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K-Word #440: Neues aus der Lesbenwelt

Preisgekrönter Lesbenfilm beim Max Ophüls-Festival, Kristen Stewart über ihre Hochzeitspläne, Lea Drinda in erster deutscher Serie mit nichtbinärer Hauptfigur, Sara Dooursoun, Melissa Etheridge, Tig Notaro & Stephanie Allynne und mehr!

Ella Knorz Julia Windischbauer (vorne) und Elena Wolff, beide auch privat queer, in „Para:dies“

Von Karin Schupp

28.1.2022 - Preisgekrönt: Die queere Schauspielerin Julia Windischbauer wurde am Mittwoch beim Max Ophüls-Festival als „Bester Schauspielnachwuchs“ ausgezeichnet. In Para:dies, einem österreichischen Spiefilm im „Mockumentary“-Stil, zieht sie als Jasmin mit ihrer Freundin Lee (Elena Wolff, die auch das Buch schrieb und Regie führte) in die Provinz. Das Paar lässt sich dabei von der Dokumentarfilmerin Amira (Melanie Sidhu) begleiten, und während im Laufe der Dreharbeiten Beziehungskonflikte an die Oberfläche schwappen, nähern sich Amira und Jasmin zart einander an. Sobald es einen Kinostarttermin gibt, erfahrt ihr's hier!

In Stephen Colberts Late Show (Clip) gab Kristen Stewart ein Update zu ihren Hochzeitsplänen mit Dylan Meyer und verriet, wenig für festliche Zeremonien und langwierige Planungen übrig zu haben. „Ich will eine große Party oder so… Ich bin so unzeremoniell“, sagte sie. „Wir könnten es auch einfach an diesem Wochenende machen und danach mit allen einfach so abhängen. Ich will es nur einfach tun!! Ich bin keine gute Planerin, ich kann nicht mal Pläne fürs Abendessen machen.“ Im November hatte die Schauspielerin ihre Verlobung verkündet (wir berichteten) und damals erklärt, dass sie sich eine „gechillte Hochzeit“, am liebsten in Jeans und T-Shirt, wünsche.

The Late Show with Stephen Colbert/ ScreenshotDas wäre doch auch kein schlechter Hochzeits-Look: Kristen Stewart zu Gast bei Stephen Colbert

Melissa Etheridge (K-Word #432) wird zur Comic-Figur. Z2 Comics kündigte die Graphic Novel Heartstrings: Melissa Etheridge and Her Guitars an, die das Leben des Rockstars entlang ihrer Gitarren erzählt. Jedes Kapitel stellt eine ihrer Gitarren – jede ist nach einer bedeutenden Frau der Geschichte benannt – in den Mittelpunkt. „Ich freue mich sehr, alle Geschichten und Bilder meiner gesamten Sammlung zu teilen“, erklärte Etheridge in einer Pressemitteilung. Das Buch, das bereits vorbestellt werden kann, erscheint in fünf Versionen: die günstigste kostet 22,71 Euro, für 908,88 Euro bekommt ihr die auf 100 Exemplare limitierte Platinum Guitar Version mit vielen Extras, darunter eine signierte Gitarre. Gestern präsentierte die Musikerin zum ersten Mal ihren neuen Song „Chocolate Cake“, der dem Football Club Kansas City Chiefs und ihrem Trainer Andy Reid gewidmet ist.

Die deutsche Fußballnationalspielerin Sara Doorsoun wechselte in der Winterpause vom VfL Wolfsburg zum aktuellen Tabellen-Vierten Eintracht Frankfurt. „Ich habe mir Gedanken gemacht, welcher mein nächster Schritt sein kann, nachdem ich zuletzt nicht so oft zum Einsatz kommen konnte, und im Sommer Teil des DFB-Teams bei der Europameisterschaft sein möchte. Die Eintracht ist dafür genau die richtige Station“, sagte die Abwehrspezialistin, die letzte Woche ihren neuen Job antrat, auf der Eintracht-Webseite. Ein weiterer Pluspunkt: Jetzt wohnt sie näher bei ihrer Freundin, der Saarbrücker Princess Charming-Finalistin Lou Schaaf (K-Word #421).

Doorsoun/ InstagramFamilienfoto an Weihnachten: Sara Doorsoun (r.) mit Lou Schaaf und Hund

Noch mal Hessen: In Offenbach starteten am Dienstag die Dreharbeiten zu Charlie, der ersten deutschen Serie mit einer nichtbinären Hauptfigur. Charlie ist Anfang 20, fühlt sich weder als Frau noch als Mann und verlässt das Zuhause, eine Hochhaussiedlung, um sich auf dier Reise zur Akzeptanz der eigenen Nicht-Binarität zu machen. Wegbegleiter:innen sind eine lesbische Tante und ihre trans Lebensgefährtin, ein schwuler Freund und ein pansexueller Love Interest. Die Titelrolle spielt Lea Drinda, bekannt aus der Amazon-Serie Wir Kinder vom Bahnhof Zoo („Babsi“), die lesbische Regisseurin Kerstin Polte (Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?), inszeniert mit Greta Benkelmann die Drehbücher von Lion H. Lau, selbst nichtbinär und trans. Die sechs Folgen von Charlie erscheinen (wie die lesbische Serie Loving Her) in der Reihe „Instant-Fiction“ und kommen voraussichtlich im Frühsommer in die ZDF-Mediathek und zu ZDFneo.

ZDF/ Tatiana Vdovenko Lea Drinda als Charlie in der gleichnamigen ZDFneo-Serie

Der Netflix-Doku-Hit Tiger King – Großkatzen und ihre Raubtiere kommt als Serie mit der lesbischen Comedienne Kate McKinnon (Bombshell) und dem schwulen Schauspieler Cameron Mitchell in den Hauptrollen. In Joe vs. Carole geht’s um Joe Exotic (Mitchell), den schwulen Besitzer eines privaten Großkatzen-Zoos, der inzwischen wegen versuchter Beauftragung eines Mordes an der Tierschützerin Carole Baskin (McKinnon) 22 Jahre Knast absitzt. Baskin, der ihrerseits unterstellt wird, etwas mit dem spurlosen Verschwinden ihres zweiten Ehemanns 1997 zu tun zu haben, outete sich 2020 als bi (K-Word #375).  Newcomer:in Lex Mayson spielt Tierpfleger:in Kelci „Saff“ Saffery, der in der Doku als lesbisch dargestellt wird, nach der Ausstrahlung aber darauf hinwies, als Mann zu leben und männliche Pronomen zu bevorzugen. Joe vs. Carole startet in den USA am 3. März, der deutsche Starttermin ist noch nicht bekannt.

8 Serien mit L-Faktor, die ihr direkt bingen könnt - darunter Yellowjackets (Sky Ticket),  Dopesick (Disney+), Chosen (Netflix) und die Dokuserie  Tampa Baes (Amazon) - stellen wir euch hier vor.

Nein, dafür haben wir nicht gekämpft: Beim Klassentreffen der Dschungelstars am Sonntag in RTL erzählte Dolly Buster, Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!- Kandidatin der 2. Staffel von (2004), dass ihr die spätere Dschungel-Königin Desiree Nick im Vorfeld den Vorschlag gemacht habe, „dass wir so tun könnten, als wären wir lesbisch.“ Sie sei aber „nicht drauf eingegangen auf die Lesbennummer mit einer Pseudotranse.“ Nick bestätigte im RTL-Interview die Story, wies aber darauf hin, dass das doch längst bekannt sei. „Jedes Jahr, seit 18 Jahren, verkauft sie das als Skandal“, sagte sie (tatsächlich erzählte Buster das schon 2004 zum ersten Mal) und behauptete: „Damit ist belegt, dass ich schon divers gelebt habe, als das Wort in der Mitte der Gesellschaft noch gar nicht angekommen war.“ Seufz.

RTL Hätte man weder sehen wollen noch geglaubt: Desiree Nick (ganz links) und Dolly Buster (unten) als Dschungel-Loverinnen

Es läuft gut für Tig Notaro (Star Trek: Discovery) und Stephanie Allynne (The L Word: Generation Q): Nach der Premiere ihres lesbischen Films Am I OK? mit Dakota Johnson (50 Shades of Grey) beim Sundance Film Festival (K-Word #439) gaben sie schon ihr nächstes Regie-Projekt bekannt. Diesmal verfilmt das Ehepaar ein eigenes Drehbuch, das Allynne nach einer gemeinsamen Idee verfasste. In Time and Space wird das Leben eines Frauenpaars durcheinander gewirbelt, als sie aus Los Angeles ins ländliche New York ziehen – ein Plan, den die beiden nach der Geburt ihrer Zwillinge (*2016) tatsächlich hatten, aber wieder verwarfen. Notaro wird eine der Hauptrollen übernehmen, wer ihre Film-Ehefrau spielt, ist noch nicht bekannt.

Allynne/ InstagramTig Notaro (l.) und Stephanie Allynne

 

Um beim Final Girls Berlin Film Festival (3.-6. Feb.) dabei zu sein, müsst ihr nicht unbedingt in der Hauptstadt wohnen: Das auf Horrorfilme von weiblichen und nichtbinären Regisseur:innen spezialisierte Festival könnt ihr sowohl im Kinosaal als auch virtuell miterleben. Wir empfehlen das Kurzfilmprogramm „Queer Horror“ mit 8 Kurzfilmen (5. Feb., 17:30 Uhr, City Kino), etwa Gay Teen Werewolf (USA) über eine junge, lesbische Werwölfin, die sich in eine Vampirin verliebt. Itch (GB/ Malta) über eine Nonne, deren Haut sich gruselig verändert, als sie ihre Gefühle für eine andere Ordensfrau entdeckt, und New Flesh for the Old Ceremony (USA) über eine Witwe im malerischen New England, deren geliebte Hunde vom Geist ihrer Frau besessen sind – nachdem sie sie gefressen haben… Kinotickets gibt’s hier, Streamingtickets könnt ihr hier bestellen.

Final Girls Berlin Film Festival „New Flesh for the Old Ceremony“ (USA, 2020)

The Other Side Of The River - No Women, No Revolution (seit 27. Jan. im Kino) ist ein Dokumentarfilm über eine junge Polizistin in Nordsyrien, die mit 19 von zu Hause ausriss, um einer Zwangsverheiratung zu entgehen. In einem autonomischen kurdischen Gebiet in Syrien lässt sich Hala an einer Militärakademie ausbilden, setzt sich für eine progressive Frauenpolitik ein und plant, auch ihre jüngeren Schwestern aus dem Elternhaus zu befreien. Die deutsche Regisseurin Antonia Kilian begleitete Hala ein Jahr lang.

 

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