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K-Word #430: Neues aus der Lesbenwelt

Hat Demi Moore seit 9 Jahren eine Freundin? Wird Miranda im „Sex and the City“-Reboot queer? Kristen Stewart, Irina Schlauch, Halle Berry in „Bruised“, Jojo Siwa im Finale von „Dancing with the Stars“, Mary Lambert verlobt, Kerstin Ott und mehr!

Von Karin Schupp

19.11.2021 - Wird da etwa ein Lesbentraum der Neunziger wahr? Das Internet ist derzeit ganz aus dem Häuschen über das Gerücht, dass Demi Moore (Ghost – Nachricht von Sam) mit der Stylistin Masha Mandzuka liiert sein soll. Nachdem 2017/2018 schon einmal darüber getuschelt wurde (K-Word #279), sorgte jetzt Manzukas Instagram-Glückwunsch zu Moores 59. Geburtstag für Aufsehen: „Happy Birthday, wunderschöner Engel. So dankbar für 9 Jahre mit dir!!!“ schrieb sie und verzierte ihren Post mit einem Herz- und einem Regenbogen-Emoji (übrigens längst nicht ihr erster inniger Gruß an den Filmstar!). Die beiden, so heißt es, sollen in L.A. zusammenleben und Mandzukas kleine Tochter gemeinsam großziehen. Moore, die drei Hetero-Ehen hinter sich hat – die letzte mit Ashton Kutcher endete 2013 (na, das passt ja zeitlich!) -, wurden schon früher Affären mit Frauen nachgesagt, öffentlich geäußert hat sie sich dazu aber noch nie. Seit ihrer letzten Scheidung gab's aber auch keine Gerüchte über neue männliche Lover.

Mandzuka/ InstagramDemi Moore (M.) mit Masha Mandzuka und Baby Mandzuka 2017: Sehen doch aus wie eine Regenbogenfamilie, oder?

Sie wurde mit ihrem Gesang beim Macklemore & Ryan Lewis-Hit „Same Love“ weltweit bekannt – und jetzt ist sie verlobt: Mary Lambert (K-Word #201) bekam den Antrag von Wyatt Paige Hermansen  während einer Live-Show ihres gemeinsamen Podcasts The Manic Episodes, in dem das Paar über mentale Gesundheit, queere Identität und ihren eigenen Kampf mit psychischen Problemen (beide haben eine bipolare Störung) spricht. Lamberts letztes Album „Grief Creature“ erschien 2019, Hermansen ist Englisch-Professor:in an einer Uni in Massachussetts und nichtbinär.

Hermansen/ InstagramMary Lambert (l.) und Wyatt Paige Hermansen

Erlebt Miranda in der Sex and the City-Fortsetzung And Just Like That ihr Coming Out? Im neuen Trailer der Comedy-Serie sieht es jedenfalls so aus, als würde die Anwältin mit der neuen queeren, nichtbinären Figur Che Diaz (gespielt von Ex-Grey’s Anatomy-Star Sara Ramírez,  K-Word #411) und einer Frau in der U-Bahn flirten. Oder strahlt Cynthia Nixon (K-Word #394) einfach nur so viel Queerness aus? Die Miranda-Darstellerin erlebte 2004 – im selben Jahr, in dem Sex and the City endete – ihr Coming Out und heiratete 2012 ihre Frau Christine Marinoni. Das Serien-Reboot startet am 9. Dezember bei Sky Comedy und dem Streamingdienst Sky Ticket.

Auch in Grey's Anatomy gibt jetzt die erste nichtbinäre Figur: In der 18. Staffel der Krankenhausserie, die in den USA Ende September startete, arbeitet Dr. Kai Bartley, gespielt von E.R. Fightmaster, mit Dr. Amelia Shepherd (Caterina Scorsone) an einem Forschungsprojekt – und hier ist der Flirt ziemlich offensichtlich. Bei uns gibt's die neuen Folgen bisher nur bei Streamingdiensten zum Kauf (Amazon, iTunes, Google Play, MagentaTV), zu ProSieben kommen sie voraussichtlich im Frühjahr 2022. 

ABC Medizinische Forschung kann auch sexy sein: Dr. Kai Bartley und Amelia Shepherd in „Grey's Anatomy“

Der queere Teeniestar Jojo Siwa (K-Word #429) und ihre Tanzpartnerin Jenna Johnson schreiben Fernsehgeschichte: Sie zogen als erstes Frauen-Paar ins Finale einer TV-Promi-Tanzshow ein - und zwar mit Pauken und Trompeten: Im Halbfinale des US-Formats Dancing with the Stars sahnten sie für ihre beiden Tänze, den Argentinischen Tango und den Contemporary, jeweils die volle Punktzahl der Jury ab. Im Finale am nächsten Montag stehen ein Tango, ein Cha-cha-cha und ein Freestyle auf dem Programm.

Seit Princess Charming bei Vox läuft (Fr, 22:15 Uhr, unsere Folgenrückblicke), wurde „Prinzessin“ Irina Schlauch (K-Word #429) in den Kreis der RTL-Show-Promis aufgenommen. Vor zwei Wochen trat sie bei Grill den Henssler (Vox) mit einem „Vegetarischen Duo von der Möhre“ an, gestern Abend saß sie am Telefon des RTL-Spendenmarathons 2021, und am 12. Dezember tritt die sportbegeisterte Kölner Anwältin beim Ninja Warrior Promi-Special an. Weitere Promis im Parcours sind Prince Charming-Kandidat Manuel Flickinger (Staffel 1), No Angels-Sängerin Sandy Mölling und Fußballschiedsrichterin Bibiana Steinhaus-Webb.

RTL/ Frank HempelIrina Schlauch (hinten links) in „Grill den Henssler“ mit den Kochcoachs Jennifer Dienstbach und Nathalie Dienstbach, Steffen Henssler und Moderatorin Laura Wontorra

Eine weibliche Version des Box-Klassikers Rocky ist das neue Netflix-Drama Bruised (ab 24. Nov.). Oscar-Gewinnerin Halle Berry, die hier erstmals auch Regie führt, spielt eine abgehalferte Mixed Martial Arts-Kämpferin, die nach jahrelanger Pause noch einmal in den Ring steigt und sich daneben um ihren kleinen, zutiefst verstörten Sohn kümmern muss, der bei ihrem Ex-Freund aufwuchs, ihr aber unerwartet vor die Tür gesetzt wurde. Zum Glück findet sie in ihrer lesbischen Trainerin Bobbi (Sheila Atim) die einzige Person, die es gut mit ihr meint. Und ohne allzu viel spoilern zu wollen: Dass Bobbi lesbisch ist, wurde nicht ohne Grund ins Drehbuch geschrieben…

John Baer/ Netflix Halle Berry als Jackie Justice (l.) mit „Lady Killer“ (Valentina Shevchenko) und Trainerin Bobbi (Sheila Atim, ganz links mit Mütze)

Und hier stellen wir euch neben Bruised noch sechs weitere neue Filme mit L-Faktor, vor, auf die wir uns schon freuen!

Katharina Nesytowa, bekannt aus der lesbischen Serie WIR (ZDF-Mediathek), war kürzlich auch in der neuen Staffel der ARD-Anwaltsserie Die Heiland  in einer lesbischen Rolle zu sehen: In Folge 14 wollen sie und ihre Frau (Rebecca Rudolph) herausfinden, wer in ihrer Kleingarten-Siedlung Rattengift auslegte und damit das Leben ihrer Tochter gefährdete (ARD-Mediathek). Ein Dankeschön für diesen TV-Tipp geht an unsere Leserin Julia!

„Es lässt sich nicht verbergen, dass es in diesem Song um Sex geht“, sagt G Flip, queer:e, nichtbinäre:r Musiker:in aus Australien, zu „Scream“ (feat. US-Newcomerin UPSAHL):

Wir können uns auf eine queere Reality-Show mit queeren Geisterjäger:innen (oder Geistern?) von Kristen Stewart freuen! Dem New Yorker  erzählte die Schauspielerin, dass sie mit einer Freundin gerade daran arbeitet.  Überhaupt zieht es die Schauspielerin mehr und mehr hinter die Kamera: Sie will The Chronology of Water, die Autobiografie der bisexuellen Regisseurin und Drehbuchautorin Lidia Yuknavitch, verfilmen - das Projekt startete schon vor drei Jahren (K-Word #266) -, und mit ihrer Verlobten, der Drehbuchautorin Dylan Meyer, schreibt sie derzeit eine Fernsehserie. In dem Porträt kam nebenbei noch raus, dass ihre Verlobung, die sie Anfang November bekannt gab (wir berichteten) schon im Sommer stattgefunden hat - da stimmte das Gerücht, über da auch wir berichteten, also vielleicht doch!

DCM „Spencer“ mit Kristen Stewart als Lady Diana startet am 27. Januar im Kino

In Dopesick  (jetzt bei Disney+) spielt Kaitlyn Dever, Golden Globe-nominiert für ihre Rolle in der Netflix-Serie Unbelievable, ihre zweite lesbische Rolle nach Booksmart (unsere Filmkritik). In der Serie geht's um das Schmerzmittel OxyContin, das 1996 mit der Lüge, dass es nicht süchtig mache, aggressiv in den Markt gedrückt wurde und seitdem hunderttausende Menschenleben kostete. Dever spielt eine lesbische Bergarbeiterin, die schmerzmittelabhängig wird und sich nebenbei noch mit ihrer religiös-homophoben Familie rumschlagen muss. Eine weitere Lesbe - aber wahrlich kein lesbisches Vorbild - gibt’s auf Seiten der Pharma-Familie Sackler, die mit OxyContin Milliarden scheffelte: Vorstandsmitglied Kathe Sackler (Jamie Ray Newman): Die heute 73-Jährige, die mit ihrer Frau in New York lebt, sagte 2020 bei einer Anhörung vor dem US-Kongress, dass sie „basierend auf dem, was ich damals wusste, nichts finden kann, was ich anders gemacht hätte“.

Hulu Betsy (Kaitlyn Dever, l.) mit ihrer Freundin Grace (Cleopatra Coleman)

Im Vorfeld gab’s Kritik dafür, dass die „MTV Europe Music Awards“ ausgerechnet im homophoben Ungarn stattfanden (K-Word #426). Aber der Musiksender hielt sein Versprechen und setzte bei der Show am letzten Sonntag in Budapest ein Zeichen gegen Queerfeindlichkeit: Den erstmals vergebenen „Generation Change Award“ erhielten fünf LGBTQ-Aktivist:innen aus Nigeria, Brasilien, USA, Iran und Ungarn - die Budapest Pride-Organisatorin Viktoria Radvanyi (links im Bild) nahm als einzige der fünf den Preis persönlich entgegen.

Auch die auftretenden Promis, darunter der Moderator der Abends, US-Rapper Saweetie, nutzten die Plattform, der LGBTQ-Community ihre Unterstützung zu versichern. Performances gab’s unter anderem von der lesbischen Norwegerin girl in red, der deutschen trans Sängerin Kim Petras und der Rockband Måneskin mit der bisexuellen Bassistin Victoria de Angelis.

Man muss Kerstin Otts (K-Word #424) Schlagermusik nicht mögen, aber in ihrem Genre setzt sich die lesbische Sängerinwirklich redlich gegen Rassismus, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit und für die Akzeptanz von Menschen, die als „anders“ wahrgenommen werden, ein - so auch in ihrer neuen Single „Sag mir (wann beginnt endlich die Zeit)“:

 

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