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K-Word #404: Neues aus der Lesbenwelt

Das sind die „Princess Charming“-Kandidatinnen, Ellen DeGeneres kündigt das Ende ihrer Show an, Cara Delevingne macht Kunst über ihre Vagina, „The L Word: Generation Q“, Lara Dickenmann & Anna Blässe, Margot Robbie, Lea Mirzanli, Sleater-Kinney und mehr!

Von Karin Schupp

14.5.2021 - Jetzt ist es raus: Diese 20 Frauen werden in Deutschlands erster lesbischer Kuppelshow Princess Charming um die Kölner Anwältin Irina Schlauch (30) buhlen (K-Word #399). Die Kandidatinnen sind zwischen 21 und 33 Jahre alt, es gibt einen deutlichen Überhang an Berlinerinnen, Studierten und Tätowierten, unterrepräsentiert sind Kurzhaarige und POC. In der Fan-Gunst liegen – wenn’s nach den Likes auf der offiziellen Instagram-Seite geht – diese drei vorne: Die „sehr feminine“ Cheerleaderin Lou, die „kuschelsüchtige“, nonbinäre Gea aus Berlin und die Poetin Kati, die mit dem Satz „Ich rauche, ich saufe, ich lache und ich schreibe“ ins Rennen geht. Die Show, die auf Kreta gedreht wurde, startet am 25. Mai beim RTL-Streamingkanal TVNOW und läuft danach bei VOX.

TVNOW/ René Lohse Die aktuellen Fan-Favoritinnen der „Princess Charming“-Kandidatinnen sind Lou (untere Reihe, ganz rechts), Gea (direkt darüber) und Kati (1. Reihe, 2.v.r.)

Noch gibt es keinen offiziellen Starttermin für die zweite Staffel von The L Word: Generation Q (K-Word #397), aber Leisha Hailey und Kate Moennig, die für die Lesbenserie noch eine Woche vor der Kamera stehen, spekulierten in ihrem Podcast PANTS, dass sie bereits im Sommer 2021 laufen soll – allerdings nur in den USA. Nach Deutschland kommen die neuen Folgen dann hoffentlich schneller als Staffel 1, auf die wir mehr als vier Monate warten mussten (Infos, bei Sky Ticket/ Go und Amazon).

Moennig/ InstagramJennifer Beals, Kate Moennig und Leisha Hailey hinter den Kulissen von „The L Word: Generation Q“

Ellen DeGeneres hat angekündigt, ihre Show im nächsten Jahr zu beenden. „Als kreativer Mensch braucht man ständig Herausforderungen – und so toll, wie diese Show auch ist und so viel Spaß sie auch macht: sie ist einfach keine Herausforderung mehr“, sagte sie dem Branchenblatt The Hollywood Reporter. Die Moderatorin hatte schon 2018 in der New York Times laut übers Aufhören nachgedacht und gesagt, dass ihre Frau Portia de Rossi sehr dafür sei. Im vergangenen Sommer stand die The Ellen DeGeneres Show, die seit 2003 mit 170 Sendungen pro Jahr läuft und 61 Daytime-Emmy Awards gewann, stark in der Kritik: (Ex-)Mitarbeitende warfen der Redaktion ein „toxisches Arbeitsumfeld“ vor und kritisierten DeGeneres als überheblich. Die übernahm zwar die „volle Verantwortung“ und feuerte drei Producer (K-Word #371), musste seitdem aber einen Einbruch der Einschaltquoten um 43 Prozent hinnehmen. Wegen des Shitstorms, so Ellen im THR, mache sie aber nicht Schluss: „Wenn ich die Show deswegen verlassen würde, wäre ich gar nicht erst zurückgekommen.“ In der Today Show äußerte die 63-Jährige gestern den Verdacht einer inszenierten Kampagne und erklärte: „Wenn’s niemand sonst sagt, dann sag‘ ich es: Es wirkte sehr frauenfeindlich.“

Samira Wiley, bekannt aus ihren Rollen in Orange is the New Black und The Handmaid’s Tale, ist Mutter geworden. Auf Instagram posteten die Schauspielerin und ihre Frau, die Drehbuchautorin Lauren Morelli, in dieser Woche ein Foto ihrer Tochter George Elizabeth, die bereits am 11. April zur Welt kam. Wiley und Morelli lernten sich am Set von OITNB kennen und sind seit 2017 verheiratet (K-Word #193).

Wiley/ InstagramSamira Wiley (r.) und Lauren Morelli

Cara Delevingne versteigert Videokunst über ihre Vagina. In dem 30-sekündigen Clip „Mine“ spricht sie oben ohne die Worte: “My first word was ‘mine’. To me, that means something that is most mine — my vagina. I own it. It’s mine and no one else’s. I choose what I do with it! And no one can take that away from me!” Das digitale Werk ist ein NFT, eine krypografische Geldanlage, die wie Bitcoins rein digital und der aktuelle (und ebenso umstrittene) Hype in der Kunstwelt ist. Uns kann’s egal sein: Während die Person, die ihn kauft, die „offizielle“ Version bekommt (was immer das bedeutet), können wir es uns kostenlos anschauen. Wichtig ist vor allem eins: Das Geld wird Caras Stiftung zugute kommen, die Frauen- und LGBTQ-Rechte, mentale Gesundheit und Umweltschutz unterstützt.

ScreenshotCara Delevingne: „Meine Vagina gehört mir und niemandem sonst“

Sie stehe dazu, queer zu sein, aber „es ist nicht das, worauf mein Hauptaugenmerk liegt“, sagt St. Vincent  im L-MAG-Interview und spricht darüber, wie unwohl sie sich während ihrer Beziehungen mit den sehr öffentlichen Stars Cara Delevingne (K-Word #219) und Kristen Stewart (K-Word #171) fühlte - als sei „ich gegen meinen Willen ins Rampenlicht gezerrt und an den Pranger gestellt [worden] – wie ein Tier, das im Zoo zur Schau gestellt wird.“ Ihr neues Album „Daddy’s Home“ ist heute erschienen.

Auch Sleater-Kinney (K-Word #308) veröffentlichen ein neues Album: „Path of Wellness“ erscheint am 11. Juni. Das Video zur neuen Single „Worry With You“ schildert die Hochs und Tiefs einer Frauenbeziehung in einer seeehr engen Wohnung – oder wie wir es heutzutage nennen: Corona-Realität!

Nach #actout der Filmschaffenden, #Teachout der Lehrer:innen, „Gesicht zeigen“ der Jurist:innen und der Aktion #ihrkönntaufunszählen, die schwule Fußballprofis zum Coming Out ermuntern will, gibt's jetzt auch #kickout: Über 100 LGBTIQ-Menschen aus dem Fußball-Amateur- und Profibereich zeigen in dieser Kampagne ihr Gesicht. „Es gibt schon so viele queere Menschen im Fußball, die wollen wir sichtbar machen und nicht darauf warten, dass sich irgendein schwuler Fußballer im Rahmen seiner aktiven Karriere irgendwann mal outet“, sagte Mitinitiatorin Pia Mann dem Kicker. Und tatsächlich hat das in diesem Zusammenhang auch keiner getan. Vier weibliche Fußballstars, die sich bereits vorher geoutet haben, sind aber dabei: Svenja Huth (K-Word #384), Anna Blässe und Lara Dickenmann vom VfL Wolfsburg und Schwedens Nationaltorfrau Hedvig Lindahl.

In einem Interview mit dem Fußballmagazin Kicker, das die Kampagne unterstützt, begründet das Ehepaar Lara Dickenmann und Anna Blässe (K-Word #385), weshalb sie offen lesbisch sind: „Mir fehlen die Sichtbarkeit des Themas und weibliche Identifikationsfiguren im Sport, die sagen: ‚Hey, ich bin lesbisch und das Leben ist toll.‘“, sagte die Schweizer Rekordnationalspielerin, und Blässe, seit 2015 im deutschen Nationalteam, will zeigen, „dass ich eine ganz normale Frau bin, ein langweiliges Leben habe und abends auf der Couch liege oder koche.“

Dickenmann/ InstagramSo langweilig wirken sie eigentlich gar nicht: Lara Dickenmann (l.) und Anna Blässe

Nicht nur die Fans der DC-Comicverfilmungen fordern, dass Harley Quinn dort endlich - wie in den Büchern - mit Poison Ivy zusammen sein darf. Nein, auch Margot Robbie, die die anarchistische Antheldin zum ersten Mal in Birds of Prey (2019) spielte, will das: „Glaubt mir, ich habe ihnen damit die ganze Zeit ein Ohr abgekaut“, sagte die Schauspielerin auf die Interview-Frage, ob Poison Ivy in ihren künftigen DC-Filmen auftauche. „Sie können es bestimmt langsam nicht mehr hören, aber ich sage dauernd: ‚Poison Ivy, Poison Ivy. Kommt schon, lasst es uns tun.‘ Ich will unbedingt eine Beziehung zwischen Harley und Poison Ivy auf der Leinwand sehen. Deshalb werde ich sie weiter nerven. Keine Sorge!“ Für The Suicide Squad (D-Start: 5. August) dürfen wir uns demnach noch keine Hoffnungen machen, aber vielleicht für ihr nächstes DC-Filmprojekt Gotham City Sirens? Bis dahin: Schaut den kostenlosen Kurzfilm Harley Quinn - Blazing Shadows mit den beiden Comic-Heldinnen (wir berichteten) und lest unsere „Top 7 der lesbischen Superheldinnen“.

Screenshot Trailer Margot Robbie als Harley Quinn in „The Suicide Squad“

Heute neu: Die erste Single von Lea Mirzanli, bekannt aus der Jugendserie Spotlight (Nickelodeon) und dem Kinofilm Kartoffelsalat 3 und mit knapp 425.000 Fans auf TikTok eine echte LGBTQ-Influencerin. In „Is it okay?“ (Audio, das Video kommt demnächst) singt die lesbische Berlinerin über (ihre) Depressionen und hofft, dass „dieses Thema aus der Tabu-Schublade geholt wird“. Zur Song-Premiere rief sie zur TikTok-Challenge #isitokay auf, in der ihre Fans über ihre eigenen schlechten Phasen sprechen sollen.

@lea.mirzanli

Is it okay? | Nächsten Monat ist es soweit... ich kann nicht in Worte fassen, was das für mich bedeutet. | #singer#songwriter#isitokay#fyp

♬ Originalton - Lea Mirzanli

In seiner neuen Single „Zu viel gesagt“ singt der schwule Influencer Nico Abrell übers erste Date und lässt im Video zwei Topmodel-Kandidatinnen ein Paar spielen. Chanel Silberberg (Platz 17) und Alysha Hübner (Platz 15) aus der aktuellen GNTM-Staffel sind allerdings, soweit bekannt, privat nicht queer.

 

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