. Dort hält jetzt Dr. Teddy Altman (Kim Raver) die bisexuelle Fahne hoch, deren – bislang unbekannte - Vergangenheit mit einer Frau (gespielt von The Fosters-Lesbe Sherri Saum), eine Rolle spielen wird. Beide Staffeln starten am 28. April auch bei ProSieben.

ABC In Staffel 4 zusammen in Corona-Quarantäne: Carina (Stefania Spampinato, l.) und Maya (Daniella Savre)

Eine wunderbare Parodie auf die lesbischen Historiendramen Porträt einer jungen Frau in Flammen und Ammonite (Kinostart: 26. Aug.) aus der US-Sketchshow Saturday Night Live: Der Fake-Trailer für Lesbian Period Drama verspricht sehnsüchtige Blicke, „the world’s saddest flirting“, nur zwölf Dialogzeilen und nach zwei Stunden eine einzige Sexszene - mit Stellungen, die es 1840 noch gar nicht gab… Den Sketch mit Heidi Gardner und dem Oscar-nominierten Gaststar Carey Mulligan schrieb vermutlich das lesbische Ensemblemitglied Kate McKinnon, die als „the one actual lesbian actress as stone cold ex“ (= die einzige wirklich lesbische Schauspielerin als eiskalte Ex) auftritt.

 

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