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K-Word #456: Neues aus der Lesbenwelt

Vera Int-Veen in TV-Rente, Ellen DeGeneres durfte in ihrer Show nicht ihre Frau erwähnen, „Princess Charming“: Start im Juni, Brittney Griners U-Haft verlängert, Drehstart „The L Word: Gen Q“, Ulrike Folkerts, Finna, Hayley Kiyoko, girl in red und mehr!

Von Karin Schupp

20.5.2022 - Vera Int Veen hat ihre TV-Karriere beendet. Was die RTL-Moderatorin (Schwiegertochter gesucht) bereits im vergangenen Jahr beschlossen und schon  auf Instagram erklärt hatte, bekräftigte die 54-Jährige jetzt in der Bunte: „Es ist ein guter Zeitpunkt nach 30 Jahren. Ich entscheide lieber aufzuhören, bevor irgendjemand kommt und sagt: Die Olle wollen wir nicht mehr. Jetzt gehe ich mit einem fröhlichen, warmen Gefühl.“ Jetzt wird erst mal die Hochzeitsreise - „einmal um die Welt, und es sollte auf jeden Fall Hawaii dabei sein.“ - mit ihrer Frau Obi, mit der sie seit 2016 verheiratet ist, nachgeholt. Leisten können sich die Int-Veens das: „Ich war jahrelang Produzentin, ich habe zehn Jahre eine tägliche Talkshow gemacht, ich war danach immer in Abendsendungen unterwegs, Obi und ich haben die Knete nie verprasst. 1,5 Millionen Dollar ist zu wenig geschätzt. Wir haben mehr.“ Die 54-Jährige outete sich 2006, ihre Frau stellte sie 2019 der Öffentlichkeit vor (K-#305).

V. Int-Veen/ InstagramVera Int-Veen (von der immer noch viele denken, dass ihr Nachname „am Mittag“ lautet) und ihre Frau Obi (hinten)

Nach 19 Jahren, über 4000 Gästen und 64 Emmy Awards endet am 26. Mai in den USA die  Ellen DeGeneres Show. „Ich hatte das Glück, eine Plattform zu haben. Ich habe Portia [de Rossi] jeden Tag als ‚meine Frau‘ bezeichnet, so wie es ein Mann tun würde, und am Ende war es keine große Sache mehr“, kommentierte Ellen DeGeneres in The Advocate ihren Beitrag zur lesbischen Sichtbarkeit und verriet, dass ihr anfangs – 2003 war das - alles „Lesbische“ verboten worden war: „Ich durfte nicht über Portia sprechen, ich durfte nicht das Wort ‚wir‘ sagen, weil das implizieren würde, dass es jemand Besonderes in meinem Leben gibt. Ich musste mich auf eine bestimmte Art kleiden – keine Jeans zum Beispiel. Anscheinend sind Jeans gay?! Oh, und ich durfte das Wort ‚gay‘ nicht sagen.“ In Rente geht die 64-Jährige noch nicht: „Zuerst werde ich es eine Weile ruhig angehen lassen und meinen vorübergehenden Ruhestand genießen“, sagte sie. „Und dann werde ich irgendwann die kreativen Säfte fließen lassen und sehen, wohin mich das führt.“

Das Ende ihrer täglichen Show kündigte Ellen bereits vor einem Jahr an (K-Word #404). Mit dem Shitstorm 2020, als (Ex-)Mitarbeitende ihrer Redaktion ein „toxisches Arbeitsklima“ vorgeworfen hatten (K-Word #371), habe das nichts zu tun, sagte sie damals: „Dann wäre ich gar nicht erst zurückgekommen.“

Noch nicht Schluss macht Ulrike Folkerts: Auch nach 75 Tatort-Folgen hat sie nicht vor, „Kommissarin Lena Odenthal“ in den Ruhestand zu schicken. „Odenthal ist ein Teil von mir und umgekehrt. Ich liebe es, diese Figur zu spielen und mit Leben zu erfüllen, mit all meinen schauspielerischen Fähigkeiten“, sagte die 61-Jährige im dpa-Interview. „Wenn es soweit ist, werde ich gründlich darüber nachdenken, wie Lena Odenthal aussteigt. Im Augenblick wären mir neue Abenteuer sympathischer.“

SWR/ Christian Koch Ulrike Folkerts als Lena Odenthal in der „Tatort“-Folge vom 8. Mai

Prinzessin Irina war gestern: Am 14. Juni startet die zweite Staffel von Princess Charming, in der die Bau-Projektleiterin Hanna (K-Word #452) aus Hannover nach der großen Liebe sucht (oder – wohl eher – einem heißen Urlaubsflirt). Die 28-Jährige unterscheidet sich nicht nur optisch von ihrer Vorgängerin: Sie steht auf Motorräder und schnelle Autos, hat eine brasilianische Mutter und vier Schwestern und beschreibt sich als „sehr temperamentvoll“ und mitunter „ziemlich anstrengend.“ Die neuen Folgen laufen zuerst beim Streamingdienst RTL+, ob sie im Herbst dann – wie Staffel 1 – auch bei Vox ausgestrahlt werden, wurde noch nicht bestätigt.

Bald ist es für „Princess“ Hanna mit der Ruhe vorbei und es beginnt die „Happy Hour“ in der Kandidatinnen-Villa...

Irina Schlauch bleibt uns dennoch erhalten: Die Original-Prinzessin tritt am 26. Juni in einer queeren Folge der Koch-Show Das perfekte Promi-Dinner gegen den ersten Prince Charming-Prinzen Nicolas Puschmann, Dragqueen Candy Crash und die trans Love Island-Kandidatin Jessica Derucki an.

Hayley Kiyoko macht ihrem Fan-Namen „Lesbian Jesus“ mal wieder alle Ehre und inszenierte im Video zu ihrem neuen Song „For the Girls“ ihre ganz eigene Princess Charming-Version:

Am 19. Mai sollte in Moskau eigentlich die erste gerichtliche Anhörung von US-Basketball-Star Brittney Griner stattfinden, doch am Vortag verlängerte ein Richter ihre Untersuchungshaft bis zum 18. Juni und verweigerte ihr eine Umwandlung in Hausarrest. US-Außenminister Antony Blinken, dessen Regierung Griner mittlerweile als „zu Unrecht inhaftiert“ erklärt hat (K-Word #454), versicherte ihrer Frau Cherelle Griner in einem Telefonat, dass ihre Freilassung für ihn höchste Priorität habe. Die zweifache Olympiasiegerin sitzt seit rund drei Monaten im Gefängnis, weil sie Cannabisöl ins Land geschmuggelt haben soll (K-Word #446). Einem früheren Bericht zufolge teilt sie sich die Zelle mit zwei Frauen, die ebenfalls englischsprachig und nicht vorbestraft sind und wegen Drogenbesitzes festgenommen wurden.

MSNBC/ ScreenshotDer US-Botschafter, der nach dem Gerichtstermin kurz mit Brittney Griner (hier beim Verlassen des Saals) sprechen konnte, erklärte anschließend, dass es ihr den Umständen entsprechend gut gehe

„Ich verstehe mich selbst als queer und für mich war es total befriedigend, als ich seinerzeit bei der Lesbisch-Kampagne von L-MAG mitgemacht habe“, sagte die Hamburger Rapperin Finna im L-MAG-Interview im aktuellen Heft (hier als E-Paper erhältlich), dessen Cover sie schmückt. Heute erschienen ihr erstes Album Album „Zartcore“ und ihr neuer Song „VDAZV“ (= Verlier die Angst zu verlieren), ab Oktober geht sie auf Tour (Termine).

Jetzt in der ZDF-Mediathek: Becoming Charlie erzählt vom nichtbinären Coming-out der Hauptfigur Charlie (Lea Drinda, Wir Kinder vom Bahnhof Zoo) zwischen Plattenbau und Muckibude, also jenseits der coolen, queeren Großstadtszene. Mit dabei sind unter anderem Charlies lesbische Tante (Katja Bürkle), deren Frau Maya (Dalila Abdallah), ein schwuler Freund und die Studentin Ronja (Sira-Anna Faal, spielte die lesbische Fatou in der funk.-Serie DRUCK), in die sich Charlie verliebt. Die sechs Folgen sind nur je 15 Minuten lang („Instant-Fiction“ nennt ZDFneo das), am 24. Mai laufen sie am Stück bei ZDFneo (ab 20:15 Uhr). Lest hier unser Interview mit Lea Drinda und der queeren Filmemacherin Kerstin Polte, die die Serie mitentwickelte und inszenierte.

ZDF/ Philip Jestädt Charlie (l.) und Ronja in „Becoming Charlie“

In Los Angeles beginnen in diesen Tagen die Dreharbeiten zur dritten Staffel von The L Word: Generation Q, wieLeisha Hailey (Alice) und Kate Moennig (Shane), in ihrem Podcast PANTS verrieten. Und nach einem Blick ins erste Drehbuch freuten sich die Stars der Serie darüber, dass ihr Wunsch erfüllt wurde, ihnen wieder mehr gemeinsame Szenen und Storylines zu geben (und wir freuen uns auch!).

Showtime Die neuen Folgen von „The L Word: Generation“ starten voraussichtlich nicht vor Ende des Jahres

Das US-Fußballnationalteam der Frauen ist seit dieser Woche komplett mit dem Männerteam gleichgestellt! Bereits im Februar hatte die US Soccer Federation verkündet, den mehrfachen Weltmeisterinnen künftig dieselben Gehälter und Boni wie den (weniger erfolgreichen) Männern zu zahlen (K-Word #445), jetzt wurde der neue Tarifvertrag unterzeichnet. Der Verband, der von mehreren Spielerinnen um die Teamkapitäninnen Megan Rapinoe und Alex Morgan verklagt worden war, hatte 2020 vor Gericht zwar in weiten Teilen gewonnen (K-Word #351) gewonnen, dann aber dem Druck des US-Kongresses nachgegeben, der mit der Streichung von Fördergeldern drohte. Auch in Australien, Brasilien, England, Neuseeland und Norwegen sind die männlichen und weiblichen Nationalteams inzwischen gleichgestellt, nur in den USA allerdings erstreckt sich die gleiche Bezahlung auch auf die Turnierprämien.

Jimmy Kimmel Live/ ScreenshotMegan Rapinoe (l.) und Alex Morgan nach ihrem WM-Gewinn 2019 in der Latenight-Show „Jimmy Kimmel Live“

Das kommt raus, wenn man „monatelang keinen Sex“ hatte: girl in red leidet unter „hornylovesickness“, wie die queere Norwegerin (K-Word #370) ihren neuen Song betitelte (ihr Debütalbum „if i could make it go quiet“ steht aktuell auf Platz 19 der deutschen Album-Charts). Das lesbische Video drehte übrigens die aus der Serie Euphoria bekannte trans Schauspielerin Hunter Schafer.

 

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