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K-Word #46: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Tegan & Sara über ihr Coming Out, La Roux und Evan Rachel Wood über ihre sexuelle Orientierung, zwei Festivals mit Lesbenfilmen, der Benefiz-Song "100% Mensch" will in die Charts, Ohrenpost und Justin Bieber-Lookalike Ruby Rose

Von Karin Schupp

l-mag.de, 30.5. - Vor vier Jahren gingen die "It gets better"-Clips um die Welt, in denen Promis und Normalos verzweifelten LGBT-Teenagern Mut zu machen versuchten - jetzt gibt's die Fortsetzung: In "It got better" sprechen Promis darüber, wie es denn nun besser wurde. Nach Jane Lynch (Glee) und den Modedesigner Tim Gunn gibt's jetzt auch ein Video von Tegan & Sara, in dem wir erfahren, dass Sara in der 9. Klasse als erste ihr Coming Out hatte, und ihre Mutter zunächst nicht erfreut reagierte, während sie Tegans Coming Out später nur noch lässig durchwinkte...

La Roux alias Elly Jackson („Bulletproof“) zieht mit ihrem androgynen Look zwar Lesben an wie Motten das Licht, will sich aber selbst nicht outen. „Wenn ich sage: ‚Ich bin hetero‘, kommt keiner bei mir vorbei, um ein Foto von meinem Freund zu machen. Wenn ich aber sage ‚Ich bin lesbisch‘, wird jemand kommen und versuchen, meine Freundin zu fotografieren“, glaubt sie. „Es ist ja schön und gut, wenn mir die Leute sagen, dass ich offen sein soll, aber es würde mein Leben beeinflussen." Sie habe nichts dagegen, ein Homo-Vorbild zu sein, deswegen aber "nicht das Bedürfnis zu sagen, dass ich gay bin.“ Ähm, heißt das, sie hat zwar eine Freundin, will aber nicht darüber reden?! Und kann eine, die nicht darüber redet, ein Homo-Vorbild sein? La Roux, die auch schon früher gesagt hat, dass sie sich weder als hetero, homo oder bi fühle, veröffentlicht im Juli ihr zweites Album "Trouble in Paradise".

La Roux - Foto: Thomas Hawk, CC-BY-NC

Seit heute downloadbar: "100% Mensch", der Song für Gleichstellung und Menschenrechte, mit dem die über 30 Künstlerinnen und Künstler, darunter Hella von Sinnen, Steffi List, Franca Morgano, Sia Korthaus und Marion Scholz, die Charts erobern wollen. Mit dem Erlös sollen LGBT-Projekte in Russland, Nigeria und Uganda unterstützt werden.

Evan Rachel Wood hat kein Problem mit der Bi-Schublade: „Das wird so seltsam stigmatisiert, und ich hoffe, dass das bald aufhört, weil sooo viele Leute bisexuell sind“, sagte sie den Gay Star News. Die Schauspielerin, die in The Wrestler und True Blood lesbische Rollen spielte, hatte sich 2011 - ganz beiläufig in einem Interview - geoutet, nachdem sie in den Jahren zuvor noch erklärte hatte, „keine Lesbe und nicht mal bisexuell“ zu sein. Bekannt sind von ihr bislang nur Heterobeziehungen, zuletzt mit Jamie Bell, den sie 2012 heiratete und mit dem sie ein Kind hat. Ob sich das jetzt ändert? In dieser Woche gab das Paar nämlich seine Trennung bekannt, und Evans Leben scheint immer lesbischer zu werden: sie trat beim lesbischen „Evening For Women“ auf (s. K-Word #44), im Sommer dreht sie mit Ellen Page und der ebenfalls lesbischen Regisseurin Patricia Rozema den Film Into The Forest, und sie ist gut mit dem lesbischen Model Ruby Rose befreundet, wie Fotos auf deren Twitter-Account dokumentieren:

Bi-Tomboy: Evan Rachel Wood - Foto: Twitter/ Ruby Rose

Ruby Rose, Model, DJane und Schauspielerin, wehrte sich vor ein paar Tagen gegen die Kritik einer Website, dass sie wie Justin Bieber aussehe. „Ich kleide mich schon viel länger wie eine Lesbe als Justin Bieber“, twitterte sie. Die Australierin war mal mit Topmodel Catherine McNeil zusammen und ist jetzt mit Phoebe Dahl, Modedesignerin und Enkelin des Schrift-stellers Roald Dahl (Charlie und die Schokoladenfabrik), verlobt. Die beiden sind zwar erst seit ein paar Monaten ein Paar, haben aber schon eine elaborierte Familienplanung: Jede will ein Kind bekommen und sich dazu jeweils die Eizellen der anderen einpflanzen lassen, und eine Adoption steht auch auf der Liste.

Justin Bieber ist ja wohl eher ein Ruby Rose-Lookalike - und die kann ihm Gegensatz zu ihm auch anders - Fotos: Twitter /Ruby Rose (links), Eva Rinaldi, CC-BY-SA

Kino, Kino, Kino: Die Freiburger Lesbenfilmtage (29.5.-1.6.) zeigen unter anderem fünf Deutschland-Premieren, darunter Monika Treuts  Von Mädchen und Pferden (s. K-Word #41) und Dual, eine Art Before Sunrise auf lesbisch: zwei junge Frauen, eine Dänin und eine Slowenin, laufen sich in Ljubljana über den Weg und streifen gemeinsam durch die Stadt. Die Filme laufen mit deutschen Untertiteln.

Um Mädchen und Pferde geht's auch in She Monkeys, in dem sich zwei 15-Jährige beim Voltigieren näher kommen - ein Wechselspiel zwischen der Entdeckung von Sexualität und gegenseitigen Machtspielchen. Der schwedische Film läuft beim Xposed - Queer Film Festival in Berlin (29.5.-1.6.), auf DVD gibt’s den Film als Import aus England.

Ohrenpost gewannen schon kurz nach ihrer Gründung 2013 den German Music Award und traten letztes Jahr in Frankfurt als Supportband von Sharron Levy auf.  Jetzt hofft das Münsteraner Frauen-Trio auf eure Hilfe: für ihr erstes Album "Vor uns das Meer" wollen sie per Crowdfunding 3456 Euro einsammeln. Und für euch springt auch was dabei raus, zum Beispiel ein Wohnzimmer-Konzert, ein eigener Song, Zeichnungen und signierte CDs.

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