L-Mag

K-Word #402: Neues aus der Lesbenwelt

Comedian Hannah Gadsby (Foto) hat geheiratet, Anne Heche stichelt gegen ihre Ex Ellen DeGeneres, „Tatort“-Kommissarin Karin Hanczewski über ihr Coming Out, Cara Delevingne & Paris Jackson, Elliot Page bei Oprah Winfrey und Film- und Serientipps!

Von Karin Schupp

30.4.2021 - Die Emmy-Gewinnerin Hannah Gadsby hat ihre Producerin Jenney Shamash geheiratet. Mit dieser Nachricht überraschte die lesbische Comedienne, die durch ihr Netflix-Special Nanette weltweit berühmt wurde, ihre Fans auf Instagram und Twitter. „Wir haben im Januar geheiratet und freuen uns riesig“, schrieb die Australierin dort mit den Hashtags #married #really? #yeahtotally und bedankte sich bei allen Landsleuten, die 2017 bei einer Volksbefragung für die Ehe-Öffnung gestimmt haben. Shamash produzierte Gadsbys zweites Comedy-Special Douglas (2020, Netflix), in dem Gadsby über ihre Autismus-Diagnose spricht.

Gadsby/ Instagram„So sehe ich aus, wenn ich mich riesig freue", kommentierte Hannah Gadsby (l.) ihr Foto mit Jenney Shamash

In der Titelstory der neuen L-MAG (ab heute erhältlich) erklärt Tatort-Kommissarin Karin Hanczewski, die sich im Februar im Rahmen von #actout (K-Word #390) outete, wieso sie die Kampagne, die mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz in Film, Fernsehen und Theater fordert, mitinitiierte. „Die Personen, mit denen ich gearbeitet habe, wussten ab irgendeinem Zeitpunkt meist, dass ich eine Freundin hatte. Aber ich habe auch despektierliche Kommentare erlebt“, sagte uns die Berliner Schauspielerin, die sich als queer oder bisexuell definiert. „Einmal hat mir ein Regisseur auf einem Empfang gesagt ‚Ach, du bist lesbisch‘ und mich damit in eine Ecke abgestellt, so als würde ich als lesbische oder queere Frau zu einer anderen Kategorie Frau gehören.“ Sie habe viele queere Kolleg:innen, die Angst hätten, nicht mehr als ‚Love Interest‘ besetzt zu werden. Dabei „spielen [wir] so viele Dinge, die wir nicht sind. Das ist unser Beruf!“ Hanczewski, die auch in Deutschlands erster Lesbenserie Loving Her (K-Word #396) zu sehen sein wird, erzählt im L-MAG-Interview auch von ihrer ersten Liebe zu einer Frau, ihrem ersten Mal The L Word und wie es ihr nach ihrem öffentlichen Coming Out geht.

Neue Pärchengerüchte um Cara Delevingne und Paris Jackson. Die beiden Freundinnen, die bereits 2018 mindestens einen Flirt hatten (K-Word #245), trugen auf einer Afterparty nach der Oscar-Verleihung am Sonntag aufeinander abgestimmte Outfits und präsentierten an ihren Unterarmen das gleiche, frisch gestochene Rosen-Tattoo. Michael Jacksons Tochter, die sich letztes Jahr als lesbisch outete („Ich dachte nie, dass ich mit einem Mann zusammen sein würde. Ich dachte, ich würde eine Frau heiraten... ich habe mehr Frauen als Männer gedatet“, K-Word #359), hatte ihre letzte bekannte Beziehung mit einem Mann, Topdmodel/ Schauspielerin Delevingne gilt seit ihrer Trennung von Ashley Benson vor einem Jahr (K-Word #351) als Single.

Instagram Paris Jackson (l.) und Cara Delevingnevon im „Braut-und-Bräutigam-Look“ (Zitat „Vogue Germany“), rechts ihre neuen Tattoos

In Master of None war Denise (Lena Waithe) bisher nur eine Nebenfigur, in der dritten Staffel der Netflix-Serie (ab 23. Mai) aber rückt sie ins Zentrum: In den neuen Folgen, die die lesbische Schauspielerin/ Drehbuchautorin (K-Word #336) zusammen mit Serienschöpfer Aziz Ansari schrieb, geht’s um die Höhen und Tiefen ihrer Beziehung mit Alicia (Naomi Ackie). Ackie, bekannt aus Star Wars: The Rise of Skywalker und The End of the F***ing World (Staffel 2), spielt demnächst auch Whitney Houston in dem Biopic I Wanna Dance With Somebody (siehe: 8 neue Filme, auf die wir uns schon freuen).

„Ich wusste schon als kleines Kind, dass ich ein Junge bin. Ich habe falsche Liebesbriefe verfasst und sie mit ‚Jason‘ unterschrieben“, sagte  Elliot Page (Inception, Juno) dem trans Journalisten Thomas Page McBee (der auch Drehbuchautor bei The L Word: Generation Q ist), in Vanity Fair. In seinem zweiten Interview nach seinem trans Coming Out im Dezember und seiner Time-Titelstory im März (K-Word #396) erklärte er auch, weshalb er Oprah Winfrey ein TV-Interview gab (heute bei Apple+): „Der Backlash ist gerade so intensiv, dass das eine Gelegenheit für war, eine breite Plattform zu erreichen.“ Der Oscar-nominierte Schauspieler drehte gerade die dritte Staffel der Netflix-Serie The Umbrella Academy, in der er die - bisher - weiblich-queere Figur Vanya spielt.

Screenshot/ Entertainment TonightVon seiner „neu entdeckten Energie, weil es so eine befreiende Erfahrung ist“, spricht Elliot Page im Interview mit Oprah Winfrey

Nach mehreren verschobenen Kinostarts steht das Biopic The United States vs. Billie Holiday jetzt bei Streamingdiensten (und kommt am 14. Mai auch auf DVD). Andra Day, die für ihre Rolle mit einer Oscar-Nominierung belohnt wurde (bekommen hat sie ihn aber nicht), spielt die Jazz-Legende Billie Holiday, die als frühe Aktivistin für Schwarze Bürgerrechte ins Fadenkreuz des FBI geriet. Obwohl der schwule Regisseur Lee Daniels im Vorfeld betont hatte, dass ihm Holidays offene Bisexualität wichtig gewesen sei, müssen wir uns, wie L-MAG-Rezensentin Kaey schreibt, „mit winzigen Anspielungen auf Holidays lesbisches Begehren“ begnügen, und der Kuss mit ihrer berühmtesten Loverin, der Schauspielerin Tallulah Bankhead (Natasha Lyonne,Orange is the New Back), der für eine Millisekunde im Trailer zu sehen ist, taucht im Film gar nicht erst auf. Kaeys Filmkritik findet ihr in der neuen  L-MAG.

Screenshot/ TrailerVon Billie Holidays (Andra Day, l.) Beziehung mit Tallulah Bankhead (Natasha Lyonne) bleibt uns nur dieser Screenshot aus dem Trailer...

Für die Hauptrolle in der queeren Netflix-Serie Feel Good (unsere Serienkritik) wurde Mae Martin für einen BAFTA als „Beste Darstellerin in einem Comedyformat“ nominiert. Der bisexuelle und nichtbinäre Comedian bedankte sich auf Twitter, fügte aber hinzu: „P.S. Gender ist eine Konstruktion“. Der britische TV-Preis wird am 6. Juni verliehen.

Netflix Mae Martin (l.) mit Charlotte Ritchie in „Feel Good“

Zwei Bayerische Filmpreise für das lesbische Coming-of-Age-Drama Kokon (unsere Filmkritik): Bei der Verleihung am 28. April wurde die Regisseurin Leonie Krippendorff mit dem Nachwuchs-Regiepreis ausgezeichnet, Lena Urzendowsky, die die Hauptrolle spielte, als beste Nachwuchsdarstellerin. Der Film, der in einem heißen Sommer in Berlin-Kreuzberg spielt, kann bei Amazon, iTunes, Google Play und direkt beim LGBTQ-Filmverleih Salzgeber gestreamt werden.

Edition Salzgeber Nora (Lena Urzendowsky, l.) und Romy (Jella Haase) in „Kokon“

LGBTQ-Filme beim größten deutschen Dokumentarfilmfestival DOK.fest München, das in diesem Jahr digital stattfindet: La Première Marche begleitet vier Studierende bei der Organisation des ersten CSD im Pariser „Problemviertel“ Saint-Denis. The Art of Sin porträtiert den schwulen Künstler Ahmed Umar, der aus dem Sudan nach Norwegen flüchtete. In Instructions for Survival geht’s um den trans Mann Sascha, der mit seiner Partnerin in Georgien ein Leben im Verborgenen führen muss und in der deutschen Doku Zuhurs Töchter um zwei aus Syrien geflüchtete trans Teenager. Die Filme laufen zwischen dem 6. bis 23. Mai zu jeweils festen Termine auf www.dokfest-muenchen.de (6-7 Euro pro Film).

Neu auf DVD: Ruby Roses (K-Word #389) neuer Actionthriller SAS: Red Notice, in dem die lesbische Ex-Batwoman-Darstellerin erstmals auf die Seite der Schurken wechselt: Sie spielt die kaltblütige Anführerin einer Terrorbande, die den Eurostar mit allen 400 Passagieren unter dem Ärmelkanal in die Luft jagen will. Das wird ein zufällig im Zug sitzender Spezialagent (Sam Heughan) aber vermutlich zu verhindern wissen...

obs/ ZDF/ Altitude Film Lief coronabedingt nicht im Kino: „SAS: Red Notice“ mit Ruby Rose (l.) und Sam Heughan)

Letztes Jahr hielt sich Anne Heche aus dem Shitstorm gegen ihre Ex Ellen DeGeneres im letzten Jahr – (Ex-)Angestellte warfen deren Produktionsfirma ein „toxisches Arbeitsumfeld“ vor - raus (K-Word #366), aber jetzt gab sie ihrer Verflossenen doch noch einen mit: In einem TikTok-Clip bewertete die Schauspielerin ihre früheren Outfits auf roten Teppichen und ließ ihr Kleid bei den Golden Globes 1998, die sie mit Ellen besuchte, gnadenlos durchfallen. „Warum sehe ich wie ein Hippie aus?“, fragt sie. „Weil Ellen nicht wollte, dass ich mich sexy kleide.“ Daumen runter und null von zehn Punkten! Die beiden waren von 1997 bis 2000 das erste öffentliche Frauenpaar Hollywoods, bis heute blieb Ellen Heches einzige Frauenbeziehung (siehe auch: 9 lesbische Promi-Trennungen, die Schlagzeilen machten).

 

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