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K-Word #425: Neues aus der Lesbenwelt

Cardi B verheiratet Lesbenpaar, Rosanna Arquette in „The L Word: Generation Q“, „Princess Charming“-Miri: „Bin in echt cooler als in der Show“, Julianna Margulies, die Fußballstars Merel van Dongen und Nadine Angerer, Film- und Serientipps und mehr!

Von Karin Schupp

15.10.2021 - Cardi B verheiratet in der neuen Folge ihrer Facebook Watch-Sendung Cardi Tries ein Frauenpaar. Zusammen mit der lesbischen Schauspielerin Raven-Symoné (Raven’s Home) hilft sie Brandi dabei, ihre Freundin Shannon mit einer Hochzeit (noch am selben Tag!) zu überraschen. Cardi B, die mit ihrem Rapper-Kollegen Offset verheiratet ist, identifiziert sich als bisexuell (K-Word #416, würde aber mit den gigantisch langen Fingernägeln, die sie in der Sendung trägt, niemals eine Loverin finden!). Ex-Kinderstar Raven-Symoné (Bill Cosby-Show) ist seit letztem Jahr mit der Social Media-Managerin Miranda Maday verheiratet (K-Word #357).

ScreenshotBrandi, Cardi B, Raven-Symoné und Shannon (v.l.n.r.)

US-Basketballstar Diana Taurasi, mit fünf Olympiasiegerin Rekordhalterin in ihrer Sportart (K-Word #416), bekam Nachwuchs: am 9. Oktober brachte ihre Frau Penny Taylor, früher Taurasis Teamkollegin bei Phoenix Mercury, ihr zweites Kind zur Welt.

Taurasi/ InstagramDiana Taurasi (l.) und Penny Taylor mit Sohn Leo (3) ein Monat vor der Geburt ihrer Tochter Isla

Carmen und Helena kehrten (bisher) leider nicht zurück zu The L Word: Generation Q, aber in Staffel 2 des Lesbenserien-Reboots überraschte jetzt Cherie Jaffe (Rosanna Arquette) ihre Ex-Loverin Shane (Kate Moennig), deren Wiedersehensfreude sich angesichts ihrer destruktiven Affäre in den Staffeln 1, 3 und 4 der Originalserie stark in Grenzen hielt. Und wie sich rausstellt, ist Cherie noch ganz die Alte (unser Rückblick auf Folge 5). „Es hat Spaß gemacht, zurückzukommen und sie für eine Minute zu spielen“, sagte Arquette im Interview mit The Daily Beast und zeigte Verständnis für Cheries Faszination für Shane: „Ich bin eine Hetero-Frau und verknallt in Kate.“ Bei uns stehen sechs der zehn Folgen online (jeden Mittwoch eine Doppelfolge bei Sky Go/ Sky Ticket; hier alle Folgen-Rückblicke), in den USA lief am letzten Wochenende das Staffel-Finale, ob es eine dritte Staffel gibt, ist noch nicht bekannt.

Showtime/ Screenshot Cherie (r.) mit Shane und - im Hintergrund - Tess beim Pokern im „Dana's“

„Ich war in der Villa wie im echten Leben“, sagt Mirielle Bouaouina, besser bekannt als Miri aus Princess Charming im Podcast Busenfreundin, glaubt aber, dass sie in der Show „ein bisschen netter und ein bisschen softer“ wirke. „Findest du nicht auch, dass ich einen Ticken cooler bin, zumindest was mein Dating-Life angeht?“, fragt sie die Moderatorin Ricarda Hofmann - die beiden sind seit der Sendung miteinander befreundet. „Ich bin in echt schon ein bisschen cooler, oder?“ In der Sendung wirke sie „unsterblich verliebt in Iri nach zwei Wochen“, tatsächlich aber, so verriet sie, hatten ihre emotionalen Ausbrüche damit zu tun, dass sie durch die Konkurrenz an eine frühere Dating-Situation erinnert wurde, „und das hat mich in dem Moment einfach getriggert.“ Inzwischen zählt Miri die „Princess“ Irina Schlauch ebenso wie die Mit-Kandidatinnen Bine und Lou zu ihren Freundinnen, vergeben ist sie aber an eine andere – vermutlich eine Kölnerin, denn dort zieht sie demnächst hin. Die lesbische Datingshow (unsere Sendungskritik) steht im Bezahlbereich von TVNOW und startet am 29. Okt. bei Vox.

TVNOW Miri (l.) und Irina in „Princess Charming“

Princess Charming Light: Am 21. Oktober startet auf Instagram Live die lesbische Dating-Show you’n her, in der die Kandidatinnen - zu denen auch bekannte Gesichter wie Princess Charming-Kandidatin Sarina gehören - per Fragen und Spiele „gematcht“ werden (ihr könnt ihr euch auch selbst bewerben). Lest am Wochenende auf l-mag.de unser Interview mit der Kölnerin Isa, die sich das Format ausgedacht hat und demnächst auch in der neuen RTL2-Datingshow Let’s Love – Eine Hütte voller Liebe zu sehen ist.

In der Serie The Morning Show (AppleTV+) hat Julianna Margulies als lesbische Star-Reporterin eine Affäre mit Reese Witherspoon (K-Word #424), auf die Frage, ob sie gezögert habe, als Hetera eine Lesbe zu spielen - in den USA wird vielfach gefordert, dass solche Rollen an queere Schauspielerinnen gehen sollen - antwortete sie im Podcast Just for Variety: „Wer sagt denn, dass ich nicht meine eigenen lesbischen Erfahrungen habe?“ In der Produktion hätte es durchaus Bedenken gegeben, „ob die lesbischen Schauspielerinnen sauer sein werden“, sagte sie. „Aber ich kann Ihnen sagen, dass ich niemals sauer sein werde, wenn eine Lesbe eine Hetero-Frau spielt.“ Während ihr Vergleich natürlich hinkt, haben wir in Deutschland ganz andere Sorgen: Bei uns gibt's viel zu wenige Schauspieler:innen, die offen LGBTQ sind (und noch weniger queere Rollen).  

AppleTV+/ Screenshot Julianna Margulies mit Reese Witherspoon in „The Morning Show“, ihrer zweiten lesbischen Rolle nach „What’s Cooking?“ (2000)

In Woche 4 der US-Promitanzshow Dancing with the Stars tanzte der queere Teenie-Star Jojo Siwa als Prinz den Wiener Walzer zum Disney-Song „A Dream Is a Wish Your Heart Makes“ und bekam mit ihrer Profi-Partnerin Jenna Johnson 35 von 40 Jury-Punkten. Das erste gleichgeschlechtliche Tanzpaar der Show (K-Word #424) festigte damit seinen Favoritinnen-Status. Die Sendung läuft noch bis Ende Novemer.

„Es ist weniger so, dass ich begierig darauf gewesen wäre, mich in der Fußballwelt zu outen, sondern eher so, dass die Medien begierig darauf waren, mich zu fragen, warum ich so offen darüber rede“, sagte die niederländische Fußballnationalspielerin Merel van Dongen (Atlético Madrid) der Sportplattform ESPN. Sie tut's zwar gern, sagte die 28-Jährige - „Die größte Befriedigung sind für mich die Social-Media-Nachrichten, die ich von Mädchen oder Jungs kriege, die sich outen wollen, nachdem sie ein Interview mit mir gesehen haben“ -, aber lieber wäre es ihr, wenn sich „die Medien auf mich als Fußball-Profi im holländischen Team, dem zweitbesten der Welt, fokussieren würden. Nicht auf Merel van Dongen, die Lesbe mit der netten Freundin.“

van Dongen/ InstagramMerel van Dongen (l.) und ihre nette Freundin, die spanische Ex-Nationalspielerin Ana Romero

Nadine Angerer und ihre Frau Magda (K-Word #391) bleiben vorerst in den USA. Die frühere Kapitänin des Fußballnationalteams verlängerte Anfang der Woche ihren Vertrag als Torwarttrainerin beim Erstligisten Portland Thorns FC, bei dem sie seit knapp sechs Jahren arbeitet.

Gentleman Jack kommt bald wieder! Anfang Oktober fiel die letzte Klappe für Staffel 2 der historischen Lesbenserie (ein Dank geht an K-Word-Leserin Tanja für den Hinweis!), die Dreharbeiten hatten - coronabedingt - ein ganzes Jahr gedauert (K-Word #376). Wann die neuen Folgen bei uns laufen, ist noch nicht bekannt. Die erste Staffel der BBC/ HBO-Serie über die „erste moderne Lesbe“ Anne Lister (1791-1840), gespielt von Suranne Jones, und ihre - historisch verbürgte - Liebe zu ihrer Nachbarin Ann Walker (Sophie Rundle) steht bei Sky Go/ Sky Ticket (Flatrate), Amazon, MagentaTV und anderen Streamingdiensten (unsere Serienkritik).

Rundle/ InstagramSuranne Jones (l.) und Sophie Rundle

In WIR sorgt die Begegnung  der frischgebackenen Schulleiterin Helena (Katharina Nesytowa) mit ihrer heimlichen Jugendliebe Annika (Eva Maria Jost) für ein Gefühlschaos: Was bedeutet das für ihre Beziehung mit ihrem Freund Tayo (Malick Bauer), mit dem sie gerade ein Haus in ihrem Heimatstädtchen gekauft hat? Die ersten vier Folgen der empfehlenswerten Serie (unsere Kritik) laufen heute auf ZDFneo (15. Okt., 20:15 Uhr), in drei Wochen geht’s dort weiter. In der ZDF-Mediathek könnt ihr euch schon sechs der zwölf Folgen anschauen, jeden Freitag kommt eine neue hinzu. Lest hier auch unser Interview mit den beiden Hauptdarstellerinnen.

ZDFneo Helena (Katharina Nesytowa, l.) und Annika (Eva Maria Jost) in „WIR“

Und noch ein Serientipp: Am 17. Oktober startete bei Starzplay die zweite Staffel der Thrillerserie Hightown über eine lesbische Polizistin (gespielt von der bisexuellen Schauspielerin Monica Raymund, Chicago Fire), der Partys, Drogen, Alkohol und One-Night Stands wichtiger sind als ihr Job – bis sie nach einem Leichenfund am Strand zwischen die Fronten des harten Drogenmilieus gerät.

Nicht nur für Berlinerinnen: Der lesbische Kurzfilm Leaks in Exposure von Katharina Nesterowa (D 2021) läuft beim Kurdischen Filmfestival Berlin nicht nur im Kino (am 15. und 19. Okt./ Tickets), sondern kann auch online gestreamt werden (Online-Pass ab 12 €). In dem Film geht's um eine junge Übersetzerin, die von ihrer Familie bedroht wird und bei ihrer Chefin, einer Kriegsberichterstatterin Zuflucht sucht.

Kurdisches Filmfestival Berlin

In Gendernauts (1999) porträtierte Monika Treut schon vor über zwanzig Jahren die trans und genderqueere Szene in San Francisco, für ihren neuen Film Genderation besuchte die lesbische Regisseurin ihre damaligen Protagonist:innen, heute zwischen 54 und 84 Jahre alt, wieder. Die Dokumentation, die auf der Berlinale 2021 Premiere feierte, startet am 21. Oktober im Kino.

 

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